Hi Michael,
die Diskussion wird allmählich unergiebig, ich gehe dennoch mochmal auf Deine Big Points ein:
Also von einem subjektiven Erlebnis, das wohl nicht
dokumentiert ist, würde ich eher von Einseitigkeit sprechen,
zumal es ja auch nicht nachprüfbar ist. Deine Glaubwürdigkeit
in Ehren.
Bezichtigst Du mich der Lüge?
Ich sagte doch: „Deine Glaubwürdigkeit in Ehren.“ Dennoch fehlt die Nachprüfbarkeit für eine statistisch relevante Auswertung, weil es sich eben um ein subjektives Einzelerlebnis handelt, das nicht dokumentiert ist. Befassen sich eigentlich Geologen nicht mit Statistik?
- Ich kenne zwei „Höhere Tiere“ bei der Univ. Polizei. (Ein
Polizeirat, Ein Kommisar) Anhand dieser nichtrepräsentativen
Stichprobe kann ich sagen das es auch unter den hohen Chargen
vollkommen normale Leute mit eher „linken“ Ansichten gibt.
Schließe ich nicht aus. Glaube ich Dir auch. Aber ist denn das
auch die Regel? Wohl kaum.
Warum nicht: Erbitte Begründung?
Du sprichst doch selbst von einer nicht repräsentativen Stichprobe (haste auch einen Versuchsleiter und ein Protokoll mit reproduzierbaren Konstanten *lol*?). Was gibt’s denn da noch zu begründen? Wenn in der Regel bei der Polizei Linke wären, hätte es in Gorleben nur Friede, Freude und Eierkuchen gegeben. Die Castoren wären nie angekommen.
Ich brauche mir glaube ich nicht von dir sagen zu lassen, wie
wissenschaftliches Arbeiten geht.
Die besten Fakten sind die selbst beobachteten!
denn diese werden nur von einem selbst möglicherweise
subjektiv verändert.
Subjektive Erlebnisse sind absolut ungeeignet, eine Statistik zu widerlegen oder zu untermauern. Statistik ist immer dann notwendig, wenn Massenereignisse nach gewissen vorher festgelegten Kriterien ausgewertet werden sollen.
Alle Anderen (auch im Fernsehen) werden mehrfach gefiltert.
zum einen durch den Kameramann: Alles, was der nicht aufnimmt,
wird nicht dokumentiert.
Natürlich kann der TV-Reporter nur die Dinge aufnehem, die ihm die Berichterstattung wert sind. Und freilich wird hinterher im Studio noch geschnitten. Mit Dokumentieren ist aber diese Filmsequenz gemeint und nicht das gesamte Geschehen im Umfeld samt Pinkelhäuschen für Polizisten. Diese Filmsequenz ist mit Sicherheit nicht manipuliert, dazu fehlt die Zeit zwischen Aufnahme und Berichterstattung.
Dann durch die Bildzusammenstellung
Zum Schluss noch durch dich selber.
Dieses Bild ist also wesentlich selektiver und damit
unvollständiger als das eigentliche Gesamtbild. In wie weit
dieses selektierte Bild dem Gesamtbild entspricht, mus anhand
anderer Quellen überprüft werden.
Natürlich sieht jeder Betrachter eine Aktion aus seiner Sicht: Ein Schlägertyp wird sagen: ach Gott, der hat den ja nur gestreichelt. Eine Mymose wird sagen: Der hätte ihn ja fast totgeschlagen. Aber die Bildsequenz als solche ist stets wieder abspielbar (reprodzierbar) und notfalls von einem Strafgericht besser zu bewerten, als wenn man sich nur auf 1-2 Augenzeugen verlassen müßte, die obendrein politisch gefärbt sein könnten.
Frage: wieso sind Zeitungsberichte mit vielen Zeugenaussagen
weniger verläßlich als ein paar Fernsehschnipsel, um ein
Gesamtbild zu erstellen.
Ein Bewegungsablauf einer Filmsequenz ist eine 100-prozentige Dokumentation. Ein Standbild eben nur eine Momentaufnahme eines Bruchteils einer Sekunde.
Mit so einer Argumentation kann man sogar die Bombardierung
Dresdens leugnen, Es gibt ja keine sicheren Filmdokumente…
Bloß man kennt die Ergebnisse, von einem Erdbeben in Dresden war zu dieser Zeit nichts bekannt. Also, nun werde mal nicht kindisch.
Als Wissenschaftler arbeite ich am liebsten mit selbst
ermittelten Daten. Wenn mir einer eine Miniprobe aus einem
Riesensteinbruch bringt und zu mir sagt, mach was damit…
dann informiere ich mich sehr genau aus anderen Quellen, was
da nun los ist…
Ich überprüfe auch, ob die Probennahme ordentlich dokumentiert
ist.
Siehste: Du überprüfst die Dokumentation auf ihre Stichhaltigkeit. Was würde der Bericht über den Sonnentergang am Steinbruch nützen (Scheißhaus der Polizisten s.o.), wenn Dich doch eher die Strukur des Gesteins interessiert. Dennoch mußt Du Deine wissenschaftliche Arbeit veröffentlichen, wenn Du noch Karriere mach willst, und damit ist die Überprüfbarkeit durch andere gewährleistet.
Das ist bei Fernsehberichten meist nicht der Fall (Beispiel
weiter unten, selbst beobachtet, Ich schwöre, Hand auf die
Bibel…).
Fernsehberichte - sofern es sich um einen Dokumentarbericht handelt - sind, wenn sie nicht manipuliert worden sind, Dokumente, die jederzeit wieder eingesehen werden können. Ganz anders eine politische Diskussion im Fernsehen, die für sich auch ein Dokument ist, aber nur Meinungen Einzelner widerspiegelt.
Teil II:
nachdem du die Polizei mit der Skinheadszene (rechtsextrem)
gleichsetzt, folgt nun die:
Definition für Rechtsextremismus
1. Rassismus
2. Feindbilder und Sündenböcke
3. nationales Geschichtsbild
4. Volksgemeinschaft statt Demokratie
5. Starker Staat und Negierung von Grundrechten
6. Demokratie- und Systemkritik incl. Verächtlichmachung.
Nur damit wir vom gleichen Reden…
das ist nicht meine Definition, sondern eine wissenschaftlich
durchaus anerkannte. (Stammt von Univ.-Doz. Holzer,
Klagenfurt)
Soweit klar.
Teil III
meine persönlich beobachteten Fakten: (Du kannst sie als
„Zeugenaussagen“ betrachten):
Keiner der mir persönlich bekannten Polizisten ist
rechtsradikal
im Sinne obiger Definition
Du kannst doch nicht von einem Beamten erwarten, daß er sich soweit outet, daß er mit einem Disziplinarverfahren rechnen müßte oder gar mit Versetzung. Warum sollte er? Denk an das Sprichwort: Wes Brot ich eß, des Lied ich sing.
Auf allen Demonstrationen wo ich bis dato dabei war (GEGEN
Rechts!) verhielt sich die Polizei zurückhaltend und
deeskalierend. Viele, gerade junge Polizisten hätten am
liebsten mitdemonstriert (Gespräche während Demopausen…). Im
Fernsehen kam dann mal ein 10 sec Ausschnitt mit Rangeleien
(länger haben diese Vorfälle fast nicht gedauert… sehr
objektive Berichterstattung)
Logisch: Auf einer Demo gegen Rechts würde ich als Einsatzleiter keine Heißsporne unter den jungen Polizisten loslassen. Da muß man schon die bedächtigeren Kollegen auswählen, sehr vernünftig.
Aber auf eine Demo gegen Atomkraft, wo im Wesntlichen Linke zu erwarten sind, die obendrein den Transport von Castoren behindern könnten, ei freilich werde ich da die eher jungen Heißsporne hinschicken, die noch Karrier machen wollen und auch sonst mit „schlagkräftigen“ Argumenten nicht geizen.
Jetz mal ein paar Fragen an dich:
Wie viele Polizisten kennst Du persönlich und privat.
Etliche. Einer darunter saß jahrelang im Knast wegen Brandstiftung, belästigte nach seiner Entlassung ein ganzes Dorf, nachdem er eine alkoholkranke Frau geehelicht und sie um ihre gesamtes Vermögen gebracht hat. Die Frau ist heute in psychiatrischer Behandlung und er ist Sozialhilfeempfänger. Die Tochter aus der Ehe darf er sogar allein erziehen, die beiden anderen Kinder aus erster Ehe wollte er unbedingt aus Unterhaltsgründen auch haben, aber das Jugendamt hat ihm die Tour vermasselt. Mir hat er vieldeutig eine Kopie einer Walther-Polizeipistole in den Briefkasten gesteckt. Über die anderen Dinge will ich lieber nicht reden, sonst wird das hier ein Roman. Übrigens: Er fährt heute noch mit heruntergedrehter Scheibe und heraushängendem Arm Patroile mit seinem Pkw in den Gassen des Dorfes, obwohl er dort nicht mehr wohnt.
Wie lange hast Du dich im Osten aufgehalten (Ein paar Monate
waren das bei mir schon)
Nur zum Urlaub, aber auch geschäftlich: ich habe genug gesehen und gehört, weil ich mich nicht als Urlauber zu erkennen gegeben habe.
Und umgekehrt (s.o.) Gibt es noch rechts von Dir jemanden?
Ja, z.B den grössten Teil der CSU, die Reps, die DVU, der
rechten Flügel der CDU, Teile der FDP, die NPD usw…
Alle rechts von mir, mit Sicherheit auch die Rechten in der SPD.
Aber ein Phänomen ist ja sicher auch Dir bekannt: Mit zunehmendem Alter werden wir alle „rechter“, will sagen: selbstgerechter.
Das Problem in unserer Gesellschaft ist die mangelnde Bereitschaft, dem politisch Andersdenkenden (ich sage nicht: Gegner) zuzuhören. Erst wenn wir bereit sind, zuzuhören, können wir manches dann auch verstehen.
ATOMKRAFT ist definitiv Scheiße, weil skruopellos auf dem Rücken noch nicht geborener Menschen Geschäfte gemacht werden. Würde man die gesamte Entsorgung und die nicht versicherbaren Gefahren der Zukunft in den Strompreis einkalkulieren, wäre selbt der teuerste Solarstrom vom Nordpol noch billiger.
Richard