Apropos Schlaf

Mich hat schon immer interessiert, was passieren würde, wenn man einen Menschen nicht schlafen lassen würde! Wenn er wieder einnickt, weckt man ihn immer wieder auf.
Welche Auswirkungen hätte das auf Geist und Körper? Würde diese Person letztendlich sterben? Aber woran (körperlich)?

DANKE
MfG
Pos

Schlafentzug macht alt -
Die Körperfunktionen von jungen Menschen, die ständig zuwenig Schlaf bekommen, verändern sich
negativ. Sie gleichen den Befunden, die man eigentlich nur bei älteren Menschen beobachtet.
Bereits nach wenigen aufeinanderfolgenden Nächten mit Schlafdefizit treten Veränderungen im
Stoffwechsel auf, wie ein Versuch an elf gesunden Freiwilligen zwischen 18 und 27 Jahren an der
Universität von Chicago zeigte. Die Regulierung des Blutzuckerspiegels verschlechtert sich, was das
Risiko von Übergewicht, Bluthochdruck und Diabetes erhöht. Die Schilddrüsenfunktion wird schwächer,
gleichzeitig produziert die Nebenniere mehr Stresshormon.
Der ungünstige Befund besserte sich aber sofort wieder, als man die Versuchspersonen nach Belieben
ausschlafen ließ.

Schlafentzug galt schon bei den Römern als effektive Foltermethode. Die Auswirkungen von völligem Schlafentzug
betreffen dabei in erster Linie das normale Funktionieren unseres Gehirns. Neben einer zunehmend stärker werdenden, fast
unüberwindbaren Müdigkeit äußert sich mehrtägiger Schlafentzug vor allem in einer Dämpfung der Grundstimmung in Richtung
Depression, starken emotionalen Schwankungen, Gereiztheit, Mißtrauen und Apathie, schweren Beeinträchtigungen der
Konzentration, Aufmerksamkeit, Lernfähigkeit und bei einigen Personen auch in einer Störung des Realitätsbezuges in Form
von Wahrnehmungsstörungen und paranoiden Halluzinationen. Diese Symptome verschwinden ausnahmslos, sobald der
Betroffene wieder schlafen darf. Bei Tieren führt totaler Schlafentzug allerdings nach durchschnittlich 16 Tagen zum Tode.
Auffällig war bei diesen Versuchen, daß die Tiere während des Schlafentzugs bis zu 20% ihres Körpergewichts verloren bei
gleichzeitger Zunahme ihres Futterkonsums. Schlaf spielt bei ihnen vermutlich eine wesentliche Rolle bei der Regulierung des
körpereigenen Energiehaushaltes, doch läßt sich dieses Resultat kaum von Ratten auf den Menschen übertragen. Bei Menschen
konnten bisher auch keinerlei irreversible körperliche Veränderungen durch Schlafentzug nachgewiesen werden. Der
verlorene Schlaf muß auch keinesfalls in seiner ganzen Länge nachgeholt werden. Dem bisherigen „Weltrekordhalter" im
Schlafentzug, der zehn Tage ohne Schlaf lebte , genügte eine einzige Erholungsnacht mit zehnstündigem Schlaf, um sich wieder
fit zu fühlen. Nach weiteren zwei Nächten hatte sich seine Schlafdauer wieder normalisiert.

Gruß, Renate

:Mich hat schon immer interessiert, was

passieren würde, wenn man einen Menschen
nicht schlafen lassen würde! Wenn er
wieder einnickt, weckt man ihn immer
wieder auf.
Welche Auswirkungen hätte das auf Geist
und Körper? Würde diese Person
letztendlich sterben? Aber woran
(körperlich)?

DANKE
MfG
Pos

Erstmal danke für Deine Antwort.
Schon merkwürdig… Das mit dem Schlafen.
Denn eigentlich erholt sich der Körper dabei ja nicht! Nicht mal das Gehirn… Nur der Seele und dem Geist tut es gut! Das dieser Zustand des Schlafens den ganzen Stoffwechsel ins wanken bringt…
Naja, der Schlaf wird wohl noch sehr lange die Forscher beschäftigen.
Vielen Dank für die Antwort. Sie war sehr informativ und hat mich sehr interessiert.

Gruß
Pos

Schlafentzug macht alt -
Die Körperfunktionen von jungen
Menschen, die ständig zuwenig Schlaf
bekommen, verändern sich
negativ. Sie gleichen den Befunden,
die man eigentlich nur bei älteren
Menschen beobachtet.
Bereits nach wenigen
aufeinanderfolgenden Nächten mit
Schlafdefizit treten Veränderungen im
Stoffwechsel auf, wie ein Versuch an
elf gesunden Freiwilligen zwischen 18 und
27 Jahren an der
Universität von Chicago zeigte. Die
Regulierung des Blutzuckerspiegels
verschlechtert sich, was das
Risiko von Übergewicht,
Bluthochdruck und Diabetes erhöht. Die
Schilddrüsenfunktion wird schwächer,
gleichzeitig produziert die
Nebenniere mehr Stresshormon.
Der ungünstige Befund besserte sich
aber sofort wieder, als man die
Versuchspersonen nach Belieben
ausschlafen ließ.

Schlafentzug galt schon bei den Römern
als effektive Foltermethode. Die
Auswirkungen von völligem Schlafentzug
betreffen dabei in erster Linie das
normale Funktionieren unseres Gehirns.
Neben einer zunehmend stärker werdenden,
fast
unüberwindbaren Müdigkeit äußert sich
mehrtägiger Schlafentzug vor allem in
einer Dämpfung der Grundstimmung in
Richtung
Depression, starken emotionalen
Schwankungen, Gereiztheit, Mißtrauen und
Apathie, schweren Beeinträchtigungen der
Konzentration, Aufmerksamkeit,
Lernfähigkeit und bei einigen Personen
auch in einer Störung des
Realitätsbezuges in Form
von Wahrnehmungsstörungen und paranoiden
Halluzinationen. Diese Symptome
verschwinden ausnahmslos, sobald der
Betroffene wieder schlafen darf. Bei
Tieren führt totaler Schlafentzug
allerdings nach durchschnittlich 16 Tagen
zum Tode.
Auffällig war bei diesen Versuchen, daß
die Tiere während des Schlafentzugs bis
zu 20% ihres Körpergewichts verloren bei
gleichzeitger Zunahme ihres
Futterkonsums. Schlaf spielt bei ihnen
vermutlich eine wesentliche Rolle bei der
Regulierung des
körpereigenen Energiehaushaltes, doch
läßt sich dieses Resultat kaum von Ratten
auf den Menschen übertragen. Bei Menschen
konnten bisher auch keinerlei
irreversible körperliche Veränderungen
durch Schlafentzug nachgewiesen werden.
Der
verlorene Schlaf muß auch keinesfalls in
seiner ganzen Länge nachgeholt werden.
Dem bisherigen „Weltrekordhalter" im
Schlafentzug, der zehn Tage ohne Schlaf
lebte , genügte eine einzige
Erholungsnacht mit zehnstündigem Schlaf,
um sich wieder
fit zu fühlen. Nach weiteren zwei Nächten
hatte sich seine Schlafdauer wieder
normalisiert.

Gruß, Renate

Blutdruck und Körpertemperatur sinken ab !
Körper und Geist erholen sich auf jeden Fall während des Schlafes, allein das Herz (wie auch die anderen Organe) würde durch zu viele Katecholamine (u.a. Adrenalin) = Stresshormone, auf Dauer negativ beeinflusst - durch genügend Schlaf kann ich den Adrenalinspiegel senken !

In den Tiefschlafphasen regeneriert sich der Körper.

Im Tiefschlaf wird das Wachstumshormon ausgeschüttet, das - zumindest bei Kindern - das Wachstum fördert. Bei Erwachsenen dagegen scheint dieses Hormon die körperliche Regeneration zu unterstützen.

Als Nächstes folgt die REM-Schlaf-Phase (REM ist die Abkürzung für die englische
Bezeichnung „rapid eye movement“, was so viel bedeutet wie „schnelle Augenbewegung“). In diesem Stadium ist unsere Muskelspannung sehr gering: Wir sind praktisch bewegungsunfähig.
Umso mehr spielt sich während der REM-Phase in unserem Inneren ab: Sie ist das Schlafstadium, in dem unsere Träume stattfinden.

Nach bisherigen Forschungsergebnissen scheint der REM-Schlaf übrigens einiges mit dem Lernen zu tun zu haben:
So soll die Überführung von Gedächtnisinhalten - also von neuen Erfahrungen, die am Tage gemacht wurden - ins Langzeitgedächtnis vor allem nachts unter wesentlicher Beteiligung des REM-Schlafs vor sich gehen.

Bei Versuchen hat man nämlich festgestellt, dass Menschen, die nachts am REM-Schlaf gehindert werden, sich am nächsten Tag wesentlich schlechter an gelernte Fertigkeiten erinnern als
Menschen, deren REM-Schlaf nicht behindert wurde !

So gesehen, muss Schlaf sich wohl lohnen -
…und die Wissenschaftler „schlafen“ hoffentlich nicht ?! Oder besser doch?

Gruß, Renate

Blutdruck und Körpertemperatur sinken ab
Körper und Geist erholen sich auf jeden
Fall während des Schlafes, allein das
Herz

Ja, stimmt der Blutdruck und das Herz…

wie auch die anderen Organe) würde
durch zu viele Katecholamine (u.a.
Adrenalin) = Stresshormone, auf Dauer
negativ beeinflusst - durch genügend
Schlaf kann ich den Adrenalinspiegel
senken !

Ich denke, die Hormone werden nicht mehr ausgeschüttet, da man (endlich) schläft. Abgebaut werden sie doch nur durch körperliche Anstrengung, oder? Ok, während der REM-Phase vielleicht etwas *g*

In den Tiefschlafphasen regeneriert sich
der Körper.

Im Tiefschlaf wird das Wachstumshormon
ausgeschüttet, das - zumindest bei
Kindern - das Wachstum fördert. Bei
Erwachsenen dagegen scheint dieses Hormon
die körperliche Regeneration zu
unterstützen.

Aber es ist doch komisch, daß dies nur beim Schlafen ausgeschüttet wird! Könnte das daran liegen, daß es ungünstig wäre, Wachstumshormone auszuschütten, während die Knochen beansprucht werden?

Als Nächstes folgt die REM-Schlaf-Phase
(REM ist die Abkürzung für die englische
Bezeichnung „rapid eye movement“, was so
viel bedeutet wie „schnelle
Augenbewegung“). In diesem Stadium ist
unsere Muskelspannung sehr gering: Wir
sind praktisch bewegungsunfähig.
Umso mehr spielt sich während der
REM-Phase in unserem Inneren ab: Sie ist
das Schlafstadium, in dem unsere Träume
stattfinden.

Nach bisherigen Forschungsergebnissen
scheint der REM-Schlaf übrigens einiges
mit dem Lernen zu tun zu haben:
So soll die Überführung von
Gedächtnisinhalten - also von neuen
Erfahrungen, die am Tage gemacht wurden -
ins Langzeitgedächtnis vor allem nachts
unter wesentlicher Beteiligung des
REM-Schlafs vor sich gehen.

Bei Versuchen hat man nämlich
festgestellt, dass Menschen, die nachts
am REM-Schlaf gehindert werden, sich am
nächsten Tag wesentlich schlechter an
gelernte Fertigkeiten erinnern als
Menschen, deren REM-Schlaf nicht
behindert wurde !

Nochmal zu meiner Basis-Frage. Würde man einen Menschen nie schlafen lassen, würde er also aufgrund der mangelden Körperfunktionen sterben???

So gesehen, muss Schlaf sich wohl lohnen

*g*

…und die Wissenschaftler „schlafen“
hoffentlich nicht ?! Oder besser doch?

lol

Gruß, Renate

meines wissens wurde schalfentzug fürher als folter oder hinrichtungsmethode angewand.
vgl. „schlafes bruder“ der durch schalfentzug selbstmord begeht.

Aber es ist doch komisch, daß dies nur
beim Schlafen ausgeschüttet wird! Könnte
das daran liegen, daß es ungünstig wäre,
Wachstumshormone auszuschütten, während
die Knochen beansprucht werden?

Im Tiefschlaf werden die Katecholamine, Hydroxicorticoide und die HHL-Hormone REDUZIERT und im REM-Schlaf VERMEHRT Serotonin und Wachstumshormon gebildet.
(Wachstumshormone sind für zahlreiche Stoffwechselvorgänge auch beim Erwachsenen zuständig)

Nochmal zu meiner Basis-Frage. Würde man
einen Menschen nie schlafen lassen, würde
er also aufgrund der mangelden
Körperfunktionen sterben???

Der völlige Schlafentzug ist auf die Dauer tödlich. Tiere zeigten dabei vor ihrem Tode nach etwa 2
Wochen eine Störung der Thermoregulation.
Der Schlaf muss auch sein um das Immunsystem schlagkräftig und abwehrbereit zu halten; gesichert ist jedenfalls, dass während der Nachtruhe etliche innere Drüsen ­
zum Beispiel die Hirnanhangdrüse (Wachstumsh.) oder die Nebennieren ­
besonders aktiv sind.
Ratten, die wochenlang am Schlafen
gehindert werden, sterben nicht an Übermüdung oder Hunger,
sondern am Zusammenbruch ihres Immunsystems.
Bei Schlafentzug steigt die
Infektanfälligkeit steil an.

Man muss sich da wohl mit dem Beispiel der Ratte zufríeden geben, da man im Schlaflabor mit Menschen schlecht so weit gehen kann…!

Die Menschen, die (in extremen politischen Systemen, bzw. verbrecherischen Organisationen) tragischerweise durch Schlafentzugs-Folter sterben, sind ebenfalls für den „normalen“ Wissenschafter unerreichbar.

Gruß, Renate

Ich hab mal gelesen, dass Ratten nach nur wenigen Tagen gestorben sind, weil man sie jeden Nacht vom Traeumen abgehalten hat - sie vor jeder Traumphase aufgeweckt hat.
Wie kommt das zustande??

Renate hat recht, wenn sie meint daß Schlafendzug schließlich tötlich ist. Es war bei den Arabern die Hinrichtungsmethode, die für Königsattentäter reserviert war. Der Tod muß sehr quälend sein und sich über Tage hinziehen.

Gandalf

Hallo Pos,

diese Person würde am Ende an Vergiftung sterben.

Unser Darm entgiftet unseren Körper, wenn wir schlafen.

Hälst Du ihn wach, wird der Körper nicht mehr ausreichend entgiftet und vorbei ist es.

Vorher wird derjenige jedoch Dich umbringen, wenn Du ihn immer wieder weckst (kleiner Scherz).

Gruß

Chris