ich nehme mal an, es handelt sich bei dem Bild um die Bodenseite einer Gewehrkugel, oder? Dazu würden nämlich die Schriftzüge passen, die, genau genommen, persisch sind und nicht arabisch:
oben: دوشكا = DSchK (Abkürzung von Дегтярёва Шпагина Крупнокалиберный; Name eines Maschinengewehrs sowjetischer Produktion)
unten links: ساصد (Abkürzung von سازمان صنایع دفاع جمهوری اسلامی ایران ) = Organisation der Verteidigungsindustrie der Islamischen Republik Iran (vermutlich der Hersteller der Kugel/der Gewehre)
unten rechts: ٠٨ = Ziffernfolge 08 (vielleicht ein spezielles Kaliber?)
Wo ich mir das Bild noch einmal anschaue, denke ich, die Zahlenfolge rechts unten müsste vermutlich auf dem Kopf gelesen werdem, also ٧٠ = 70. Würde das mehr Sinn ergeben?
Hervorragend, das beantwortet alles! Es handelt sich um eine Patronenhülse des russischen Maschinengewehres 12,7 x 108 mm Shvak. Auch die Zahl 70 könnte stimmen, aber da bin ich mir nicht sicher, da dort die „Islamische Zeitrechnung“ gilt und dann stimmt die Jahresangabe nicht mehr.
Wo ich mir das Bild noch einmal anschaue, denke ich, die
Zahlenfolge rechts unten müsste vermutlich auf dem Kopf
gelesen werdem, also ٧٠ = 70. Würde das mehr Sinn
ergeben?
Die Problematik ist, das man da wenig vermuten kann, wofür die Zahl steht. Sie könnte für ein Jahr stehen, aber auch für eine fortlaufende Losnummer, die Nummer der Munitionsfabrik oder einen beliebige andere Wert.
Iranische Munitionsfertiger haben keine fortlaufende Chargennummern, sie benutzen immer die beiden letzten Zahlen des Herstellungsjahres. Entscheidend ist hier nun, wie herum die Zahlen gelesen werden, da es sich dummerweise um ähnliche Zahlen handelt. ٧٠ wäre jetzt 70 und ٠٨ wäre 08. Möglich ist beides, aber das hilft hier nicht weiter, wenn man nicht weiß, ob es nach unserem oder nach dem islamischen Kalender gekennzeichnet ist. Das wird unterschiedlich gehandhabt, je nachdem ob für Eigenbedarf oder Export gefertigt wird.
So, die durchgestrichenen Versionen fallen schon einmal raus, da sie in jedem Fall vor der Gründung der DIO liegen. Wenn wir jetzt noch davon ausgehen, dass der offizielle Kalender im Iran der neuiranische und nicht der islamische ist, dann scheint mir das (iranische) Jahr 1370 am plausibelsten, also nach unserem Kalender 1991/92. Könnte das in etwa hinkommen?
(All diese Vermutungen natürlich nur unter der von Dir aufgestellten Annahme, dass die Ziffern für eine Jahreszahl stehen.)
ja das könnte hinkommen, da es 1891/92 die Munition noch nicht gab.
Die Berechnung nach dem islamischen Kalender wäre allerdings ebenso plausibel, da 1950/51 sowie 1987/88 in den Zeitraum passen. Ich muß mal meine Unterlagen filzen, ab wann die im Iran die Munition selber gefertigt haben.
Die frühere Munition kam hauptsächlich von der UdSSR und aus China.
Hi!
Ich bin mir eigentlich ziemlich sicher, dass die Ziffern eine 70 darstellen, schließlich sind die beiden Wörter/Abkürzungen ja auch so geschrieben, dass das Zentrum als „unten“ genommen wurde. Ich denke, es wäre nur logisch, dass das auch bei der Zahl der Fall war.
Gruß,
André
P.S.: Übrigens krass, wie ihr das so schnell rausgekriegt habt. Ich hätte erstmal dûškâ im Arabisch- und Persischwörterbuch nachgeschlagen. Vermutlich vergeblich.
Ich bin mir eigentlich ziemlich sicher, dass die Ziffern eine
70 darstellen, schließlich sind die beiden Wörter/Abkürzungen
ja auch so geschrieben, dass das Zentrum als „unten“ genommen
wurde. Ich denke, es wäre nur logisch, dass das auch bei der
Zahl der Fall war.
klar könnte man davon ausgehen, dass alle Schriftzüge auf einem Kreis geschrieben sind und die Zahl deshalb eine 70 sein muss. Andererseits: Schau Dir mal die alten Pfennigmünzen an. Da steht auch die Jahreszahl im Vergleich zum Schriftzug „Bundesrepublik Deutschland“ „auf dem Kopf“. Also ist die Chance im Endeffekt 50:50.
P.S.: Übrigens krass, wie ihr das so schnell
rausgekriegt habt. Ich hätte erstmal dûškâ im Arabisch-
und Persischwörterbuch nachgeschlagen. Vermutlich vergeblich.
Nicht, dass ich hier alle meine Geheimnisse preisgeben will. Aber an sich war die Recherche relativ simpel: Ich habe den Schriftzug دوشكا gelesen und konnte mit ziemlicher Sicherheit sagen, dass es kein arabisches und vermutlich auch kein persisches Wort ist. Damit gab es nur zwei Möglichkeiten: Entweder es ist eine andere Sprache oder aber ein Eigenname. Also Tante Gugel befragen, die dann als erstes Ergebnis den Wikipediaartikel zum MG lieferte. Bei ساصد war es dann ähnlich, wobei es da etwas länger bis zum Heureka gedauert hat.