Hallo!
Gibt es eigentlich verbindliche Regeln zur eindeutschenden Schreibung arabischer Namen, und wie hält man’s damit in der Literatur? Macht man noch aus einem „Ahmet“ einen „Achmed“ oder lässt man’s bei ersterem?
(Als Übersetzerin finde ich, man riskiert im Roman die Authentizität des Lokalkolorits, doch wurde mir entgegengehalten, die Namen würden sonst falsch ausgesprochen. Hm. Hat nicht heute jeder schon Mitschüler, Kollegen, Nachbarn, Freunde aus dem Arabisch sprechenden Raum, die ja ihre Namen auch nicht zu unserem Pläsier eindeutschen? Und obwohl mein Englisch ziemlich gut ist, gibt es auch da jede Menge Namen, deren Aussprache ich nachschlagen müsste, erst recht im Französischen.)
ich muss Dich leider enttäuschen: Die Musterlösung für das Eindeutschen arabischer Namen gibt es leider nicht. Es gibt zwar die weitverbreitete Transkriptionstabelle des Deutschen Morgenländischen Instituts (siehe z.B. http://islamwissenschaft.uni-hd.de/material/tutorium…), aber die ist a) auch nicht perfekt und b) sehen Buchstaben wie d , s oder t auch nicht so ansprechend aus in einem literarischen Text – mal ganz abgesehen davon, dass der Otto-Normal-Leser damit ohnehin nicht viel anfangen könnte.
Hinzu kommt, dass es da auch lokale bzw. persönliche Präferenzen gibt. So schreibt man den Namen جمال in der Regel Jamal (bzw. gerne auch mal Dschamal) um. Den in der westlichen Welt berühmtesten Träger des Namens, den ehemaligen ägyptischen Präsidenten Nasser, hingegen schreibt man Gamal, da im dortigen Dialekt das ج nicht [(d)ʒ], sondern [g] ausgesprochen wird.
Und wenn ein محمد seinen Namen nun lieber Mohamed schreibt als Muhammad, soll man ihm dann vorschreiben, wie es „richtig“ wäre? Letzteres Problem kenne ich nur allzu gut von meiner Arbeit, wo ich zwar in der Regel weiß, wie man die Namen unserer hiesigen Projektpartner auf Arabisch schreibt. Wie sie diese aber in lateinischer Schrift schreiben, muss ich sicherheitshalber immer noch einmal nachschlagen…
Hallo, Stefan!
Ich danke Dir für Deine informative Antwort auf mein Posting. Das gibt mir eine gute Diskussionsgrundlage und hilft mir bei der Übersetzungsarbeit.