Hallo,
mich würde interessieren, ob es im Mittelalter (oder auch schon davor) bereits so etwas wie eine Anlaufstelle gab, an die man sich wenden konnte, wenn man Arbeit suchte. Und wenn ja, wie man dazu sagte.
Ich hoffe, ihr könnt mir helfen (aber bis jetzt war dies ja noch immer der Fall)
Danke im vorhinein und liebe Grüße
da mit den Stadtgründungen und den städtischen Verordnungen das Zunftwesen eingeführt wurde, war die einzige Möglichkeit, in einer Stadt geregelte Arbeit zu finden, sich an die entsprechende Zunft zu wenden und dort um Arbeit zu fragen.
Es gab auch wohl nichtzünftige Arbeit - etwa als Schinder, Kloakenreiniger, etc. aber die war meist ehrenrührig.
Außerhalb der Stadt konnte man wohl für jede Tätigkeit Essen und Nachtlogis bekommen.
Wandergesellen sprachen entweder bei einem Meister seiner Zunft vor oder beim Zunftmeister, dem heutigen Obermeister.
Diese wandernden Walzgesellen gab es aber erst im Spätmittelalter.
Und sie war keineswegs für alle Berufe vorgesehen. Nur zunftgemäß organisierte Berufe kannten die Walz.
Die Wanderschaft war erst ab dem 16. Jahrhundert rechtliches Erfordernis, war aber vorher schon üblich.
Nur Wandergesellen kamen in die Lage, in einer fremden Stadt nach Arbeit zu fragen.
Die Wanderschaft war erst ab dem 16. Jahrhundert rechtliches Erfordernis, war aber vorher schon üblich.
Nur Wandergesellen kamen in die Lage, in einer fremden Stadt nach Arbeit zu fragen.
Ich frage mich inzwischen, ob wir mit den Wandergesellen nich an der Frage von N. vorbeireden.
Vielleicht wollte sie wissen, ob es schon so etwas wie ein Arbeitsamt oder Jobcenter gab, wo man sich an einen Arbeitsplatz vermitteln lassen konnte.
Da hast Du recht, es gab kein „Arbeitsamt“ , das machten die Zünfte unter sich aus. Kein Schneidergeselle würde bei der Zimmererzunft um Arbeit nachfragen.
Conrad und Fritz hatten schon die Wandergesellen erwähnt. Große Zünfte hatten mitunter eine Gesellenherberge in der gerade Ankommende oder Durchreisende übernachten konnten. Es ist leicht vorstellbar, dass hier eine rege Stellenbörse stattfand.
Und dann darf man nicht vergessen, dass es in einer mittelalterlichen Stadt eine erhebliche Zahl von Tagelöhnern gab. Zumeist gab es einen allgemein bekannten Platz, wo sie sich zur Arbeitssuche zu versammeln pflegten, nicht selten am Kirchportal. Arbeitgeber und Tagelöhner sprachen sich dort ohne Vermittlung an.
Besonders eifrige oder notleidende Arbeitssuchende gingen aber auch auf den Baustellen oder Lagerplätzen umher und fragten direkt nach.
Eine Bürokratie einsprechend Arbeitsagentur gab es jedenfalls nicht.