Hallo,
ich will jetzt nicht ausschließen,das Arbeiten Spaß machen kann.
Und eigentlich suche ich auch nach Motivierendem und will nicht Verdruß in mir nähren bzw. sähen.
Wie ich auf das Thema komme? Ich bin zufällig mit einer 64-jährigen Frau ins Gespräch gekommen und es stellte sich heraus,das sie Geschäftsführerin ist.Sie sagte,wenn die Leute genauso viel Spaß am Arbeiten wie am Sport hätten,dann gäbe es weniger Arbeitslose und wir wären produktiver.
Nun finde ich aber das einiges dagegen spricht,das Arbeiten mit bestimmten Interessen,Leidenschaften gleichgesetzt werden kann.
Im Vergleich mit Sport: Sport schüttet Glückshormone aus und unser Muskelsystem wurde über einen riesigen Zeitraum von der Evolution optimiert.Aber wir können,falls wir Bewegungsfreunde sind,diesem Bedürfnis nicht immer nachkommen.
Und dann: Viele haben nicht gerade den Job,den sie sich wünschen.
Unser Schulsystem zwingt uns viel zu früh zu Entscheidungen mit Tragweite.
Ich bin ein neugieriger und wissbegieriger Mensch,was lernt man beim Arbeiten,ist da nicht sehr viel Routine bei?
(Bei akademischenBerufen sieht`s wohl besser aus,kommt für mich aber jetzt nicht mehr in Frage,da ich mich endlich auf eigene Beine stellen will).
Viele sind gezwungen einen Job auszuüben,denn sie nicht wollen,weil es ihnen an Zeit und Geld fehlt,um etwas anderes zu lernen.
Also wie ist das mit dieser Generation,wie schaffen die das so begeistert von der Arbeit zu sein?
Was könnt ihr positives anbringen?
Gruß und danke für eure Beiträge
Sie sagte,wenn die Leute
genauso viel Spaß am Arbeiten wie am Sport hätten,dann gäbe es
weniger Arbeitslose und wir wären produktiver.
Hallo Matthew
Wenn ichs recht bedenke, gibt es noch weit weniger Sportarten, die mir Spaß machen als Arbeits-Arten. Ich persönlich bin 1. mit meinem Beruf ganz zufrieden, weil er mir doch ne Menge Freiheit, Kreativität usw. läßt und 2. hab ich einiges an Sportarten probiert und von Spaß war meistens nicht die Rede. Segeln und Tennis (und ein BIßCHEN!! Radfahren) macht mir Freude, das andere hat mich alles genervt. Ich könnte also fast den Spruch der Dame da umkehren:
„Wenn Arbeit so nerven würde wie Sport, würde keine Sau mehr arbeiten.“
Gruss, Branden
Hallo,
„Wenn Arbeit so nerven würde wie Sport, würde keine Sau mehr arbeiten.“
die Aussage dürfte auf die Gesamtbevölkerung eher zutreffen oder war der Fernsehsport gemeint
?
Gruss
Enno
Eine wichtige Sache, warum wir Arbeit nicht so schön finden ist folgender:
Wir werden für unsere Arbeit bezahlt.
Viele Studien haben folgendes bewiesen:
Probanden sollten irgendeine langweile, stuoide Aufgabe machen (z. B. P´s in einem Text zählen, Wörter anstreichen o. ä.) danach wurde ihnen Geld gegeben. Danach wurden sie gefragt, wie sie die Areit gefunden haben (sie musten es auf einer Skala angeben). Die Leute, die mehr Geld bekommen hatten, fanden die Arbeit wesentlich uninteressanter, etc. Die Erklärung soll sein, dass diese für den Aufwand mehr entlohnt wurden und es daher auf das Geld attribuieren konnten. Dies ist auch so bei schöner Arbeit. Es findet eine Fehlattribution statt (die Leute fühlen sich glücklich, denken aber es kommt vom Geld).
hi
im gegensatz zu sport hab ich mir (bin noch schüler, zähle aber ma hausarbeiten und aufsätze schreiben und meinetwegen zimmer aufräumen jetzt mal zur „arbeit“, weil das dinge sind, die ich für gewöhnlich nicht gern tue) bei arbeit immer sagen können: „das macht freude, das ist genau das was du jetzt tun willst.“ außerdem hilft arbeit vergessen. wenns mir seelisch dreckig geht, setz ich mich entweder in eine ecke, heule, esse nichts und schlafe nicht oder…ich mach irgendwas, und seis das sinnloseste auf der welt, hauptsache irgendwas zu tun.
gruß
yvi
oder war der Fernsehsport gemeint
?
Nee, aber der is noch schlimma 
Hi,
ich habe ein paar Anmerkungen.
- Muß ich hier schon wieder die Behauptung lesen, daß die hohen Arbeitslosenzahlen durch allgemeine Arbeitsunlust hervorgerufen werden. Das ist natürlich Blödsinn, insbesondere wo Du ja fragst, warum alle so viel Lust an der Arbeit haben.
- Der Sinn des Lebens ist nicht die Arbeit, wie es ebenfalls von der Dame anscheinend geglaubt wird. Manche Leute treiben gerne Sport und finanzieren sich dann ihr Hobby über die Arbeit.
- Es ist natürlich der Idealfall, wenn die Arbeit Spaß macht, d.h. wenn man etwas machen kann, was zu irgendetwas führt. Das kann etwa das gute Gelingen eines Projekts selber sein, oder aber indirekt der „Wertschöpfung“ im eigenen Lebensbereich dienen, also z.B. zum Ernähren einer Familie. Dieses Ziel sollte man immer versuchen, zu erreichen !. Denn (meiner Meinung nach) ist der Sinn des Lebens, glücklich zu sein, und der eine ist glücklich, wenn er arbeitet, der andere, wenn er Sport treibt.
- Man ist seines Schicksals eigener Schmied, und man kann alles erreichen, was man wirklich will. Niemand ist gezwungen, einen Job auszuüben, den er nicht will. Irgendetwas wird Dich doch sicher brennend interessieren. Versuche, das zu tun und dorthin zu kommen. Das kann natürlich dauern, vielleicht ein Leben lang.
- Hat eigentlich jeder Mensch Lust an der Arbeit, es kommt eben nur darauf an, was man darunter versteht, denn das Schlimmste überhaupt ist die Beschäftigungslosigkeit, und die größte Qual, die ein Mensch kennt, ist doch die Langeweile.
- Unser Schulsystem ist ebenfalls aus einem langen Prozess der „kulturellen Evolution“ entstanden, und damit im großen und ganzen nicht schlecht. Wenn es uns „Entscheidungen mit Tragweite“ aufzwingt, dann deshalb, weil das Leben eben so ist.
Hallo Matthew,
welche Bedingungen für eine hohe Arbeitsmotivation wichtig sind, versuchen Arbeits- und Organisationspsychologen schon seit Jahrzehnten herauszufinden. Sie haben eine große Anzahl von Theorien zu diesem Thema entwickelt. Als bedeutende Motivationsfaktoren hat die Forschung herausgearbeitet:
- die Arbeitsstrukturierung,
- die Arbeitsorganisation,
- die Arbeitsinhalte,
- die Arbeitsziele,
- Belohnungen wie Geld und Beförderungen,
- hohe Leistungsmotivation.
Arbeitsstrukturierung, -organisation und -inhalt sollen dann motivierend sein, wenn die Arbeit abwechslungsreich, ganzheitlich und bedeutsam ist, wenn die Arbeitenden über ein gewisses Maß an Autonomie bei der Durchführung der Arbeit verfügen und wenn sie Feedback über ihre Arbeitsergebnisse erhalten.
Arbeitsziele gelten als besonders motivierend, wenn sie eine hohe Schwierigkeit aufweisen, genau formuliert sind, es Feedback über das Erreichen von Teil- und Endzielen gibt und wenn die Ziele von den Arbeitenden akzeptiert werden.
Gruß,
Oliver Walter
wenn die Leute genauso viel Spaß am Arbeiten
wie am Sport hätten,dann gäbe es weniger Arbeitslose
und wir wären produktiver.
Hallo, Mattthew,
bei Deiner Frage (eigentlich ist sie ja eher philosophischer Natur) habe ich mal darüber nachgedacht, was mir im Leben denn so eigentlich wirklich Spass gemacht hat.
Und ich kam darauf, dass ich je größeren Spaß an meiner Tätigkeit hatte, je mehr sie mich forderte. Was mir so ohne Anstrengung zufiel, achtete ich eher gering. Aber wenn ich mich um etwas (egal ob körperlich oder geistig) so richtig quälen musste, dann war im Nachhinein die Befriedigung, die ich daraus zog entsprechend groß.
Es mag sein, dass ich da einer besonderen Art von Masochismus zum Opfer falle, aber ich mache immer wieder - auch bei anderen - die Beobachtung, dass das, was leicht erworben wurde, nicht sehr geschätzt wird.
In Bezug auf die Aussage Deiner Bekannten bedeutet das aber, dass ich ihr nicht zustimmen kann. Denn an Arbeit kann man genausoviel Spaß haben wie an (aktivem) Sport.
Es mag aber auch an meiner Definition von „Spass“ liegen. Für mich ist es die Befriedigung die ich aus einer Tätigkeit, der Erledigung einer Aufgabe ziehe. Das, was so gemeinhin als Spass durchgeht, wird mir meist sehr schnell schal und langweilig.
Gruß
Eckard
Hallo,
ich finde den Vergleich mit Arbeit und Sport gar nicht so abwegig.
Es gibt eine Menge Menschen in z.B: Fitnessstudios die regelmäßig Sport betreiben, aber auch nach Jahren nicht wirklich motiviert sind, ihre Leistungen zu steigern. Erinnert mich sehr an jemanden der in seinem Job vor sich hin"dümpelt".
Ich glaube es ist wichtig, dass man nicht stehenbleiben will und dass man Ehrgeiz entwickelt. Ein Mitarbeiter von mir sagte mal: „Wissen Sie, ich würde jede Arbeit machen, wenn ich müsste und ich weiß ich würde auch jede Arbeit gut machen.“ Und das ist ein Mensch, der viel Spaß an seinem Job hat, immer ein Lächeln auf den Lippen, egal was für Katastrophen der Tag auch bringt.
Wenn ich die „Alten“ reden höre und sie erzählen lustige Geschichten über die „gute, alte Zeit“, dann handeln die hauptsächlich von der Arbeit. So nach dem Motto: „Weißt Du noch als wir damals nachts um 2.00 Uhr die Grundreinigung am Flughafen gemacht haben?..“
Oder nimm mich als Beispiel. Das was ich jetzt beruflich mache, war nie mein Traumjob. Ich hatte ganz andere Pläne. Aber es ergab sich halt so und heute hab ich unglaublich viel Spaß bei der Arbeit, auch wenn die 40 Std. Woche für mich spätestens am Donnerstag mittag erfüllt wäre. Natürlich ist das bei mir was anderes, denn ich bin selbständig. Trotzdem geht es hier nicht um die Kohle, sondern den Spaß bei der Arbeit.
Ich denke, es ist eine typisch deutsche Eigenschaft, immer zu schauen, was der Andere hat oder macht. Neid zu empfinden und zugleich Unzufriedenheit mit dem eigenen Dasein.
Herzliche Grüße
Tanja
Wie ich auf das Thema komme? Ich bin zufällig mit einer
64-jährigen Frau ins Gespräch gekommen und es stellte sich
heraus,das sie Geschäftsführerin ist.Sie sagte,wenn die Leute
genauso viel Spaß am Arbeiten wie am Sport hätten,dann gäbe es
weniger Arbeitslose und wir wären produktiver.
Das finde ich vollkommen schwachsinnig.
Beispiel: Ehe der PC in Büros Einzug hielt, waren zig Schreibkräfte am tippen.
Heute gibts in den meisten Büros überhaupt keine extra Schreibkräfte mehr. Mit den modernen Textverarbeitungsprogrammen (-Textbausteinen) genügen ein paar Klicks = fertig ist das Schreiben. Rundbrief, Serienbrief, elektronische Post - all das macht heute eine einzige Bürokraft mit links.
Was ist mit denen, die nicht mehr gebraucht werden - also den überflüssigen Bürokräften? Die können noch so viel Spaß an der Arbeit haben. Wo es keine Arbeit gibt, da gibt es nun mal keine.
Was ist mit den Firmen, die ihre Arbeitsplätze in Billiglohnländer verlagern, weil deutsche Arbeitnehmer nicht bereit sind für 1,50 Euro/Std. zu arbeiten? (Meinen Vermieter kann ich nicht motivieren, meine Miete um 90% zu verringern, ebensowenig die Telekom, die Stadtwerke usw.)
Du hättest die Dame fragen sollen, wo die Arbeitsplätze sich verstecken. Jedenfalls ist es definitiv falsch, den Arbeitslosen zu unterstellen, dass sie unmotiviert und deshalb arbeitslos sind.
Grüßle von Christa
Hallo,
ich finde den Vergleich mit Arbeit und Sport gar nicht so abwegig.
von der qualitativen Aussage vermutlich. Die ursprüngliche Aussage quantitativ betrachtet halte ich für Nonsens. Wenn wir eines Tages soviel Arbeitslose, wie nicht aktiv sporttreibende in Deutschland haben, dann gut Nacht.
Es gibt eine Menge Menschen in z.B: Fitnessstudios die
regelmäßig Sport betreiben, aber auch nach Jahren nicht
wirklich motiviert sind, ihre Leistungen zu steigern.
Evtl. ist hier der „Spaß-Faktor“ wichtiger. Ich steigere mich auch nicht mehr (das wäre nur mit massiven Einsatz von „Hilfsmitteln“ möglich) aber ich trainiere hochmotiviert - einfach des Trainings(gefühls) wegen.
Gruss
Enno
- Unser Schulsystem ist ebenfalls aus einem langen Prozess
der „kulturellen Evolution“ entstanden, und damit im großen
und ganzen nicht schlecht. Wenn es uns „Entscheidungen mit
Tragweite“ aufzwingt, dann deshalb, weil das Leben eben so
ist.
Hallo,
also zuerst die Grundschule,dann kommt nach 4 Jahren schon die Entscheidung für die weiterführende Schule,natürlich kann man da noch wechseln,aber es ist nicht ideal,weil es den einzelnen nicht wirklich fördert.Z.B. bei der Berufswahl oder so ein Fach wie Arbeitswelt,so was gibt’s nicht,das einem vorbereitet.
Und was ist,wenn man während dieser Zeit mit psychischen Ausfällen zu kämpfen hat.Ich kenn das und bei mir ging’s erheblich auf die Konzentrationsfähigkeit und die sonstige geistige Leistungsfähigkeit.
In anderen Ländern bleibt man viel länger zusammen und da profitieren sowohl die Leistungschwächeren wie auch die Leistungsstarken davon.
Gruß
Matthias
Hi Matthew
ich will jetzt nicht ausschließen,das Arbeiten Spaß machen kann.
„Contra factum non est disptandum“ - Das ist auch Fakt und das kann man nicht wegdiskutieren. Im Umkehrschluss hiesst das aber nicht, dass (alle) Arbeit (allen) Spass machen MUSS.
Dass gilt natürlich entsprechend für Sport und andere Hobbies: nicht jeder tanzt z. B. gerne oder spielt Fussball oder treibt überhaupt Sport.
Wenn jemand die für sich „passende“ Arbeit hat, kann ich mir durchaus vorstellen, dass ihm das positive Gefühle mit allem Drum und Dran gibt - besonders wenn er/sie Erfolg hat.
Also wie ist das mit dieser Generation,wie schaffen die das so
begeistert von der Arbeit zu sein?
Was könnt ihr positives anbringen?
Hi, „diese“ Generation ist genauso wenig einheitlich wie „eure“, und die GeFü ist ein Individuum. So wie ich. Bin noch nicht 60, habe aber mein Leben lang nie etwas gemacht, was ich nicht wollte (beruflich meine ich). Die Folgen waren mir egal. Und es hat funktioniert, mit allen Höhen und Tiefen! Andere haben es auch beobachtet: Ein Mensch, der eine Vision von sich selbst empfindet und dieser konsequent nachspürt, findet seine Wege, die ihn befriedigen. Wenn er/sie aber ängstlich Bedingungen stellt (Kohle, Glück, Erfolg), denkt er angstgestuert und wird kein angenehmes Umfeld für seine Träume finden. Jeder gestaltet sein Leben, man vergißt es nur zu gerne - und man hat wahrscheinlich die Spielregeln für dieses Gestalten nicht gelernt!! Gruß, Geris
Hallo Enno,
da hab ich mich offensichtlich ein bißchen mißverständlich ausgedrückt.
Evtl. ist hier der „Spaß-Faktor“ wichtiger. Ich steigere mich
auch nicht mehr (das wäre nur mit massiven Einsatz von
„Hilfsmitteln“ möglich) aber ich trainiere hochmotiviert -
einfach des Trainings(gefühls) wegen
Ich meinte mehr diejenigen, die auch nach Jahren noch Ihre 5 Wiederholungen mit 2kg machen, nebenbei auf dem Stepper die „Brigitte“ lesen und im Grunde hauptsächlich zum „ratschen“ ins Fitnessstudio gehen. Klar haben die Spaß, aber sicher nicht am Sport als solches.
Befriedigender ist es aber doch, wenn man etwas geleistet hat, ob im Sport, in seinem Job oder sonstwo.
Findet…
Tanja
Ok,
die „Wellness-Sportler“ (hat ja heute alles einen Namen
). Ein Grund weshalb ich mein letztes Studio gekündigt habe - das dumme Gequatsche von Handynutzern muß man sich nicht auch noch beim Sport antun.
Gruss
Enno