Arbeiten in den USA

Hallo Experten,

meine Schwester muss sich kurzfristig(!) für oder gegen eine Anstellung bei einem grossen Konzern in den USA entscheiden.

Es handelt sich bei der Anstellung um eine Sachbearbeitungsstelle in Ingenieurssektor.

Da sie zu diesem Angebot wie die Jungfrau zum Kinde gekommen ist (ja, solls auch geben), hat sie sich bisher nicht im entferntesten mit der (für sie reizvollen) Möglichkeit des Arbeitens dort beschäftigt.

Jetzt stellen sich für sie u.a. folgende Fragen:

  • Vergleichbarkeit von Einkommen inkl. sozialer Absicherung
  • Welche Dinge müssten wie hier weiterlaufen, um nicht bei einer geplanten Rückkehr in 2 bis 3 Jahren vor dem nichts zu stehen (Sozialversicherungen o.ä)
  • Amerik. Gesundheitssystem: Was ist zu beachten?
    …

Ihr seht, mehr Fragen als Wissen im Moment.

Wenn Ihr mir bitte einfach mal schreiben könntet (gerne auch Links), was euch bei diesem Thema (gerade auch als Stolperstein) einfällt, wäre ich Euch sehr dankbar.

Grüße
Jürgen

siehe

http://www.usa.com

viel erfolg wuenscht - digi

  • Vergleichbarkeit von Einkommen inkl. sozialer Absicherung
  • Welche Dinge müssten wie hier weiterlaufen, um nicht bei
    einer geplanten Rückkehr in 2 bis 3 Jahren vor dem nichts zu
    stehen (Sozialversicherungen o.ä)
  • Amerik. Gesundheitssystem: Was ist zu beachten?
    …

Ihr seht, mehr Fragen als Wissen im Moment.

Hallo,
schau mal hier: http://www.arbeitsamt.de/hst/international/arbausl/a…

Gruß
Otto

Hallo,

in punkto Krankenversicherung kann ich berichten, dass man sich
bei seiner hiesigen Versicherung ueber eine ‚Anwartschaft‘
erkundigen sollte. Diese lauft fuer einen geringen montalichen
Beitrag (bei der TKK in Hoehe von ca. 36 Euro fuer Kranken- und
Pflegeversicherung) fuer die Zeit des Auslandsaufenthaltes, um
nicht aus der KK austreten zu muessen. Dies sollte man unbedingt
tun falls man: vom Arbeitgeber ins Ausland ‚entsendet‘ wurde
oder falls man innerhalb von zwei Monaten nach der Rueckkehr
keine Beschaeftigung aufnimmt oder falls man selbststaendig
taetig ist. Ansonsten nimmt einen die KK nach der Rueckkehr
nicht mehr auf.

Fuer den Auslandsaufenthalt selbst kann man u.U. eine eigene
Auslandskrankenversicherung (z.B. HanseMerkur bis zu 5 Jahre zu
relativ guten Konditionen) abschliessen, es sei denn, die vom
amerikanischen Arbeitgeber deckt einen vergleichbar ab (bei
einer Entsendung wird das eher nicht der Fall sein). Solche
Versicherungen laufen so ab, dass man die Kosten zunaechst
selbst tragen muss, um dann spaeter die Rechnung einzureichen
und erstattet zu bekommen.

Ueber Gehaelter kann man sich u.a. hier informieren:
http://www.careerbuilder.com/JobSeeker/Partner/Salar…?
zbid=X1CC2621CC346F937016FC057C53BC74AC7B209AD68953FC414AABD2D8B
64300FC

Ueber die Bedeutungen von Klauseln in amerikanischen Vertraegen
findet man hier ziemlich gute Infos (Compensation Glossary):
http://wcc.state.ct.us/glossary/glos-a.htm

Ansonsten kann ich noch diesen Text ueber die amerikanische
Sozialversicherung anbieten (Quelle leider vergessen):

Social Security. Social Security is a complicated benefit
program sponsored by the U.S. federal government. Often noted as
FICA (Federal Insurance Contribution Act) on your paystub,
Social Security covers three benefits: disability, retirement,
and Medicare. The FICA taxes you pay out of your paycheck and
your employer’s matching payment help fund these three programs.

The Social Security tax is a flat rate of 12.4 percent, half of
which is paid by employees and the other half by employers. In
other words, for the year 2002, each party pays 6.2 percent of
the first $84,900 of a worker’s annual pay. Medicare cost is an
additional 1.45 percent on all pay, which is paid by both
employees and employers. Altogether, if your pay is below the
Social Security Taxable Wage Base ($84,900 in 2002), you pay
7.65 percent of your payroll income to FICA taxes.

Here are two examples of how FICA taxes work. If your annual
income is $30,000, you will contribute $2,295 (7.65 percent of
$30,000) to Social Security. Your employer will pay the same
amount, thus bringing the total contribution to $4,590. If your
annual earned income is $300,000, your Social Security
contribution is $9,614 (6.2 percent of $84,900, plus 1.45
percent of $300,000). Your employer will also pay $9,614,
generating a total of $19,228.

If you are self-employed (an independent contractor, business
owner, partner in a partnership, etc.), you are responsible for
paying both the employee and employer halves of the Social
Security contribution.

Hi Juergen,

ich nehme jetzt mal an sie wird von ihrem AG ‚befristet entsendet‘. D.h. der AG besorgt ihr das L1 Visum. Also genauso wie bei mir ! Ok, hier mein Input:

meine Schwester muss sich kurzfristig(!) für oder gegen eine
Anstellung bei einem grossen Konzern in den USA entscheiden.

Sie ist in einer Situation, die sich sehr, sehr viele Leute wuenschen: vom AG befristet ins Ausland versendet zu werden. Mitnehmen! Punkt!

Da sie zu diesem Angebot wie die Jungfrau zum Kinde gekommen
ist (ja, solls auch geben), hat sie sich bisher nicht im
entferntesten mit der (für sie reizvollen) Möglichkeit des
Arbeitens dort beschäftigt.

Das macht ja auch nichts. Solange sie nicht prinzipiell massive ideologische Probleme mit den USA hat (…), ist es doch genau das, was es reizvoll macht: Sprung ins kalte Wasser–aber man man wird nach einer absehbaren Zeit wieder rausgefischt.

  • Vergleichbarkeit von Einkommen inkl. sozialer Absicherung

schoen, dass das mal jemand fragt–so ists bei mir (Zahlen sind Beispiele):
Gehalt in D vorher: 90.000 DM
Gehalt in USA jetzt: 60.000 USD (also genau 2/3 vom DMark-Gehalt–nur in USD)

Jeder denkt jetzt natuerlich, dass ist ein Haufen Asche was er da macht. No way: Ich zahl hier fuer meine Wohnung 800 USD. Fuer dieselbe Wohnung in D wuerde ich auch 800 DM zahlen. Ich zerre hier ein Einkaufswagen mit Lebensmitteln aus dem Supermarkt fuer 100 USD. Dafuer wuerde ich in D auch 100 DM bezahlen. Das selbe gilt fuer die Autoversicherung. Tausch das Dollarzeichen einfach mit dem DM Zeichen aus–und da siehst Du, was an regelmaessigen Kosten anfaellt. Aber ich krieg nur 2/3 der Zahlen, die auf dem Paycheck stehen (!) Es gibt einen Unterschied: die volle Tankfuellung fuer meinen Wagen ist 20 USD. In D wuerde man 100 DM fuer zahlen… thats big bucks though!

  • Welche Dinge müssten wie hier weiterlaufen, um nicht bei
    einer geplanten Rückkehr in 2 bis 3 Jahren vor dem nichts zu
    stehen (Sozialversicherungen o.ä)
  • Amerik. Gesundheitssystem: Was ist zu beachten?

Krankenversicherung:
Anwartschaft (‚ruhen lassen‘ heisst das praktisch) bei der aktuellen KK beantragen. Sind ca. 70 DM/Monat (!) bei der Techniker KK. Bei Rueckkehr nach D keine Zankereien mit Beantragung auf Neumitgliedschaft mit ‚komischen‘ und komplizierten Versicherungsbedingungen. Aber da hab ich keine wirklichen Fakten auf der Hand. Man hat mir halt gesagt so soll ichs machen–so hab ichs gemacht. Fuer mich wurde vom AG als private Auslands KK die DKV gewaehlt. 250 Mark/ Monat (Frauen sind teurer!). Vorsorgeuntersuchungen sind abgedeckt (6 Monate Zahnarzt-Check, Hodenkrebs-Check- wurde alles restlos bezahlt); bei meiner akuten Zahn-Wurzelentzuendung vor ein paar Monaten jedoch wurde jedoch rumgezickt–400 von den 1800 Dollar haben die nur bezahlt. Hier ist jedoch mein AG eingesprungen und hat die Differenz gezahlt, weil ‚Entsendeten keine Nachteile durch die Entsendung‘ haben sollen. So stehts im Vertrag bei mir und auf diesen oder einen aehnlichen Passus sollte Deine Schwester unbedingt bestehen!!!

Rente:
Ich lasse die Renteneinzahlungen einfach so weiterlaufen. Von meinem Paychecks werden insgesamt etwa 800 DM monatlich auf mein deutsches Konto ueberwiesen (damit es gedeckt ist–kommt ja nix mehr drauf sonst). Und das wird wieder der Rentenkasse ueberwiesen.

Steuer:
Ich zahle US ‚federal‘ und dann noch fuer Georgia, wo ich arbeite, nochmal was. Es sind so um die 30% Steuer die ich insgesamt hergeben muss. In D habe ich 50% vom Brutto bezahlt. …ist ein riesen Faktot, den man beachetn muss.

Wenn Ihr mir bitte einfach mal schreiben könntet (gerne auch
Links), was euch bei diesem Thema (gerade auch als
Stolperstein) einfällt, wäre ich Euch sehr dankbar.

‚Links‘ zu diesem Thema gibt es wahrscheinlich Tausende. Links koennen aber auch ueber-informieren–I can tell ya! Welcher hilft und welcher verwirrt muesst ihr selbst rausfinden–…aber sag Deiner Schwester sie soll sich bloss nicht ins Boxhorn jagen lassen.

Drop me an email–I’ll be glad to shed some light…
Roland

Hallo,

hat sich mittlerweile von selbst erledigt:wink:

Trotzdem natürlich vielen lieben Dank an alle für ihre Mühe.

Grüße
Jürgen