Hallo zusammen,
ein Freund von mir hat ein Problem mit einem seiner Angestellten.
Dazu kurz ein paar Eckdaten:
- mehr als zehn Angestellte
- das „Problemkind“ ist seit über zwei Jahren fest angestellt
Dieser eine Angestellte meldet sich aller paar Tage für zwei oder drei Tage krank. Er gibt dabei Husten und solche Kleinigkeiten an ("… er fühlt sich heute nicht so").
Blöd daran ist u.a., dass er sich erst kurz vor seiner Schicht (Gastgewerbe) krank meldet, also 5min vor Arbeitsbeginn.
Mehrmaliges nachfragen was denn los sei oder ob er generell noch Lust hat, die ihm zugeteilte Arbeit zu vollrichten - wurden myrisch beantwortet („Du kannst froh sein, dass ich über die Feiertage gearbeitet habe!“).
Die Sache ist einfach ärgerlich und unbefriedigend. Und die Frage ist nun, in welcher Form man diesem Herren nun kündigen könnte. In welcher Form schon schriftl. Abmahnungen verteilt wurden, kann ich leider nicht sagen.
Ich pers. hab davon relativ wenig Ahnung und mein Bekannter ist einfach momentan runter mit den Nerven. Der ganze Ablauf kommt aus der Bahn und mein Kumpel ist am rotieren.
Über eine Antwort sehr dankbar, olli
Hallo.
Existiert ein AV? Gilt ein TV?
Falls ja: was steht dort jeweils zur Abgabe einer Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung drin? Ist überhaupt etwas diesbezüglich schriftlich vereinbart?
Sollte nichts schriftlich vereinbart sein, umgehend den AN nachweislich davon in Kenntnis setzen, daß ab sofort die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung am ersten Tag und ab dem ersten Tag der Arbeitsunfähigkeit vorzubringen ist. Manche „Übelkeit“ verringert sich so auf wundersame Art und Weise. Bei begründetem Verdacht auf „Blaumchen“ kann man den medizinischen Dienst der KK einschalten. Sollte dadaurch die AU erschüttert werden - nach vorheriger Rücksprache mit einem Fachanwalt - schriftlich fristlos, hilfsweise ordentlich kündigen.
Die Sache ist einfach ärgerlich und unbefriedigend. Und die
Frage ist nun, in welcher Form man diesem Herren nun kündigen
könnte. In welcher Form schon schriftl. Abmahnungen verteilt
wurden, kann ich leider nicht sagen.
Sollten deswegen Abmahnungen erteilt worden sein, dann kann man sie in der Pfeife rauchen. Bisher hast Du jedenfalls keinerlei Ansatz dafür geliefert, daß dieser AN gekündigt werden kann, ohne daß man einen Küschutzprozess mit höchster Wahrscheinlichkeit vergeigen wird.
Davon ab kann manchmal auch gut und gerne eine unzureichende Arbeitssituation vor Ort der Grund für hohe Ausfallquoten sein. Einfach nur den AN als Simulant abzustempeln, ist für einen AG sicherlich zu einfach gestrickt. Man sollte die Arbeitsbedingungen einmal kritisch unter die Lupe nehmen und dahingehend beleuchten, warum der (oder die) AN so oft krank sind. Mit vielen AN kann man darüber auch offen sprechen.
Mit einer Kündigung machen viele AG es sich zu leicht, indem sie die Symptome aber nicht die Krankheit bekämpfen.
Gruß,
LeoLo