Wer kennt solche Fälle? Jemand bewirbt sich um eine Arbeitsstelle, wartet eine Zeitlang und bekommt dann eine Absage, in der nicht die Wahrheit gesagt wird.
Es heißt: Man hätte sich für jemand anderen entschieden.
Man erfährt allerdings im nachhinein, dass besagter Arbeitsplatz immer noch nicht besetzt ist, und dass dieser nach wie vor in einer Stellenbörse zu finden ist.
Zunächst einmal kann man daraus, dass die Stelle noch ausgeschrieben ist, nicht ableiten, dass man keinen Bewerber angenommen hat. Gerade in größeren Unternehmen kann es durchaus dauern, bis die Stellenanzeige aus dem Netz ist. Erst recht, wenn derjenige, der den Schlüssel zum HR-Portal hat, gerade in Urlaub ist oder aus anderen Gründen abwesend. Zudem warten Unternehmen auch gerne mal ab, ob der Bewerber mit der Zusage am ersten Arbeitstag auch wirklich aufläuft bzw. die ersten paar Tage durchhält.
Ich bin mir nicht sicher, ob es jeder Bewerber wertschätzen würde, die komplette Wahrheit mitgeteilt zu bekommen.
kein Anbieter ist verpflichtet, dem Bewerber die wahren Gründe für die Absage zu nennen (übrigens auch nicht für die Zusage). Was hätte er auch davon - sollte er sich auf eine Diskussion einlassen, ob er den Bewerber falsch beurteilt? Deshalb schreibt man etwas, das dem Bwerber nicht unnötig wehtut.
Der Arbeitgeber hat hier keine Wahrheitspflicht. Rechtlich wird der Grund erst bei Diskriminierung eines Bewerbers relevant. Da könnte ein falscher Grund als Verschleierung gelten.
Inzwischen ist bei Absagen immer häufiger etwas äquivalentes zum s. g. Zeugnis-Code. Das sind Formulierungen die dazu animieren, bei zukünftigen passenden Stellenausschreibung sich nochmal zu bewerben.