Arbeitgeber zahlt kein Gehalt, was nun?

Hallo,

ich habe ein großes Problem, mein Arbeitgeber zahlt seit einiger Zeit kein Gehalt an mich und meine Kollegen aus (letzte Zahlung war am 27.05.2009), aus welchen Gründen auch immer…

Als ich Ihn darauf angesprochen hatte, wann er denn das Gehalt überweisen werde, wurde ich immer nur vertröstet oder mit dem Satz „reden wir später darüber, habe gerade keine Zeit“ fortgeschickt…

Jetzt stehe ich vor dem Problem das ich ab morgen nicht mehr auf Arbeit komme, mein Konto ist überzogen, Bank gibt kein Geld mehr und der Tank vom Auto ist fast leer!.. Denn ich habe das Problem das ich Berufspendler bin, ich habe einen täglichen, einfachen Arbeitsweg von 150km und durch das fehlen der Gehälter kann ich einfach nicht mehr auf Arbeit fahren (mein Auto fährt ja nicht mit Luft)… Aber laut arbeitsrecht ist es mir doch untersagt, einfach nicht zur Arbeit zu erscheinen, ist doch dann ein Kündigungsgrund für den Arbeitgeber? Oder?

Waas soll ich nun tun?..

Vielen Dank an alle!

Michael

Jetzt stehe ich vor dem Problem das ich ab morgen nicht mehr
auf Arbeit komme, mein Konto ist überzogen, Bank gibt kein
Geld mehr und der Tank vom Auto ist fast leer!..

Hast du das deinem Arbeitgeber schon gesagt?

Hast du das deinem Arbeitgeber schon gesagt?

Ja, aber irgendwie wollte er es nicht hören bzw. hat es absichtlich überhört…

War halt wieder in dem Zusammenhang, dass er endlich zahlen soll…

Hilft jetzt nicht aus der akuten Klemme, aber man kann beim Arbeitsgericht einen Mahnbescheid erwirken.

Hilft jetzt nicht aus der akuten Klemme, aber man kann beim
Arbeitsgericht einen Mahnbescheid erwirken.

Aber das dauert ja alles so lange… Ich habe im moment keinen Cent für Benzin, was ja bei meinen Arbeitswegen nicht gerade wenig ist… und wenn ich von Arbeit zuhause bleibe, ist das ein Fristloser Kündigungsgrund für den AG, ich will aber den Job nicht verlieren, kann aber aus Geldmangel nicht auf die Arbeit damit das nicht passiert…

Hallo,

du hast schon viel zu lange gewartet und hättest schon vorher reagieren sollen.

Schreib deinem Arbeitgeber sofort eine Mail, beschreibe genau, wann du das letzte mal Geld bekommen hast, erkläre deine Situation (keine Finanziellen möglichkeiten zur Arbeit zu kommen) und setzte ihm eine Frist, bis wann er die ausstehenden Gehälter bezahlen muss (mind. 1 Woche). Weise daraufhin, dass du nach ablauf der Frist von deinem Zurückbehaltungsrecht gebrauch machst und nicht mehr zur Arbeit erscheinst. Diese Frist must du einhalten.

Parallel gehst du sofort zum Arbeitsgericht, erklärst deinen Fall und bittest um Hilfe beim Ausfüllen der notwendigen Dokumente (Mahnbescheid, Geld einfordern… die werden dir dort helfen können).

Wenn es noch mehrere Kollegen betrifft, wäre es auch eine Möglichkeit bei der Agentur für Arbeit vorbeizugehen und beim Insolvenzamt den Fall zu schildern. Bei verdacht auf Insolvenz des AG bist du sogar verpflichtet dies zu tun. Sollte eine Insolvenzverschleppung seitens des AG vorliegen, kann er deswegen richtig Ärger bekommen.

Auch wenn es nicht Sinn der Sache ist, melde bis zum Ablauf der Frist ein oder zwei Tage Urlaub an, ebenfalls mit der Begründung keine Möglichkeit mehr zu haben zur Arbeitsstelle zu kommen.

Leider ist es in den meisten Fällen so, dass bei so lange ausstehenden Gehältern die Insolvenz vor der Türe steht.
Ein Insolvenzgeld steht dir nur für die letzten drei Monate nach Anmelden der Insolvenz zu.

Wenn die Frist verstreicht (siehe oben), die Arbeit einstellen und SPÄTESTENS dann den Verdacht auf Insolvenz anmelden. Du bleibst in dieser Zeit weiterhin bei deinem Arbeitgeber eingestellt, egal was er dir erzählt. Nur die Frist und die androhung auf das Zurückbehaltungsrecht musst du noch über die Bühne bringen.

Hatte leider vor einiger Zeit einen ähnlichen Fall.

Wünsche dir alles Gute,
Gruß,

PS

die Mail am besten mit Lese-Bestätigung und cc an deine private Mail… für jeden Fall. Postweg wäre natürlich besser, du hast aber keine Zeit mehr zu verlieren.

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hi,

wenn du dein anliegen in neutraler form im arbeitsrechtsbrett postest, wirst du sicher hilfreichere ratschläge bekommen.

gruß
ann

Hallo porsche2711,

kann mich zweistein nur anschließen, Du hast viel zu lang gewartet.

Im konkreten Fall würde ich morgen zum Arzt gehen… Parallel natürlich all das anleiern, was zweistein schon geschrieben hat.

Gruß
demenzia

Hallo

Leider ist es in den meisten Fällen so, dass bei so lange
ausstehenden Gehältern die Insolvenz vor der Türe steht.
Ein Insolvenzgeld steht dir nur für die letzten drei Monate
nach Anmelden der Insolvenz zu.

Das ist falsch!

-> Die letzten drei Beschäftigungsmonate vor Insolvenzeröffnung. Ein großer Unterschied.

Gruß,
LeoLo

Tststststs… 3 gute Gründe für NORDLICHT - MOD!
Hallo Demenzia

Trotz deiner sonst von mir geschätzten Artikel muß ich Dich nun schelten.

Du schrubst:

Im konkreten Fall würde ich morgen zum Arzt gehen…

Der Fragesteler scheint nicht krank zu sein. Also sieht mir das hier nach einer evtl Anstiftung i.S.d. http://bundesrecht.juris.de/stgb/__26.html aus, wenn der Fragesteller nun auf die dumme Idee gebracht werden soll, eine Arbeitsunfähigkeit vorzutäuschen. Insbesondere, da die Frage hier entgegen der http://www.wer-weiss-was.de/app/faqs/3/1129 nicht fiktiv gestellt wurde.

Also zusammenfassend ist

  • die Frage nicht fiktiv gestellt
  • gehört sie in das Brett Arbeitsrecht
  • könnte eine der Antworten eine Straftat darstellen und/oder nach sich ziehen

Nordlicht, ich würde sagen, das sind gleich drei gute Gründe!

Gruß,
LeoLo

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Tut, was Ihr nicht lassen könnt.

Grüße
Demenzia, die nur schrubbte, was SIE tütete

Hallo
-> Die letzten drei Beschäftigungsmonate vor
Insolvenzeröffnung. Ein großer Unterschied.

Gruß,
LeoLo

Hallo,

du hast natürlich recht, hab es mir hier zu einfach gemacht und „nach Gefühl“ geschrieben.
Trotz dem ist er spät dran, denn kommt es zur Insolvenz, ist zu befürchten, dass er nicht für seine ganze geleistete Arbeit entlohnt wird.

Gruß,

Hallo Michael,

nur der Vollständigkeit halber: wie sieht’s denn bei Deinen Kollegen aus? Haben die auch keine Kohle bekommen? Oder betrifft das nur Dich? Habt Ihr einen Betriebsrat? Gibt es Pläne, dass Ihr mal gemeinsam zum Chef geht bzw. - je nach Anzahl der Leute - eine „Delegation“ schickt?

Und gibt es eine Erklärung vom Chef, warum die Kohle nicht kommt? Also wurdet Ihr um Verständnis gebeten, weil der Laden selber grad keine Kohle hat? Oder sind’s „Fehler von der Bank“? Oder nur „nerv nich“?

Generell würde ich mal Kontakt mit dem Arbeitsamt meines Vertrauens aufnehmen. Die können Dich sicherlich beraten, wie man bei sowas vorgeht.

Achja, bei 150 km einfachem Arbeitsweg (also 300 km jeden Tag) würde ich mir generell überlegen, ob sich das für mich dauerhaft lohnt - ob mit oder ohne Gehaltszahlung :wink: Sprich, ich würde auf jeden Fall sofort anfangen Bewerbungen zu schreiben.

Ich für meinen Teil würde mit dem letzten Tropfen Sprit in die Firma fahren, entweder allein oder mit Kollegen (siehe oben) zum Cheffe gehen und Dilemma darlegen. Vorher Termin ausmachen, so dass er sich nicht mit „keine Zeit“ rausreden kann. Und dann Klartext reden, „wenn keine Kohle dann kein Sprit und dann ich nichtkomm“

*wink* und viel Erfolg

Petzi

vielen Dank für euere hilfreichen und nützlichen Tips!

Werde dem AG gleich eine Frist setzen und mich ans Arbeitsamt und meinen Anwalt wenden…

Zu der Frage mit den Kollegen, die haben seitdem auch keinen Cent gesehen… Betriebsrat gibt es leider nicht, da wir nur 11 Mitarbeiter sind…

Aber mach mich gleich an die „Arbeit“ um auf der Arbeit gegen die Arbeit vorzugehen :smile:

Danke an euch, halte euch auf dem laufenden!

Grüße

Michael

vielen Dank für euere hilfreichen und nützlichen Tips!

Werde dem AG gleich eine Frist setzen und mich ans Arbeitsamt und meinen Anwalt wenden…

Zu der Frage mit den Kollegen, die haben seitdem auch keinen Cent gesehen… Betriebsrat gibt es leider nicht, da wir nur 11 Mitarbeiter sind…

Aber mach mich gleich an die „Arbeit“ um auf der Arbeit gegen die Arbeit vorzugehen :smile:

Danke an euch, halte euch auf dem laufenden!

Grüße

Michael

Betriebsrat gibt es leider nicht, da wir nur
11 Mitarbeiter sind…

in jedem Betrieb mit mind. 5 Beschäftigten kann ein Betriebsrat gegründet werden.

Gruß und viel Erfolg!
Demenzia

Auch ein AN kann seine AG isolvent melden! (owT)
ghfghg

Grüße
Demenzia, die nur schrubbte, was SIE tütete

Provokante Frage: Dürften dann auch Kriminelle „nur“ schreiben was sie selber tun würden?

Sorry ist nichts gegen dich persönlich aber mir gehen diese Anleitungen zum Betrug hier im Forum ziemlich auf den Keks.

Sorry ist nichts gegen dich persönlich aber mir gehen diese
Anleitungen zum Betrug hier im Forum ziemlich auf den Keks.

nee ja - schon klar.

Gruß
Demenzia, die sich fragt, wie kriminell ein AG ist, der seine Mitarbeiter über Monate im Regen stehen lässt… (natürlich ist er gar nicht kriminell…)