Arbeitgeber zahlt nicht :(

Hallo ihr lieben

ich habe ein problem. ich arbeite seit pber einem jahr in einer marketingfirma. bisher kam das geld zwar nie pünktlich aber es kam . nun ist es so das seit ende Juli extreme ausfälle an der Tagesordnung sind. dann hat sich die Geschäftsleitung einfallen lassen nur mal einen abschlag zu zahlen oder oder oder. damit konnte ich ja auch noch leben. nun habe ich aber das gehalt vom letzen monat nicht bekommen und auch jetzt für dezember ist auch nichts in sicht. das problem ist das ich 3 Kinder habe die auch gerne mal essen möchten ausser trocken toast.mein mann sein konto haben wir schon runtergerissen aber nun ist ende. nun meine frage kann ich beim Sozialamt irgendwie eine überbrückung beantragen ? was kann ich machen ohne meinen AG zu verklagen weil ich gerne in der Firma arbeite und mit meinen chefs auch gut klarkomm. das unternehmen ist knapp 3 jahre jung und zur zeit haben wir halt ein wenig schwierigkeiten. deswegen wäre es schade wenn ich meinen AG vor Gericht schleifen müste. Hat jemand eine Idee wie ich über die Runden kommen kann ? ich muss ja meine miete für Oktober und jetzt neu für Dezember auch zahlen :frowning:

viele Grüße
Bisma

hallo bisma,

das Problem kenn ich aus eigener Erfahrung.
Ich hab meinem damaligen AG bis zu acht Monatsentlohnungen gestundet und noch Auslagen selber vorgeschossen.
Interessanterweise habe ich, als es dem AG schlecht ging, im Nachhinein alles vorgeschossene Geld zurückbekommen. Das war 2001.
Und seit sich der AG wieder gerappelt hat und es ihm finanziell gut geht, ist er mir die letzten Auslagen von 2004 schuldig geblieben - weil es offensichtlich Mode geworden ist, AN auszuplündern.

Verklagen bringt gar nichts. Ich würde mit dem AG auf jeden Fall das Gespräch suchen. Lass das gestundete Arbeitsentgelt auf jeden Fall in ein unbefristetes Darlehen von Dir an die Firma umwandeln, damit nicht evtl. doch mal Verjährungsfristen greifen.
Am sichersten lässt Du Dich aber über die Formalia von einem Anwalt beraten. Hast Du jemanden im Freundeskreis? Vielleicht im Verein?
Frdl. Gruss

Hallo,

das ganze ist eigentlich ein Fall für die Insolvenz…so traurig das auch klingt. Hatte mal so einen ähnlichen Fall und da gab es nur Geld (letzetn drei Monatsgehälter), wenn die Firma Insolvenz angemeldet hat.
Eine Lösung das Ganze abzukürzen ist es, wenn sich die AN zusammen schließen und beim Gericht Insolvenzantrag stellen. Das kostet aber Geld…frag lieber nach wieviel, kann ich nicht genau sagen.

Ansonsten wird der AG von so etwas nicht besonders begeistert sein, da so natürlich auch keine Aufträge mehr zu holen sind…aber im Zweifel steht man sich selbst ja doch am nähsten.

Klagen vor Gericht bringt wohl eher wenig…wo nichts zu holen ist, kann man auch per Gericht nichts locker machen.

Ansonsten würde ich auch noch mal mit dem AG reden und vielleicht fällt Euch ja auch gemeinsam ein, wie man die Liquidität des Unternehmens verbessern könnte. Wie wäre es z.B. mit Vorkasse der Kunden (1/3 bei Auftragannahme 1/3 bei Vorlage Entwurf 1/3 bei Fertigstellkung), Einzugsermächtigung und Inkassobüro zum eintreiben der Rechnungen. Gerade in der Grafikbranche wird alles um die Kunst herum gerne mal verbummelt… kenne das von meinen Freunden aus der Branche.

vielen DAnk erstmal für die Antworten…
sagen wir mal so, wir arbeiten schon gegen vorkasse weil wir ja selber auch was das porto betrifft ( mailings-Lettershop) auch in vorleistung gehen müssen. das geschäft selber geht super und in 2-3 monaten sind die Verträge mit großen Partnern unterschrieben und alles wird gut hoff ich . mein problem ist nur das die firma einfach viele altlasten hat.und immer wenn geld auf dem konto ist irgendwas kommt und schon ist das geld wieder weg. haben uns erst vor kurzen 2 aussendienstler verklagt wegen einer falschen Klausel im Arbeitsvertrag…ufff das hat auch uuuurmengen von geld gekostet. ich glaube an meine firma und insolvenz naja möchte ich gar nicht daran denken. meine Frage war vielmehr kann ich vielleicht mit unterstützung der ämter rechnen was mein gehalt betrifft ? ich und mein mann können auch gerne mal 2 wochen salat essen aber die kinder das ist schon schwierig. ich wprd gern wissen ob es sich vielleicht lohnt zum sozi zu gehen ??

viele Grüße
Bisma

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Hallo,

such dir SOFORT eine neue Stelle solange du noch „bin in ungekündigtem Arbeitsverhältnis“ schreiben kannst und nicht „bin arbeitslos wie alle anderen auch“.

Evtl. solltest du dich auch ans Arbeitsamt wenden, ob du dich schon arbeitssuchend melden kannst.

Wenn dein AG plötzlich im Lotto gewinnt und wieder regelmäßig bezahlt, kannst du ja immer noch bleiben.

Gruß

Peter

Glaube nicht, dass Du so lange Du eine Anstellung hast irgendwelche Zuschüsse durch das Amt bekommst. Hatte mit meiner Firma am Anfang auch mal so einen Engpass, wegen nciht zahlender Kunden und da gilt für das Amt nur Arbietslos oder Arbeit bzw. Selbständig. Dazwischen scheint es in unserem System nichts zu geben.

Rate Dir aber auch, wei schon oben geschieben Dich beimArbeitsamt zu melden und Dich Jobsuchend zu melden, nicht dass Du da irgendwelche Fristen versäumst…bin da kein Spezialist, aber ich glaube man muß sich dort melden, sobald eine eventuelle Kündigung möglich scheint, um irgendwelche Gelder beanspruchen zu können.

Ansonsten würde ich mich parallel dazu auch schon mal nach nem neunen Job umsehen. Das kann auf keinen Fall schaden. …nach meinen Erfahrungen sind große Aufträge auch keine Garantie für Geld. Die Firmen nutzen die kritische Lage von kleinen Anbietern immer wieder gerne aus und reißen sie mit ihrer Zahlungsmoral nur noch tiefer rein… Das ist immer das Gleiche und das in Branchen wie der GRafik und Bau.

Ansonsten kann man den Lebensmittelengpaß nur durch die klassische Küche von Oma beheben. Erbsensuppe (Schälerbsen, Suppengrün und Zwiebeln reicht für ca. 2-3 Tage die Kosten liegen bei knapp 3Euro) genauso Weißkohl mit gehacktem und Tomaten-Biersoße, Linsensuppe, etc… Schau dich mal um, an Markttagen erhält man meistens gegen Abend viele Sachen sehhhhhr viel günstiger. In DA gibt es in der Innenstadt einen Gemüsehändler, der schmeißt die Lebensmittel auch vor Feierabend sehr günstig raus.

Ansonsten gibt es in einigen Orten so genannte Fundgruben, Hier werden auch diverse Lebendmittel günstiger angeboten, da die Etiketten falsch aufgeklebt sind oder die Packungsform/Größe sich geändert hat. Da sind manchmal richtig gute Marken drunter. … hoffe, dass Dir die Tips weiter helfen konnten, ansonsten kann ich gerne noch mal für Dich nach alten Winterrezepten kramen…ach ja, Grünkohlauflauf bzw. Eintopf fällt mir da auch noch ein… geht auch super schnell zu kochen ;o)

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Wer arbeitet für den Reichtum seines AG für 0 Euro
Hallo,

den Satz „was kann ich machen ohne meinen AG zu verklagen weil ich gerne in der Firma arbeite und mit meinen chefs auch gut klarkomm“ kannst Du doch nicht wirklich ernst meinen.

Die Firma zahlt Dich nicht und kommt somit ihren Mindestpflichten nicht nach. Was glaubst Du, was die mit dir machen würden, wenn Du einfach zwei Wochen nicht zur Arbeit kommen würdest aber Geld dafür verlangen würdest?

Empfehlung: Ab zum Arbeitsgericht und Titel erwirken. Dann kommt nämlich die Wahrheit an´s Licht: Entweder Sie können zahlen, wollten aber bislang nicht, oder Sie können nicht und haben bereits die Insolvenz verschleppt. Bedies währe rechtlich nicht zulässig.

Ich kann nicht nachvollziehen, warum man Verständnis für ein solches Verhalten zeigen kann. Oder ist es Naivität ?

Gruß

S.J.

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Hi,

bis zu einem gewissen Punkt kann ich durchaus auch für meinen AG Verständnis aufbringen, dieses aber nur, so lange ich nicht selbst dadurch in eine unüberschaubare Lage komme und der AG auch noch ordentlich kommuniziert. Gerade bei kleinen Unternehmen müssen ab und an mal alle zusammen halten, aber hier scheint ja seit längerem ne Schräglage vorzuliegen, da die Gehälter ja noch nicht einmal pünktlich auf dem Konto waren. …und da ist wirklich Vorsicht angesagt!!!

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Hallo,

Ich kann nicht nachvollziehen, warum man Verständnis für ein
solches Verhalten zeigen kann. Oder ist es Naivität ?

Gruß

S.J.

Hallo
kannst du scheinbar wirklich nicht aber wenn du eine firma mit aufgebaut hast und das produkt um was es geht von den kinderschuhen her kennst dann hast du vielleicht verständniss dafür. das hat mit naivität nichts zu tun.
es geht hier um zusammenhalt…mein AG hat mir gesagt das es momentan eine schwere lage ist es ist nicht so das ich das nicht weiss. mir gings auch viel mehr darum ob es eine möglichkeit gibt vom amt unterstütztung zu bekommen bis zu einem gewissen grad. denke dabei an die kinder.
dazu noch mal herzlichen Dank für die rezepte der *armen leute* küche :smile:) werde da mal drüber nachdenken auch in zeiten von lohnzahlungen ich mag nämlich eintopf sehr gerne.

vielen Dank nochmal an alle für die mehr oder weniger nützlichen Antworten ! :smile:
Bisma

Hallo!

aber wenn du eine firma mit
aufgebaut hast und das produkt um was es geht von den
kinderschuhen her kennst…

Ich fasse mal zusammen:

Derzeit können keine Gehälter bezahlt werden. Es kann noch Monate dauern, bis eine erhoffte Besserung eintritt. Das Unternehmen kaut auf finanziellen Altlasten herum.
Weitere Zeit ohne Gehalt ist von den Beschäftigten nicht durchzustehen.

Nach diesen naturgemäß lückenhaften Informationen läuft der Inhaber/Geschäftsführer Gefahr, sich einer strafbaren Insolvenzverschleppung schuldig zu machen. Ganz wichtig wäre noch die Information, was mit Beiträgen zur Sozialversicherung los ist, ob es dort einen Rückstand gibt. Das wäre brandgefährlich und ohne weiteres strafrechtlich relevant.

Die ganze Kiste hört sich nach dringend fälligem Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens an. Der positive Effekt für die Mitarbeiter wäre, sie bekämen für bis zu 3 Monate rückwirkend Insolvenzausfallgeld. Damit wäre die existentielle Not erst einmal beendet. Auch für ein Unternehmen muß eine Insolvenz keine Katastrophe sein. Eine Inso kann sogar der bestmögliche Rettungsanker sein, wenn man es richtig anstellt, das Geschehen sehr weitgehend in der Hand behält und nicht abwartet, bis gar nichts mehr geht, Außenstehende (z. B. Sozialkassen) den Inso-Antrag stellen und sich der Staatsanwalt für die Vorgänge interessiert. Eine Insolvenz kann ein geradezu elegantes Mittel sein, die Zukunft von drückenden Altlasten zu befreien.

Unter der Voraussetzung, daß die entscheidenden Leute mit offenen Karten spielen und wirklich ehrlich miteinander umgehen, kann eine Insolvenz geeignet sein, Altlasten los zu werden, um unbelastet Zukunft gestalten zu können. Am besten bedient man sich eines Rechtsanwalts oder Steuerberaters mit einschlägigen Erfahrungen. Für die Mitarbeiter sorgt erstmal das Arbeitsamt, mit den wichtigsten Kunden führt man Gespräche und auch mit der Bank führt man ein offenes Gespräch. Wenn dort nicht gerade ein zu dusseliges Greenhorn hockt, kann man über alles reden. Das alles geschieht mit Hilfe des erwähnten Steuerberaters/Anwalts. Mit dem wird auch vorbereitet, daß das Inso-Verfahren entweder in Eigenverwaltung durchgeführt wird oder dem Inso-Verwalter klar gemacht werden kann, daß die Fortführung des Unternehmens oder einer Auffanglösung sinnvoll ist.

Gemengelagen aus Darlehen, persönlichen Bürgschaften und anderen Verquickungen mit Privatvermögen kenne ich natürlich nicht. Ungeachtet dessen kann die Hängepartie so nicht weitergehen. Aus meiner Sicht solltest Du deshalb sofort mit Deinem Chef sprechen und ihm die Insolvenz als Rettungsmaßnahme vorschlagen. Er möge sich dafür umgehend mit einem Steuerberater an einen Tisch setzen. Dabei lassen sich der Betrieb, die Arbeitsplätze und die wirtschaftliche Existenz des Chefs u. U. retten. Wenn Dein Chef aber nichts hören, nichts sehen und nur mit dem Kopf durch die Wand will, während Du in den leeren Kühlschrank guckst und Deine Miete nicht mehr bezahlen kannst, mußt Du eben den Inso-Antrag stellen und sofort zum Arbeitsamt gehen und Inso-Ausfallgeld beantragen.

Gruß
Wolfgang

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Hallo Wolfgang

vielen Dank für deinen aussagekräftigen Beitrag. Ich werde deinen Rat annehmen und mich am Montag mal mit meinen Chefs zusammen setzen. ich denke das denen auch viel daran liegt die Firma zu halten denn auch wenn es sich in der situation grad doof anhört haben wir eine tolle zukunft mit dem was wir da entwickelt haben.

ich wünsche dir einen schönen Abend und nochmals vielen DAnk an alle

Bisma

Hallo!

aber wenn du eine firma mit
aufgebaut hast und das produkt um was es geht von den
kinderschuhen her kennst…

Ich fasse mal zusammen:

Derzeit können keine Gehälter bezahlt werden. Es kann noch
Monate dauern, bis eine erhoffte Besserung eintritt. Das
Unternehmen kaut auf finanziellen Altlasten herum.
Weitere Zeit ohne Gehalt ist von den Beschäftigten nicht
durchzustehen.

Nach diesen naturgemäß lückenhaften Informationen läuft der
Inhaber/Geschäftsführer Gefahr, sich einer strafbaren
Insolvenzverschleppung schuldig zu machen. Ganz wichtig wäre
noch die Information, was mit Beiträgen zur Sozialversicherung
los ist, ob es dort einen Rückstand gibt. Das wäre
brandgefährlich und ohne weiteres strafrechtlich relevant.

Die ganze Kiste hört sich nach dringend fälligem Antrag auf
Eröffnung des Insolvenzverfahrens an. Der positive Effekt für
die Mitarbeiter wäre, sie bekämen für bis zu 3 Monate
rückwirkend Insolvenzausfallgeld. Damit wäre die existentielle
Not erst einmal beendet. Auch für ein Unternehmen muß eine
Insolvenz keine Katastrophe sein. Eine Inso kann sogar der
bestmögliche Rettungsanker sein, wenn man es richtig anstellt,
das Geschehen sehr weitgehend in der Hand behält und nicht
abwartet, bis gar nichts mehr geht, Außenstehende (z. B.
Sozialkassen) den Inso-Antrag stellen und sich der
Staatsanwalt für die Vorgänge interessiert. Eine Insolvenz
kann ein geradezu elegantes Mittel sein, die Zukunft von
drückenden Altlasten zu befreien.

Unter der Voraussetzung, daß die entscheidenden Leute mit
offenen Karten spielen und wirklich ehrlich miteinander
umgehen, kann eine Insolvenz geeignet sein, Altlasten los zu
werden, um unbelastet Zukunft gestalten zu können. Am besten
bedient man sich eines Rechtsanwalts oder Steuerberaters mit
einschlägigen Erfahrungen. Für die Mitarbeiter sorgt erstmal
das Arbeitsamt, mit den wichtigsten Kunden führt man Gespräche
und auch mit der Bank führt man ein offenes Gespräch. Wenn
dort nicht gerade ein zu dusseliges Greenhorn hockt, kann man
über alles reden. Das alles geschieht mit Hilfe des erwähnten
Steuerberaters/Anwalts. Mit dem wird auch vorbereitet, daß das
Inso-Verfahren entweder in Eigenverwaltung durchgeführt wird
oder dem Inso-Verwalter klar gemacht werden kann, daß die
Fortführung des Unternehmens oder einer Auffanglösung sinnvoll
ist.

Gruß
Wolfgang