ja, ähm glaub schon. Ich brauche halt einen Gewerbeschein.
Richtig.
Den bekommst du - zumindest bei uns - bei deiner Gemeinde- / Orts- / Stadverwaltung.
Evtl. ist woanders das Ordnungsamt zuständig, wie Maren sagte. Das weiß ich leider nicht. Aber beide Anlaufstellen werden dir sagen, wo du ihn bekommst.
Ich hab mir die mal angeschaut, hoffe das Finanzamt hilft
dabei? Bzw. wie teuer ist ein Steuerberater?
Das Finanzamt hilft dir nicht wirklich, und wenn deine gesamte Lebenskonstellation nicht allzu kompliziert und dein Umsatz nicht allzu hoch ist, brauchst du keinen Steuerberater.
Du solltest wissen, wie man eine normale Einkommenssteuererklärung macht, das reicht eigentlich schon. Die beiden zusätzlichen Anlagen sowie eine einfache Aufstellung von Einnahmen, Ausgaben und Überschuss sind einfach selbst gemacht.
Lohnt es sich dann eigentlich noch zu Arbeiten? Ich meine wenn
mir dann von den ca. 10-12 €/h unterm strich nur 5 €
übrigbleiben, dann lass ich`s lieber gleich.
Sooo schlimm ist es nicht. Lohnen tut es sich auf jeden Fall.
Als Einzelunternehmer erhöht dein Gewinn dein zu versteuerndes Jahreseinkommen.
Einfach gesagt: Wenn du durch deinen normalen Job 20.000 EUR im Jahr verdienst und versteuern mußt, und dein Gewerbe bringt dir nochmal 3.000 EUR dazu, mußt du halt am Jahresende 23.000 EUR versteuern.
Das Finanzamt schaut also: „Aha, bei 20.000 EUR Einkommen muß er (aus der Luft gegriffen) 2.500 EUR abführen, bei 23.000 muß er 2.800 EUR abführen.“
Die Steuern für deine normale Arbeit hast du ja an jedem Monatsende schon bezahlt, also mußt du in diesem Fall mit 300 EUR Nachzahlung rechnen.
Wie gesagt, das sind nur fiktive Zahlen.
Ich hab jetzt gerade kein Steuerprogramm zur Hand, wieviel
bleibt denn ca. von den 300 € übrig (nur gaaaanz grob
geschätzt)?
Kann man nicht sagen. Grund: Siehe oben - das liegt nicht an den 300 EUR von deinem Gewerbe, sondern an deinem gesamten Jahreseinkommen.
D.h. von jeder Rechnung die ich schreibe 19 % beiseite oder
verwechsel ich dabei jetzt irgendwas
(Umsatzsteuer-Einkommenssteuer)?
Wenn du die Kleinunternehmer-Regelung in Anspruch nimmst, dann vergiß die Umsatzsteuer. Die existiert für dich nicht! Du kaufst und verkaufst alles brutto. Du schreibst sie weder auf Rechnungen, führst sie nicht ab und kannst auch keine bezahlte Vorsteuer zurückfordern.
Für dich gibt es nur: „Ich hab einen Apfel für 1 EUR eingekauft und für 3 EUR verkauft. Das heißt: Ausgaben: 1 EUR, Einnahmen: 3 EUR - Überschuss: 2 EUR.“ Nix mit Umsatzsteuer.
Und mit beiseite legen meinte ich die o.g. 300 EUR, die du am Jahresende nachzahlen mußt. Leg dir am besten einen festen Satz von jedem Geld, daß du einnimmst beiseite. Beispielsweise: ein Viertel. Damit hast du dann eine Reserve, mit der du die Steuernachforderung begleichen kannst.
Ich will doch einfach nur paar Euros dazuverdienen, kann ich
damit dann echt auf die Schnauze fallen? Die können mir doch
nicht mehr wegnehmen als ich verdiene oder?
Naja, 300 EUR pro Monat sind 3.600 EUR im Jahr…wenn du alles, was du einnimmst, gleich auf den Kopf haut, und das Finanzamt dann plötzlich ein paar Hunderter sofort bar auf die Kralle haben will, und du hast sie nicht, ist das Unternehmen gestorben.
Oh man wieso muss das alles so kompliziert sein…
Willkommen in Deutschland. 
Gruß
Christian