Wie ist das geregelt oder wie wird das gehandhabt?
Wenn ein Mensch arbeitslos wird: Nach welchen Kriterien wird dann eine Arbeit gesucht, die diesen Menschen wieder ins Berufsleben bringt?
Zum Glück ist es hier in Süddeutschland nicht so extrem mit der Jobsuche. Interessanter ist aber die Eingangsfrage.
Es kommt zum ersten „Beratergespräch“, und hier wird wohl durchforstet, was dieser Arbeitslose für Erfahrungen hat.
In diesem Fall hier ist es ein Mensch, der damals in der DDR auf dem Bau gearbeitet hatte, sogar den Meisterbrief gemacht hat, aber nach der Wende in den Westen ging.
Plattenbau gibt es hier so gut wie nicht, also Meisterbrief = wertlos.
Dort im Westteil noch als Vorarbeiter in einer Baufirma gearbeitet, hat dann aber wegen extremen Heuschnupfens an der Luft nicht mehr arbeiten können.
Dann war er 15 Jahre Hausmeister an einem Gymnasium. Vom Bau hat er komplett alles vergessen und ist nun 47 Jahre alt. Als Hausmeister hat er gutes Geld verdient.
Was macht nun die Arbeitsagentur? Was sind da nun die Ansätze?
Erlernter Beruf? Beruf der letzten Jahre, Verdienst der letzten Jahre?
Muss man nun egal welchen Job annehmen? Also ich sag mal, einen Job, wo man nur noch die Hälfte verdienen wird?
Muss der Job etwas mit der Qualifikation zu tun haben? Oder sagt man: „Hey, hier in der Wach- & Schließgesellschaft ist noch was frei, Stundenlohn 3,50 €, und nun stell dich im Media-Markt hin an die Türe“???
Kann man beanspruchen, dass der Mensch, wie in diesem Fall, wieder eine Stelle als Hausmeister angeboten bekommen „sollte“ oder gehen die da radikal vor?
Ich gehe mal davon aus, dass es Arbeit geben würde, hier im Süden, aber als Aushilfsgärtner oder Nachtwächter möchte man da nicht gleich Jobs angeboten bekommen.
Kann man zu dem Chef in der Arbeitsagentur, der einem da die Jobs vermitteln wird, auch sagen: „Nein, also beim besten Willen, mit so 'nem Job kann ich meine Familie nicht ernähren“? Oder: „Das ist nun wirklich nix für mich?“
Ich kenne Fälle, da sind die Leute Lehrer gewesen. Und denen bietet man ja auch keinen Job an in der Kaufhalle oder im Freibad…
Grundsätzlich ist die Bereitschaft bei diesem Menschen da, aber wie er sich da verhalten soll, ist fraglich. Wenn man keine Freunde und Bekannte hat, die einem da etwas erzählen könnten, bleibt nur noch diese Plattform.
Danke sagt Jörg