ich bin ralph aus köln und bin im moment arbeitslos. Mir wurde ein job über das arbeitsamt angeboten, der wesentlich schlechter bezahlt ist als mein vorheriger.
Frage: gibt es ein gesetz oder zumutbarkeitsregel, bis zu welchen prozentsatz meines vorherigen gehaltes ich den job annehmen muß.
Hallo Ralph,
bei Deiner Frage frage ich Dich, willst du die Arbeitslosigkeit so schnell wie möglich beenden oder nicht.
Ich garantiere Dir, wenn Du solche Überlegungen anstellst, wirst Du noch lange arbeitslos sein.
Nehme die nächst beste Arbeit und such dann nach Deinem Traumjob.
Gruß
Otto
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solche Antworten regen mich auf, hat er gefragt ob er ins soziale Abseits gestellt werden will oder nach seinen Rechten?
Überlege mal genau…Job mit schlechter Bezahlung jetzt annehmen und dann weiter bewerben. Was dann???
Die entscheidende Frage eines neuen Arbeitgebers nach dem unterbezahltem Job lautet doch: Was haben Sie bisher verdient? Daran wird doch der zukünftige Lohn bemessen, oder? und auch seine Qualikation.
Wird er bei dem unterbezahlten Job dann auch noch arbeitslos, bekommt er natürlich auch noch weniger Arbeitslosengeld, toll oder???..so löst man soziale Probleme???
Arbeitgeber versuchen doch z.Z. mit aller Gewalt die Höhe der Gehälter und Löhne zu drücken… ausser bei den Vorständen, siehe Ron Sommer und andere sicherlich auch wie bei der Bayerischen Landesbank.
Dir Ralph rate ich dringend nochmal mit Deinem Arbeitsberater beim AA zu reden. Es gibt prozentuale Abstriche nach der Länge der Arbeitslosigkeit wonach Du auch eine nach Deiner letzen bezahlten Tätigkeit eine dementsprechende Arbeit annehmen musst.
Und Dir Otto muss ich sagen Arbeitslosengeld sind keine Almosen, sondern eine Versicherungsleistung, oder hat er keine Arbeitslosenversicherung einbezahlt?
Nimmst Du auch nicht nach einem Autounfall die Versicherung in Anspruch, oder hast Du Angst dass jemand mit dem Finger auf Dich zeigt?? so wie Du das jetzt gerade gemacht hast???
Stell nicht jeden Arbeitslosen als Faulpelz hin. Arbeitslose werden auch künstlich produziert damit z.B. politische Interessen durchgesetzt werden…siehe Deutsche Post…wegen ein paar Prozent Reduzierung der Briefgebühren wollen die gleich 10.000 Arbeitslose produzieren und 3000 Fialen schliessen, etwa aus der Notwendigkeit heraus?? Ich glaube das nicht, sondern nur um ihre Macht gegenüber dem Anderen zu beweisen.
Trotzdem einen schönen Sonntag noch
Gerd
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solche Antworten regen mich auf, hat er gefragt ob er ins
soziale Abseits gestellt werden will oder nach seinen Rechten?
Hallo Gerd,
Deine Antwort ist mit viel Ideologie befrachtet. Du hast natürlich insoweit Recht, daß sich der Fragesteller nach seinen Rechten erkundigt hat. Dazu kann ich mangels Kenntnis der aktuellen Rechtslage nichts beitragen.
Ganz unabhängig von irgendwelchen Rechtsansprüchen ist die geringer bezahlte Tätigkeit allemal besser als die Aussicht auf womöglich längere Arbeitslosigkeit. Die Chancen einer Vermittlung sinken mit der Länge der Arbeitslosigkeit. Dagegen kann man sich aus der ungekündigten Stellung heraus hervorragend bewerben.
Anders würde ich die Sache beurteilen, wenn sich jemand die Anstellung unter mehreren offenen Stellen aussuchen kann. Dann würde ich auch nicht einsehen, jetzt sofort die erstbeste Stelle mit niedriger Bezahlung zu wählen.
Ansonsten aber ist die Arbeitslosigkeit eine Notlage, wenngleich zeitlich befristet abgefedert durch die Arbeitslosenversicherung. Deshalb halte ich grundsätzlich den Rat für vernünftig, zunächst aus der Notlage heraus zu kommen und die geringer bezahlte Stelle anzutreten. Bemühungen um Verbesserung am neuen Arbeitsplatz oder Bewerbungen aus ungekündigter Stellung heraus steht nichts im Wege.
Ins Reich bei uns überlebter Klassenkampf-Ideologie gehört die Behauptung, wonach Arbeitslosigkeit aus Machtgründen produziert wird. Im Bereich der Großunternehmen gibt es kaum noch Unternehmer. Die Unternehmen befinden sich im Streubesitz und werden von Angestellten geleitet. Von wenigen Ausnahmen abgesehen konzentriert sich das Unternehmertum auf kleine und mittlere Firmen. Dort wird nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten geführt. Worte wie Macht oder ideologiebefrachtetes Vocabular gehören nicht zum Sprachschatz und nicht zur Denkweise. Ein Arbeitsplatz rechnet sich oder er rechnet sich nicht. Der Verantwortliche muß sich Maßnahmen überlegen, sobald sich Arbeitsplätze eben nicht mehr rechnen. Unsinnig ist auch die Behauptung, wonach Arbeitgeber ein Interesse an geringen Löhnen hätten. Kurzfristig betriebswirtschaftlich gedacht, kann man zu solchem Ergebnis kommen. Wer aber etwas tiefer darüber nachdenkt, merkt schnell, daß ein Betrieb zum Leben ein gesundes Umfeld braucht. Wer etwa Waschmaschinen produziert, hat ein Interesse daran, daß sich die Menschen die Waschmaschinen auch leisten können. An billig eingekauften Malochern hat deshalb niemand ein Interesse (von Dünnbrettbohrern mit Gier auf das schnelle Geld einmal abgesehen). Das Interesse gilt dem angemessenen Verhältnis von Entlohnung und Produktivität. Du kannst mir wirklich abnehmen, daß sich so viel zeitgemäßes Bewußtsein auch bei Betriebsinhabern herumgesprochen hat. Die Zeiten sind vorbei, als man meinte, Angestellte müßten bei Schummerlicht im Stehen arbeiten. Es hat sich nur bei ein paar Hardcore-Ideologen noch nicht herumgesprochen, daß die Leistungen vieler Betriebe gegenüber ihren Beschäftigten das vertragliche und gesetzliche Maß deutlich übersteigen.
wie in vielen Dingen, ist es eine Ermessensfrage Deines Arbeitsvermittler oder -berater. Dieser Entscheidung und daraus eventuell resultierenden Sperren bist Du aber nicht bedingungslos ausgeliefert. (Einspruchmöglichkeiten, etc.)
Auf keinen Fall zumutbar ist eine Arbeit, die unter Deinem derzeitiges Einkommen (Arbeitslosengeld + Nebenverdienst) liegt.
Desweiteren musst Du einschätzen, wie hoch die Wahrscheinlichkeit liegt, dass Du nach der Probezeit weiterbeschäftigt wirst (eventuell durch fehlende Qualifikationen Deinerseits). Ist diese Wahrscheinlichkeit gering, würdest Du Dich nach der Probezeit auch in Deinem Arbeitslosengeld verringern.
Als Faustregel würde ich sagen, 85 % des alten Jahreseinkommens sind durchaus zumutbar.
Wer entlässt bei jeder Angelegenheit in der Grossindustrie die Arbeiter und Angestellte??? Die Auktionäre? Ich glaub es sind die Angestellten in der oberen Etage, oder irre ich schon wieder?
Wer redet denn laufend vom Personalabbau?? Die Kleinindustrie?
Wer baut in Billigländer laufend neue Grossbetriebe?? Die Kleinindustrie?
Warum wurde bei uns ein zweites Filterwerk in Ungarn in Betrieb genommen, obwohl man hier genau so Personal einstellen könnte? Es gibt genügend Arbeitswillige die dort arbeiten würden. Platz zum Bauen wäre auch da, der Abnehmer für die Produkte ist nur 20 km entfernt. Also warum dann in Ungarn bauen und produzieren?
Warum sehe ich jeden Tag auf der Autobahn Rohteile für LKW’s von LKW’s transportiert mit Länderkennzeichen CS, weil es bei uns keine Arbeitskräfte dafür gibt?? Doch wohl kaum??
Gibt es bei uns keine kleinen bzw. mittleren Betriebe die solche Teile bauen würden???
Sicherlich auch in diesen Ländern soll produziert werden, keine Frage aber nicht auf den Rücken unserer Arbeitnehmer.
Kleine und mittlere Firmen haben ja gar keine Möglichkeiten so mit ihrem Personal umzugehen, dort gibt es wohl kaum tausende zu entlassen und dann irgendwo in der Welt mit anderem Personal munter weiter zu produzieren, oder doch nicht?
Mich ärgert es jedenfalls, jeden Arbeitslosen als faul und arbeitsunwillig hinzustellen, das entspricht wohl nicht der Realität. Sicherlich gibt es auch schwarze Schafe aber warum gerade er? Wer kennt ihn denn von uns?
Man sollte mal die Ursachen anprangern, warum es bei uns so viele Arbeitslose gibt und nicht immer den Arbeitslosen als den Sündenbock hinstellen. Nicht mehr oder weniger will ich damit sagen.
Einen schönen Tag noch
Gerd
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kurz und bündig: es gibt einen Paragraphen, ich glaube §120 (bzw
ein paar dahinter). Dort ist es nachzulesen. Das Gesetzbuch SGB III kannst Du Dir unter arbeitsamt.de herunterladen…oder Du fragst Deinen Vermittler…ich weiß es aber auch nicht aus dem kopf und schaue immer nach.
Gruß Holger
Arbeitsvermittler AA Hoyerswerda
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leider scheinst Du die elementaren wirtschaftlichen Grundsätze nicht zu kennen, oder nicht zu berücksichtigen in Deiner Argumentation. Ich will mich auch nicht auf eine ideologische Diskussion einlassen. Sei Dir aber gewiss, nicht jeder Unternehmer, Vorstand oder in der Hierachie über Dir platzierte ist ein menschenverachtender Großkapitalist. Er folgt im Zweifelsfall nur den wirtschaftlichen Zwängen und wenn z.B. die Margen in einzelnen Branchen aufgrund welcher wirtschaftlicher Zwänge auch immer (z.B. werden hin und wieder ausländische Gesellschaften subventioniert und inländische nicht, oder die Lohnkosten sind dort niedriger, …) eine Produktion im Inland nicht erlauben (da darfst Du Dich bei unserem Sozialstaat bedanken) so müssen sie ihre Produktion eben ins „günstigere“ Ausland verlegen. Das tun sie aber nicht weil sie so gerne nach Ungarn, Tschechien oder Indien fahren, sondern weil dort ein noch aktzeptables Verhälntnis von Kosten und Leistung herrscht.