Arbeitsamt

Hallo Leute,

ich habe ein Problem mit dem AA.

Das Problem besteht darin, dass ich 2,5 Monate arbeitslos war und mittendrin (wie unverschämt) meine Lohnsteuerklasse gewechselt habe, und zwar von 3 auf 4. Eigentlich für das AA ein Grund zur Freude weil ALG dadurch sinkt. Ich hätte also für die letzten 14 Tage meiner Arbeitslosigkeit (01.01.04 - 14.01.04) weniger bekommen müssen.
Nun ist es so, dass ich keinen Bescheid über das geänderte ALG erhalten habe. Ich weiss also nicht, wieviel ich zu erwarten gehabt hätte.
Am 18.01 bekam ich dann eine Art Abmeldebestätigung mit einer Auflistung der erhaltenen Beträge, getrennt nach Jahren ('03 und '04). Der für '04 angegeben Betrag wurde mir dann auch am 19.01 auf mein Konto überwiesen. Soweit, so gut.

Ein paar Tage später bekam ich ein Schreiben, dass ich zuviel erhalten hätte. Zusammen mit der Androhung von Sanktionen. Ich hätte diesen Sachverhalt zwar nicht verschuldet, hätte es aber merken müssen. Ich frage mich nur wie? Ich soll also für deren Schlamperei verantwortlich gemacht werden.
Selbstverständlich werde ich zuviel erhaltene Beträge zurückerstatten. Nur dazu muß ich erstmal wissen, was mir zusteht.
Auf mein Schreiben wurde in der Form reagiert, dass man mir nun grobe Fahrlässigkeit vorwirft, verbunden mit der Androhung von weiteren Maßnahmen.

Sollte ich mir besser direkt einen Anwalt suchen?

(Sorry, dass der Text etwas lang geraten ist…)

Gruß
Christian

Spar Dir den Anwalt
Hi!

Das Dumme an einigen Behörden ist, dass sie Formbriefe verwenden!

Geh mal zu Deinem ehemaligen Sachbearbeiter und klär das ab! Du kannst durchaus sogar eine Ratenzahlung vereinbaren (wenn nötig).

Nur: Lass Dir alles schriftlich bestätigen!!!

Liebe Grüße
Guido (der die gleiche Erfahrung gemacht hat)

Hi Guido,

Das Dumme an einigen Behörden ist, dass sie Formbriefe
verwenden!

Das stimmt wohl. Und vermutlich ist es den Sachbearbeitern bei Strafe verboten, über ihren Schreibtischrand zu blicken. Oder mal nachzudenken, ob dass, was sie da gerade machen einen Sinn ergibt…

Ich frage mich, warum da eigentlich 90.000 Leute in Lohn und Brot stehen. Ich hatte bisher ca. 15 mal Kontakt mit dieser Behörde und jedesmal einen anderen Sachbearbeiter.

Geh mal zu Deinem ehemaligen Sachbearbeiter und klär das ab!
Du kannst durchaus sogar eine Ratenzahlung vereinbaren (wenn
nötig).

Nur: Lass Dir alles schriftlich bestätigen!!!

Werde ich machen.

Danke für die Antwort.

Gruß
Christian (der auf Erfahrungen dieser Art eigentlich keinen Wert legt)

Hallo,
die Antwort hast du dir selbst gegeben. Es sind 90 000 damit du moeglichst viele Ansprechpartner bekommst. Immer der gleiche ist langweilig.

Frank

HI Christian

Ich würde erstmal sagen: keine Panik!

Diese Prozeduren sind Standard beim Arbeitsamt. Es soll allen Seiten die Möglichkeit geben, sich zum Sachverhalt zu äußern. Niemand erwartet von dir, daß du deine Beiträge selbst errechnest und dem AA dann sagst, ob es richtig ist oder nicht wie sie es machen.

Bei einer Bekannten war es so, daß sie ALH bekommen hat und im 2. Jahr, noch die gleiche Summe, weil das AA nicht gemerkt hat, das sie jetzt weniger bekommt und hat ihr auch so ein Schreiben geschickt.
Sie war auch erstmal total panisch und wollte einen total krassen Brief an das AA schicken, weil die ihr auch angedroht haben, alles zu streichen und zurückzufordern etc… Ich hab ihr erstmal geraten da anzurufen und das zu klären, bevor sie loslegt, weil es sich am Tele doch besser klären läßt, als im Brief. Wenn die den Brief abgeschickt hätte, dann wäre wirklich noch was schlimmes bei rumgekommen, aber so konnte das noch geklärt werden.

Also ruf am besten da an, sag das du nicht weißt was da schiefgelaufen ist und sag, daß du nicht verstehst was da los ist und das du nicht gewußt hast, wieviel dir zusteht (woher auch?) und wie das jetzt gehandhabt wird. Bei meiner Bekannten wurde der überschüssige Betrag, im nächsten Monat abgezogen und damit hatte sich die Sache. Das wäre ja nicht das erstemal das die Mist bauen. Fast jedes Jahr im januar und Februar schreit jemand wegen einem Bescheid, wo was schiefgelaufen ist, mal vom laufenden jahr abgesehen.
Also überstürz nichts, sondern versuch das erstmal ruhig am Tele oder persönlich zu klären.

Wünsch dir viel Glück

Grüße
Novalee

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hi Frank,

90.000 Leute, und alle nur dafür da, dass es mir nicht langweilig wird. Find ich gut :smile:

Gruß
Christian

Hi Novalee,

Ich würde erstmal sagen: keine Panik!

Diese Prozeduren sind Standard beim Arbeitsamt. Es soll allen
Seiten die Möglichkeit geben, sich zum Sachverhalt zu äußern.
Niemand erwartet von dir, daß du deine Beiträge selbst
errechnest und dem AA dann sagst, ob es richtig ist oder nicht
wie sie es machen.

Das Gefühl, dass mich bei der Sache überkommt ist auch weniger als Panik zu bezeichnen. Ärger ist hier der richtige Ausdruck. Weil ich mich mit einem Sch… auseinandersetzen muss, der in dieser epischen Breite total überflüssig ist. Mal davon abgesehen, dass ich dafür keine Zeit habe.

Bei einer Bekannten war es so, daß sie ALH bekommen hat und im
2. Jahr, noch die gleiche Summe, weil das AA nicht gemerkt
hat, das sie jetzt weniger bekommt und hat ihr auch so ein
Schreiben geschickt.

Ich bin ja froh, dass die nicht nur mir ans Bein pinkeln wollen.

Also überstürz nichts, sondern versuch das erstmal ruhig am
Tele oder persönlich zu klären.

Bisher war da telefonisch keiner zu erreichen. Dann werde ich wohl (oder übel) mal ins Amt schneien müssen.

Wünsch dir viel Glück

Danke
und lieben Gruß
Christian

Hallo Christian,

ich kann Deinen Ärger verstehen und nachvollziehen.

Als Leistungsbezieher hast Dich verpflichtet Veränderungen in Deinen Lebensverhältnisse umgehend dem A-amt mitzuteilen (grüne oder rote Veränderungsmitteilung). Du bist also mit-verantwortlich für das, was jetzt passiert ist.
Hintergrund - aus Sicht des Kostenträgers: einige Leistungsempfänger besch…en den Staat vorsätzlich; sie geben Veränderungen, die zu einer Minderung des Alo-geldes führen nicht an, kassieren unberechtigt mehr als ihnen zusteht und: sind nicht zahlungsfähig, wenn das A-amt eine Rückforderung erhebt. Das trifft zwar nicht auf Dich zu, macht jedoch deutlich, warum das A-amt in Deinem Fall vorsorglich reagieren mußte. Dir steht jetzt die Widerspruchsfrist zu. Deine Mitverantwortung bleibt jedoch bestehen.

Spare Dir den Anwalt, gehe zum Arbeitsamt und kläre die Angelegenheit auf.

Viel Erfolg
Heiner Gierling

Hallo Heiner,

danke für Deine Antwort.

Als Leistungsbezieher hast Dich verpflichtet Veränderungen in
Deinen Lebensverhältnisse umgehend dem A-amt mitzuteilen
(grüne oder rote Veränderungsmitteilung).

Habe ich gemacht. Persönlich abgegeben. Meine Frage, ob sonst noch was gebraucht wird wurde verneint.

Du bist also
mit-verantwortlich für das, was jetzt passiert ist.
Hintergrund - aus Sicht des Kostenträgers: einige
Leistungsempfänger besch…en den Staat vorsätzlich; sie
geben Veränderungen, die zu einer Minderung des Alo-geldes
führen nicht an, kassieren unberechtigt mehr als ihnen zusteht
und: sind nicht zahlungsfähig, wenn das A-amt eine
Rückforderung erhebt. Das trifft zwar nicht auf Dich zu, macht
jedoch deutlich, warum das A-amt in Deinem Fall vorsorglich
reagieren mußte. Dir steht jetzt die Widerspruchsfrist zu.
Deine Mitverantwortung bleibt jedoch bestehen.

Das sehe ich auch alles ein.
Wenn man mir gesagt hätte: Wir haben die geänderte Steuerklasse nicht berücksichtigt und Ihnen versehentlich zuviel gezahlt. Zahlen Sie uns bitte soundsoviel EUR zurück.
Dann wäre die Sache längst erledigt. Mir wurde aber vorgeworfen, dass AA zu besch…en.
Vielleicht muss ich in ein paar Jahren wieder mal dahin (bloß nicht) und dann gibt es da einen „Vermerk“. Darum tue ich mir schwer damit, eine Schuld einzugestehen, die ich bei mir nicht sehe.

Gruß
Christian