Hallo!
Flexibilisierung der Arbeit, Lohnsenkung, Senkung der
Sozialversicherungsbeiträge, mehr Eigenbeteiligungen zur SV,
Senkung der Lonhsteuer, kompletter Subventionsverzicht, um nur
die wichtigsten zu nennen. Kurzformel: mehr netto für den AN,
weniger Arbeitskosten für den AG, mehr Beschäftigung, stärkere
Ausrichtung der Wirtschaftspolitik auf Allokation, weniger auf
Distribution (volkswirtschaftlich gesprochen), Ausrichtung der
Wirtschaftspolitik auf eine gesamte volkswirtschaftliche
Gesundung, weniger Berücksichtigung einzelner
Interessensgruppen
Die Bestandteile dieses „Instrumentariums“, einzeln und in unterschiedlichen
Kombinationen, sind uns allen als interfraktionelle Forderungen aus den Mündern
der Talkshow-Politiker hinlänglich bekannt; besonders die Floskel von der
„volkswirtschaftlichen Gesundung“ kommt nun wirklich jeden Abend wohlfeil daher.
Von einem in wirtschaftspolitischen Fragen so beschlagenen Experten wie Du es zu
sein vorgibst, hätte ich erwartet, daß er sich auch Gedanken darüber macht (und
diese äußert), wie denn das unter den Rahmenbedingungen a) globalisierter
Wirtschaft und b) der gegebenen politischen Entscheidungsstrukturen zu r e a l i
s i e r e n ist.
Da der „Kleine Mann“ aber doof ist und selten über den eigenen Tellerrand zu
blicken vermag, muss man ihm eine rosa Brille aufsetzen.d) Lässt sich daraus schließen, daß Du selbst ein „großer
Mann“ bist?Jetzt hast du es mir aber gegeben! Ich gehe aufgrund der
Fragestellung davon aus, dass du an einer ernsthafte Antwort,
warum ich über den Tellerrand zu blicken vermag, nicht
ernsthaft interessiert bist.
Ernsthaft interessiert war und bin ich daran, woher Du das gerüttelt Maß an
Arroganz beziehst, den „Kleinen Mann“ als doof und beschränkt zu bezeichnen.
Meine 25-jährige Praxis in der Wirtschaft u n d der Politik haben mich gelehrt,
daß es bei aller gebotenen Theorie unverzichtbar ist, dem „Kleinen Mann“ am
besten täglich aufs Maul zu schauen.
Mit Deiner, pardon, hochfahrenden Klugscheißerei beweist Du möglicherweise große
Distanz zu den Dingen, über die Du schreibst, nur leider keinen Weitblick. Aber
mach Dir keine Sorgen, für eine Karriere als Gast bei Christiansen bist Du
bestens gerüstet. Auf nach Berlin! Das Land braucht viel mehr Leute wie Dich.
Dringend. Viel Erfolg am tellerrand weiterhin wünscht M.
)
