Hi Leute,
Könnt ihr mir einige Informationen über die Arbeitsbedingungen / Lebenssituation um 1840-50 geben?? Man findest zwar vieles im Internet, aber oft ist es sehr viel und ich weiß nicht, was nun das Wichtigste ist.
Was ich bisher weiß ist, dass die allgem. Situation sehr elend und schlecht war. Alles hat sich verschlechtert. Aber da muss doch noch mehr Wichtiges sein, oder? Was ist denn auch mit den höheren Schichten? Haben sie die Arbeiter nur ausgebeutet?
Könnt ihr mir einige Schlagworte/Schtichpunkte geben, die diese Lebenssituation damals beschrieben würde? Links finde ich zwar viele, aber wie schon gesagt nur sehr lange Texte, in denen auch viele nicht wichtige Sachen erwähnt werden…
Danke im Vorraus, Patrick
Hallo Patrick,
nur ein paar Stichworte:
Die Kluft zwischen arm und reich war gewaltig. Während Arbeiter praktisch am unteren Minimum lebten und durch allerlei Tricks dort gehalten wurden, gab es am anderen Ende des Spektrums einen genauso unvorstellbaren Reichtum.
Die Industrialisierung spielte noch keine große Rolle, warf aber in ein paar Bereichen bereits ihrne Schatten voraus, eben weil es bereits Techniken gab, die menschliche durch maschinelle Arbeitskraft ersetzten.
Die Politik, die natürlich immer behauptete, ganz Deutschland und das ganze deutsche Volk im Sinn zu haben, war in erster Linie auf den Machterhalt der eigenen Klientel ausgerichtet und das war nicht die breite aber arme Masse sondern immer noch der alte Blutadel, der neue Geldadel und seine Überlappungen.
Der Katholizismus als politische Kraft begann sich zu formieren. Die Zentrumspartei wurde zwar erst etwa 25 Jahre später gegründet, aber die Wurzeln reichen zurück bis zu den Kölner Wirren von 1830. Da aber diese „neue“ politsche Kraft auch mehr oder weniger staatstragend war, wurde Religion durchaus auch vorsätzlich ein weiteres Mal instrumentalisiert um die Masse ruhig zu halten.
Die öffentliche Verwaltung war aufgeblasen und allgegenwärtig. Man kann von einer Überbürokratisierung und Überverwaltung sprechen, die in erster Linie jedoch juristisch, weniger verwaltungs- oder gar wirtschaftstechnisch geschult war.
Das Klainstaatentum erschwerte die wirtschaftlichen und politishcne Verhältnisse, da im Grunde nur kleine und kleinste Märkte innerhalb Deutschlands existierten. Der sich bildende Wirtschaftsliberalismus hatte mit Liberalismus wenig zu tun. Einer der wichtigsten Vertreter, Friedrich List, hatte erst ein paar Jahre zuvor, während des Exils in den USA, öffentlich empfohlen, Sklaven auch in produzierenden Gewerben einzusetzen. Der Zollverein und der starke Einsatz für ein Gesamtdeutsches Eisenbahnnetz in dieser Ecke gingen Hand in Hand mit der Vorstellung, Kleinbauern zwangsweise zu größeren Einheiten zusammenzufassen.
Der Militarismus griff um sich, aber da Deutschland in Kleinstaaten zersplittert war, war es natürlich auch das Militär. Im Grunde bildeten sich also zwei Armeen, eine preussische und eine bayerische, die auf längere Traditionen zurückgriffen und gesellschaftlichen Einfluss hatten. Was auch wiederum zur Folge hatte, das Preussen und Bayern, beide nicht unbedingt progressive Länder, sich plötzlich auch wegen Forderungen des Militärs nach Transportwegen und -mitteln an der Spitze der Eisenbahnentwicklung und des Kanalbaues wiederfanden während dazwischen ein tiefes Loch klaffte. Während also z.B. ein preussischer oder Bayerischer Bauer bereits mit dem Zug in die Stadt fuhr, trampte der hessische noch auf dem Pferdefuhrwerk. Eine indirekte Folge der Anforderungen des Militärs.
Das sind nur ein paar politische Stichworrte der Zeit, aber sie beeinflussten durchaus auch direkt Lebensverhältnisse. Nicht nur der Armen, auch der Reichen.
Gruß
Peter B.
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Hi Leute,
könnt ihr mir einige Informationen über die Arbeitsbedingungen
/ Lebenssituationen um 1840-50 geben? Man findet zwar vieles
im Internet, aber oft ist es sehr viel und ich weiß nicht, was
nun das Wichtigste ist.
Was ich bisher weiß ist, dass die allgem. Situation sehr elend
und schlecht war. Alles hat sich verschlechtert. Aber da muß
doch noch mehr wichtiges sein, oder? Was ist denn auch mit den
höheren Schichten? Haben sie die Arbeiter nur ausgebeutet?
Könnt ihr mir einige Schlagworte/Stichpunkte geben, die
diese Lebenssituation damals beschreiben würde? Links finde
ich zwar viele, aber wie schon gesagt nur sehr lange Texte, in
denen auch viele nicht wichtige Sachen erwähnt werden…
Danke im voraus, Patrick
Hallo Patrick,
ich glaube die von mir gefundene Seite beantwortet (fast) alle deine Fragen.
Der Text ist auch nicht in die Länge gezogen sondern präzise und sachlich.
Wenn du mehr brauchst dann gebe mal in der Google-Suche „leben im 19 jahrhundert“ ein. Da findest du auch diesen Link:
http://buber.de/christl/unterrichtsmaterialien/sozia…
Viele Grüße
acuario
P.S. Ich hoffe, das war keine Hausaufgabe, dafür sind wir nicht da. 
In welchem Land?
Könnt ihr mir einige Informationen über die Arbeitsbedingungen
/ Lebenssituation um 1840-50 geben?? Man findest zwar vieles
In welchem Land?
Gruss
Adam
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Gerhart Hauptmann „Die Weber“ - zum schlesischen Weberaufstand 1844
Emile Zola „Germinal“ aus Wikipedia
Germinal, 1885 erschienen, ist das Hauptwerk von Émile Zolas zwanzigbändigem Werk Das Leben der Familie Rougon-Macquart. Es beschreibt die unmenschlichen Verhältnisse in französischen Bergwerken des 19. Jahrhunderts. Zugleich beleuchtet der Roman die Konflikte, die sich nicht nur zwischen arm und reich, sondern auch zwischen den verschiedenen Versuchen, gerechtere Verhältnisse herzustellen, auftun. Ein Teil der Bergarbeiter und Bergarbeiterinnen befürwortet einen Streik, ein anderer Teil versucht, mit den Eigentümern der Gruben Einvernehmen herzustellen und zu verhandeln. Dabei wird deutlich, dass vor allem der Eigentümer kleinerer, wenig ergiebiger Gruben den auf ihm lastenden Konkurrenzdruck an die Arbeiter und Arbeiterinnen weitergibt. Sein Argument: Wenn nicht schneller und mehr Kohle gefördert wird, muss er seine Gruben schließen, und dann haben die dort Beschäftigten gar keine Arbeit mehr.
Gruß bollo
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