Arbeitslos, dann Krankengeld. Wie sieht es mit Nebenjob aus?

Also bei mir ist es etwas kompliziert. Hoffe es kann mir jemand weiterhelfen. Versuche mich kurz zu halten.
Ich war arbeitslos und bin dann karnkheitsbedingt in den Krankenstatus gekommen.
Bekam dann die Info vom AA das ich aus der Kartei arbeitssuchend genommen werde weil ich jetzt krank bin und somit nicht mehr beim AA gemeldet bin.
Hatte als ich arbeitslos war einen Nebejob wo ich ja 160 Euro dazuverdienen durfte.( ist Heimarbeit)
Frage ist nun, darf ich jetzt, wo ich ja Krankengeld bekomme und wohl nicht mehr beim AA gemeldet bin mehr dazuverdienen? Wäre max. 200 Euro. statt 160 Euro. Das krankengeld ist genauso hoch wie das Arbeitslosengeld gewesen ist. Wen ich das richig vestanden habe, bin ich nicht mehr arbeitslos sondern krank. Habe auch auf anraten meines Arztes jetzt Rente beantragt weil ich gesundheitlich nicht mehr arbeitsfähig bin.
Freu mich √ľber Infos. Danke

Hallo,
arbeitsunf√§hig heisst das Zauberwort - und wer arbeitsunf√§hig ist, der kann nicht arbeiten, egal, ob das jetzt hinsichtlich der Vermittelbarkeit (ALG-1) oder in einer Hauptbesch√§ftigung oder auch in einem Nebenjob ist. Es kann nicht sein, ausgenommen bei einer Wiedereingliederung, das jemand von der Kasse Krankengeld bezieht und trotzdem einer bezahlten T√§tigkeit nachgeht. Ich nehme an, dass dieser Nebenjob eine geringf√ľgig entlohnte T√§tigkeit ist und wenn dem so ist, bist du auch daf√ľr arbeitsunf√§hig, nur, dass es daf√ľr keinen Krankengeldanspruch gibt.
Gruss
Czauderna

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Danke f√ľr die Info. Die Frage war ja ob ich es darf. Momentan arbeite ich auch nicht in der Nebent√§tigkeit. :slight_smile:

Hallo,

da sich Arbeitsunf√§higkeit immer nur auf die konkreten Anforderungen des einzelnen Arbeitsplatzes bezieht, kann es sehr wohl eine "gespaltetene Arbeits(un)F√§higkeit geben -also AU f√ľr Job 1, aber Arbeitsf√§higkeit f√ľr Job 2.
Allerdings darf dann die T√§tigkeit in Job 2 nicht die Genesung f√ľr Job 1 behindern.
Und das Krankengeld als Versicherungsleistung kann in diesem Fall auch nicht verweigert werden - hier irrt G√ľnter.

Alberca

Danke f√ľr die Info :slight_smile:

Hallo,
nun, machen wir mal ein Beispiel - Herr Mustermann hat zwei krankenversicherungspflichtige Besch√§ftigujgsverh√§ltnisse - in dem ersten arbeiter er 20 Std. w√∂chentlich als Strassenbauarbeiter und in dem zweiten 20 Std. w√∂chentlich als Lohnbuchhalter - Aufgrund einer psychischen Erkrankung in Verbindung mit Mobbing wird Herr Mustermann arbeitsunf√§hig, was aber nur f√ľr die T√§tigkeit als Strassenbauarbeiter gilt, als Lohnbuchhalter geht er weiter arbeiten. Die Arbeitsunf√§higkeit dauert 78 Wochen und erh√§lt f√ľr die gesamte Dauer Krankengeld aus dem Besch√§ftigungsverh√§ltnis aus Besch√§ftigung als Strassenbauarbeiter.
Ich gebe zu, ein sehr theoretisches Beispiel . Es kann sein, dass so es ggf. so ist wie es Alberca beschreibt, aber in meiner Praxis ist mir kein Fall untergekommen der so gelagert war, also Krankengeld und Arbeitsentgelt aus Zweitbeschäftigung.
Das will zwar jetzt nix heissen aber ich muss mich jetzt nicht unbedingt geiirt haben.
Gruss
Czauderna

Hallo,

in meiner Firma war ein AN wegen erheblichem Mobbings aus psychischen Gr√ľnden AU.
Er hatte einen Nebenjob als Regalauff√ľller im √∂rtlichen Supermarkt. Orthop√§disch lag bei ihm nichts vor.
Der behandelnde Facharzt (f√ľr Psychiatrie) best√§tigte, da√ü der Nebenjob sich nicht negativ auf die psychische Genesung auswirken w√ľrde.
Die vom AG versuchte K√ľndigung scheiterte in zwei Instanzen vor dem ArbG und dem LAG. Eine Nichtzulassungsbeschwerde beim BAG wurde abgewiesen.
Nach l√§ngerer Therapie und Reha konnte der AN nach ca. 10 Monaten im Rahmen eines Prozessbesch√§ftigungsverh√§ltnisses wieder an seinen Arbeitsplatz zur√ľckkehren.

Alberca

Hallo,
wer trifft in einem solchen Fall die Entscheidung ob in der Zweitbeschäftigung keine Arbeitsunfähigkeit vorliegt ?
In der Praxis erf√§hrt die Krankenkasse bei einer geringf√ľgigen Besch√§ftigung sowieso nicht, ob der Versicherte dort weiterarbeitet, w√§hrend der/sie in der Hauptbesch√§ftigung arbeitsunf√§hig ist.
Auch wenn die Zweitbeschäftigung ebenso wie die Erstbeschäftigung krankenversicherungspflichtig ist erfährt die Kasse davon erst mal nix. Erst wenn es zur Krankengeldzahlung kommt wird die Kasse aktiv, wenn sie die Verdienstbescheinigung nur von einem Arbeitgeber bekommt, erst dann erfährt sie, dass der/die Versicherte dort nicht arbeitsunfähig war und ganz normal gearbeitet hat.
Nat√ľrlich wird die Kasse sich da erst mal querstellen und den oder die behandelnden √Ąrzte befragen. Wenn die √ľberhaupt etwas von der Doppebesch√§ftigung wissen ist die Frage ob auch gewusst wurde dass der/die Versicherte in der Zweitbesch√§ftigung weitergearbeitet hat.
Im Zweifelsfall wird die Kasse den MDK einschalten.
Wie schon geschrieben, ich hatte einen solchen Fall noch nie in meiner Praxis - hier war es immer so, dass die Versicherten bei Arbeitsunfähigkeit bei allen Arbeitgebern auch arbeitsunfähig waren.
Fazit aus meiner Sicht - es kann sich da immer nur um wirkliche Ausnahmefälle handeln.
Gruss
Czauderna