Arbeitslos/nebenbei selbstständig?

Hallo an alle!
Mein Mann ist seit geraumer Zeit arbeitslos und wird bald ( Juni ) auf Arbeitslosenhilfe gesetzt. Ich selbst habe einen Halbtagsjob in einem Krankenhaus.
Da mein Mann absolut keine Arbeit findet ( die gesamte Arbeitslage ist deprimierend )er ist Elektroinstallateur, fragen wir uns nun, ob er nicht neben seiner Arbeitslosigkeit nicht selbstständig im Bereich der Sat-Anlagen Installation, Aufbau, Umrüstung, Premiere oder allgemein Digital-Receiver arbeiten kann. Er bekommt ständig Anrufe, ob er nicht mal eben für einen guten Kumpel Die Anlage nachsehen kann, neu einmessen kann etc. Darf man so einfach eine Kleinanzeige in die Zeitung setzen, um zu sehen, ob sich das auch für fremde Leute lohnt, oder ist dann gleich das Arbeitsamt/Finanzamt zur Stelle und prüft, ob man einen Gewerbeschein hat? Man kann ja auch während der Arbeitslosigkeit nebenbei selbstständig sein, nur das Geld wird dann ja angerechnet. Und ohne zu wissen, ob sich sowas rentiert, möchten wir auch nicht gleich voll loslegen.
Ich weiß, das man aus der Not heraus sich nicht selbstständig machen sollte, aber mittlerweile bekommen wir wirklich Torschlußpanik, da hier einiges dranhängt, was wir dann nicht mehr bezahlen könnten.
Für ein paar Tipps wäre ich sehr dankbar!
LG,
Marion

Hallo Marion,

ich weiss, dass Du Dir oder Ihr Euch das alles bestimmt nicht ganz einfach vorstellt, aber wir leben in D (und tun so als hätte sich in den letzten Jahren nichts geändert) und da ist es viel schwieriger:

Neben dem Arbeitsamt dürfte bei Eurem Plan UNVERZÜGLICH die Handwerkskammer auf der Matte stehen und sehr deutlich zeigen, was die wirklich von Gewerbefreiheit halten - ohne Meistertitel wird da m. E. nichts gehen und die „Mitbewerber“ werden das mit Argusaugen überwachen.

Überdies gilt zu bedenken, dass bei „richtiger“ Selbstständigkeit der Preis der Arbeit erhblich teurer werden muss (Steuer, BG, Vers. usw.). Also ein Laden, der auf „Kumpelbasis“ brummt, muss keineswegs zwangsläufig eine Existenz sichern.

Hallo Marion,
Hallo Gunter!
ich weiss, dass Du Dir oder Ihr Euch das alles bestimmt nicht
ganz einfach vorstellt, aber wir leben in D (und tun so als
hätte sich in den letzten Jahren nichts geändert) und da ist
es viel schwieriger:

Neben dem Arbeitsamt dürfte bei Eurem Plan UNVERZÜGLICH die
Handwerkskammer auf der Matte stehen und sehr deutlich zeigen,
was die wirklich von Gewerbefreiheit halten - ohne
Meistertitel wird da m. E. nichts gehen und die „Mitbewerber“
werden das mit Argusaugen überwachen.
Ich denke, für Arbeiten rund um die Sat-Anlage ist kein Meistertitel erforderlich. Mein Mann möchte sich ja nicht in der Elektroinstallation selbstständig machen, denn er hat ja keinen Meister.
Überdies gilt zu bedenken, dass bei „richtiger“
Selbstständigkeit der Preis der Arbeit erhblich teurer werden
muss (Steuer, BG, Vers. usw.). Also ein Laden, der auf
„Kumpelbasis“ brummt, muss keineswegs zwangsläufig eine
Existenz sichern.

Das war meine Frage. Zu erfahren, ob sich sowas denn überhaupt lohnen würde. Deswegen möchte ich ja gerne die Anzeige in die Zeitung setzen. Es gibt doch bestimmt noch viele Leute, die keine Ahnung von den Dingern haben, sich billig eine von Med.-Markt, etc besorgen und da plötzlich vorstehen. Rentner, alleinstehende Frauen, Behörden usw.
LG,
Marion

Hi Marion,

Das war meine Frage. Zu erfahren, ob sich sowas denn überhaupt
lohnen würde. Deswegen möchte ich ja gerne die Anzeige in die
Zeitung setzen. Es gibt doch bestimmt noch viele Leute, die
keine Ahnung von den Dingern haben, sich billig eine von
Med.-Markt, etc besorgen und da plötzlich vorstehen. Rentner,
alleinstehende Frauen, Behörden usw.

Wenn Dein Mann die Voraussetzungen (vermutlich Meistertitel im Elektrohandwerk) bereits erfüllt, sollte er aus der Vorbereitung auf die Meisterprüfung noch wissen, wie man betriebswirtschaftlich kalkuliert und dann könnt Ihr doch ohne großen Aufwand einen „Testballon“ starten. Muss der Meisterbrief erst noch gemacht werden, rechnet sich der Aufwand m. E. vermutlich nicht. Im Zweifel erkundige Dich bei der nächstbesten Handwerkskammer.

Hallo!
Nein, er hat gar keinen Meistertitel. Er ist ganz normaler Elektroinstallateur. Da er sich ja aber nicht in dem Beruf selbstständig machen möchte ( wir wissen ja, das es aufgrund des Fehlens eines Meistertitels nicht geht ) möchte er sich auf Sat-Anlagen spezialisieren, denn dafür braucht er keinen Meistertitel. Er hat auch vor, sich beim Arbeitsamt noch mal genau zu erkundigen, was er darf und was er dann nicht darf.
Also doch keine Anzeige, sondern gleich Ich-AG anmelden, Gewerbeschein beantragen und dann Anzeige? Schade, das es nicht andersrum geht, denn so ist uns das Risiko einfach zu groß. Nachher ist das ganze Haus weg, weil es nicht läuft, einen Haufen Schulden und dann?
Gruß,
Marion

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Hallo Marion,

das finanzielle Risiko, welches die bloße Anmeldung eines Gewerbes mit sich bringt, ist minimal: Pflichtbeitrag zur Handwerkskammer bzw. IHK, der sich je nach Sachlage auch noch ermäßigen lässt, und die Gebühren für den Gewerbeschein selber.

Wer ab und zu aus dem Urlaub einen Kofferraum Wein mitbringt und versilbert, betreibt ein Handelsgewerbe. Pleite geht er daran nicht.

Schöne Grüße

MM

Sprich, das Ganze erst mal nebenbei laufen lassen? So das der Gewinn dann auf das Arbeitslosengeld angerechnet wird? Denn man muß dann ja von vorneherein gleich Rechnungen schreiben. Dann hat sich das mit der Ich-Ag oder überhaupt mit dem Überbrückungsgeld erledigt.
Ich sehe es schon ein, an einem Termin bei der IHK werde ich nicht vorbei kommen. Vielleicht kann man uns dort auch auf unsere spezielle Situation beraten, was das Beste für uns wäre. So aus der Ferne über das WWW ist das alles schlecht einzuschätzen.
Trotzdem vielen Dank an alle, die geantwortet haben.
Gruß,
Marion

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Hallo Marion,

ich denke es ist nicht so problematisch und auch nicht so risikoreich. Deshalb würde ich wie folgt vorgehen:

  1. Businessplan erstellen
  2. Überbrückungsgeld beantragen (bzw. Ich-AG)
  3. bei positivem Bescheid: einfach anfangen!

Wenn das Geschäft funktioniert, habt Ihr es geschafft!

Finanzielles Risiko: Null!

Gruß, Harald Kretzschmar