Arbeitslose kann nur nachts arbeiten

Hallo,

frage hier für eine Freundin (alleinerziehend, 2 Kids knapp 1 1/2 und 4 Jahre alt). Hat Elternzeit auf anderthalb Jahre gemacht und wurde am ersten Arbeitstag gekündigt. Im alten Job konnte sie die Kinder teilweise mitbringen und ihre Arbeitszeit total frei einteilen und viel von zu hause arbeiten. Anders geht es bei ihr nicht und sie hat bei der AA angegeben, dass sie nur zwischen 21 Uhr abends und 5 Uhr morgens arbeiten kann (nur in dieser zeit ist die betreuung der Kinder durch den Vater, der allerdings nicht mit im Haushalt lebt, sichergestellt) oder aber so, dass sie von zu Haus arbeiten kann oder die Kids mitbringt. Sie ist auch bereit, Tätigkeiten weit unter ihrer Qualifikation anzunehmen. Nun kam von der AA ein ablehnender bescheid, da sie dem Arbeitsmarkt nicht voll zur Verfügung stehe. Sie hat beim sachbearbeiter angerufen und der meinte, zu so komischen Arbeitszeiten gäbe es nichts und sie könne nicht verlangen, dass die Arbeitszeit auf sie zugeschnitten würde (sie will Vollzeit arbeiten und die angegebene mögliche Arvbeitszeit beträgt gerade mal 8 Stunden, so dass sie sehr unflexibel wäre). Er meinte, sie könnte ja einen Widerspruch einlegen, aber er sage auch ihr gleich, das sei zwecklos.
Seht ihr das auch so? das kann ja wohl nicht wahr sein - da will sich eine junge Mutter nicht auf die faule Haut legen und einen auf Hatz IV machen und kriegt dann solche Knüppel vor die Beine geworfen?!

Freu mich auf eure Antworten!

Hallo,

also mit den Arbeitszeiten hat das AA recht. Zumindest was die Jobaussichten angeht.

Zu viel Ehlichkeit ist beim AA nicht angebracht. Sie sollte schauen, dass sie ganz normale Verfügbarkeit angibt.

Sie könnte schauen, dass sie mit anderen Alleinerziehenden die Betreuung koordiniert. Mal die eine, mal die andere. Irgendwann können die Kinder in den Kindergarten.

Die Alternative ist das Sozialamt. Auch nicht viel besser.

Ich denke, viele Arbeitgeber sind da schon weiter. Sie kann ja bei der Bewerbung fragen. Vielleicht gehts ja.

Sie könnte sich selbständig machen. Je nach Beruf, den sie gelernt hat. (6 Monate Unterstützung mit dem vollen Arbeitslosengeld + Zusatzkosten. Zumindest war das vor 2 Jahren mal so) Jedenfalls keine Ich-AG. Und nach einem halben Jahr kann sie sich noch umentscheiden, wenn es nicht geklappt hat.

Mehr (Besseres) weiss ich leider auch nicht dazu.

Gruß

Peter

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Hallo teddy,

Für den Bezug von alg I müssen 3 Voraussetzungen vorliegen -> http://www.gesetze-im-internet.de/sgb_3/__118.html eine davon = „arbeitslos“
Dazu sagt das SGB folgendes http://www.gesetze-im-internet.de/sgb_3/__119.html und unter anderem

_"(5) Den Vermittlungsbemühungen der Agentur für Arbeit steht zur Verfügung, wer

  1. eine versicherungspflichtige, mindestens 15 Stunden wöchentlich umfassende zumutbare Beschäftigung unter den üblichen Bedingungen des für ihn in Betracht kommenden Arbeitsmarktes ausüben kann und darf,…"_

Was die Agentur unter den „üblichen Bedingungen“ versteht, weiß ich auch nicht, aber vermutlich ist das der springende Punkt. Ich würde einen Widerspruch auf jeden Fall versuchen unter dem Aspekt, dass sie ja ansonsten die anderen Bedingungen erfüllt. Schaden kann es zumindest nichts.

MfG

Moin,

frage hier für eine Freundin (alleinerziehend, 2 Kids knapp 1
1/2 und 4 Jahre alt).
angegeben, dass sie nur zwischen 21 Uhr abends und 5 Uhr
morgens arbeiten kann

das ist doch Wahnsinn. Wann will die Frau den schlafen ?

Seht ihr das auch so? das kann ja wohl nicht wahr sein - da
will sich eine junge Mutter nicht auf die faule Haut legen und
einen auf Hatz IV machen und kriegt dann solche Knüppel vor
die Beine geworfen?!

Hartz IV ? Das dürfte es nur geben, wenn sie dem Arbeitsmarkt zur Verfügung steht, falls ich mich nicht irre. Sicher kann sie auch auf eigene Faust versuchen, sich einen Job für nachts zu suchen, aber wie lange will sie das denn durchhalten, tagsüber die Kinder und nachts arbeiten ?

Das ältere Kind dürfte ja schon im Kindergarten sein. Also schnell eine Tagesmutter oder einen Krippenplatz für das Kleinere suchen und dann nach ganz normalen Halbtagsjobs zu ganz normalen Tageszeiten Ausschau halten. Das würde ich zumindest raten.

Gruß
Marion

Hallo,
richte deiner Freundin aus, dass sie auf jeden Fall Widerspruch einlegen soll. Die AA wird momentan die meisten Fälle einfach ablehnen. Sobald die kleinsten Abweichungen sind, und für die Bearbeiter Probleme auftauchen - wird abgelehnt. Ich habe das selber durchgemacht, seit Juni letzten Jahres mach ich mit denen rum und reiche einen Widerspruch nach dem anderen ein. Und siehe da, es hat sich gelohnt. Ich bekomme mein Recht! Es wird wohl hart und nervenaufreibend, aber am Ende wird sich das gelohnt haben. Sie soll nur darauf achten, dass sie sachlich aber auch hartnäckig bleibt. Ich weiß wie schnell das geht wenn man sein Recht hat und nicht bekommt.Denn die armen Mitarbeiter dort sind selbst total überfordert und wissen oftmals nicht genau Bescheid. Ständig Änderungen und Erweiterungen.
Ich hoffe ich habe ein wenig helfen können. Für weitere Fragen (genauere Details und Informationen) steh ich gerne zur Verfügung.

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hallo

Hartz IV ? Das dürfte es nur geben, wenn sie dem Arbeitsmarkt
zur Verfügung steht, falls ich mich nicht irre.

3 Stunden täglich.

Das ältere Kind dürfte ja schon im Kindergarten sein. Also
schnell eine Tagesmutter oder einen Krippenplatz für das
Kleinere suchen und dann nach ganz normalen Halbtagsjobs zu
ganz normalen Tageszeiten Ausschau halten. Das würde ich
zumindest raten.

Das ist ein guter Tip, finde ich.

Viele Grüße
Thea

Das ältere Kind dürfte ja schon im Kindergarten sein. Also
schnell eine Tagesmutter oder einen Krippenplatz für das
Kleinere suchen und dann nach ganz normalen Halbtagsjobs zu
ganz normalen Tageszeiten Ausschau halten. Das würde ich
zumindest raten.

Das ist ein guter Tip, finde ich.

Viele Grüße
Thea

Hallo Leute - ihr seid ja echt lustig. Nettoverdienst in einem gut bezahlten Halbtagsjob: etwa 800 Euro. Plus Kindergeld und Unterhalt für die Kids: ungefähr 1500 Euro. Kosten für Miete, Strom, Rundfunk, Telefon, Auto, Versicherungen: 1100 Euro. Kosten für Kindergarten: 100 Euro. Kosten für Krippenplatz: 200 Euro. Bleiben 200 Euro zum Leben für 3 Personen… Ihr seht also, ohne Fulltime-Job geht da nicht wirklich was. Das mit der Doppelbelastung ist natürlich hammerhart, aber für meine Freundin ist alles besser als Hartz IV (naja, ich weiß - korrekt heißt das jetzt Sozialgeld oder so…) und bis zum finalen Burn out will und muss sie da wohl durch. Ob das für die Kids so gut ist, steht natürlich auf einem anderen Blatt.

Danke jedenfalls für eure Antworten!

Hallo

Hallo Leute - ihr seid ja echt lustig. Nettoverdienst in einem
gut bezahlten Halbtagsjob: etwa 800 Euro.

Na ja, dann kann sie sich ja auch einen Ganztagsjob suchen. Sie kann ja auch ganztags eine Tagesmutter und einen Ganztagsplatz bei der KITA haben. Ist doch bestimmt besser für die Kinder als bei einer Mutter, die den ganzen Tag schläft oder müde ist.

Bleiben 200 Euro zum Leben für 3 Personen…

Mit Hartz 4 würden ihr auf jeden Fall mehr bleiben. Vielleicht ist ihre Wohnung so, dass sie ihr nicht genehmigt würde. Das heißt aber nicht, dass sie umziehen müsste, sie würde lediglich nicht ihre komplette Miete bezahlt kriegen.

Und da sie ja zusätzlich arbeiten würde, wovon sie mindestens 100,- Euro komplett selbst behalten darf, und vom Rest auch einen Teil, könnte sie das ja vielleicht auch finanzieren.

Kindergarten- und Krippenplatzkosten fallen m.W. bei ALG-4-Empfängern nicht an, das zahlt der Staat.

Auto muss allerdings selbst finanziert werden, wenn sie es aber für ihre Arbeit braucht, kann sie die Kosten dafür als Werbungskosten absetzen, so dass sie von ihrem Arbeitseinkommen mehr als 100,- behalten dürfte.

Ohne Hartz 4 könnte sie übrigens wenigstens Wohngeld beantragen.

… Hartz IV (naja, ich weiß - korrekt heißt das jetzt Sozialgeld
oder so…)

Nein, Hartz 4 und Sozialgeld sind 2 unterschiedliche Dinger. Da deine Freundin arbeitsfähig ist, würde sie Hartz 4 bekommen.

und bis zum
finalen Burn out will und muss sie da wohl durch. Ob das für
die Kids so gut ist, steht natürlich auf einem anderen Blatt.

Ja eben, und ob es für sie selbst auf die Dauer gut ist, fragt sich doch auch. Wieso will sie denn nicht wenigstens die staatlichen Unterstützungen nehmen, die sie kriegen kann?

Und auf jeden Fall wäre es doch hundert mal besser als so. Jetzt kriegst sie doch garnichts, oder?

Viele Grüße
Thea