Hallo Arbeitnehmer,
man hat doch gesetzlich verbindlich festgeschrieben oft 30 Jahre in die Arbeitslosenversicherung eingezahlt. Wo ist das Recht was die damals zugesagten Zahlungen des Arbeitslosengeldes/hilfe betrifft. Mir hat mein Arbeitsvermittler vor 3 Jahren noch versichert das man bis zur Rente ggf. die ALH erhält. Eben aus den bereits eingezahlten Leistungen als Arbeitnehmer. Wo ist das Geld geblieben?? Warum klagen jetzt nicht Millionen dagegen?? Ich möchte vom Staat schon wissen was er damit gemacht hat. Auch möchte ich wissen was man von seinen ehemaligen Versprechungen bzw. Verbindlichen Zusagen, was die Zukunft betrifft, halten soll. Die letzten Berichte in Funk, Presse, Fernsehen sehen echt dramatisch für die Betroffenen aus.
mfG ein Betroffener
(((
Hallo Reinhard!
Warum so schweres, verbales Geschütz? Die verbreitet üblichen Maulereien und das Gemosere mit unzutreffenden Behauptungen und Halbwahrheiten macht die Kritiker unglaubwürdig.
Schon immer war das Arbeitslosen geld eine Versicherungsleistung. Hat man Beiträge bezahlt, gibt es zeitlich begrenzt eine Leistung und zwar unabhängig vom vorhandenen Vermögen des Arbeitslosen. Das bleibt auch so.
Schon immer war die Arbeitslosen hilfe eine steuerfinanzierte Leistung, deren Höhe sich an der Bedürftigkeit des Empfängers orientierte. Und ebenfalls schon immer - nur in einer zum Vorgenannten parallel existierenden Verwaltung - gab es Sozialhilfe, die sich an der Bedürftigkeit des Leistungsempfängers orientierte.
Die Neuerung besteht nun darin, daß die beiden parallelen Verwaltungen für Arbeitslosenhilfe (nicht Arbeitslosengeld!) und Sozialhilfe zusammengefaßt werden und in kommunale Verantwortung übergehen. Die Leistung heißt fortan ALGII. Verwaltungsvereinfachung, das hört sich doch vernünftig an- oder etwa nicht? Neu ist ferner, daß anrechnungsfreie Zuverdienstmöglichkeiten erweitert wurden und daß überhaupt die Vermittlung in Arbeit welcher Art auch immer im Vordergrund steht. Weil das auf dem Arbeitsmarkt in vielen Fällen schwer bis unmöglich ist, haben sich die Kommunen um die Schaffung sinnvoller Beschäftigungsmöglichkeiten zu kümmern. Auch das hört sich in meinen Ohren überaus vernünftig an.
Wo liegt der behauptete Betrug? Es geht nicht um Versicherungsleistungen!
Gruß
Wolfgang
Hallo Wolfgang,
ist alles richtig, was Du geschrieben hast. Alerdings ist die meist höhere Arbeitslosenhilfe der geringeren Sozialhilfe angeglichen worden. Dies war vor der letzten Wahl anders versprochen. Ist zumindest Wahlbetrug.
Grüße Michael
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Hallo Michael!
Allerdings ist die meist :höhere Arbeitslosenhilfe der :geringeren Sozialhilfe
angeglichen worden. Dies war :vor der letzten Wahl anders
versprochen. Ist zumindest :Wahlbetrug.
An ein Wahlversprechen, daß HartzIV zuwider läuft, erinnere ich mich nicht. Kann aber auch an meiner Erinnerung liegen. Halte ich aber auch nicht für entscheidend, denn man springt bei alleiniger Betrachtung der monatlichen Zuwendungen zu kurz. Kürzung allein ist nicht der Punkt, (zumal es nicht in jedem Fall zu Kürzungen kommen wird), sondern neben der Verwaltungsvereinfachung und der Dezentralisierung des Problems steht die Betreuung der Betroffenen im Vordergrund.
Umdenkprozesse kommen nicht von allein in Gang. War Arbeitslosen- und Sozialhilfe in vielen Fällen die Endstation mit dem Zuwarten auf Rente, steht mit ALGII jede zumutbare Arbeit im Vordergrund.
Meine persönliche Bewertung: Wir haben uns in D zu bequem eingerichtet und verschulden das Gemeinwesen alljählich höher. Ich selbst lebe in einer Gemeinde Ostdeutschlands, überaltert und mit überdurchschnittlich hohem Anteil an Hilfeempfängern. Es gibt ein paar engagierte Menschen in der Gemeinde, die Altentreffen und das Gemeindeleben organisieren, die im Gemeinderat mitarbeiten, als Schöffe tätig sind oder bei irgendwelchen Aktionen, für die das Geld fehlt, eigenhändig anfassen. Unter diesen Menschen findet sich kein Hilfeempfänger. Das mag Zufall sein. Die Gegend ist landwirtschaftlich geprägt. Neben Getreide ist es vorzugsweise Gemüseanbau mit personalintensiver Ernte. Hundertschaften von Polen erledigen den Job, wobei es sich keineswegs um 2-Euro-Hungerlöhne handelt. Hilfeempfänger sind nicht dabei. Mag immer noch Zufall sein… Alljährlich verlassen rund 10% eines jeden Jahrgangs die Schulen ohne Hauptschulabschluß. Die Bedeutung wenigstens eines minimalen Bildungsabschlusses scheint sich immer noch nicht herumgesprochen zu haben. Zu viele Zufälle.
Wie kann man Menschen verdeutlichen, daß sie für ihr Schicksal im wesentlichen selbst verantwortlich sind? Das Schimpfen über diesen Sachverhalt ist überall zu hören. Gangbare Alternativen hörte ich bisher nicht. Statt dessen laufen die Vorstellungen unverblümt auf höhere Schulden und lebenslange Versorgung ohne Gegenleistung hinaus.
Wir haben ein Werteproblem in unserer Gesellschaft. Ein Arbeitnehmer gibt ohne weiteres 1000 Euro für eine Sonderlackierung oder Alufelgen am Auto aus; der gleiche Betrag für eine all-inclusive-Urlaub ist ebenfalls kein Problem. Käme jemand auf die Idee, solchen Betrag für jährliche Fortbildung zu fordern, würde er für verrückt erklärt. Das Gejammer fängt schon bei 50 Euro für Schulbücher an. 50 Euro für eine Eintrittskarte beim Fußball oder als Beitrag für den Schützenverein gehen aber. Wir sind ein weithin in Verblödung und am eigenen Fett in Versorgungsmentalität erstickendes Volk.
Gruß
Wolfgang
Der Fragesteller hat mit seinem Betrugsvorwurf
schon Recht ! Auf der moralischen Ebene !
Auf der Ebene der Wahlversprechen !
Andererseits kann ich nicht nachvollziehen, wie es Leute
gibt, die über lange Jahre ohne Anstellung waren und nicht
mal nen Aushilfsjob fanden…da stimmt was nicht !
Der Hauptvorwurf an die gesamte Politik ist aber, dass
keine Wege aufgezeigt werden. Es wird Druck gemacht und
Ende !
Als die Grünen angetreten sind, Politik zu machen, war es
eine grosse Bewegung, eine Familie. Es gab Ideale und
Ziele. Nato-Doppelbeschlüsse bsplw. Umwelt usw.
Heute ist die Situation anders. Die Grünen sitzen auf ihren
Posten und setzen Dinge durch, von dem die eigene
Wählerschaft oft nicht ahnt, welcher Blödsinn da in
Gesetze gestoppft wird.
Was Schröder-Hartz angeht ist es so, dass Perspektiven
fehlen, geschweige denn Aussichten auf neue Arbeitsplätze.
Das ist das, woran es krankt !
Ich-AG ja, beim Arbeitsamt ! Aber bitte nur so was, was
Meisterfrei ist beim Ordnungsamt. Und schon gar nicht gegen
andere Vorschriften. Komm bloss nicht einfach auf die
Idee und bau Dir ne fahrbare Pommes-Bude auf einen
Anhänger und stell Dich irgendwo hin. Meinetwegen vermiete
doch die geerbte Scheune an der Nordsee an Pfadfinder
oder als Heu-Hotel - aber etwa 10. Behörden sind vor den
ersten Gästen dort !
Die Katze beisst sich in den SChwanz - das ist das Problem !
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Hhuuhh, recht heftig, aber ich muß zustimmen.
Hallo Wolfgang.
Der von dir geschriebene untenstehende Abschnitt mag für viele recht heftig sein
aber ich meine das du völlig Recht hast.
Wir haben ein Werteproblem in unserer Gesellschaft. Ein
Arbeitnehmer gibt ohne weiteres 1000 Euro für eine
Sonderlackierung oder Alufelgen am Auto aus; der gleiche
Betrag für eine all-inclusive-Urlaub ist ebenfalls kein
Problem. Käme jemand auf die Idee, solchen Betrag für
jährliche Fortbildung zu fordern, würde er für verrückt
erklärt. Das Gejammer fängt schon bei 50 Euro für Schulbücher
an. 50 Euro für eine Eintrittskarte beim Fußball oder als
Beitrag für den Schützenverein gehen aber. Wir sind ein
weithin in Verblödung und am eigenen Fett in
Versorgungsmentalität erstickendes Volk.Gruß
Wolfgang
Muß man jedes Jahr im Urlaub wegfahren oder fliegen?
Wird das neue, auf Pump gekaufte, Auto wirklich benötigt?
Ich vermute mal das inzwischen 80% aller Neufahrzeuge auf Pump gekauft werden.
Den Gürtel enger schnallen und nicht so viel Jammern, das haben die NachNach-Kriegsgenerationen nicht mehr kennengelernt.
Ich eigentlich auch nicht.
Gruß
Robert
Meines Wissens ist noch nie ein Politiker wegen gebrochener Wahversprechen verurteilt worden ist, und hartzIV ist natürlich nur die umsetzung von gesetzen. Daher halte ich juristische maßnahmen für ungeeignet. Es ist aber meines erachtens nach eine typisch deutsche eigenschaft, sich am stammtisch aufzuregen, und immer zu fluchen „jemand müsste einfach mal…“
mach doch mal!!! eine klage am bundesverfasungsgericht ist doch weitgehend kostenneutral. Es gab doch meine persönlichen, politischen helden… wie hiess der fussballer? „bosnan“ oder so, der das europäische transfer-recht gekippt hat, eine junge frau die ihre möglichkeit des kampfeinsatzes in der bunderswehr erstritten hat.
Ohne uns damit auseinanderzusetzn, meckern wir erst mal laut, schimpfen auf wirtschaftsbosse und politiker und setzen uns lieber in einen biergarten, statt einen brief an den zuständigen abgeordneten zu schreiben.
Die Auffassung, dass es moralisch zumindest fragwürdig ist, dass jemand, der vielleicht 30 jahre gearbeitet hat und statt eines eigenheims (geschützt) lieber aktien gekauft hat (ungeschützt) nun keine arbeitslosenhilfe mehr bekommt, teile ich…
Aber mach doch selber mal was, zeig uns doch mal, wie es geht…
wenn ich sehe, dass die nächste generation, zwar alle handymodelle kennt, aber keine 2 bundespräsidenten zusammenkriegt befürchte ich, dass sich diese entwicklung fortsetzt, wir erhalten hier unkkritische, politisch wenig gebildete bürger, die leicht zu regieren sein werden… hauptsache markenklamotten und ein schickes handy…
Demokratie? - weiss gar nicht genau, was das ist, aber nice to have…
Wählen? - sonntags habe ich was vor
Nachrichten? - es kommt doch big brother, ich muss morgen mitreden
Zeitung lesen? - Lieber die bravo (gibts die noch?), die ist bunt
Die abnehmende Wahlbeteiligung (z.B. die letzte Europawahl) stützen meine Befürchtungen. Dieses system war nicht umsonst, sondern ist von den alt-68ern (inklusive steinewerfer joschka) hart erkämpft worden…
- *gähn* läuft hier kein „top of the pops“?
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Vorsicht
Hallo Robert,
Den Gürtel enger schnallen und nicht so viel Jammern, das
haben die NachNach-Kriegsgenerationen nicht mehr
kennengelernt.
Weiterer Konsumverzicht ist das letzte, was dieses Land mit seiner bereits bestehenden hohen Sparquote braucht. Denn die mangelhafte Binnennachfrage und die schlechte Stimmung ist für mich das gravierendste Problem, was wir derzeit haben. Wenn wir nicht aufpassen, stehen wir bald da, wo die Japaner vor 10 Jahren waren. Und die fangen jetzt erst an, sich langsam davon zu erholen…
Grüße
Jürgen
Hi Wolfgang,
ich kann Dir größtenteils zustimmen, auch ich kenne Beispiele von Jugendlichen, die ohne Schulabschluß daheim rumsitzen. (Papa hat ja DSL-Flat, also weißt Du, was die den ganzen Tag so machen)
Ich will nicht alle ALH-Bezieher über einen Kamm scheren. gerade im Osten habe ich auch ab und zu den Verdacht, daß sich Resignation breit macht. die dann Aktivitäten zur Jobsuche lähmt. (Wenn ein Mensch keine Aufgabe sieht, hat er weniger Motivation, sich zu engagieren)
Bei denen wird wohl eine sinnvolle AB-Maßnahme (oder wie sich das dann nennt) nach ALGII vielleicht wieder etwas wecken, oder?
Wurde bei Dir vor Ort versucht, diese ALH-Empfänger direkt anzusprechen, damit sie eingebunden werden? Manche Arbeitslose fühlen sich ohne Arbeit eher als Aussätzige und wollen aus Scham sich nicht einbringen…
Gruß
Winni
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Hallo Winni!
Wurde bei Dir vor Ort :versucht, diese ALH-Empfänger :direkt anzusprechen, damit sie eingebunden werden?
Ja. Anfang des Jahres wurde im Landkreis eine gemeinsame Anlaufstelle der Bundesagentur für Arbeit und des Trägers der Sozialhilfe geschaffen. Jeder einzelne Betroffene wird zunächst zu einem Einzelgespräch vorgeladen. Dabei wird der besonderen Situation vor Ort Rechnung getragen, daß nämlich viele Menschen überhaupt nicht mehr an einen irgendwie strukturierten Tagesablauf gewöhnt sind. Schon die Einhaltung eines Termins stellt viele vor Probleme. Nebenan gibts einen Raum, in dem PC-Schulungen abgehalten werden. Schulung ist etwas zu hoch gegriffen, es geht weniger um PC-Kenntnisse, als vielmehr darum, wie bei Erstklässlern die Menschen daran zu gewöhnen, zu einem bestimmten Zeitpunkt zu erscheinen und sich begrenzte Zeit mit einer Sache zu beschäftigen. Im Vorgespräch wird sortiert, weil natürlich nicht alle Leute so deutlich an die Hand genommen werden müssen.
Es sind ganz dicke Bretter, die zu bohren sind. Die Heranführung an Arbeit ist das erste Ziel. Vorher macht es nicht einmal Sinn, für Arbeit zu sorgen. Ein Betrieb, der Arbeitskräfte braucht, findet trotz 20% Arbeitslosenquote kaum einsatzfähige Mitarbeiter. Bei vielen Betroffenen müssen Veränderungen im Kopf beginnen. Da gibt es Ideologen, die felsenfest überzeugt sind, was immer geschieht, dient nur ihrer Versklavung. Da gibt es die innerlichen Rentner; Leute zwischen 40 und 50, die innerlich mit Arbeit abgeschlossen haben und auf das Rentenalter warten. Da gibts viele Schwerkranke, die unentwegt jappsen und jammern, denen aber bei genauem Hinsehen überhaupt nichts fehlt. Es gibt viele Menschen, die der besonderen Art der Geborgenheit in der DDR nachtrauern, wo alles geregelt war, wo Arbeitslosigkeit nie und mangelhafte Qualifikation kaum ein Thema war. Außerdem gibts einen beträchtlichen Anteil von Leuten mit Alkoholproblemen … es ist beliebig bunt. Die meisten Betroffenen warten darauf, daß jemand klar ansagt, was zu tun und zu lassen ist. Aus eigenem Antrieb strukturiert ein Ziel zu verfolgen, ist vielen Leuten völlig fremd. Sie können bestenfalls das in einem Schritt unmittelbar erreichbare Ziel anpeilen. Mehrere Schritte, also nicht unmittelbar vorgegebene kompliziertere Strukturen zu verfolgen, überfordert schon. Für eigene Ideen und eigene Initiative fehlen alle Grundlagen, angefangen beim Selbstbewußtsein.
Würde man all diesen Menschen weiterhin einfach nur Geld geben, nähmen sie es bis zur Rente. Man muß sich um jeden einzelnen kümmern, Hilfe bieten und wo dauerhaft Unwille zu erkennen ist, Sanktionen greifen lassen.
Auch die Gemeinden müssen sich an die neue Situation gewöhnen. Es gibt Arbeit genug. Keinem Betrieb gehen Aufträge verloren und es geht nicht um das Aufsammeln von Hundekot. Es wird unendlich viel Böswilliges unterstellt von Leuten, die die Situation nicht kennen oder nicht zur Kenntnis nehmen wollen.
Gruß
Wolfgang
Hallo Wolfgang,
es ist bei weitem nicht so, dass ich Deine Argumentation nicht nachvollziehen könnte. Allerdings ist das immer nur eine Seite der Medaille.
Wenn ich von 4,5 Mill. Arbeitlosen fordere, sie sollen arbeiten, sonst kürze oder streiche ich die Unterstützung, dann brauche ich 4,5 Mill. Arbeitsplätze und nicht 300.000. Ich kenne duraus eine ganze Reihe von Menschen, die sich die Finger wund schreiben an Bewerbungen und die keinen Job mehr kriegen. Da wird Sozialhilfeempfängern Gartenarbeit in Parks zugewiesen und Gartenbaubetriebe, die deshalb keine Auftrräge mehr erhalten, müssen dafür Landschaftsgärtner entlassen. Was für ein Wahnsinn!
Ich bestreite nicht, dass es Auswüchse gibt, die Du beschrieben hast. Aber ich bestreite, dass das die Regel ist.
Grüße Michael
Hallo Wolfgang,
klar, daß die Menschen erstmal wieder einen geregelten Ablauf lernen müssen.
Ich denke, daß man stellenweise vielleicht (noch) besser fahren würde, den Menschen eine Aufgabe zu geben, und sie dabei anzuleiten, Kontinuität in ihr Leben zu bringen und sie so vielleicht auch wieder in die Gesellschaft zu integrieren. („Ergotherapie“)
Wie wäre es denn, wenn ein arbeitsloser Handwerker regelmäßig mit Kindern (Kindergarten, Hort, Jugendzentrum) was bastelt?
Wenn er eine Aufgabe findet, die Achtung genießt, bekommt er bestimmt mehr Motivation…
Aber ich denke, daß für solche Projekte, die sich kurzfristig nicht finanziell rentieren würden, wenig Mittel bereitstehen würde.
In meiner Heimatstadt hatte die Stadt kein Geld mehr, die Blumenkübel außerhalb des Zentrums zu pflegen und hat diese ausgeschrieben, daß sich Grundstücksbesitzer melden könnten, daß diese vor deren Haus abgestellt werden, und diese dann von denen bepflanzt und gepflegt werden. Das Interesse war überwältigend (bis zu 5 Anfragen/Kübel).
Gruß
Winni
Hallo Jürgen.
Hallo Robert,
Den Gürtel enger schnallen und nicht so viel Jammern, das
haben die NachNach-Kriegsgenerationen nicht mehr
kennengelernt.Weiterer Konsumverzicht ist das letzte, was dieses Land mit
seiner bereits bestehenden hohen Sparquote braucht. Denn die
mangelhafte Binnennachfrage und die schlechte Stimmung ist für
mich das gravierendste Problem, was wir derzeit haben. Wenn
wir nicht aufpassen, stehen wir bald da, wo die Japaner vor 10
Jahren waren. Und die fangen jetzt erst an, sich langsam davon
zu erholen…
In einem Land in dem ich als Arbeitnehmer inzwischen nicht mal ansatzweise
notwendige Ausgaben planen kann, da von heute auf morgen neue und/oder höhere Zwangsausgaben auf mich zukommen, ist es nicht leicht zu leben und zu planen.
Also werden notwendigerweise „nichtnotwendige“ Ausgaben gaaanz hintenangestellt.
Wenn Konsumverzicht bedeutet nur das Lebensnotwendige incl. eines gewissen Luxus, muß ich mich wohl als Konsumverweigerer outen.
Ich spare auch auf größere Ausgaben hinzu. Macht das heutzutage noch jemand?
Ich denke die wenigsten, es gibt doch so schnell und leicht Kredit.
Aber wo keine Arbeit=kein Geld=kein Konsum.
Und insgesamt gesehen denke ich auch noch, auch wenn es sich widerspricht, das es uns Gesamdeutsch gesehen immer noch gut geht.
Wir haben die Talsohle noch lange nicht erreicht und mich ärgert es das es so schleichend geht. Lieber ein Ende mit Schmerzen als Schmerzen ohne Ende.
Grüße
Jürgen
Gruß
Robert
PS:
Versuche mal ab 1.1.05 jemanden mit ALGII zu finden der „konsumiert“.
ich glaube, ich bin hier richtig…
Hallo @ all.
Mit viel Spannung habe ich die Einträge hier gelesen und konnte auch oft zustimmend nicken - aber nicht immer !
Ich möchte einfach mal etwas über mich erzählen und hoffe, daß jemand einen guten Tip für mich hat…
Also, los gehts…
Ich habe eine Ausbildung zum Technik Informatiker, kenne mich in der EDV Branche sehr gut aus. Meine Hauptthemen sind Support IBM komp. PC´s, Netzwerktechnik und PC Sicherheit. Meinen derzeit höchsten Ausbildungsgrad nennt sich „Master Certified Novell Engineer“ Weiterhin habe ich auch div. elektronische Kenntnisse. D.h. ich kenne mich auch mit der Hardware aus - nicht nur einfaches Kartentauschen. Ich greife auch schon mal zum Lötkolben
Durch meine verschiedenen Tätigkeiten in div. Firmen habe ich sehr viel allgemeines Wissen im EDV Bereich sammeln können, so dass ich in der Lage bin, Probleme schnell und dauerhaft zu lösen! Da ich Bj. 66 bin kann man mich wirklich nicht mit den allgemeinen Mausklickern vergleichen - Berufserfahrung ca. 15 Jahre!
Leider ging ich ausnamslos zu neuen Firmen wenn die alten Pleite waren ( Nein, ich war das nicht
)
Meine ltz. Tätigkeit in einem Globalen Telekomunikations Unternehmen war zwar hier und da etwas stressig aber immer fair. Es hat mir sehr viel Spaß gemacht und die Kolegen waren einfach spitze.
Dann wurde „meine“ Firma von einer anderen übernommen. Meine Position war plötzlich doppelt besetzt - meine Fürsprecher entlassen - mich kannte man nicht in der neuen Firma - und weg…
Meine Einbildung : Ich, mit meiner Qualifikation, finde innerhalb kurzer Zeit einen neuen Job !!!
Das war vor über 2 Jahren…
Vom Arbeitsamt habe ich bis heute 2 ( in Worten ZWEI ) Stellengesuche bekommen. Über Zeitungen und hauptsächlich per Internet ( jobpilot ) habe ich bis heute ca. 120 Bewerbungen geschrieben. (kaum eine Antwort) Vom AA werde ich in ltz Zeit öfter durch die Gegend geschickt ( wir, die Firma xxx versprechen Ihnen einen Job innerhalb von 3 Monaten )ich sage nur : Statistik
Klar - ich sitze zuhause rum, surfe im Netz und verfalle in Selbst blablabla…
Eigentlich gehe ich zu diversen Firmen und arbeite dort - einfach so.
Vor kurzem war ich oft in einer Firma tätig ( Systemhaus )die mich wirklich einstellen wollten - wow, war ich glücklich !!!
Heute sind sie Pleite ;-(
Da ich derzeit noch AH bekomme, ist es mir noch möglich, 50 km zu fahren und zu zeigen, was ich kann - in der Hoffnung, jemand will mich einstellen.
Das wird sich wohl bald ändern…
Jetzt mal zu euch - was sagt ihr dazu? was soll ich tun? hat jemand einen Job für mich? ( am liebsten Rhein-Main - muss aber nicht sein )
Ich freue mich auf eure Nachricht
Gruß
Peter
PS: meine Berufsbezeichnung nannte sich „IT Support Manager“ 55k / Jahr
Hallo,
ist ja ganz schön all die Beiträge zu lesen, nur leider geht einges an der Realität vorbei.
Ich bin seit vielen Jahren Personalvermittler, habe täglich mit Arbeitslosen zu tun und kann nur jedem raten, der ALG II als positiv vertritt, dass er mal sagen soll, wo in der heutigen Wirtschaft für diejenigen die über 45 Jahre sind, noch adäquate Jobs her kommen sollen.
Ab 50 ist man heute (fast) unvermittelbar.
Das Arbeitsamt kann sich gar nicht vemehrt um Stellenvermittlung kümmern, weil die gar nicht da sind. Wo sollen die denn herkommen???
Was hier betrieben wird ist die vorsätzliche (?) Inkaufnahme, dass Menschen, die zig Jahre gearbeitet haben in die Armut und ggfls. Obdachlosigkeit getrieben werden.
Nur sehen das heute viele noch nicht, da das Thema noch nicht transparent genug dargestellt wird.
Wer kennt denn die wirklichen Sätze des ALG II?? Man sollte sich das mal genau anschauen.
Das kann man jemandem, der 30 Jahre brav gearbeitet hat, nicht mehr vermitteln.
Wenn die ersten paar tausend Menschen nicht mehr wissen, wovon sie im ALDI ihr Essen kaufen sollen, dann werden sie auf die Strasse gehen, wie schon einmal vor vielen Jahren.
Die ersten Demos waren heute in Ostdeutschland ja schon.
Hier liegt ein Sprengstoff größten Außmaßes für unser Sozialsystem.
Und das Schlimmste ist, wie teilweise hier auch am Brett, es hat ein Wettlauf über Ideen zum Sozialdumping eingesetzt.
Keine Krankenkasse zahlt mehr einem Mitglied eine Brille. Was macht denn der ALG II bezieher, der versucht wieder als LKW Fahrfer eine Arbeit zu bekommen, wenn er sich bei Verlust keine neue mehr leisten kann???
Das ist Realität in Deutschland.
Grüsse
Claudia
PS: Wir hatten noch nie so viele Bewerber, die letztendlich bereits konkret ihre Auswanderung planen; und die Guten gehen immer zuerst…