Arbeitslosigkeit Wahlthema Nr.1 ?

Hallo liebe Politikfreunde,

Darf ich als „Aussenstehender“ auch etwas zu Eurer nächsten Bundestagwahl bemerken ?
Die Sozi gewannen leztmals hauptsächlich mit dem Versprechen: „die Arbeitslosigkeit zu reduzieren“
Die Union versucht jetzt mit dem gleichen Thema zu gewinnen.
Will man dieses „Hosenwechselspielchen“ in der BRD, die nächsten 50 Jahre so weitertreiben ?

Nach dem 2 WK gab es auch Arbeitslosigkeit wie auch vorher.
Der „kalte Krieg“ dämpfte diese einwenig, durch sinnlose Rüstung auf beiden Seiten.
Durch Inovation konnte man, nach dem Zusammenbruch der glorreichen UDSSR, die Arbeitslosigkeit zwischen den Blöcken hin-und herschieben. Nun sind wir endgültig am Ende! Alles perfekt, die Lager übervoll, Ergebnis:
Arbeitslosigkeit in Amerika, Europa und Japan !, dazu beginnen die Entwicklungsländer die Ihnen geschenkten Maschienen und Werkzeuge zu nutzen. Beispiel: Hemd bei Migros (made Taiwan) für nur sFr 15.- erhältlich !
Damals 1947 (Lehre bei Sulzer) stand hinter jeder Maschiene ein Handwerker, heute produzieren 100 CNC- Automaten,Tag und Nacht von wenigen Spezialisten betreut.
Werden also Bedarfsgüter weltweit wenigstens 10 mal schneller produziert, müsste man die Wochenarbeitszeit von damals 48 Std auf 5 Std reduzieren. Berücksichtigt man den gestiegenen Lebensstandart (Luxus)allerhöchstens * 2 Std * pro Tag weltweit.

Wenn also irgend ein Politiker heute behauptet er könne die
Arbeitslosigkeit reduzieren, dann nur wenn die Klosettdeckel ab sofort aus Holz geschnitzt werden.

Also lasst doch den netten Gerhard nochmals 4 Jahre pröbeln, ist billiger als immer wieder neue Hosen „grins“

Gruss vom alten Mann aus dem Urwald

Fritz

Seh ich zwar ähnlich, aber Du hast glatt den Wandel zur Dienstleistungsgesellschaft unterschlagen.

Ich muss auch ehrlich sagen dass mich das Thema Arbeitslosigkeit nicht so brennend interessiert, weswegen ich z.b. keinen Grund sehe, die jetzige Regierung abzuwählen. Die Arbeitslosigkeit ist zwar ein Problem, auch eines, dass sozialen Brennstoff darstellt, aber es gibt noch andere, und da seh ich bei der Union weder Konzept noch Köpfe.
Und zum andern: Wenn ich mir die Statistiken anschaue, wer eigentlich zum Grossteil arbeitslos ist, kommen mir schon Zweifel, ob man das irgendwie „von oben“ ändern könnte. Ungelernte Hilfsarbeiter, Jugendliche ohne Schulabschluss, Ausländer oder Kinder von Ausländern mit schlechten Deutschkenntnissen, „alte“ Arbeiter (gelernt) mit Fähigkeiten, die man einfach nicht mehr braucht… ich persönlich kenne nur einen Menschen, der arbeitslos geworden ist (biologe), der hat mit sturem Willen geackert und ist jetzt selbstständig im EDV-Bereich… es scheint ja zu gehen, wenn man ein wenig Hirn und Willen hat. Aber beides kann einem weder Herr Schröder noch Herr Stoiber geben, das muss man schon selbst haben.

Gruss

Hallo liebe Politikfreunde,

Darf ich als „Aussenstehender“ auch etwas zu Eurer nächsten
Bundestagwahl bemerken ?

Warum nicht? Die Schweiz hat schon immer des Pudels Kern gekannt… oder geglaubt zu kennen :smile:)))

Die Sozi gewannen letztmals hauptsächlich mit dem Versprechen:
„die Arbeitslosigkeit zu reduzieren“
Die Union versucht jetzt mit dem gleichen Thema zu gewinnen.
Will man dieses „Hosenwechselspielchen“ in der BRD, die
nächsten 50 Jahre so weitertreiben ?

Wenn du arbeitslos bist oder indirekt davon betroffen bist, wirst Du dieses Thema auch als wichtig ansehen. Du hörst in den Nachrichten fast jeden Tag: „die Firma yx stellt ab Januar x-tausend Arbeitskräfte frei.“ (was nichts anderes heißt, als: sie wurden entlassen. In eine ungewisse Zukunft! In eine persönliche Katastrophe) Die Angst, dass es demnächst Dich trifft, ist dann besonders hoch.

Nach dem 2 WK gab es auch Arbeitslosigkeit wie auch vorher.
Der „kalte Krieg“ dämpfte diese einwenig, durch sinnlose
Rüstung auf beiden Seiten.
Durch Inovation konnte man, nach dem Zusammenbruch der
glorreichen UDSSR, die Arbeitslosigkeit zwischen den Blöcken
hin-und herschieben. Nun sind wir endgültig am Ende! Alles
perfekt, die Lager übervoll, Ergebnis:
Arbeitslosigkeit in Amerika, Europa und Japan !, dazu beginnen
die Entwicklungsländer die Ihnen geschenkten Maschienen und
Werkzeuge zu nutzen. Beispiel: Hemd bei Migros (made Taiwan)
für nur sFr 15.- erhältlich !

Hier täuscht Du Dich: Taiwan ist kein Entwicklungsland. In manchen Bereichen sind wir in Europa Taiwan gegenüber Entwicklungsland.
Die wenigsten „Dritte Welt-Länder“ können mit Maschinen Euopa Konkurrenz machen. Außerdem ist die Zeit der Maschinenlieferung zur Entwicklungshilfe schon Jahre vorbei. Die Werke, die Europa geliefert hat, stehen teilweise als Ruinen in der Landschaft. Ceylon hat es geschafft, im Textilbereich sich zu etablieren, Ungarn ebenso. Übrigends: weißt Du, wie Ceylon es geschafft hat? Sie haben den Firmen kostenlos Grundstücke zur Verfügung gestellt´, 10 Jahre absolute Steuerfreiheit und noch ein paar vergünstigungen. Es wurde angenommen. Dieses Beispiel sollten sich mal die deutschen Kommunen durchdenken.

Damals 1947 (Lehre bei Sulzer) stand hinter jeder Maschine
ein Handwerker, heute produzieren 100 CNC- Automaten,Tag und
Nacht von wenigen Spezialisten betreut.

Hier liegt ein Problem: die Automatisierung war damals in den Kinderschuhen. Heute sind wir auf dem besten Wege, den Menschen vollkommen zu ersetzen. Eine Maschine arbeitet 24 Stunden, macht keinen Urlaub ist nicht krank… Soll heißen: sie ist wesentlich rentabler als Menschen. Und bringt mehr Gewinn. Diese Überlegung funktioniert vorerst noc… so lange die potenziellen Abnehmer noch Finanzmittel haben, um die Produkte abzukaufen. Ist es eines Tages geschafft, dass die Menschen für die Produktion und Verwaltung überflüssig geworden sind, gibt es in Deutschland 80.000.000 Arbeitslose, die ernährt werden müssen. Nicht arbeitende kommen auf dumme Gedanken(Überlegung: was bin ich wert? Wer ist an meinem Unglück schuld?..)Der Keim für einen Maschinensturm ist gelegt.

Wenn also irgend ein Politiker heute behauptet er könne die
Arbeitslosigkeit reduzieren, dann nur wenn die Klosettdeckel
ab sofort aus Holz geschnitzt werden.

Es wird vermutlich nie mehr eine Vollbeschäftigung geben. Der Trend wird eher in die Arbeitslosigkeit führen. „Endlich ist der Mensch von der Mühsal der täglichen Arbeit befreit und hat Muße, sich kreativ zu beschäftigen“ Soll heißen: er hat sich selbst überlebt, sich selbst entwertet.

Also lasst doch den netten Gerhard nochmals 4 Jahre pröbeln,
ist billiger als immer wieder neue Hosen „grins“

Die kosten doch auch nicht mehr. Das einzige, was dann an zusätzlichen Kosten kommen wird, ist, dass der Fuhrpark Schröders (Audi) in BMW umgetauscht wird.
Grüße
Raimund

Hallo Fritz,

Du hast wesentliche Gründe für die Arbeitslosigkeit auf den Punkt gebracht: Marktsättigung, gestiegene Produktivität und weltweiter Wettbewerb. Genau diese Analyse vermisse ich bei unseren Politikern aller Farben, die statt dessen an den Symptomen kurieren.

Man kann noch so viele Dienstleistungen erfinden, sie setzen voraus, daß es Kaufkraft gibt. Man kann noch so viele Arbeitsplätze subventionieren, wenn dort nur alte Produkte produziert werden, verdrängen subventionierte die nicht subventionierten Anbieter. Gewonnen ist am Ende nichts. Davon abgesehen, mangelt es in etlichen Regionen an einem selbständigen Mittelstand, insbesondere in den neuen Ländern. Dort existiert noch viel stärker als in den alten Ländern eine Kultur der Abhängigkeit, des Wartens auf die Anweisung. Schließlich ist ein Teil der Arbeitslosen mangelhaft qualifiziert oder steht dem Arbeitsmarkt nur mit Einschränkungen zur Verfügung. Ein weiterer Teil hat sich in der Arbeitslosigkeit mehr oder weniger bequem eingerichtet.

Ich sehe überall gutwillige Leute, die mit ihren Vorschlägen dem Problem der Massenarbeitslosigkeit entgegen treten wollen. Aber leider sehe ich nur wenig ideologiefreie Analytik. Einige Gedanken, etwa die Förderung selbständiger Existenzen, sind z. B. den Gewerkschaften gegen den Strich gebürstet. Ein Selbständiger hat mit Gewerkschaften meist nicht viel im Sinn und die Mitarbeiter des kleines Betriebes sind für Parolen mit Trillerpfeifen und Fähnchen nicht so leicht zu erreichen und zu haben wie die Beschäftigten eines Großbetriebes. Oder bringe einmal grünen oder roten Abgeordneten, die früher als Sozialpädagogen tätig waren, den Leistungsgedanken näher. Die haben wahrscheinlich überhaupt keine Ahnung, wovon die Rede ist. Das ist ein weiteres Problem: Die Entfremdung der zumeist aus dem öffentlichen Dienst stammenden politischen Kaste von der Realität. Da hörte ich Herrn Özdemir als Erklärung für seinen Kreditbedarf sagen, er hätte nicht gewußt, was an Steuern auf ihn zukommen würde. Keinem Malermeister mit Hauptschulabschluß wäre solche Erklärung über die Lippen gekommen. Sie wäre ihm gewiß zu dumm gewesen.

Wenn Du aus meinen Aussagen meinen möglichen Hang zu den C-Parteien heraus liest, bist Du gründlich schief gewickelt. Ich benutze nur die Grünen und Roten als Beispiele für einseitige, ideologisch vernagelte Sichtweisen. Das nur deshalb, weil sich das C-Lager kaum äußert, was denn nun anders werden soll.

Therapeuten gibts es viele. Es fehlen die Diagnostiker. Das Arbeitsmarktproblem ist wegen des enthaltenen Sprengstoffs bis hin zur Staatsverschuldung ein zentrales Problem. Aber es ist eben auch vielschichtig. Es gibt nicht die eine einzige Lösung. Jede einzelne Ursache für Arbeitslosigkeit verlangt ihre spezifische Lösung. Leider höre ich ohne Ausnahme von sämtlichen Politikern nur Halbsätze. Immer nur die letzte Hälfte eines Zusammenhangs, immer nur einen Lösungsvorschlag, der ohne Benennung der Problemzielgruppe völlig witzlos ist.

Wir haben Regionen, die sich stetig entvölkern und überaltern, wo es im Gebiet von zig Quadratkilometern keinen einzigen Arbeitsplatz gibt. Wir haben aber auch Regionen mit einem gesunden Verhältnis von offenen Stellen und Arbeitsuchenden. Wo es keinen einzigen Arbeitsplatz gibt, kann man mit noch so viel Druck auf die Arbeitslosen nichts ausrichten. In solcher Umgebung mit niedriger Kaufkraft bringt es auch nichts, sich mit einer regional angebotenen Dienstleistung selbständig zu machen. Da muß z. B. gezielte Förderung für produzierendes Gewerbe mit überregionalem Markt her. Auf diese Weise kreist nicht nur Geld zwischen den örtlichen Sozialhilfeempfängern, sondern es kommt Geld von außen für produzierte Ware. Wenn es volkswirtschaftlichen Sinn machen soll, darf es nicht der zigste Massenartikel sein, der billig produziert anderweitig Löcher reißt, sondern im optimalen Fall ein neuartiges Produkt.

Ob der Bayer oder der Niedersachse in den nächsten 4 Jahren die Richtlinien der Politik bestimmt, wird vermutlich keinen Unterschied machen. Die vergangene Legislaturperiode war sicher zu wenig, um etwas in Bewegung zu setzen. Mich enttäuscht aber die immer wieder präsentierte „Erfolgsbilanz“ der Regierung. Man spricht von Steuerreform und REntenreform. Ach Gottchen! Da haben sie an winzigen Stellschräubchen ein kaum wahrnehmbares Stückchen gedreht, ein paar Tarife verschoben und nennen es „Reform“! Nein, rundherum zu dürftig, zu zaghaft, nicht nachhaltig. Aber das kann vermutlich bei großen Volksparteien nicht anders gehen. Insofern ist es wieder völlig egal, wen man wählt.

Wenn es Kanzler und Außenminister nicht mit Adenauer halten (was schert mich mein Geschwätz von gestern), scheint außenpolitisch ein Unterschied erkennbar zu werden. Ein eigener europäischer Weg statt bedingungsloser Solidarität wäre ein Unterschied, wenn er denn den Wahltag überdauert.

Gruß
Wolfgang