Arbeitsmedizin: Heben von Lasten

Hallo Wissende,

gängige Lehrmeinung von Arbeitsmedizinern ist es wohl, beim Anheben von Lasten mit gerader, leicht nach vorne geneigter Wirbelsäule in die Knie zu gehen um die Last durch Strecken der Beinmuskulatur zu heben. Dabei wird angeblich die Wirbelsäule geschont.

Vor einiger Zeit glaube ich aber in einer seriösen Zeitschrift gelesen zu haben, dass viele Arbeitnehmer, die sich diesen Bewegungsablauf angeeignet hatten, gesundheitliche Schwierigkeiten (Versteifung der Wirbelsäule) bekamen. Angeblich sind die Wartezimmer von Orthopäden voll von solchen Opfern.

Mich interessiert natürlich Eure Einschätzung. Außerdem wäre ich dankbar für einen Link zu diesem speziellen Thema. Ich habe den oben angesprochenen Artikel im Internet leider nicht mehr gefunden.

Freundliche Grüße aus Mainz

H.-J. Schneider

Hallo Hans-Jürgen,

Vor einiger Zeit glaube ich aber in einer seriösen Zeitschrift
gelesen zu haben, dass viele Arbeitnehmer, die sich diesen
Bewegungsablauf angeeignet hatten, gesundheitliche
Schwierigkeiten (Versteifung der Wirbelsäule) bekamen.
Angeblich sind die Wartezimmer von Orthopäden voll von solchen
Opfern.

wie soll dies zustande kommen?

Kann nicht folgendes dort gestanden haben (das du evl. in der Eile verwechselt hast): Lasten so zu heben wird empfohlen _gerade wenn_ man eine versteifte Wirbelsäule hat?

Eine solche Wirbelsäulenversteifung entsteht im Rahmen verschiedener Operationen; z.B. bei manchen Formen der Bandscheiben-OP oder auch bei starker Skoliose (Seitwärts-Verkrümmung) oder Kyphose (vorwärtsgerichtete Verkrümmung, „Buckel“) werden einige wenige bis viele Wirbel mit Titanimplantaten versteift.
Dies ist z.B. bei mir der Fall; aufgrund einer sehr starken Skoliose musste bei mir fast die gesamte Wirbelsäule (beginnend vom Nacken bis zum letzten Lendenwirbel) versteift werden, sodass mir jegliches Bücken nur noch möglich ist, indem ich in die Hocke gehe.

Es würde mich auch interessieren, was andere zu dem Thema sagen und auch, ob der Artikel noch auffindbar ist (und was darin tatsächlich steht).

Viele Grüße,
Nina

Moin, Hans-Jürgen,

gesundheitliche Schwierigkeiten (Versteifung der Wirbelsäule)

die Versteifung der Wirbelsäule ist kein Leiden, das man sich zuzieht, sondern eine Maßnahme, zu der der Orthopäde greifen muss, wenn die Bandscheiben restlos lädiert sind. Dabei werden einzelne Wirbel an einer Metallkonstruktion fixiert.

Mich interessiert natürlich Eure Einschätzung.

Die Empfehlung, die Du zitiert hast, ist völlig korrekt.

Gruß Ralf

… Nachtrag
Hallo Hans-Jürgen,

und das

Vor einiger Zeit glaube ich aber in einer seriösen Zeitschrift gelesen :zu haben, dass viele Arbeitnehmer, die sich diesen Bewegungsablauf :angeeignet hatten, gesundheitliche Schwierigkeiten (Versteifung der :Wirbelsäule) bekamen

kann dann im Kontext schon passieren (in die Hocke gehen -> Wirbelsäulenversteifung), nur die Ursache-Wirkung-Kette ist eine andere (und eben nicht: in die Hocke gehen führt zu versteifter Wirbelsäule):
Der Patient hat bereits eine Wirbelsäulenproblematik, soll sich von nun an so verhalten, leider ist dann doch die OP (mit Versteifung) nötig. Demzufolge sitzen in den Wartezimmern Leute, die sich genau so verhalten haben und danach eine Wirbelsäulenversteifung haben… (und sich nun erst recht so verhalten müssen).

Viele Grüße,
Nina