Hallo
ich arbeite seit ein paar Jahren als Steuerfachangestellte und mir fällt schon morgens das Aufstehen schwer, weil ich den Beruf sooo schrecklich finde.
Mich interessiert das alles nicht und ich verstehe überhaupt nicht, wie ich auf die Idee gekommen bin so etwas zu lernen.
Von morgens bis abends das machen, was für jeden Menschen ein jährliches Übel ist, nämlich die Steuererklärung.
Ich wundere mich immer über meine Kolleginnen, wenn ich sehe wie die voller Interesse über der Arbeit sitzen, das kann ich überhaupt nicht verstehen, wie jemanden so ein Scheiß Spaß machen kann.
Wenn z.B. mal wieder ein Streit mit dem Finanzamt gewonnen wurde, gibts ne Flasche Sekt, ich finde das alles nur total lächerlich, als ob es nichts wichtigeres auf der Welt geben würde als Geld.
Am liebsten würde ich noch mal von vorne anfangen und ne Ausbildung zur Krankenschwester machen, aber bin sehr ruhig, da würde ich sicher sowieso ne Absage kriegen.
Dreht man da nicht irgendwann durch, wenn man jeden Tag Arbeit machen muß, die überhaupt nicht zu einem paßt?
Wie würdet ihr das denn machen? Hättet ihr den Mut und würdet ernsthaft versuchen, euch nach was neuem umzugucken, oder würdet ihr die Zeit da absitzen und euch 9 Stunden auf den Feierabend freuen?
! Ich habe damals sogar noch abends den Fachwirt angehängt, irgendwie dachte ich, wenn ich nun mal schon dabei bin, dann mache ich’s auch „richtig“. Ich wagte nicht, einen ganz neuen Anfang zu machen. Hat ja auch finanzielle Aspekte, die Miete und der sonstige Lebensunterhalt müssen ja erarbeitet werden. Aber es war nicht meine Welt, ich kann nicht so geradeaus und brav denken wie meine Kollegen, die niemals etwas hinterfragten, alle Produkte genau so verkauften, wie es von oben diktiert wurde, ohne eigenes Nachdenken, die auch im ganzen Wesen recht langweilig waren - abgesehen von ganz wenigen Ausnahmen (habe noch zwei Freundinnen aus dieser Zeit *g*). Ich kam mir jeden Tag mehr und mehr vor wie im falschen Film.