Arbeitsplatz

Hallo

ich arbeite seit ein paar Jahren als Steuerfachangestellte und mir fällt schon morgens das Aufstehen schwer, weil ich den Beruf sooo schrecklich finde.
Mich interessiert das alles nicht und ich verstehe überhaupt nicht, wie ich auf die Idee gekommen bin so etwas zu lernen.
Von morgens bis abends das machen, was für jeden Menschen ein jährliches Übel ist, nämlich die Steuererklärung.
Ich wundere mich immer über meine Kolleginnen, wenn ich sehe wie die voller Interesse über der Arbeit sitzen, das kann ich überhaupt nicht verstehen, wie jemanden so ein Scheiß Spaß machen kann.
Wenn z.B. mal wieder ein Streit mit dem Finanzamt gewonnen wurde, gibts ne Flasche Sekt, ich finde das alles nur total lächerlich, als ob es nichts wichtigeres auf der Welt geben würde als Geld.
Am liebsten würde ich noch mal von vorne anfangen und ne Ausbildung zur Krankenschwester machen, aber bin sehr ruhig, da würde ich sicher sowieso ne Absage kriegen.

Dreht man da nicht irgendwann durch, wenn man jeden Tag Arbeit machen muß, die überhaupt nicht zu einem paßt?

Wie würdet ihr das denn machen? Hättet ihr den Mut und würdet ernsthaft versuchen, euch nach was neuem umzugucken, oder würdet ihr die Zeit da absitzen und euch 9 Stunden auf den Feierabend freuen?

Hallo Meike,
weiß nicht wie alt Du bist, aber egal, mach was neues. Eine Freundin von mir ist jetzt 37 und hat vor ein paar Monaten eine Ausbildung zur Gärtnerin begonnen weil ihr der alte Job nicht gefallen hat. Bis jetzt hat sie es nicht bereut, wenn auch in der Berufschule nur 17jährige sitzen. Es ist immer gut einen Neuanfang zu wagen, und wenn Du ein ruhiger Mensch bist, bist Du in einem Krankenhaus doch prima aufgehoben. Die Menschen dort brauchen solche Leute, die einfühlsam sind und keine Haudegen.
Ich wünsche Dir viel Glück und Mut bei Deinem Neuanfang.
Liebe Grüße
Sabine

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Ich empfehle dir auch auf jeden Fall, was anderes zu lernen!
Der Beruf ist doch einfach ein zentraler Teil deines Lebens, der Spaß machen muss! Und es lohnt sich auf jeden Fall, dafür zu kämpfen: falls du Absagen bekommst, weiterprobieren!!!

Mach auf jeden Fall was neues, alles andere wäre Selbstmord.

Grüße
Stefan

Hallo Meike,

ich kann Dich da als Ex-Banker soooo gut verstehen :wink: ! Ich habe damals sogar noch abends den Fachwirt angehängt, irgendwie dachte ich, wenn ich nun mal schon dabei bin, dann mache ich’s auch „richtig“. Ich wagte nicht, einen ganz neuen Anfang zu machen. Hat ja auch finanzielle Aspekte, die Miete und der sonstige Lebensunterhalt müssen ja erarbeitet werden. Aber es war nicht meine Welt, ich kann nicht so geradeaus und brav denken wie meine Kollegen, die niemals etwas hinterfragten, alle Produkte genau so verkauften, wie es von oben diktiert wurde, ohne eigenes Nachdenken, die auch im ganzen Wesen recht langweilig waren - abgesehen von ganz wenigen Ausnahmen (habe noch zwei Freundinnen aus dieser Zeit *g*). Ich kam mir jeden Tag mehr und mehr vor wie im falschen Film.

Bei mir gab es zwei wichtige Punkte: Einmal eine (Fehl-)Diagnose eines Arztes (nix lebensbedrohliches, aber sehr einschneidend), nach der ich mich intensiv gefragt habe, ob es richtig ist, sich jeden Tag zu verbiegen. Das Leben ist eigentlich viel zu kurz dafür, man sollte seine Zeit nicht vergeuden !

Kurz danach aber hat sich unsere erste Tochter angemeldet, und spätestens da gab es den wichtigen Ruck, dass ich in dieser Branche nur noch arbeiten werde, wenn es existenziell absolut unumgänglich ist. Ich habe die Babyzeit zu einer Weiterbildung genutzt und mich selbständig gemacht, was in meinem Fall allerdings nur aufgrund der Erstausbildung so möglich war.

Ich kann Dir sagen, es war SOOOOOO ein tolles Gefühl, als ich alle meine geschäftlichen Unterlagen in der Personalabteilung abgegeben hatte und FREI war ! Wenn ich heute in die Bank gehe, kann ich mir nicht mehr vorstellen, dass ich jeden Tag dort verbracht habe *grusel* !

Deshalb auch von mir der Rat: Schmeiß den Job hin und werde Krankenschwester ! Du wirst es schaffen ! Ich kann mir auch vorstellen, dass es bei einer Bewerbung gut ankommt, wenn sich mal jemand mit etwas mehr Lebenserfahrung und innigem Berufswunsch vorstellt - das sind Pluspunkte für Dich.

Ich wünsche Dir viel Erfolg !

Viele Grüße,

Inselchen

Du hast nur ein Leben, willst Du das damit verbringen, etwas zu tun, was Dir nicht gefällt? Ich denke, gerade im Kranken- und Pflegebereich werden in Zukunft auch immer mehr Arbeitskräfte gesucht.

Viel Glück!

hi!

also ich würde dir sofort raten ne ausbildung zur Krankenschwester zu machen…
Ich weiß ja nicht wo du wohnst aber zbs in österreich gibt es auch die Ausbildung zur MTF …(medizinisch technische fachkraft) hier arbeitet man dann entweder im Labor röntgen oder physiotherapie …sowas könnt ich dir auch sehr empfehlen (mach ich auch :smile:

Du lebst nur einmal-also mach was draus sonst wirst du es später sehr bereuen und nicht nur später in wirklichkeit bereust du es ja jetzt schon jeden tag an dem du nicht zur tat schreitest…
also viel mut!
Liebe grüsse
olga

Hallo Meike!

Dreht man da nicht irgendwann durch, wenn man jeden Tag Arbeit
machen muß, die überhaupt nicht zu einem paßt?

Ich habe nach dem Abi ein BA-Studium gemacht (3 Jahre immer abwechselnd 3 Monate BWL-Studium und 3 Monate Praktikum) und habe schnell gemerkt, daß mich BWL nicht wirklich interessiert und auch in den Praktika habe ich wie Du meist nur die Stunden abgesessen. Deshalb habe ich nach Abschluß meines ersten Studiums begonnen, Informatik zu studieren und bin sehr froh über diese Entscheidung. Das Lernen war keine Quälerei mehr wie in meinem ersten Studium und ich hatte plötzlich recht gute Noten, weil ich mit großem Interesse bei der Sache war. In der Zwischenzeit habe ich auch mein zweites Studium abgeschlossen und einen Job gefunden, der mir sehr viel Spaß macht! :smile:

Hättet ihr den Mut und würdet
ernsthaft versuchen, euch nach was neuem umzugucken, oder
würdet ihr die Zeit da absitzen und euch 9 Stunden auf den
Feierabend freuen?

Aus eigener Erfahrung kann ich nur sagen, suche Dir einen Beruf, der Dich wirklich interessiert! Nur dann wirst Du Spaß an Deiner Arbeit haben und gute Leistungen bringen!

Grüße, Tanja

Hallo Meike,

ich kenne das, einen Job zu haben, den man hasst, wenn man morgens erst gar nicht aufstehen will und wenn sich einem beim Reingehen ins Büro der Magen schon umdreht.

Es gibt Menschen, denen ihr Job egal ist, Hauptsache das Geld ist jeden Monat pünktlich auf dem Konto. Ich kann damit nicht leben und du kannst es offensichtlich auch nicht. Wie die anderen würde auch ich dir empfehlen, beruflich das zu machen, was du möchtest, selbst wenn es Einsatz erfordert. Oder kannst du dir vorstellen, die nächsten Jahrzehnte bis zur Rente in diesem Job zu verbringen?

Die negativen Gefühle die du jetzt schon hast werden sich vermutlich nur noch steigern, das kann z. B. in einer Depression etc. enden und zusätzlich dürfte es sich zu irgendwelchen körperlichen Krankheiten auswirken, also mach dich seelisch und körperlich nicht kaputt!

Viel Erfolg und nur Mut!

Grüße
Kris

Hallo

Hi,

Steuerfachangestellte
sooo schrecklich

Ich würde erstmal sehen, ob ich nicht meine Arbeitsstunden reduzieren kann, am besten halbe Stelle. Wenn das im bisherigen Betrieb nicht geht, würde ich durchaus auch nach anderen Angeboten Ausschau halten. Damit würde die Arbeit zum Job und du hättest mehr Zeit für dich und andere(s). Von da aus könntest du in Ruhe weiter sehen.

Gruss
Voy

Hallo Meike,
ich weiss nicht, wie alt Du bist, aber aus Deiner Angabe, dass Du erst seit dein paar Jahren in Deinem Beruf arbeitest, schließe ich, dass Du noch nicht soooo alt bist…
Es ist also noch Zeit, etwas beruflich zu ändern und das solltest Du auch tun, denn Du hast nur EIN Leben!
Hast Du schon mal drüber nachgedacht, inwieweit auf Deinem Beruf etwas aufbauen kannst?
Ich kenne zum Beispiel einige Leute, die ursprünglich eine Ausbildung im Bank- oder Steuergewerbe hatten und dann ein Sozialpädagogikstudium mit Schwerpunkt Schuldnerberatung draufgepackt haben. Damit konnten sie ihre Kenntnisse im bisherigen Beruf nutzen und trotzdem was völlig neues draus machen.
Informier Dich doch mal allgemein über Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten in Deinem Beruf, vielleicht ist ja was dabei, das Dich anspricht und weiterbringt.

Viele Grüße
Jens

Hallo Meike,

Ich glaube, die Albernheit der Kollegen nervt Dich viel mehr als der Job. Vielleicht kannst Du ja die Firma wechseln oder einen Karriereschritt nach oben machen? Aber laß Dir Zeit und gönne Dir auch, die Langeweile zu geniessen.

Bevor Du umschulst würde ich zudem versuchen, mich sozial zu engagieren. Du hast doch einen lauen Job und kannst die angesammelte Energie in der Freizeit auf alle Leute loslassen, die nicht auf der Sonnenseite des Lebens stehen. Als Krankenschwester hast Du diese Energie nicht dauerhaft und es gibt in Deutschland viel mehr Bedarf als man so mitbekommt. Vom Gymnastikkurs beim ortsansässigen Sportverein über Kinderbetreuung für VHS-Kursteilnehmer oder Schule bis zu Mediation gibt es eine vielzahl von Positionen, die nicht durch geldgierige "Pflege"kräfte überrannt sind. Und man glaubt es kaum, aber auch jede Partei hat einen Ortsverein und freut sich über jeden, der sich engagiert. Oder Du gründest eine Selbsthilfegruppe für Frauen, die über ihren Arbeitsplatz frustriert sind.

Im Internet gibt es ja auch viel Abwechslung.

Erst wenn Du alles andere versucht hast, würde ich Umschulen, denn dann gibt es kein zurück mehr, denke ich. Das, was Du jetzt machst, kannst Du so gut daß es Dich anödet. Ein traumhafter Zustand, finde ich!

Aber Du darfst das natürlich ganz anders sehen! :smile:

Gruß + viel Spaß bei allem was Du anpackst!

Andy

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