Arbeitsplatzverlagerung ins Ausland

Hi!

Ich interpretiere und phantasiere: Aus Egoismus, die eigenen
Ziele zu verwirklichen unterstützt du die Globalisierung,
damit Du Ihr später entfliehen kannst.

Du möchtest ihr entfliehen, weil Du sie verteufelst. Ein
schrecklicher Kreislauf.

Nein, mehr ein alter englischer Wahlspruch:
„If you can’t beat them, join them!“

Grüße
Heinrich

… die Folge ist (siehe Link)
Hi yonkyu

Einige Konzerne kündigen an, weitere Arbeitsplätze ins Ausland
zu verlagern. Aus Kostengründen versteht sich.

bei uns geht das fast nimmer, da fast nix mehr da ist.

Die Gewerkschaften halten dagegen, nennen aber keine mir
bekannten Vorschläge, wie man die Grätsche zwischen „teuren
Arbeitsplätzen“ in Deutschland und Wettbewerbsfähigkeit der
Konzerne bewältigen will.

Das hat sich bei uns auch erledigt, da die Bevölkerung
bei uns „ausstirbt“.

Andere Konzerne, die in „Billiglohnländern“ arbeiten lassen,
haben einen Wettbewerbsvorteil. Wenn man da mithalten will hat
man praktisch keine andere Wahl, als da mitzuziehen, sonst
wird man vom Markt verdrängt.

Nu ja…
bewerb dich mal in einem Unternehmen bei uns und frag, was du
hier verdienen würdest.
Wärst erstaunt.

Die Deutschen haben im Schnitt den meisten Urlaub, die
niedrigste Arbeitszeit bei gleichzeitig dem höchsten Entgelt
im internationalen Vergleich. Ist doch klar, dass Konzerne auf
die Idee kommen, Arbeitsplätze zu verlagern.

Beispiel: Ein Call Center Agent in Istanbul arbeit 45 Stunden
die Woche, wobei Samstag und Sonntag als Werktag gelten und
bekommt 11 Tage Urlaub mit einer Bezahlung von ca. 1000 Euro,
was in Istanbul ein durchaus akzeptables Gehalt ist.

das kannst du als CCA auch bei uns haben,
und das Arbeitsamt spielt sogar mit und vermittelt
dieser Agentur Leute.

Dazu kommt, dass die Arbeitsgesetze „lockerer“ sind. Es gibt
keine Spät- Nacht- oder Wochenendzuschläge. Der Arbeitgeben
braucht nichts zur Sozialversicherung dazuzugeben, es gibt
keine Betriebsräte usw.

was bei uns noch an Unternehmen da ist,
zahlt zum Teil auch keine Zuschläge mehr.
Sozialleistungen gibts, wenn überhaupt (Arbeitnehmer werden
nicht angemeldet/versichert) nur das gesetzliche Minimum.

Die Kosten eines Call Center Agenten betragen in Deutschland
ca. 40.000 - 60.000 Euro während man in Istanbul auf ca.
20.000 Euro kommt.

die Zahlen von den CC bei uns kenn ich nicht.
Aber bei den Verdienstmöglichkeiten bei uns könnt das auch
hinkommen (20.000 Euronen)

Andere Argumente wie "Ausbildung ist schlechter, Infrastruktur
ist schlechter, usw. " kenne ich. Die Zeiten haben sich aber
geändert, desweiteren „wiegen“ diese Argumente nicht so sehr
wie die Kostenfrage.

bei uns versucht jeder, sich davor zu drücken, Azubis einzustellen
(Argumente: „Weiß ja nicht, wie lange es uns noch gibt.“)

Wie haben ja schon in Deutschland ein bemerkenswertes Gefälle.
Arbeitskosten sind in Ostdeutschland niedriger als in
Norddeutschland und dort niedriger als in Süddeutschland.
Speziell Call Center siedeln sich daher eher im Osten und
Norden des Landes an.

Haha… da kennst du die Südwestpfalz nicht.
Und die Arbeitslosenzahlen hier sprechen Bände.

Also: Wie soll es weiter gehen?

im Landkreis Südwestpfalz siehts so aus, dass alle, die Abwandern
können, weg gehen (Arbeitgeber UND Arbeitnehmer!)
http://www.regionova.de/html/SWPZentral.html

Wie können wir die Arbeitplätze in Deutschland halten?

warum sollten wir sie halten, wenn wir, wenns so weitergeht,
keine Arbeitnehmer mehr hier haben?
Gruß *wink* Daggi

Hallo,

Du denkst wohl, alles außer Europa lebt noch in der Steinzeit.

Nein, natürlich nicht.

Microsoft lässt in Indien programmieren

Ja, was dabei rauskommt, sieht man ja.

Intel in Israel
entwickeln (der Centrino-Prozessor kommt aus Israel)

Die Löhne in Israel brauchen sich hinter den deutschen bestimmt nicht verstecken. Aber die Gefahr, dass größere Fertigungsstätten von Deutschland nach Israel verlagert werden besteht wohl kaum, bei der politischen Lage.

, deutsche
Markenfahrräder stammen aus Schweissautomaten in China,

Warum das betreiben von Maschinen in China billiger sein soll, weiss ich allerdings nicht.

Computerplatinen aus Taiwan.

Fujitsu-Siemens produziert diese auch durchaus konkurrenzfähig in Deutschland.

Das lässt sich zu marktgerechten Preisen nicht in Deutschland
herstellen.

Eben doch. Man muss es allerdings wollen und man muss im Management nicht immer nur Bullshit-Bingo spielen. Da geht es aber hauptsächlich darum, fette Gehälter zu sichern, nicht etwa die Firma voran zu bringen. Das ist wohl auch der Unterschied zwischen Managern und Unternehmern.

Gruß

Fritze

Hi,

http://www.wahlalternative-2006.de/article15-thread-…

der Mann ist Gewerkschaftler und Volkswirt. Die Betrachtung ist zwar nicht vollständig, aber dennoch sehr gut.

Gruß
Frank

aussterbende Deutsche
Hallo Karin,

Also: Wie soll es weiter gehen?
Wie können wir die Arbeitplätze in Deutschland halten?

vielleicht brauchen wir zukünftig viel weniger Arbeitsplätze
in Deutschland.
Die deutsche Bevölkerung stirbt aus - mangels Nachkommen.

auch das ist so ein Gerücht, das immer wieder gestreut bzw. verwendet, aber nie hinterfragt wird. Zunächst ein Kommentar frei nach Mark Twain/Samuel Clemens. Zu seiner Zeit neigte der Mississippi aus verschiedenen Gründen dazu, jedes Jahr ein gutes Stück kürzer zu werden. Clemens schrieb irgendwann mal, daß der Mississippi in x Jahren nur noch 25 Kilometer (ode rso) lang sein würde.

Will sagen: Nicht jede Hochrechnung macht Sinn.

Tatsache ist, daß die Geburtenrate in Deutschland niedrig ist. Bis sich das nennenswert auswirkt, vergeht mindestens eine Generation, also 30-35 Jahre. Wenn wir solange warten, um unser Arbeitsmarktproblem zu lösen, ist sowieso alles vorbei.

Weiterhin sorgen unsere ausländischen/zugezogenen Mitbürger zu erheblichem Teil für Ausgleich der deutschen Reproduktionsunwilligkeit, so daß man schon eher eine Überfremdung (um das fiese Wort mal zu benutzen) vermuten muß. Weiterhin wird es auch in Zukunft kontrollierten und unkontrollierten Zuzug geben.

Zuletzt: Sollte sich irgendwann mal ein nennenswerter Bevölkerungsrückgang ergeben, so werden sich freier Wohnraum, entlastete Schulen und Kindergärten usw. auch wieder positiv auf die Geburtenrate auswirken.

Die Wahrscheinlichkeit, daß hier in hundert Jahren ein Schild aufstellt „unbewohntes Land günstig abzugeben“ ist also eher 0.

Gruß,
Christian

http://www.wahlalternative-2006.de/article15-thread-…

Endlich mal ein völlig wertfreier Artikel, der keinen Teilaspekt ausläßt, also die ganze Sache vollständig und neutral beurteilt. Super!

Maßlos verwaschene Grüße,
Christian

http://www.wahlalternative-2006.de/article15-thread-…

Endlich mal ein völlig wertfreier Artikel, der keinen
Teilaspekt ausläßt, also die ganze Sache vollständig und
neutral beurteilt. Super!

Ich habe nicht umsonst dazugeschrieben, dass der Mann Gewerkschaftler ist. Warum interpretierst du Dinge da hinein, die ich garnicht ausgedrückt habe?
Allerdings fasst er die Problemchen mal zusammen.

fragt:
Frank

Hi,

Zuletzt: Sollte sich irgendwann mal ein nennenswerter
Bevölkerungsrückgang ergeben, so werden sich freier Wohnraum,
entlastete Schulen und Kindergärten usw. auch wieder positiv
auf die Geburtenrate auswirken.

???
In Sachsen gibt es 400.000 leerstehende Wohnungen bei ca. 4,5 Mio Einwohner, noch. Davon dürfte der Grossteil über 50 sein.

Die Wahrscheinlichkeit, daß hier in hundert Jahren ein Schild
aufstellt „unbewohntes Land günstig abzugeben“ ist also eher
0.

Ich mach mal ne Bilderserie von Häusern ohne Gadinen. OK, hier im Ort gehts noch, aufgrund der schönen Lage. Viel Zuzug von ausserhalb. Dennoch ist es schon drastisch.
Nur in den alten Ländern ist es noch halbwegs ausgeglichen.

Gruß
Frank

Hi!

Zuletzt: Sollte sich irgendwann mal ein nennenswerter
Bevölkerungsrückgang ergeben, so werden sich freier Wohnraum,
entlastete Schulen und Kindergärten usw. auch wieder positiv
auf die Geburtenrate auswirken.

???
In Sachsen gibt es 400.000 leerstehende Wohnungen bei ca. 4,5
Mio Einwohner, noch. Davon dürfte der Grossteil über 50 sein.

Gut beobachtet. Hier noch ein paar Zahlen zur Bevölkerungsentwicklung im Osten von 1988 (noch DDR) bis 1999 (jetzt Bundesrepublik Deutschland):

Potsdam minus 9,4%
Dresden minus 11,7%
Cottbus minus 13,8%
Leipzig minus 17,7%
Eisenhüttenstadt minus 19,2%
Rostock minus 20,0%
Zwickau minus 20,5%
Schwerin minus 21,3%
Görlitz minus 23,3%

Bei einigen Städten mag das zwischenzeitlich gestoppt worden sein (Potsdam, Dresden, Leipzig), dafür geht der Exodus bei anderen hier nicht genannten Städten unverändert weiter (besonders dramatisch wohl in Halle a.d.Saale, Dessau et.alt.)

Also müssten doch in in diesen Städten jede Menge Kinderbetreuungsplätze frei sein, oder?

Grüße
Heinrich

Hi,

Also müssten doch in in diesen Städten jede Menge
Kinderbetreuungsplätze frei sein, oder?

Und ob. Alleine hier im Dorf mit ca. 10.000 EW dürfte einiges in den zu Ostzeiten ausreichenden drei großen Kindergärten Platz sein. Leute über 22 bis 50 sind eine Seltenheit. Die unter 22 sind sicherlich auch nicht zu dumm zum poppen. Allerdings bezweifle ich, dass diese ohne Aussicht auf eine Lehrstelle 2 bis 4 Kinder in die Welt setzen.

BTW: ich hab letztens einen guten Gedanken gelsen: hätte man die 1,25 Billionen (125000000000) Euro an West-Ost-Transfer den Leuten ausgezahlt anstatt die Wirtschaft zu fördern, wären das pro Nase rd. 87.000 Euro gewesen im Osten und die Wirtschaft würde florieren bei gesunder Bevölkerungsstruktur.

Gruß
Frank

http://www.wahlalternative-2006.de/article15-thread-…

Endlich mal ein völlig wertfreier Artikel, der keinen
Teilaspekt ausläßt, also die ganze Sache vollständig und
neutral beurteilt. Super!

Ich habe nicht umsonst dazugeschrieben, dass der Mann
Gewerkschaftler ist. Warum interpretierst du Dinge da hinein,
die ich garnicht ausgedrückt habe?

Ich interpretiere gar nichts, was Du geschrieben hast, sondern ich gebe meine Meinung zu dem verlinkten Artikel kund. Wer sich sachlich über ein Thema verbreiten will, vermeidet Ausdrücke wie „maßlose Gier“ usw. Außerdem hat er bei der Globalisierung nur den Arbeitsaspekt berücksichtigt. Da gibt es schon noch ein bißchen mehr.

C.

Zuletzt: Sollte sich irgendwann mal ein nennenswerter
Bevölkerungsrückgang ergeben, so werden sich freier Wohnraum,
entlastete Schulen und Kindergärten usw. auch wieder positiv
auf die Geburtenrate auswirken.

???
In Sachsen gibt es 400.000 leerstehende Wohnungen bei ca. 4,5
Mio Einwohner, noch. Davon dürfte der Grossteil über 50 sein.

Warum sich die Bevölkerung da nicht kaninchenmäßig vermehrt, dürfte wohl bekannt sein. Ansonsten besteht Deutschland aus mehr Bundesländern als den ostdeutschen, auch wenn man inzwischen hier einen anderen Eindruck bekommen könnte.

Gruß,
Christian

Hi,

Außerdem hat er bei der
Globalisierung nur den Arbeitsaspekt berücksichtigt. Da gibt
es schon noch ein bißchen mehr.

Auch das hatte ich geschrieben :smile:

F.

Hallo Christian,

Weiterhin sorgen unsere ausländischen/zugezogenen Mitbürger zu
erheblichem Teil für Ausgleich der deutschen
Reproduktionsunwilligkeit, so daß man schon eher eine
Überfremdung (um das fiese Wort mal zu benutzen) vermuten muß.
Weiterhin wird es auch in Zukunft kontrollierten und
unkontrollierten Zuzug geben.

dann stellt sich die Frage, wie wir unserem ausländischen Nachwuchs eine adäquate Einbürgerung gewähren.
Sprachkurse werden gestrichen - die Einwanderer werden zunehmens allein gelassen - wie sollen sie dann unseren einheimischen Arbeitsmarkt beleben?

Gruß
karin

Hallo Karin,

wie sollen sie dann unseren
einheimischen Arbeitsmarkt beleben?

daß sie das könnten, sollten oder werden habe zumindest ich nie behauptet.

Gruß,
Christian

Ich fasse zusammen:
Ich konnte keine praktikablen Ansätze erkennen, wie wir die Thematik angehen können.

Viel Theorie oder Ohnmacht.

Ich konnte keine praktikablen Ansätze erkennen, wie wir die
Thematik angehen können.

Viel Theorie oder Ohnmacht.

Hm, da hab ich von mir aber andere Artikel gelesen. Aber noch eine Frage: Was spricht denn gegen das praktische Umsetzen von Theorien?

Gruß,
Christian