Arbeitsrecht im EWR (D-N)

Hallo zusammen,

nehmen wir folgenden Fall an:

A aus Deutschland bekäme im Januar eine mündliche Zusage für einen Job bei B in Norwegen. A arbeitete seitdem stundenweise für B, allerdings alles auf eher „freundschaftlicher“ Basis und ohne Vertrag, allerdings mit der Zusage, die aufgeschriebenen Stunden nach Vertragsantritt gutgeschrieben zu bekommen.

A kündigte den derzeitigen (sicheren) Job, Wohnung usw. und sei quasi fertig für den Umzug, der von B bezahlt und durchgeführt werden sollte.

Nun fuhr A zwei Monate vor dem geplanten Vertragsbeginn und quasi an dem Tag, an dem A den Vertrag erhalten sollte, zu B, um sich dort auf den zukünftigen Job vorzubereiten - und erführe drei Tage nach Ankunft, dass B schon seit einer Weile wusste, dass weder der Umzug durchgeführt noch der Vertrag in der zugesagten Weise aufgesetzt werden könnte.

A sagte aufgrund der neuen Umstände (es könnte kein bzw. so gut wie kein Gehalt gezahlt werden für mindestens sechs Monate, der Umzug müsste selbst organisiert werden und auch die Wohnung entspricht beiweitem nicht dem, was zugesagt wurde) nun den Vertrag ab.

Welche Chancen hättte A nun, an das Geld für die bereits geleistete Arbeit zu kommen? B hätte zugesagt, diese zu zahlen, nur angenommen, B entschiede sich doch anders. Könnte A das Geld einklagen? Und wie sähe es mit Aufwendungen für Flüge/öffentliche Verkehrsmittel, die „rausgeschmissenen“ Urlaubstage bzw. die nun noch entstehenden Kosten aus? Von der aufgegebenen Existen (alles gekündigt) ganz zu schweigen? Hätte A irgendeine Chance, wenn er gegen B klagen würde?

Angenommen, es lägen zumindest für einen Teil der Stunden schriftliche Nachweise vor (Aufzeichnungen des Chat-Sytems, Chat zwischen A und B) und entsprechende Chat-Aussagen von B, dass A im Oktober anfangen soll und dann als Arbeitskraft benötigt wird? Samt diverser Aussagen, wie wichtig die bereits geleistete Arbeit für B sei? Inklusive noch gespeicherter Mails mit eindeutig für B geleisteter Arbeit im Anhang?

Hätte A eine Chance auf Entschädigung für das alles?

Danke & Grüße
Natascha

A aus Deutschland bekäme im Januar eine mündliche Zusage für
einen Job bei B in Norwegen.

Ähm sorry, Natascha, wenn ich mich da bissel naiv tue, aber für mich geht aus deinen Ausführungen nicht eindeutig hervor, ob das nun ein norwegischer oder deutscher Arbeitgeber ist in dem Fall.

A kündigte den derzeitigen (sicheren) Job, Wohnung usw. und
sei quasi fertig für den Umzug, der von B bezahlt und
durchgeführt werden sollte.

Hab ich das richtig verstanden, dass das alles nur auf einer Zusage aus einem Chat beruht? Kein schriftlicher Vertrag mit Unterschrift? Also…ähm…

Hätte A irgendeine Chance, wenn er gegen B klagen würde?

Ich kenn das norwegische Recht (insofern es sich um einen norwegischen AG handelt) nicht, aber ich vermute, dass das teuer werden könnte.

Angenommen, es lägen zumindest für einen Teil der Stunden
schriftliche Nachweise vor (Aufzeichnungen des Chat-Sytems,
Chat zwischen A und B) und entsprechende Chat-Aussagen von B,
dass A im Oktober anfangen soll und dann als Arbeitskraft
benötigt wird? Samt diverser Aussagen, wie wichtig die bereits
geleistete Arbeit für B sei? Inklusive noch gespeicherter
Mails mit eindeutig für B geleisteter Arbeit im Anhang?

Was denn für ein Chat? Irgendwas spezifisches? Ob man solche Sachen in Norwegen anerkennt…???..

MfG

Hei,

Ähm sorry, Natascha, wenn ich mich da bissel naiv tue, aber
für mich geht aus deinen Ausführungen nicht eindeutig hervor,
ob das nun ein norwegischer oder deutscher Arbeitgeber ist in
dem Fall.

wir nehmen an, B hätte seinen Geschäftssitz in Norwegen.

Hab ich das richtig verstanden, dass das alles nur auf einer
Zusage aus einem Chat beruht? Kein schriftlicher Vertrag mit
Unterschrift? Also…ähm…

Den Vertrag hätte es gegeben - aber dann hätte B A gesagt, dass das nix wird mit der Bezahlung (und B hätte dieses schon seit mehreren Wochen gewusst, ohne A darüber zu informieren). Nehmen wir also an, A sei nach Norwegen gereist, um dort den Vertrag zu erhalten, und erführe nach Ankunft dort, dass der Vertrag nun doch nicht in der Form zustande kommen könnte, wie es seit einem halben Jahr festgelegt war. (Das mit dem halben Jahr - naja, wir gehen halt mal davon aus, dass A ein bissl naiv sei, was den Vertrag angeht, sonst hätte er ihn natürlich längst angefordert gehabt. *g*)

Ich kenn das norwegische Recht (insofern es sich um einen
norwegischen AG handelt) nicht, aber ich vermute, dass das
teuer werden könnte.

Teuer für wen? Anwalts-/Gerichtskosten? Damit würde A sicherlich rechnen. Es geht um das, was am Ende bei rauskommen würde. :wink:

Was denn für ein Chat? Irgendwas spezifisches? Ob man solche
Sachen in Norwegen anerkennt…???..

Ja, das ist ja meine Frage. :smile: Angenommen, es wurde mündlich der Vertrag besprochen und zugesagt, und aus diversen Unterhaltungen im Chat (icq) und aus Mails zwischen A und B ginge das hervor - könnte A das als schriftlichen Nachweis vorlegen?

Grüße
Natascha

(Das mit dem halben
Jahr - naja, wir gehen halt mal davon aus, dass A ein bissl
naiv sei, was den Vertrag angeht, sonst hätte er ihn natürlich
längst angefordert gehabt. *g*)

" bissl naiv"? Das ist nicht nur bissl naiv…

Teuer für wen?

Ich bezog mich da auf A.

Es geht um das, was am Ende bei rauskommen
würde. :wink:

Das kann man nicht mal mit Sicherheit für einen Fall voraussagen, wenn er sich in D abspielen würde, geschweige in Norwegen.

und aus diversen
Unterhaltungen im Chat (icq)

ICQ? Womöglich noch - wie üblich - mit nicknames, wo jeder x-beliebige dahinter stecken könnte? Was sollen da Ausdrucke bringen? Aber da können die Experten hier sicher mehr dazu sagen. (wenn sie sich mal bitte äussern würden :wink:

und aus Mails zwischen A und B
ginge das hervor - könnte A das als schriftlichen Nachweis
vorlegen?

Da sind ebenfalls die Experten gefragt.

Hat A denn mal einen Anwalt kontaktiert?

MfG

" bissl naiv"? Das ist nicht nur bissl naiv…

Jaja, ich weiß.

Teuer für wen?

Ich bezog mich da auf A.

Oki, wie gesagt, damit würde A schon rechnen.

Es geht um das, was am Ende bei rauskommen
würde. :wink:

Das kann man nicht mal mit Sicherheit für einen Fall
voraussagen, wenn er sich in D abspielen würde, geschweige in
Norwegen.

Auch klar, war nur eine Aussage. :smile:

ICQ? Womöglich noch - wie üblich - mit nicknames, wo jeder
x-beliebige dahinter stecken könnte? Was sollen da Ausdrucke
bringen? Aber da können die Experten hier sicher mehr dazu
sagen. (wenn sie sich mal bitte äussern würden :wink:

und aus Mails zwischen A und B
ginge das hervor - könnte A das als schriftlichen Nachweis
vorlegen?

Da sind ebenfalls die Experten gefragt.

Ja, das wäre gut, wenn mal wer was dazu sagen könnte. :smile:

Hat A denn mal einen Anwalt kontaktiert?

Da es sich ja nur um einen möglichen Fall handelt, der so nicht vorgekommen ist, gehen wir mal davon aus, dass A bisher keinen Anwalt kontaktiert hätte, dieses aber in den nächsten Tagen sicher tun würde. :smile:

Grüße & danke schonmal
Natascha

Zusatz
Hi,

noch eine weitere Annahme zu dem Fall: Was, wenn es diverse Zeugen für die Aussagen von B gäbe? Und was, wenn nicht sicher wäre, ob diese Zeugen zugunsten A aussagen würden, da Mitarbeiter der Firma bzw. private Bekannte von B?

Grüße
Natascha