Holla Wolfgang,
>sittenwidrig war die Kündigung also nicht und der
>Chef war auch nicht dumm genug, nach dem Scheitern
>der einvernehmlichen Kündigung eine Begründung für
>seinen Entschluß zu liefern, die Dich mit dem
>Maßregelungsverbot weiterbringt.
Mir ist schon klar, daß ich es mit einem in dieser Beziehung ausgebufften Chef zu tuen habe.
>Für Dich liegt der Zusammenhang auf der Hand. Du
>vermutest, schlüssig beweisen wirst Du es schwerlich
>können, es ist eine Folge einer mißliebigen
>Ausarbeitung oder entsprechenden Vortrages. Also
>hoffst Du, daß der Arbeitsrichter das so als Beweis
>des ersten Anscheins akzeptiert. Was aber, wenn Dein
>Chef bezüglich des Kündigungsgrunds schon in der
>schriftlichen Stellungnahme nicht etwa herumdruckst,
>sondern z. B. betriebsbedingt argumentiert. Ähnliches
>wird er sehr erfolgreich zelebrieren, wenn er nicht
>auf den Kopf gefallen ist. Dann stehst Du mit Deinem
>Aufwand für die schriftliche Formulierung der Klage
>im kurzes Hemd da. Es war dann alles nur heiße Luft.
In der Güteverhandlung werde ich ja sehen, ob der Richter interessiert ist und wie der Arbeitgeber argumentiert. Warscheinlich wird er genau das formulieren - aber wenn ich im Vorfeld genug recherchiere, sehe ich eigentlich im Moment gute Chancen. Was gäbe es denn noch für eindeutige Gründe (Ich frage, weil ich mit dem schlimmsten rechnen muss)?
>Ich will nicht missionieren. Tue, was Du nicht lassen
>kannst. Einige Erfahrungen sind eben nicht vermittelbar.
>Man muß sie selbst machen. Das Ganze kann zu nichts
>führen und darf es im Grunde auch nicht. Von eklatanten
>Einzelfällen abgesehen, geht jeder Kündigung ein längerer,
>zumeist schwieriger Entscheidungsprozess voraus. Jedes
>Einzelereignis ist für sich genommen unbedeutend, aber
>die Summe macht es. Der Chef wollte nicht mehr. Für
>diesen Entschluß brauchte er ein paar Monate. Er opfert
>lieber viel Geld für die Einarbeitung eines neuen
>Mitarbeiters, weil er sich sein Team eben anders
>vorstellt. So einen Entschluß eigentlich im Rahmen
>üblicher Einarbeitungs- und Kennenlernzeiten kann man
>nur zur Kenntnis nehmen und akzeptieren.
Tue ich eigentlich auch, jedoch habe ich genug Arbeitnehmer gehen sehen (in diesem speziellem Fall), die sich nicht haben wehren können, und ich fühle mich ein Stück weit zu „missionarischen“ Aufgaben berufen
. Auch glaube ich, wäre das nicht mir passiert, sondert Mister X, würde ich von aussen betrachtet ein ähnliches Bild von der Sache bekommen. Und Unrecht muss Unrecht bleiben. Andererseits ist es ja nur die Wahrheit =:-o
Aber muss man denn erst 6 Monate warten (5,5 würden nicht reichen), bevor man sich trauen kann, eine im Grunde allen Beteiligten Vorteile verschaffende Umsatzsteigerung anzuregen?
>Deshalb ist meine Empfehlung, die Sache noch einmal
>zu überschlafen, die juristische Keule zu vergraben,
>um mit einem sauberen Abgang, einem ordentlich
>aufgeräumten Schreibtisch, geordneter Übergabe
>begonnener Projekte/Arbeiten und selbstverständlich
>mit einem Top-Zeugnis in der Tasche die Firma
>freundlich zu verlassen und unbeschwert den nächsten
>Job zu beginnen.
>Bei diesem Rat ist es mir ziemlich egal, daß
>Gewerkschafter und Juristen das anders sehen mögen.
>Die Erfahrung zeigt immer wieder, daß man sich
>irgendwann wieder begegnet, daß man vielleicht den
>einen oder anderen Kollegenkontakt noch hält und daß
>die unnötig verbrannt hinterlassene Erde eine Last
>(z. B. die Kleinigkeit Zeugnis) für Dich, aber weniger
>für Deinen ehemaligen Chef ist. Warum willst Du Dir
>das antun? Dein Chef wird sagen, „was kümmert es die
>Eiche, wenn sich die Sau dran scheuert“. Willst Du
>die Sau sein?
Die Gefahr besteht natürlich. Das würde ich evtl. auch auf mich nehmen, wenn es eine reelle Chance auf Aufklärung sehe. Das Zeugnis ist nicht besonders wichtig, da ich nach nur 5 1/2 Monaten gekündigt wurde, und somit eh einen schwarzen Punkt in meinen Lebenslauf verzeichnen muss.
Thanx´n byte,
Stefan