Arbeitsvertrag gesplittet in Vollzeitvertrag und 450 Euro Job

Hallo zusammen, 
vielleicht könnt ihr mir helfen.  Mein chef will meinen Arbeitsvertrag splitten in einen 40 std job plus 450 eurojob um geld zu sparen.  Ist das legal? Darf er das? Ich finde das etwas unsinnig da er meint das es bei 40 std bleibt.

wäre nett wenn jemand mir rat geben könnte.
lg

Hi,

nein, das ist nicht zulässig (siehe auch http://www.rechtsanwaltdrpalm.de/minijob.htm, http://www.steuertipps.de/beruf-job/einnahmen-lohn-g…).

Es geht nicht einmal, wenn es ganz unterschiedliche Tätigkeiten wären, also Hauptjob Bürokraft und 450 Euro Job Aushilfs-LKW-Fahrer.

Viele Grüße
Karin

Jein.

Die Tätigkeit darf nicht beim selben Arbeitgeber sein, aber es hindert den Arbeitgeber ja nichts daran ein zweites Unternehmen zu gründen, das dann diese Minijob-Verträge abschließt und im Auftrag des „Hauptunternehmens“ handelt.

Natürlich ist das Einverständnis des Arbeitnehmers nötig, denn Änderung und Neuverträge müssen schließlich von beiden Seiten unterschrieben werden. Im Zweifelsfall sollte man einen Steuerberater und/oder Rechtsanwalt aufsuchen, bevor man irgendetwas zustimmt.

Gruß,
Steve

Hallo,

ich antworte mal, obwohl ich davon ausgehe, dass deine Frage gelöscht wird, weil sie nicht FAQ gerecht gestellt ist.
Zum rechtlichen Hintergrund hat dir ja Karin schon geantwortet. Diese Konstellation ist nur im ganz engen Rahmen zulässig und meist auch ein gefundenes Fressen für Betriebsprüfer.

 Mein chef will meinen

Arbeitsvertrag splitten in einen 40 std job plus 450 eurojob
um geld zu sparen.  

Hierzu möchte ich gern antworten. Es ist mir ein Rätsel, wie diese Legende in den Köpfen betoniert ist. Ein Minijob ist der teuerste Job überhaupt für den Arbeitgeber. Bei einem sozialversicherungspflichtigen Job hat der Arbeitgeber folgende Aufwendungen:
KV 7,3%, RV 9,35%, AV 1,5% und PV1,175%. Dazu kommen noch Umlage für Mutterschutz, die von Krankenkasse zu Krankenkasse unterschiedlich sind, ca. 0,35% und Insolvenzgeldumlage 0,15%, vielleicht Umlage für Lohnfortzahlung ca. 2,00%, summa summarum 21,825%.

Minijob:

KV 13%, RV 15%, Steuer 2%, Umlage Mutterschutz 0,24%, Umlage Lohnfortzahlung 0,7% und Insolvenzgeldumlage 0,15% ergibt 31,09%

Jetzt noch ein bisschen Adam Riese und siehe da, der Minijob ist fast 10% teurer, als der sozialversicherungspflichtige Job.

Viele Grüße

Gesine

btw. Meiner Meinung nach sind Minijobs so beliebt, weil hier die Arbeitnehmerrechte in den meisten Fällen mit Füßen getreten werden.

Hallo Gesine,

hier greift der Effekt, dass Arbeitgeber und Arbeitnehmer immer von verschiedenen Dingen reden, wenn sie „Lohn“ und selbst wenn sie „brutto“ sagen, wegen der Aufteilung von SV-, PV- und KV-Beiträge, die als historisches Detail weiter mitgeschleppt wird, obwohl sie Kalkulationen „aus der Lamäng“ nicht grad einfacher macht.

Wenn man hier schlicht vergleicht, was der Lohn den Arbeitgeber kostet und was davon beim Arbeitnehmer ankommt, ist die Differenz zwischen dem Betrag, von dem der Arbeitgeber redet, und dem, von dem der Arbeitnehmer redet, beim „Minijob“ weniger als halb so groß wie beim SV-pflichtigen Beschäftigungsverhältnis (in der Gleitzone ist der Unterschied geringer).

Das macht die Minijobs so attraktiv, selbst wenn man die Themen Lohnfortzahlung und Urlaub im legalen Rahmen korrekt behandelt - wer mit scheinselbständigen „Freelancern“ mal auf die Nase gefallen (und dabei nicht pleitegegangen) ist, wird diesen noch billigeren, aber recht riskanten Weg nicht mehr wählen und dort, wo es von der betrieblichen Organisation her geht, lieber einen Stall voll „Aushilfen“ beschäftigen.

Schöne Grüße

MM