Hallo Alex,
die Frage ansich finde ich schon hammerhart.
Sei doch froh, daß Du trotz Umbau die Möglichkeit erhälst,
Deine Ausbildung ohne Verzögerung fortzusetzen.
Nun, darauf habe ich meines Erachtens nach ein Recht. Abgesehen davon, daß der Umbau nur deshalb überhaupt vom Staat finanziert wurde, weil wir Studenten (!) uns darüm bemüht haben. Aber das ist eine andere Geschichte.
Nachdem ich wohl nicht unbegründete Zweifel
hege, ob ich um 7h morgens wirklich einen Patienten auf meinen
Stuhl bekomme (selbiges um 22h)
Bin ich mir gar nicht so sicher.
Na wer soll denn da kommen? Es gibt prinzipiell 2 Arten von Patienten:
- Der Eilige: Kommt gerne um 7 Uhr, will dafür aber auch um 8 wieder draussen sein, damir er in die Arbeit kommt etc. - in der Studentenbehandlung unmöglich, alles dauert ewig. Kommt also nicht.
- Der Rentner: Hat Zeit, kommt aber nicht um 7.
sehe ich darin einen Nachteil zu der Situation zuvor.
Glücklicherweise gibt es kein Gewohnheitsrecht für einen
Stundenplan - das wäre der Horror für jeden Planer - und ich
weiß, wovon ich rede.
Davon rede ich nicht. Ich will nur verträgliche Zeiten. Wäre ohne Probleme zu realisieren: Programm reduzieren. Aber dann verdient ja der Chefarzt weniger.
Gibt es im Falle eines Nichtbestehens des Kurses die :Möglichkeit, auf Grund dessen zu klagen bzw.
Du suchst also ein Hintertürchen, falls (!) Deine Leistung
nicht reicht?
Könnte man so sagen, ja. Aber: Ich hab noch nie Trara gemacht, wenn ein Mißerfolg an meiner schlechten Leistung begründet war. Aber ich will nciht unter den Ideen anderer leiden müssen. Und immerhin muss ich auch mal ans Geld denken: Ein verlorenes Semester kostet mich locker mal 20000 DM.
ist es generell überhaupt erlaubt, von mir als Student zu
verlangen bis 22h zu arbeiten?
Warum eigentlich nicht? Vor allem, da es sich um eine
Notsituation handelt.
Na zum einen weil jeder normale Arbeitnehmer, soweit ich informiert bin, ab 20h Zuschlag bekommt, es kann sich also nicht mehr um die Regelarbeitszeit habdeln. Ausserdem: Hätten die Verantwortlichen besser geplant, wäre die Notsituation nie entstanden. Außerdem: Was gehts mich an? Wenn ich mir den Arm breche, ists auch eine Notsituation und keiner schenkt mir dann mein restliches Kursprogramm.
Außerdem entspricht das doch eher dem „Rhythmus“ vieler
Studierender. Das ist jetzt etwas gemein, aber Du kennst doch
sicher die Begrüßungsformel „Guten Tag meine Damen und Herren,
guten Morgen liebe Studenten.“
Nun ja, mag sein, aber wie passt dann der Behandlungsbeginn von 7h morgens in dein Weltbild?
Studierende mit dieser Grundhaltung sind mir „die Liebsten“.
Du hast meinen latent vorhandenen Vorurteilen wieder Nahrung
gegeben.
Grüße
J.Doe
Hallo J.Doe,
Deine Antwort zeigt mir, dass Du Dich offensichtlich nicht die Bohne mit der Situation im Zahnmedizin-Studium auskennst. Das an sich ist kein Problem - niemand weiss und kennt alles. Aber Du unterstellst mir Faulheit und was waeiss ich noch alles. Das ist jedoch falsch. Ich bin überzeugt, dass keiner sich auf die wohlbekannte faule Haut legt um dann im nachhinein zu sagen: „Ätsch, jetzt verklag ich Euch alle“. Jeder tut sein möglichstes, das beschwöre ich jederzeit. Aber lass mich die Sache nochmal erklären.
Das Semester, über das wir reden, ist mein letztes. Direkt anschließend folgt mein Staatsexamen, und direkt heißt in diesem Zusammenhang 3 Tage. Das Examen besteht aus 14 Prüfungen, davon 7 speziell zahnmedizinische, und die sind richtig hart, d.h. viele Stunden Vorbereitung pro Prüfung. An sich kein Grund zum Jammern, das haben viele als Prüfung zu überstehen. Jedoch in dem meisten anderen Studiengängen ist vorher genug Zeit zum lernen (und erzähl jetzt nicht, ich soll eben früh genug anfangen - kein Mensch merkt sich all die Details lange genug). Nun sehe ich mich in der Situation, dass ich ziemlich lange in der Uni bin (Vorlesungen sind ja nebenbei auch noch), wenn ich dann daheim bin, muß ich mich um meine Patienten kümmern (d.h. welche finden, Termine machen etc.) was tierisch Zeit kostet. Nebenbei muss ich noch essen, schlafen und lernen - vielleicht erkannst Du, dass ich in der Tat nicht Faul bin. Eigentlich wäre das auch noch kein riesiges Problem, nur ist die Abteilung, über die wir reden, seit Jahren bekannt, den Studenten nicht einen Milimeter entgegen zu kommen, im Gegenteil, immer mehr zu fordern. Es ist also nicht so, daß alle Zusammenarbeiten, sondern schon seit Jahren läuft das so, daß die Studis immer mehr geknechtet werden, und da seh ichs nun wirklich nicht ein, denen noch entgegen zu kommen.
Ich hoffe, jetzt die Situation in Gänze dargestellt zu haben
Alex 