Hallo Ihr Jünger des Rechtes,
unser Abteilungsleiter hat das „Problem“, daß von zehn Mitarbeiter seiner Abteilung vier Leute Mitglieder des Betriebsrates sind. Um nun zu erfahren, wie lange wir mit BR-Tätigkeiten beschäftigt sind, verlangt er, daß wir die Dauer dieser BR-Tätigkeiten in eine Datenbank eintragen.
Sehr geehrte Herren,
ich habe in der Working Hours Database eine eigene Activity „Workscouncil“ eingegeben.
Ich bitte Sie, alle Zeiten, die Sie für Betriebsratsaktivitäten aufbringen, unter --> Project " General Activities / Workscouncil" zu speichern.
Hintergrund seiner Aktion ist vermutlich, daß er sich als Eisenfresser (und BR-Fertigmacher) profilieren will. So schrieb er vor kurzem einem Kollegen folgendes:
_Sehr geehrter Herr XYZ,
ich habe von Herrn ABC erfahren, daß Sie Anfang Juli für 3 Tage zu einem Training bzgl. Betriebssicherheitsfragen gehen wollen.
Ich kann diesem Training aus folgenden Gründen nicht zustimmen:
Wie Sie wissen, stehen wir derzeit unter sehr hohem Zeit- und Erfolgsdruck in der Konstruktion, sowohl mit laufenden Projekten wie auch mit neuen Kundenanfragen und Sample Requests.
Unsere Projekt- und Entwicklungszeiten sowie die Projektdurchführung werden nicht nur intern (Firmenname Europe) sondern auch Global (Firmenname Japan, usw.) miteinander verglichen. Durch zu viele Nebentätigkeiten verschlechtern wir unsere „Performance“ gegenüber den anderen Firmenname-Konstruktionsabteilungen.
Ich kann es nicht rechtfertigen, daß gerade aus meiner Abteilung so viele Mitarbeiter auf Schulungen gehen, die mit unseren unmittelbaren Aufgaben nichts zu tun haben.
Derzeit ist jeder unserer Mitarbeiter in der Konstruktion sehr hoch belastet. Deshalb bedeutet es automatisch eine erhebliche Mehrbelastung von den anderen Kollegen, wenn Sie für mehrere Tage auf diese Schulung gehen würden. Wie können Sie sicherstellen, daß Sie Ihre Projekttermine einhalten?
Vielleicht findet sich ja jemand von den anderen Betriebsräten bereit, diese Schulung mitzumachen (nicht gerade jemand aus der Konstruktion).
Ich hoffe auf Ihr Verständnis.
Mit freundlichen Grüßen_
Das bedeutet, daß dieser Kollege die Schulung, die von der zuständigen Berufsgenossenschaft durchgeführt wird, nicht besuchen kann. Zehn Tage später wird er informiert, daß er so früh wie irgendwie möglich entlassen werden soll.
Frage: ist diese Zeiterfassung der BR-Tätigkeit rechtlich zulässig? Müssen wir uns das gefallen lassen oder können wir dagegen vorgehen?
Bitte gebt bei Euren Antworten auch die Quellen an, so daß wir die entsprechenden Textpassagen an unseren Chef weiterleiten können.
Vielen Dank im Voraus
Wolfgang