Mich interessiert wieviel Stunden Tiere „arbeiten“ im
gegensatz zu Vollzeitarbeiter bei 40 Stunden die Woche.
Also ist es normal für Primaten das diese 40 Stunden Arbeiten?
Hallo!
Dafür müsste man erst einmal genauer definieren, was Arbeit eigentlich ist.
Gehen wir davon aus, dass Arbeit, Nahrungerwerb, Sorge für den Nachwuchs und Unterkunftbau bzw. Nestbau umschließt, so kommt man bei den verschiedenen Tierarten je nach Lebensweise, auf ganz verschiedene Zahlen, die m.E. nicht vergleichbar sind.
Ganz allgemein läßt sich sagen, dass Raubtiere weniger arbeiten als Pflanzenfresser, dafür setzen sie allerdings während des Nahrungerwerbs auch mehr Energie ein.(Ein Wolf arbeitet weniger, aber dafür schwerer als ein Schaf.)
Primaten, die unter günstigen Umweltverhältnissen leben, arbeiten weit weniger als 40 Stunden in der Woche.
Auch menschliche Rassen, die sich noch im Jäger- und Sammlerstadium befinden, kommen mit ca. 20 Stunden Arbeit während der Woche aus.
Ganz wesentlich für die Beurteilung der Arbeit, ist der „Spaßfaktor“. Eine Kuh, die Gras frisst hat sicherlich weit mehr Freude an dieser „Arbeit“ als ein Mensch, der am Fließband irgendwelche „sinnlose“ Dinge tut, nur damit er sich für den Lohn hinterher seine Brötchen kaufen kann.
Für Tiere ist mithin „Arbeit“ keine (lästige) Arbeit im menschlichen Sinne.
zu dem, was Nemo bereits ausgeführt hat, möchte ich noch ergänzen, dass bei den Tieren weitere „Tätigkeiten“ anfallen, die zu deren Arbeitszeit zählen. Z.B. die Revierkämpfe und die Zeiten, die mit Flüchten vor den Feinden und mit Balzen bzw. Umwerben des anderen Geschlechts verbracht werden. Das kann dauern.
Zootiere haben hier etwas weniger Arbeit, da diese „Tätigkeiten“ nicht oder nur in sehr geringem Umfang anfallen.
Ich denke, Primaten in freier Wildbahn sind immer beschäftigt, es sei denn sie schlafen. Sie klettern sicher nicht in einen hohen Baum um ihre Freizeit oder die schöne Aussicht zu genießen, sondern um nach Futter Ausschau zu halten. Das gegenseitige Fellkraulen (Lausen) dient sicher nicht nur dazu, sich gegenseitig eine Freude zu bereiten, sondern es ist für die Gesundheit (lebens-)notwendig.
Insofern hat es der Mensch an sich schon besser. Er arbeitet 40 Std. die Woche und kann sich dadurch alles kaufen, was für sein Überleben wichtig ist: Nahrung, Kleidung, Gesundheit, Unterschlupf, Sicherheit. Wobei die Sicherheit (Polizei, Feuerwehr) vom Steueranteil bestritten wird, den der Mensch zu löhnen hat.
Dem Mensch wird der Erwerb von Nahrung leicht gemacht. Er muss nicht lange nach einer Futterquelle suchen, höchstens nach Sonderangeboten. Die Fellpflege kann er selbst erledigen, sie vom Partner durchführen lassen oder zum Friseur gehen.
Fressfeinde hat der Mensch an sich nicht, also muss er in der Regel weder flüchten noch sich verstecken.
Balzen allerdings muss er selbst, was aber nichts mit Deiner Frage zur 40-Stunden-Woche der Tiere zu tun hat.
Viele Grüße
Mara
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