Arbeitszeugnis

Nach 4 Monaten habe ich nun endlich mein Zeugnis erhalten. Austrittsgrund meinerseits: Mobbing von Kollegen.

Zeugnis
für
Frau XXX XXX

Frau XXX XXX, geb. XX.XX.XXXX, war vom 01.07.2002 bis zum 30.06.2005 als Auszubildende in meiner Praxis beschäftigt und wurde seit dem 01.07.2005 nahtlos als Arzthelferin in die dann entstandene Gemeinschaftspraxis übernommen. Das Arbeitsverhältnis wurde am 30.06.2008 beendet.

2001 übernahm der Unterzeichnende die gynäkologische Praxis seines Vorgängers und die damit verbundene Belegarzttätigkeit. Aufgrund der guten Entwicklung der Praxis wurde zur Verstärkung des Teams 9 Monate später Frau XXX als Auszubildende eingestellt. Sie durchlief während ihrer Ausbildung sämtliche Tätigkeitsfelder, die in einer großen gynäkologischen Praxis anfallen. Während der gesamten Zeit fiel sie durch ihr sehr freundliches, offenes Wesen auf, war bei allen Patienten dementsprechend beliebt und integrierte sich rasch in unser Team. Sie lernte extrem schnell, arbeitete fleißig und völlig zuverlässig; dies betrifft alle Tätigkeitsbereiche (wie Rezeption, Stuhlassistenz bei Untersuchungen oder kleineren operativen Eingriffen, Laboruntersuchungen (Urin/Blutabnahme/RR etc.), das Anlegen von CTGs, Hygiene, Warenbestandsverwaltung, KV- und Privatabrechnung). Sehr früh bereits während ihrer Ausbildung konnte Frau XXX als Vollkraft eingesetzt werden und arbeitete stets sicher und vertrauensvoll, wobei ich neben fachlicher Kompetenz vor allem auf Service und Höflichkeit den Patienten gegenüber Wert legte, was sie zu mehr als meiner vollsten Zufriedenheit beherrschte.
Nach Beendigung der Ausbildung freuten wir uns, Frau XXX als Arzthelferin in die neu gegründete Gemeinschaftspraxis aufnehmen zu können.
In dieser groß und stark frequentierten Praxis (ca. XXX Scheine) bewies sie zuverlässig und regelmäßig ihr ruhiges Wesen, ihre Kompetenz als Ansprechpartner für Patienten, ihre Teamfähigkeit bei der Aufgabenverteilung untereinander (insg. 3 Helferinnen, 2 Azubis) und fungierte aufgrund ihrer von uns hochgeschätzten Qualitäten auch als Mentor für die neuen Auszubildenden.
Uns gegenüber war Frau XXX stets sehr höflich, brachte sich kreativ in den Praxisablauf ein und war erfreulich offen für Neuerungen, die im Rahmen von QM/Servicebesserungen von uns eingefordert wurden. Hierbei war sie ihren Kolleginnen gegenüber meist sogar vorbildhaft.
Genauso vorbildlich war ihre Pünktlichkeit bei Arbeitsbeginn, oft war sie bereits 15 Minuten früher da, was bei teilweise bereits um 7.00 Uhr beginnender Sprechstunde sicherlich nicht standardmäßig zu erwarten und beobachten ist.

Zusammenfassend zeigte sich Frau XXX sowohl während ihrer Ausbildung als auch im Anschluss als absolut zuverlässige, extrem freundliche, fachlich sehr kompetente und schätzenswerte Mitarbeiterin, deren Weggang wir sehr bedauern.

Ich kann Frau XXX als Arzthelferin aus volem Herzen empfehlen; wir wünschen ihr für den weiteren beruflichen Lebensweg alles Gute und stehen für Rückfragen jederzeit unter o.g. Telefonnummer oder XXXX-XXXXXX zur Verfügung.

Form!
Ohne auf den Inhalt einzugehen kann ich als erstes mal sagen, dass sich das Zeugnis nicht an die übliche Form hält.
Das kann entweder darauf hindeuten, dass der Zeugnisschreiber keine Ahnung von der Materie hat oder dass durch die Umstellung der Ordnung etwas angedeutet werden soll.
Bei einem regulären Arzt nimmt man aber sicher erst einmal an, dass er einfach kein „Zeugnisdeutsch“ gelernt hat.

Frau XXX XXX, geb. XX.XX.XXXX, war vom 01.07.2002 bis zum

… soweit so gut, nur dass man den Abschnitt etwas anders formulieren könnte.

2001 übernahm der Unterzeichnende die gynäkologische Praxis
seines Vorgängers und die damit verbundene Belegarzttätigkeit.
Aufgrund der guten Entwicklung der Praxis wurde zur Verstärkung des Teams 9 Monate später Frau XXX als Auszubildende eingestellt.

Diese Aussage könnte u.U. darauf hindeuten, dass man Frau XXX nicht genommen hätte, wenn man nicht bereits überlastet gewesen wäre - d.h. Frau XXX tut zwar etwas, ist aber nur bei lästigen, geringfügigen Arbeiten eine Hilfe.

Sie durchlief während ihrer Ausbildung sämtliche Tätigkeitsfelder, die in einer großen gynäkologischen Praxis anfallen.

Warum so vage? In einer gyn. Praxis fallen ja u.U. auch Rezeptverschreibungen und Lohnbuchhaltung an. Konnte Frau XXX das auch machen? Und wie schlimm hat sie’s versemmelt, daß man nicht darauf hinweist, dass sie dabei was gut gemacht hat?

Während der gesamten Zeit fiel sie durch ihr sehr freundliches, offenes Wesen auf, war bei allen Patienten dementsprechend beliebt und integrierte sich rasch in unser Team.

Das kann negativ so interpretiert werden, dass sie immer unpassende Fragen stellt und dann dämlich grinst, wenn man’s ihr erklärt… und das ist sogar den Patienten aufgefallen, die Frau XXX als Auslöser für so manchen Blondinenwitz nutzten!

Sie lernte extrem schnell, arbeitete fleißig und völlig zuverlässig; dies betrifft alle Tätigkeitsbereiche (wie Rezeption, Stuhlassistenz bei Untersuchungen oder kleineren operativen Eingriffen, Laboruntersuchungen (Urin/Blutabnahme/RR etc.), das Anlegen von CTGs, Hygiene, Warenbestandsverwaltung, KV- und Privatabrechnung).

Okay, aber was genau hat sie da gemacht? Einfach mal Skalpell und Probeflasche gebracht oder auch selbst gedacht? Und in der Verwaltung - Bücher geführt oder nur das Kärtchen vom Patienten in den Leser geschoben?

Sehr früh bereits während ihrer Ausbildung
konnte Frau XXX als Vollkraft eingesetzt werden und arbeitete
stets sicher und vertrauensvoll, wobei ich neben fachlicher

Das klingt jetzt ausnahmsweise mal richtig positiv.

Kompetenz vor allem auf Service und Höflichkeit den Patienten
gegenüber Wert legte, was sie zu mehr als meiner vollsten
Zufriedenheit beherrschte.

Okay, sie beherrschte es - aber tat sie es auch?

Nach Beendigung der Ausbildung freuten wir uns, Frau XXX als
Arzthelferin in die neu gegründete Gemeinschaftspraxis
aufnehmen zu können.

… das hat sich aber mittlerweile geändert…

In dieser groß und stark frequentierten Praxis (ca. XXX Scheine) bewies sie zuverlässig und regelmäßig ihr ruhiges Wesen, ihre Kompetenz als Ansprechpartner für Patienten, ihre Teamfähigkeit bei der Aufgabenverteilung untereinander (insg. 3 Helferinnen, 2 Azubis) und fungierte aufgrund ihrer von uns hochgeschätzten Qualitäten auch als Mentor für die neuen Auszubildenden.

Welche sind denn das? Das, was oben beschrieben wurde, qualifiziert leider noch nicht unbedingt zum Mentor.

Uns gegenüber war Frau XXX stets sehr höflich, brachte sich kreativ in den Praxisablauf ein und war erfreulich offen für Neuerungen, die im Rahmen von QM/Servicebesserungen von uns eingefordert wurden.

Okay, sie war kreativ und sogar offen für das, was eingefordert wird - das heißt, ihre Kreativität war völlig verplant und am Thema vorbei?

Hierbei war sie ihren Kolleginnen gegenüber meist sogar vorbildhaft.

Das Wörtchen „meist“ ist eine Einschränkung, welche die Aussage ins Gegenteil verquert: „Bei Veränderungen gab es Vorfälle, wo man sie vor den Kollegen tadeln mußte.“

Genauso vorbildlich war ihre Pünktlichkeit bei Arbeitsbeginn, oft war sie bereits 15 Minuten früher da, was bei teilweise bereits um 7.00 Uhr beginnender Sprechstunde sicherlich nicht standardmäßig zu erwarten und beobachten ist.

Oh Weh - und das als Schlußsatz des Profils! Bewußt verschwiegen wird hier nämlich ihre Bereitschaft, Überstunden zu leisten, so dass man interpretieren kann „Und dementsprechend war sie auch öfters schon mal vor Ende der Kernarbeitszeit nicht mehr da.“

Zusammenfassend zeigte sich Frau XXX sowohl während ihrer Ausbildung als auch im Anschluss als absolut zuverlässige, extrem freundliche, fachlich sehr kompetente und schätzenswerte Mitarbeiterin, deren Weggang wir sehr bedauern.

Das Verhalten gegenüber dem Vorgesetzten wird mit Absicht im Zeugnis verschwiegen, was nichts Anderes heißt als „Also, mit mir persönlich kam die Dame überhaupt nicht klar“

Ich kann Frau XXX als Arzthelferin aus volem Herzen empfehlen;

Rechtschreibfehler? Wenn der im echten Zeugnis drin ist, heißt das nichts Anderes als „Diesen Satz bitte korrigiert lesen - d.h. er heißt nicht das, was hier steht.“

wir wünschen ihr für den weiteren beruflichen Lebensweg alles
Gute

Wäre das gut gemeint hieße es „beruflich weiterhin viel Erfolg und alles Gute…“ das, was hier steht heißt eher so viel wie „Auf daß sie eines Tages auch mal ein Erfolgserlebnis habe…“

und stehen für Rückfragen jederzeit unter o.g.
Telefonnummer oder XXXX-XXXXXX zur Verfügung.

Wink fuchtel pfeif Wenn Sie wirklich wissen wollen, was los war, lesen Sie bitten nicht dieses Zeugnis, sondern fragen Sie direkt! Wink fuchtel pfeif

Einige Aspekte sind sehr schön geschrieben, insgesamt entsteht jedoch ein fader Eindruck.

[MOD] Komplettzitat entfernt

Danke dir für deine Mühe!! So habe ich mir das auch gedacht :frowning: