Arbeitszeugnis

Liebe/-r Experte/-in,
hallo,
ich arbeite für eine zeitarbeitsfirma in einer firma. der chef dort geht weg und sagte mir, da er mit mir zufrieden sei, wolle er mir etwas gutes tun. ein zeugnis dürfe er nicht schreiben, da ich ja dort nicht angestallt sei, aber ein empfehlungsschreiben.

könnt ihr mir sagen, ob dieses empfehlungsschreiben wirklich gut ist?

herr …ist gut qualifiziert und hat sich engagiert im Bereich des Controllings eingearbeitet. Er verfügt stets über ein gutes Zahlenverständnis und über ein gutes Formulierungsgeschick.
Darüber hinaus besitzt er fachwissen im Bereich des kaufmännischen Rechnungswesens und kann die vorhandenen Instrumente und Tecniken wirksam in der Praxis anwenden.

Die Arbeitsweise von Herrn ist in hohem Maß geprägt von Zuverlässigkeit, Systematik und Kostenbewusstsein. Arbeitsmenge und Arbeitsintensität entspricht voll dem Durchschnitt der Abteilung.

Sein kollegiales und ausgleichendes Wesen sichert ihm stets ein gutes Verhältnis zu Vorgesetzten und Kollegen.

Herr erfüllt seine Aufgaben stets zu unserer vollen Zufriedenheit und füllt als temporäre Arbeitskraft die vorhandene Stellenvakanz voll aus.

Hmm, klingt ja nicht schlecht, nur mit dem fachwissen…da weiss ich nicht so recht. Was meint ihr ?

viele Grüße

Christian

Lieber Christian,
vielen Dank für deine Anfrage. Es ist in der Tat nett von deinem Zeit-Arbeitgeber, dass er dir eine Bestätigung geschrieben hat. Allerdings ist das Empfehlungsschreiben nicht wirklich berauschend. Es ist „Gut“, ich würde sagen Note 2-

„gut qualifiziert“ „gutes Zahlenverständnis“, „gutes Formulierungsgeschick“ „besitzt Fachwissen“ (-> wischiwaschi: viel oder wenig oder rudimentär?), „kann … wirksam anwenden“ „Arbeitsweise ist in hohem Maß geprägt“ „gutes Verhältnis“ (es fehlt die Formulierung: sein Verhalten war gegenüber Vorgesetzten und Kollegen stets einwandfrei), „stets zu unserer vollen Zufriedenheit“

Ein wirklich Superzeugnis würde mehr Superlative beinhalten: „sehr gut…“, „äußerst“, „stets und in höchstem Maße“, „überdurchschnittlich“, „vollste Zufriedenheit“.

Das Minus entnehme ich aus dieser Formulierung:
„Arbeitsmenge und Arbeitsintensität entspricht voll dem
Durchschnitt der Abteilung“. Da fragt sich der unwissende Leser: Wird in der Abteilung überhaupt gearbeitet? Klingt irgendwie etwas missverständlich.

Also Fazit: Das Zeugnis ist nicht berauschend, aber okay. Wenn du deine Leistungs selbst besser als „gut“ einschätzt, würde ich mit dem Chef nochmal reden. Du brauchst es in einer Bewerbung aber auf keinen Fall verstecken.

Viele Grüße, Paulaline (Julia Kleine)

ok,
vielen lieben dank. ja, dass mit dem „arbeitsmenge und -intensität in der abteilung“ und dem durchschnitt ist wirklich etwas seltsam.

viele grüße

christian

Hallo,

das mit dem Fachwissen ist OK. Was nicht OK ist:
„erfüllt die Aufgaben stets zu unserer vollen Zufriedenheit“ - es sollte, wenn er dir was Gutes tun will, heißen: „stets zu unserer vollsten Zufriedenheite“, sonst ist es nur die Note 2. Was noch nicht OK ist: „…entspricht dem Durchschnitt der Abteilung…“ - nur dem Durchschnitt? Etwas mehr sollte es schon sein.
Alles Gute!

ja,
danke für die mail. nun ist der chef leider schon weg und das mit dem durchschnitt fand ich ehrlich gesagt auch seltsam. er sagte, er würde mir ein gutes, aber kein sehr gutes zeugnis geben. würdest du denn, trotz des satzes mit dem durchschnitt sagen, ich kann mich mit dem „empfehlungsschreiben“ bewerben ? er musste es „empfehlungsschreiben“ nennen, da ich ja nicht direkt ein zeugnis von ihm bekommen kann.

viele Grüße

Christian

Na ja, versuchen kannst du es ja. Wenn du jedoch noch andere Zeignisse hast und die besser sind, dann würd ich es weglassen.
Viel Glück,
Annette

ok,
danke. nur noch eine kurze frage. denkst du, es entspricht insgesamt einer 2 oder doch eher einer 3 ?

grüße

christian

naja, eher einer 3.