Arbeitszeugnis

Hallo ich hoffe Ihr könnt mir helfen, hab mein
Arbeitszeugnis bekommen und werde aus einigen Teilen
nicht gans schlau…
Wäre gans nett wen Ihr euch das mal kurz durchlesen
könntet und mir sagt was ihr davon haltet oder sogar das
Zeugnis dechiffrieren…
Jetzt erstmal das Zeugnis…

Zeugnis

Herr Max Mustermann, geboren am 01.01.90 in Musterstadt,
gehörte vom 01.09.2008 bis zum 30.09.2009 der Muster
GmbH, entstanden aus deinem Geschäftszweig der Muster AG
an.
Die Muster GmbH entwickelt und produziert
Transformatoren, Stromversorgungen, Drosseln und Filter –
als Katalogprodukte und in kundenspezifischer Ausführung-
sowie Axial- und Radialventilatoren für maßgeschneiderte
lüftungstechnische Lösungen.

Herr Max Mustermann wurde als Schlosser in der Abteilung
PF (Produktion Fans) eingesetzt.

Das Aufgabengebiet von Herrn Max Mustermann umfasste in
Wesentlichen folgende Tätigkeiten:

Das Rüsten des Schweißroboters

Das Fertigen von Schweißbaugruppen am Schweißroboter,
nach technischer Zeichnung und Fertigungsauftrag

Herr Max Mustermann erledigte die ihn übertragenden
Aufgaben stets zu unserer vollen Zufriedenheit. Er konnte
sich schnell in das Team der Schweißgruppe einfügen.

Er zeichnete sich insbesondere durch seine schnelle
Auffassungsgabe, seine Zielstrebigkeit und Ausdauer,
sowie durch seine hohe Belastbarkeit aus.

Seine Führung und sein Verhalten gegenüber Vorgesetzten
und Mitarbeitern waren stets einwandfrei.

Herr Max Mustermann schied zum 30.09.2009, aufgrund des
Befristungsablaufes seines Vertrags, aus unserem
Unternehmen aus.

Wir bedauern, dass wir seinen Vertrag aus betrieblichen
Gründen nicht weiter verlängern können, da wir in ihm
einen zuverlässigen und motivierten Mitarbeiter
verlieren.

Wir danken Herrn Max Mustermann für seine geleisteten
Dienste und wünschen ihm für seinen weiteren Berufs- und
Lebensweg alles Gute und viel Erfolg.

Es wäre nett wenn ich eine Antwort oder eine „Auflösung“
dieses Rätsels bekommen könnte.
Schon mal ein ganz großes „Dankeschön“ , ich warte
gespannt auf eure Antworten.

Liebe Grüße BeeJ@y

Hallo BeeJay,

das Zeugnis habe ich mir angeschaut. M.E. ist das Zeugnis in Ordnung, ich kann keine größeren Auffälligkeiten daran entdecken.

Max. zwei, drei Kleinigkeiten, die jedoch - nach meinem Verständnis - nicht schwer ins Gewicht fallen:

Grds. würde ich bei einem positiven Zeugnis immer Verben einsetzen, die eine Handlung anzeigen. „Inaktive“ Verben sind nicht so günstig, weil man u.U. dann meinen könnte, daß der AN nicht aktiv mitgearbeitet hat. Bei Deinem Zeugnis ist mir das in einem Satz aufgefallen, entscheidend ist jedoch immer die Gesamtaussage des Zeugnisses und auch der Absender (hier: kleine mittelständische Fa.), da ist eine andere Erwartungshaltung bzgl. der Professionalität der Personalabteilung da als bei einem großen Konzern.
Zu dem Satz:

Herr Max Mustermann wurde als Schlosser in der Abteilung
PF (Produktion Fans) eingesetzt.

Besser wäre:
Herr M.M. war als Schlosser in der Abtl. PF tätig.

Hinweis: Generell sollten nie Abkürzungen etc. verwendet werden, macht den Eindruck als ob der AN nicht wichtig genug wäre, daß man sich Zeit für das Zeugnis nimmt.

Satz im Zeugnis:

Herr Max Mustermann erledigte die ihn übertragenden
Aufgaben stets zu unserer vollen Zufriedenheit.

Hinweis:
Oben grammatikalisch falsch, richtig: die ihm übertragenen.
"stets zu unserer vollen Zufriedenheit: Note 2 = gut.

Satz im Zeugnis:

Er zeichnete sich insbesondere durch seine schnelle
Auffassungsgabe, seine Zielstrebigkeit und Ausdauer,
sowie durch seine hohe Belastbarkeit aus.

Hinweis:
Vor ‚sowie‘ kommt nie ein Komma.
Was ist mit Zielstrebigkeit in Bezug auf die Leistungsbeurteilung gemeint?
Für mich persönlich paßt es nicht ideal, aber es ist auch kein Problem. Vielleicht findet sich noch eine bessere Beschreibung? Besser wäre sicher etwas zum Thema Sorgfalt und Genauigkeit zu sagen. Das fehlt ganz (und könnte u.U. negativ interpretiert werden).

Satz im Zeugnis:

Seine Führung und sein Verhalten gegenüber Vorgesetzten
und Mitarbeitern waren stets einwandfrei.

Hinweis:
‚Seine Führung‘ klingt etwas altmodisch. Auch hier ist ein Grammatikfehler eingebaut (‚waren‘). Besser wäre „Sein Verhalten zu Vorgesetzten, Kollegen und Mitarbeitern war stets einwandfrei.“ Das ist eine feststehende Formel, besonders in Bezug wer wann genannt wird. Im Zeugnis fehlen die Kollegen: Man könnte meinen, da hätte es Probleme gegeben? Vielleicht meint der Zeugnisschreiber aber auch, mit dem Begriff „Mitarbeiter“ sei es getan…
Zielstrebigkeit gehört übrigens eher in diesen Absatz, weil es eher mit dem persönlichen Verhalten als mit der Leistung zu tun hat …

Sazu im Zeugnis:

Herr Max Mustermann schied zum 30.09.2009, aufgrund des
Befristungsablaufes seines Vertrags, aus unserem
Unternehmen aus.

Hinweis:
Die Kommas gehören hier nicht hin.

Zeugnis:

Wir bedauern, dass wir seinen Vertrag aus betrieblichen
Gründen nicht weiter verlängern können, da wir in ihm
einen zuverlässigen und motivierten Mitarbeiter
verlieren.

Hinweis:
Vielleicht bekommst Du noch ein „hochmotiviert“ hinein. Macht sich für einen jungen Menschen auf Jobsuche einfach besser …

Zeugnis:

Wir danken Herrn Max Mustermann für seine geleisteten
Dienste und wünschen ihm für seinen weiteren Berufs- und
Lebensweg alles Gute und viel Erfolg.

Hinweis:
Hier kommt es auf jedes Wort an. Besser wäre: " und wünschen ihm für seinen weiteren Berufs- und Lebensweg alles Gute und weiterhin viel Erfolg", alternativ „und wünschen ihm weiterhin beruflich viel Erfolg und persönlich alles Gute“. So wie oben zitiert, wünscht man viel Erfolg, denn der ausgeschiedene AN kann ihn brauchen, hier hatte er keinen …

Das sind meine Stichworte. Ich würde an Deiner Stelle zur Personalabteilung gehen und ein freundliches Gespräch führen, nichts unterstellen, denn u.U. wissen das die MA in einem kleinen Betrieb selber nicht und wollten nichts Böses. Vielleicht kann man hier und da eine Optimierung durchführen. Insgesamt würde ich das Zeugnis nicht schlecht beurteilen, wie gesagt, man muß die Dinge immer im Kontext lesen …

Viel Erfolg!
cf

Hallo BeeJ@y,
dein Zeugnis erweckt den Eindruck, dass du ein netter Kerl bist und einen guten Job gemacht hast. Hinter den „Geheimcodes“ verbrigt sich ein „gut“.
Das Zeugnis hat den klassischen Aufbau. Anstellungszeit, ein paar Worte zum Unternehmen und dann zu deinem Aufgabenbereich. Und hier steckt die Note 2: „…erledigte die ihn übertragenden
Aufgaben stets zu unserer vollen Zufriedenheit“. („sehr gut“ wäre der unsägliche Ausdruck „stets zu unserer vollsten Zufriedenheit“)
Dann kommen Bewertungen zum Sozialverhalten: Teamfähig, schnelle Auffassungsgabe, Zielstrebigkeit und Ausdauer, hohe Belastbarkeit". Alles einwandfrei. Ebenso das Verhalten gegen gegenüber Vorgesetzten
und Mitarbeitern: „stets einwandfrei“.
Außerdem wird noch der Grund für dein Ausscheiden aus dem Unternehmen genannt: Keine Unfähigkeit, keine Straftaten, sondern ganz einfach Auslaufen des Vertrags. Obendrein bedauert der Arbeitgeber noch, dass er dich nicht weiterbeschäftigen kann und wünscht dir Erfolg für die berufliche Zukunft. Während die anderen Bestandteile mehr oder weniger Pflicht sind, ist der „Alles Gute“-Zusatz freiwillig. Wenn er fehlt, wirft das beim Leser Fragen auf. So ist aber alles in Ordnung.
Also aus meiner Sicht grünes Licht, keine Tücken und Fallen. Eine wohlwollende Note 2. Falls du während deiner Anstellung an beruflichen Weiterbildungen teilgenommen hast, sollten die noch mit rein.

Viele Grüße und viel Erfolg
Julia Kleine (Paulaline)