Hallo Kossi,
tja, jetzt wird das Bild (für uns(!)) runder! Meine Meinung hierzu als Personalverantwortlicher:
Herr xy war vom xy-xy als Mitarbeiter im Bereich Controlling
in unserem Unternehmen tätig.
Ziemlich kurz, nur 12 Mon., nun gut, ich habe auch recht schnell meinen ersten Job gewechselt, nahezu alle meine Bekannten auch, auf dem nächsten blieben alle länger…
Als letzte Tätigkeit hat Herr xy das Relaunch unserer
Internet-Seite übernommen, Anzeigen für Fachmagazine
ausgearbeitet und eine excelgestützte BWA für unsere
Unternehmensgruppe aufgebaut.
Was hat das (mal abgesehen von der BWA) mit Controlling zu tun? Seltsam, liegt aber vielleicht auch an einem „lebendigen“ Unternehmen, macht aber stutzig (nach dem Motto: „eigentlich wollten wir ihn als Controller, aber so richtig hats dann nicht geklappt bei ihm, dann haben wir halt geschaut, was er sonst noch so kann, wenn wir ihn schon haben…“)
Herr xy hat die ihm übertragenen Aufgaben stets zu unserer
vollen Zufriedenheit erledigt. Herr xy arbeitet sorgfältig und
verantwortungsbewusst, seine aktive Arbeitsweise ist
ausgesprochen zügig.
gut
Das Verhalten von Herrn xy gegenüber Kunden, Vorgesetzten und
den Mitarbeitern war jederzeit einwandfrei.
sehr gut
Das Arbeitsverhältnis wurde in beiderseitigen Einvernehmen
durch einen Aufhebungsvertrag aufgelöst.
??? ('tschuldigung für den Klemmer…)
Als Arbeitnehmer lässt man sich nie(!) in beiderseitigem Einvernehmen auflösen, wenn man es vermeiden kann. Selbst eine hohe Abfindung kann diesen Makel seltenst beheben. Das heisst klipp und klar, dass Dein Arbeitgeber vermutlich sogar noch Geld dafür gezahlt hat, Dich loszuwerden! Da musst Du Dir aber eine gute Begründung überlegen, warum das so gelaufen ist!
Wir danken Herrn xy für die gute Zusammenarbeit und wünschen
ihm für seinen weiteren Berufs- und Lebensweg alles Gute.
Floskel
Wenn ich Deine ViKa lese, dann war Dein erster Job wohl ein absoluter Griff ins Klo, da er anscheinend völlig an Deinen Interessen vorbeiging. Leider kann das auch aus dem Zeugnis deutlich herausgelesen werden und ein neuer Arbeitgeber wird zusammenzucken. Wenn ich jemanden einstelle, dann will ich jemanden, der für Minimum 2 Jahre meinem(!) Anforderungsprofil entspricht. Bestenfalls ist er mit Freude bei der Arbeit (deshalb suche ich ihn ja auch möglichst sorgfältig aus), schlimmstenfalls macht er einfach unauffällig seine Arbeit, aber ich brauche niemanden, der keinen Spass hat und das auch soweit zeigt, so dass ich ihn mit Aufwand loswerden muss… (Es ist schon schlimm genug, wenn er selber fristgerecht kündigt, aber ich muss mir zumindest keinen Aufhebungsvertrag ausdenken)
Und wenn ich Dein Zeugnis bei einer Bewerbung bekäme, würde ich Angst davor bekommen, ob Du jetzt weisst, was Du willst, oder ob’s bei mir nicht genauso laufen könnte…
Bitte sei mir jetzt für meine Härte nicht böse, Du brauchst Dich keinesfalls mir gegenüber zu rechtfertigen oder meine Sicht in Frage zu stellen. Was ich möchte, ist Dir ein (! ich bin sicher nicht massgeblich) Arbeitgeberfeedback zu geben.
Zum einen: Sollten meine Vermutungen über Deine Interessenlagen falsch sein und die Aufhebung aus rein betrieblichen Gründen stattgefunden haben (Umstrukturierungen, Entlassungen wegen Umsatzeinbrüchen), dann schau, dass das als Begründung ins Zeugnis kommt. Hilft nicht viel, aber etwas.
Wenn nicht:
Du musst IMHO definitiv Deinen nächsten Arbeitgeber im Anschreiben überzeugen(!), dass Du jetzt genau weisst, was Du willst!
Grüße
Jürgen