Arbeitszeugnis

Hallo zusammen - hier ein Auszug aus einem Arbeitszeugnis. Mich würde interessieren, ob das so ausreichend ist, nach 3 Jahren in einem Unternehmen oder ob auch hier die Kürze Bände spricht. Den Rest des Zeugnisses - welches über 2 DIN A4 Seiten geht - machen die Beschreibung der Firma und die Auflistung der Aufgabengebiete aus, welche Herr Muster bereits selbstständig formuliert, als Vorschlag eingereicht hat. Welches Verhältnis sollten diese im Vergleich zum ausformulierten Teil haben und soll derjenige gegebenenfalls doch lieber selbstständig eines schreiben und vorlegen? Und wenn ja, wo findet er Hilfen dazu? Danke für die Antworten. gruß, mala

"Wir haben Herr Muster als einen pflichtbewussten und zuverlässigen Mitarbeiter kennen gelernt, der sich für die Geschäftsmodelle unseres Unternehmens interessierte.

Herr Muster hat die ihm übertragenen Aufgaben stets zu unserer vollen Zufriedenheit erledigt. Herr Muster hatte stets ausgezeichnete Ideen gehabt und gab wertvolle Anregungen bei der Entwicklung und
Realisierung von grafischen Aufgabenstellungen. Herr Muster arbeitete mit Sorgfalt und Genauigkeit.

Sein Verhalten zu Vorgesetzten und Kollegen war vorbildlich.

Herr Muster scheidet mit dem heutigen Tag aus unserem Unternehmen aus."

Auch hallo.

hier ein Auszug aus einem Arbeitszeugnis.

…und der Rest ? Auch wenn eine zuverlässige Beurteilung so nicht möglich ist:

"Wir haben Herr Muster als einen pflichtbewussten und
zuverlässigen Mitarbeiter kennen gelernt, der sich für die
Geschäftsmodelle unseres Unternehmens interessierte.

…und sonst nichts auf die Beine gestellt hat ?

Herr Muster hat die ihm übertragenen Aufgaben stets zu unserer
vollen Zufriedenheit erledigt. Herr Muster hatte stets
ausgezeichnete Ideen gehabt und gab wertvolle Anregungen bei
der Entwicklung und
Realisierung von grafischen Aufgabenstellungen. Herr Muster
arbeitete mit Sorgfalt und Genauigkeit.

…und eine sonstige zählbare Leistung ist -weil er ja so sorgfältig war- ausgeblieben ? Ausserdem kann er in ansonsten hervorragend verlaufende Prozesse destruktiv eingegriffen haben.

Sein Verhalten zu Vorgesetzten und Kollegen war vorbildlich.

…und die Kunden wurden durch sein Benehmen abgeschreckt ?

Herr Muster scheidet mit dem heutigen Tag aus unserem
Unternehmen aus."

…Aha: er wurde fristlos gefeuert weil er der Firma Verluste jeglicher Art beschert hat ?

Entschuldigung, aber bei einem AZ muss man _immer_ vom Schlimmsten ausgehen. Einen guten bis sehr guten MA lässt man nämlich nicht ohne Weiteres gehen :wink:

HTH
mfg M.L.

Entschuldigung, aber bei einem AZ muss man _immer_ vom
Schlimmsten ausgehen. Einen guten bis sehr guten MA lässt man
nämlich nicht ohne Weiteres gehen :wink:

Und wenn, dann ist das Bedauern, dass der MA geht auch entprechend formuliert. Und dazu noch Glückwünsche und eine erfolgreiche Zukunft (wobei aber auch dort schon wieder Fallstricke sein können).

Aber wie schon gesagt, nur aus diesen Teilen, kann man keine definitive Aussage machen - allerdings deuten die ersten Ausschnitte nicht gerade auf etwas Positives hin.

Hallo,

hast Du vor Deinem Posting mal andere Antworten zum Thema Arbeitszeugnis gelesen? Nein, hast Du nicht. Denn dann wüßtest Du daß man immer den ganzen Text braucht um das Zeugnis zu beurteilen.

Insofern kann man Dir hier keine wirklich gute Hilfestellung geben und alles, was ich schreibe, ist nur unter Vorbehalt und mit Vorsicht zu geniessen.

Den Rest des Zeugnisses - welches über 2 DIN A4
Seiten geht - machen die Beschreibung der Firma und die
Auflistung der Aufgabengebiete aus, welche Herr Muster bereits
selbstständig formuliert, als Vorschlag eingereicht hat.

Beschreibung der Firma: Ersatzlos streichen! Das gehört nicht in ein Zeugnis über einen Mitarbeiter.

Auflistung: nicht zu kleinlich werden. Lieber ausführlich als knapp, aber bitte nicht zu offensichtlich „Wichtigkeit“ demonstrieren indem man sinnlos Randtätigkeiten einzeln aufschreibt.

Welches Verhältnis sollten diese im Vergleich zum
ausformulierten Teil haben

Da gibt es keine Regel

und soll derjenige gegebenenfalls
doch lieber selbstständig eines schreiben und vorlegen? Und
wenn ja, wo findet er Hilfen dazu?

http://www.arbeitszeugnis.de/, er muß nicht, kann aber einen eigenen Vorschlag einreichen. Der AG MUSS ein Zeugnis schreiben.

"Wir haben Herr Muster als einen pflichtbewussten und
zuverlässigen Mitarbeiter kennen gelernt, der sich für die
Geschäftsmodelle unseres Unternehmens interessierte.

„Haben…kennengelernt“ ist distanziert - man wurde nicht so recht warm miteinander. Besser: ganz einfach „Herr Muster ist…“

Interesse ist immer schön und gut, aber es interessieren nur Ergebnisse. Insofern ist das nicht gut wenn der Herr Muster „interessiert war“ (-> aber außer Interesse nichts einbrachte).

Dahin gehört eine umfangreichere, genauere Beschreibung der Motivation des Mitarbeiters, seiner daraus resultierenden guten Arbeitsergebnisse und seiner speziellen Erfolge und Verdienste.

Herr Muster hat die ihm übertragenen Aufgaben

arbeitete also nicht gerne selbstständig, sondern mußte immer erst etwas aufgetragen bekommen.

stets zu unserer
vollen Zufriedenheit erledigt.

Entspricht einer 2, das ist OK.

Herr Muster hatte stets
ausgezeichnete Ideen gehabt

„hatte“ oder „hat gehabt“, aber nicht „hatte gehabt“. Außerdem reicht es nicht Ideen zu haben, siehe oben. Es muß auch etwas über die Leistungen und Ergebnisse gesagt werden. Welche positiven Erfolge hat er durch seine Ideen auf den Weg gebracht?

und gab wertvolle Anregungen bei
der Entwicklung und
Realisierung von grafischen Aufgabenstellungen.

Und sonst? Wenn er seitenlang Tätigkeiten auflistet hat er mehr erreicht als nur grafische Aufgabenstellungen zu lösen! Da muß also das gesamte Leistungsspektrum abgedeckt werden, geh ein wenig mehr ins Detail, nicht so oberflächlich.

Herr Muster
arbeitete mit Sorgfalt und Genauigkeit.

Besser: „…stets mit Sorgfalt und Genauigkeit“; oder war er er nur punktuell sorgfältig und genau?

Sein Verhalten zu Vorgesetzten und Kollegen war vorbildlich.

Und zu Kunden??? Warum nicht „jederzeit vorbildlich“?

Herr Muster scheidet mit dem heutigen Tag aus unserem
Unternehmen aus."

  • Warum?
  • Wieso keine Dankensformel?
  • gute Wünsche?

„Mit dem heutigen Tage“ ist schlecht, das sieht nach fristloser Kündigung aus und wäre überhaupt nur dann OK wenn das Zeugnis - wie sowieso erforderlich - auf den Tag seines Ausscheidens datiert wird.
Einfacher und unmißverständlicher ist „scheidet zum 31. Juli… aus“.

Es sollte ein Grund für das Ausscheiden genannt werden, solange darüber geschwiegen wird schaut’s erstmal so aus als sei man unzufrieden auseinander gegangen und verschweigt es nun diplomatisch. Bei „unbedenklichen“ Gründen sollten sie genannt werden um den Eindruck zu vermeiden daß es Ärger gab.

Dazu gehört auch daß man dem Mitarbeiter für seine guten Leistungen dankt - das ist obligat wenn weiter oben seine Leistung gelobt wurde - und generell wünscht man „alles Gute und weiterhin viel Erfolg für den beruflichen und privaten Lebensweg“.

Gruß,

MecFleih

Hallo,

hast Du vor Deinem Posting mal andere Antworten zum Thema
Arbeitszeugnis gelesen? Nein, hast Du nicht. Denn dann wüßtest
Du daß man immer den ganzen Text braucht um das Zeugnis zu
beurteilen.

Hallo, obwohl das sonst so überhaupt nicht meine Art ist, habe ich diesmal tatsächlich keine weiteren Antworten gelesen. Ich ging davon aus, diese wären sehr individuell, wie eben auch die Zeugnisse und damit für mich nicht weiter von Belang. Ich danke dir für deine, nichts desto trotz, sehr ausführliche und hilfreiche Antwort und werde mir erstmal eingehend deinen Linktipp zu Gemüte führen. Gruß, mala

Herzlichen Dank euch!
Ich werd mich mal ein wenig unter MecFleihs geposteten Linktipp schlau machen und mich dann, sollten sich doch noch - konkretere - Fragen ergeben, evtl. nochmals melden. Gruß, mala