Hallo,
zunächst zu den Äußerlichkeiten. Das Zeugnis muß…
- auf offiziellem Firmenpapier geschrieben sein
- darf nur geknickt sein wenn man es kopieren kann ohne daß die Knicke auf den Duplikaten sichtbar sind
- das Adressfeld darf nicht, wie bei einem Brief, ausgefüllt sein
- das Datum SOLLTE (ist aber nicht einklagbar) auf den Tag des Ausscheidens aus dem Unternehmen datiert sein (nicht etwa auf das Datum, an dem der Text geschrieben wurde)
- die Unterschrift muß von einem hochrangigen Vertreter der Firma (Chef, Leiter Personalabteilung, …) persönlich geleistet worden sein. „I. A. Müller, Sekretärin des Abteilungsleiters“ reicht nicht
- unter der Unterschrift müssen Name und Funktion des Unterzeichnenden nochmal in Maschinenschrift stehen.
Herr Dipl. Ing. (FH) … geboren … trat am 01. September
2000 un unser Unternehmen ein.
OK
Herr … war als Projektleiter tätig und verantwortete in
unserem Bereich Holz- und Kunststoffindustrie die Abwicklung
von Kunststofflackieranlagen. ZU seinen Aufgaben gehörten
insbesondere die
ist „ZU“ Dein Schreibfehler oder steht das so auch im Original? Falls ja: das geht nicht - korrigieren lassen.
-
Erstellung von technischen Basisdaten, Verfahrensschemen,
Steuerungskonfigurationen sowie das Anlagenlayouts
-
Festlegung der Schnittstellen zwischen den beteiligten
Gewerken
-
Planung der Stahlbauebenen und der lufttechnishcen Anlagen
-
Erstellung von Lageplänen der elektrischen Verbraucher
-
Erstellung der Funktionsbeschreibungen, CE-Dokumentation und
Sicherhietspläne
Nochmal ein Schreibfehler und wieder die Frage: steht es so im Original oder hast Du Dich hier beim abtippen verschrieben?
- Erstellung von Ausschreibungsunterlagen für
Peripherietechnik wie Kälteanlagen, Kompressoren, Heizkessel,
Wasseraufbereitungsunterlagen, brandschutztechnischenen
Anlagen und GEbäudeeinrichtungen
Schreibfehler - siehe oben
- Durchführung der Abnahmen mit Verfügbarkeits- Qualitäts- und
Durchsatztests.
Ansonsten ist die Auflistung OK, sofern sie Deiner Meinung nach Deine Aufgaben zutreffend und ausreichend im Umfang beschreibt.
Herr Bethke verfügt über ein fundiertes technisches Wissen
sowie einen ausgeprägt analytischen Sachverstand. Dies
befähigt Ihn,
Du weißt was kommt… Schreibfehler! Diese werde von manchen Zeugnis-Interpreten als Negation der jeweiligen Aussage verstanden. Hier würde man also, wenn man argwöhnisch ist, unterstellen können daß Du eben gerade nicht befähigt wärst.
die zahlreichen Problemstellungen der komplexen
Anlagen und der ablaufenden Prozesse einzuplanen und stets
bedarfsgeechte und überzeugende Lösungen hierfür anzubieten.
Soweit in Ordnung, aber etwas zu wenig detailgenau. Wenn Du ein so umfangreiches, komplexes Aufgabengebiet hattest mit viel Verantwortung, dann sollte hier etwas genauer auf Deine speziellen Fähigkeiten und Erfolge eingegangen werden. Das ist alles sehr oberflächlich und austauschbar formuliert, diese Phrasen könnte man tatsächlich in JEDES Zeugnis schreiben und niemandem würde auffallen daß es um einen anderen Job geht.
Er arbeitete sehr selbstständig und zeigte gute konzeptionelle
planerische und organisatorische Fähigkeiten.
Mit hohem Engagement setzte er sich für die Einhaltung der
oftmals kritischen Terminsituationen ein. Mit seinen
Leistungen waren wir jederzeit zufrieden.
„jederzeit zufrieden“ wäre in Noten irgendwo im Bereich einer 3-4, also leicht unterdurchschnittlich. Es wird allgemein eine „Nullinie“ der Note 3 angenommen, die man als normaler, ordentlicher Mitarbeiter bekommt.
Eine solche Beurteilung paßt allerdings nicht zu den ansonsten lobenden Worten, die man über Dich findet. Deswegen sollte an dieser Stelle auch eine adäquate, passende Formulierung stehen, also besser „stets zu unserer vollen Zufriedenheit“.
Überhaupt fällt auf daß positive Verstärkungen wie „stets“, „jederzeit“ etc. gänzlich fehlen - und vor allem Fehlt der Block „Sozialverhalten“, dazu aber unten mehr. Will man vielleicht ausdrücken daß Deine Leistungen nicht konstant waren? Das würde dann natürlich auch erklären warum an dieser Stelle keine gute Gesamtleistung attestiert wird.
An dieser Stelle, also nach der Leistungsbeurteilung und Aussagen zu Deiner Motivation und speziellen Erfolgen, muß eigentlich der 2. wichtige Block, das „Sozialverhalten“, kommen. Das fehlt in diesem Zeugnis vollends.
Dort sollte dann sowas stehen wie „Sein Verhalten gegenüber Vorgesetzten, Mitarbeitern und Kunden war jederzeit einwandfrei“, und nachdem Du seit immerhin fast 6 Jahren in der Firma bist sollte auch dieser Themenkomplex ein bißchen Ausführlichkeit aufweisen. 2 oder 3 Sätze dazu sollten schon sein.
Hier fehlt es völlig, was ein schwerer Mangel des Zeugnisses ist - oder als „beredtes Schweigen“ gewertet wird: Du warst so unkollegial und scheiße daß man zu dem Thema komplett schweigt um nicht Negatives schreiben zu müssen.
Herr B. Verlässt
wieder ein Schreibfehler - verläßt er das Unternehmen also vielleicht doch nicht auf eigenen Wunsch?
unser Unternehmen zum 30 Juni 2006
Da fehlt der Punkt: 30. …
auf eigenen Wunsch. Wir bedanken ihm
grammatisch falsch. „Wir bedanken uns“ oder „wir danken ihm“ - auch da: will man vielleicht genau das Gegenteil aussagen, man ist froh Dich endlich los zu sein?
für seinen Mitarbeit und
wünschen ihmür seine Mitarbeit und wünihm auf seinem w Berufs-
und Lebensweg Gute und weiterhin viel Erfolg
naja, da brauch ich jetzt nicht nochmal etwas zu schreiben, ne?
Alles in allem: schon wegen des völlig fehlenden Blocks „Sozialverhalten“ ein inakzeptables Zeugnis. Aussagen zu dem Thema müssen auf jeden Fall noch reingeschrieben werden, es sei denn es kämen dann ganz katastrophale Aussagen zustande.
Die massigen Rechtschreibfehler müssen allesamt korrigiert werden.
Achte darüber hinaus auf die ganzen Äußerlichkeiten, die ich am Anfang erwähnt habe.
Gruß,
MecFleih