Guten Tag.
Diese meine Interpretation geht vom Schlimmsten aus - das schützt vor Überraschungen 
Dienstzeugnis, Datum
Also, mir begegnet die Bezeichnung „Dienstzeugnis“ erstmalig. Üblich ist „Zeugnis“ oder „Arbeitszeugnis“ …
Herr xx, geboren am xx.xx.xxxx in München, wohnhaft in Graz,
Wo du geboren bist, erfahre ich aus deinem Lebenslauf, und wo du wohnst, ist mir eigentlich Humpe. Verstehe ich nicht …
war in der Zeit von 01.12.08 bis 15.04.09 in unserem
Unternehmen als Mitarbeiter im Bereich Verkauf beschäftigt.
Verkauf von? Mitarbeiter was?
Sein Aufgabengebiet umfasste die Erstellung von Angeboten,
Vorbereitung von Präsentationsunterlagen und telefonische
Kundenbetreuung.
Angebote für was? Präsentationsunterlagen welcher Art? Was für Kunden (In-/Ausland/Firmen/privat/Behörden)?
Er ist durch seine verbindliche und freundliche Art positiv
aufgefallen und hat die ihm übertragenen Aufgaben stets mit
großem Engagement erledigt.
Eijeijei. Er strengte sich im Rahmen seiner Möglichkeiten an und grinste dabei ständig - rumgekommen ist nicht viel.
Er arbeitete sehr gewissenhaft und zügig […]
[…] zeichnete sich insbesondere durch seine effiziente
Arbeitsweise aus.
Könnte man so verstehen, dass er sich effizient zu drücken verstand, wenn Arbeit drohte.
Er war
auch immer bereit, zusätzliche Tätigkeiten zu übernehmen, wenn
es die Situation erforderte.
S.o.: „wenn er nicht rechtzeitig ausweichen konnte …“
Sowohl von Vorgesetzten als auch von Kollegen wurde die
jederzeit freundliche Art von Herrn xx als angenehm empfunden.
Könnte übersetzt „Schleimscheißer“ heißen - muss nicht.
Herr xx scheidet aus eigenem Wunsch aus unserem Unternehmen
aus. Wir bedauern sein Ausscheiden, danken für die positive
Zusammenarbeit und wünschen Herrn xx für den beruflichen
Lebensweg alles Gute und viel Erfolg.
„Weiterhin viel Erfolg“, sonst ist sehr deutlich zu sehen, dass bisher keiner da war.
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Dass nach einem halben Jahr noch keine Enzyklopädie verschiedener Tätigkeiten anliegt, ist klar. Dennoch ist die Tätigkeitsbeschreibung viel zu allgemein und zu wenig detailliert.
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Der Leistungsteil ist zweischneidig: Entweder hat ihn jemand verfasst, der nicht so richtig wusste, was er tat, oder man wollte dir einen reindrücken.
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Man betont die freundliche und fröhliche Art eines Mitarbeiters dann, wenn man sonst nicht viel Positives zu sagen weiß, oder aber wenn das genaue Gegenteil der Aussage der Fall war.
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Der Kündigungstermin 15.4. kann, da es sich nur um ein halbes Jahr dreht, in Ordnung sein (z.B., wenn 14-tägige Kündigungsfrist o.dgl., wegen Probezeit o.ä.), fällt aber ein wenig auf.
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Außer, dass der Kandidat freundlich war, gibt es keine Angaben zum Verhalten … ist etwas vorgefallen?
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Und die Kündigung: ward sie dir nahegelegt oder ganz free Willy?
Wie gesagt, bösartig interpretiert - aber bei mir kämst du nicht über die Vorsortierung hinaus, zumal ich ganz und gar nichts über dein Wissen und Können erfahre.
GEK