Arbeitszeugnis (Insolvenz)

Hallo Zusammen

Ich habe mal eine Frage. Die vorletzte Firma, wo ich gearbeitet habe, hat einen Insolvenzantrag gestellt, was mich dazu bewogen hat, mir einen neue Stelle zu suchen. Ich habe mich damals gar nicht mit dem Thema Arbeitszeugnis auseinandergesetzt und war mit dem Zeugnis zufrieden (was die Aufgabenbeschreibung und die Beurteilung betrifft). Als ich jetzt einer Bekannten mein Zeugnis gezeigt habe, fragte die mich, warum ich denn schon wieder nur ein recht kurzes Arbeitsverhältnis hatte. Das hat mich stutzig gemacht und ich habe mir das noch einmal durchgelesen. Zum Ende ist nur erwähnt, dass ich gekündigt habe, nicht aber, dass mich die wirtschaftliche Situation dazu veranlasst hat. Da es die Firma nicht mehr gibt, möchte ich mich an den Konkursverwalter wenden und um ein neues Zeugnis bitten, mit einem Verbesserungsvorschlag. Weiss jemand, wie man das am Besten ausdrücken kann? Würde in diesem Zeugnis etwas vom Insolvenzantrag stehen oder schreibt man nur etwas von einer schlechten Wirtschafslage (die Muttergesellschaft hatte kurz vorher ein Insolvenzverfahren beantragt, dann müssen die Tochtergesellschaften das ja auch tun)?

Mir ist wichtig, dass jeder Leser genau weiss, dass ich nur gekündigt habe, weil es der Firma sehr schlecht ging und nicht, weil ich es nicht so lange bei einer Firma aushalte.

Danke für Eure Ratschläge…

Schönen Tag noch

Lilly

Mir ist wichtig, dass jeder Leser genau weiss, dass ich nur
gekündigt habe, weil es der Firma sehr schlecht ging und
nicht, weil ich es nicht so lange bei einer Firma aushalte.

Ich glaube nicht, dass Du ein verändertes zeugnis brauchst, wer sollte es Dir auch ausstellen. Der Konkursverwalter bestimmt nicht.

Ich würde im Lebenslauf bei der Station mit dieser Firma vermerken, dass Du wegen der Insolvenz ausgeschieden bist. Dann kann sich der Personaler, der die Zeugnisse liest einen Reim darauf machen. Wenn Du ganz pingelig bist, hälst Du einen Nachweis über die Insolvenz bereit (irgendein Schreiben, eine Zeitungsmeldung, ein Ausdruck aus dem Insolvenzregister), falls du danach gefragt wirst. Einer Bewerbung würde ich diesen Nachweis nicht beifügen und ihn nur auf Nachfrage vorlegen.

Hallo Nordlicht

Danke für Deine Antwort. Schreibst Du aus Erfahrung oder ist das Deine Meinung?

Es kann aber nicht so sein, dass man bei einer Firma, die in Konkurs gegangen ist, kein Anrecht auf ein verändertes Zeugnis hat. Und irgendwer wird für so etwas zuständig sein. Weiss aber leider auch nicht, wer das sein könnte.

Mir kommts darauf an, dass das direkt ersichtlich wird. Die Idee, etwas aus dem Internet hinzuzufügen, ist genial. Es gibt da nämlich ein paar Seiten, die darüber berichtet haben. Vielleicht reicht das dann ja aus.

Tschüss und einen guten Wochenstart

Lilly

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Hi Lilly,
aus Erfahrung mit einer insolventen Firma kann ich dir sagen, dass es äusserst schwierig werden wird, von denen noch irgendwas zu bekommen. Egal ob du Anspruch darauf hast oder nicht… Bei mir war es die Lohnsteuerkarte, die auf nimmer Wiedersehen verschwunden war…

Falls du kein geändertes Zeugnis bekommst, würde ich, so wie Nordlicht vorgeschlagen hat, an deiner Stelle im Lebenslauf oder ggf. im Anschreiben einen Hinweis darauf aufnehmen.

Grüße
/silvl

ich würde entweder an die ehemalige GF treten und / oder an den Insolvenzverwalter oder was ich ganz gut finde, wenn man oft die Stelle gewechselt hat, einfach das eröffnete Insolvenzverfahren im Lebenslauf vermerken.

Die Handhabung habe ich schon oft in Bewerbunsunterlagen gesehen. Man erspart sich so Absagen und/ oder wenn man zum Vorstellungsgespräch überhaupt eingeladen wird, die Frage, warum man so häufig die Stellen gewechselt hat.

Hallo,
mal aus Erfahrung:
Ein Insolvenzverfahren einer nicht so kleinen Firma dauert schon mal 6-8 Jahre. Es gibt auch nach der Insolvenz noch lange Mitarbeiter der Firma, besonders der Personalabteilung. Diese müssen auseinanderwuseln, welcher Mitarbeiter wie viel aus der Insolvenzmasse bekommt.

Bei mir war es der Fall, dass ich Monate nach der Insolvenz die Personen angeschrieben habe, dann bekam ich ein neues Zeugnis, bei dem ein Fehler in der Jahreszahlen korrigiert worden war…

Grüße,

Ralph