Arbeitszeugnis selbst schreiben- wo ist Überprüfung möglich?

Hallo liebe Leute,

ich habe das „Vergnügen“ mir selbst ein Arbeitszeugnis schreiben zu dürfen (wohlgemerkt ohne irgendwelche Vorkenntnisse- ich arbeite nicht in der Personalabteilung).

Die Firma in der ich beschäftigt bin ist sehr klein und keiner ist wirklich in der Lage ein rechtssicheres Zeugnis auszustellen.

Da ich schon einige Arbeitgeber hatte, versuche ich mich etwas an ihren Formulierungen entlang zu hangeln. Aber oft reicht ja schon ein blöder Fehler und man hat sich alles versaut.

Scheinbar gibt es ja auch Zeugnisgeneratorten von denen aber gemeinhin eher abgeraten wird, da sie zu wenig individuell agieren und man ein 08/15 Einheitszeugnis fabriziert.

Deshalb meine Frage wo man so ein Zeugnis am besten prüfen lassen kann. Natürlich gibt es Anwälte, aber ehrlich gesagt sehe ich es jetzt nicht ein, dafür auch noch großartig Geld auszugeben bzw. stellt sich mir sogar die Frage ob es nicht Aufgabe des Arbeitgebers wäre evtl. Kosten dafür zu übernehmen wenn er schon nicht in der Lage ist ein Zeugnis auszustellen (ich weiß dass das dünnes Eis ist, finde es aber andererseits auch nicht fari die komplette Verantwortung auf den Arbeitnehmer abzuwälzen, oder wie seht ihr das?).

Ich habe schon gesehen dass es auch online Anbieter gibt, kann deren Seriösität aber ehrlich gesagt nicht einschätzen.

Hatte vielleicht jemand schon mal einen ähnlichen Fall und kann mir Tipps geben?

Liebe Grüße,

Tweetili

Hallo,

sehr zu empfehlen ist
https://www.heiko-mell.de/zeugnisberatung.aspx

Gruß
Daniel

P.S. Nein, ich befinde mich in keinerlei geschäftlicher Beziehung zum verlinkten Anbieter. Ich erhalte in keinem Fall Provision o.ä. durch Abgabe dieser Empfehlung.

Gegenfrage, Mitglied in einer Gewerkschaft?

Echt? Für 290,00 € eine Überprüfung von jemandem, der sich zwar glänzend selbst vermarkten kann, aber über keinerlei Referenzen verfügt und ganz klar auf Fach- und Führungskräfte abstellt.
Hast du denn schon ein Zeugnis von ihm bekommen? Oder warum ist er sehr zu empfehlen?

Soon

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Moin,

die Personaler (jedefalls die meisten) sind nicht doof. Die sehen das schon, ob es ein Zeugnis aus dem Generator ist oder nicht. Aaaber, besser ein Zeugnis aus dem Generator als ein gutgemeintes, was voll nach hinten losgeht.
Du kannst dich ja an dem Generator langhangeln und dann das Zeugnis hier mal einstellen. Einige hier können dir auf jeden Fall helfen.
Wie lange hast du denn in der Firma gearbeitet und was hast du gemacht? Darauf kommt es übrignes auch sehr an, um beurteilen zu können, wie ausführlich das Zeugnis werden soll.
Und, natürlich ist für die Erstellung des Zeugnisses der Arbeitgeber zuständig. Ist sogar gesetzlich geregelt §9 GewO.
Aber, was nützt es dir, wenn er die ein hingeschludertes Zeugnis schreibt und du wochenlang beschäftigt bist, immer wieder Verbesserungen einzufordern.

Soon

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Ja, echt!

Wie kommst du darauf, das er über keinerlei Referenzen verfügt? Nur weil er auf seiner homepage keine Referenzen angibt, heißt das doch nicht, dass er keine hat! Es gibt übrigens etwas, was man Internet nennt. Und in diesem Internet kann man mit sogenannten Suchmaschinen viele Dinge in Erfahrung bringen. Unter anderem Referenzen von dem Herrn…

Warum genau wird sein Angebot dadurch abgewertet, dass er ganz klar auf Fach- und Führungskräfte abstellt? Bzw. warum sind 290,00 € deswegen zu teuer?

Nein. Er war noch nie mein Arbeitgeber/Vorgesetzter, daher habe ich von ihm noch nie ein Zeugnis bekommen. Mir ist nicht klar, auf was du mit dieser Frage abzielst. Die ursprüngliche Fragestellung lautete doch sinngemäß „Wo kann man am besten ein Zeugnisentwurf überprüfen lassen?“ Und nicht „Wo bekommt man ein Zeugnisentwurf her?“ geschweige denn „Wo bekommt man ein Zeugnis her?“

Das hat mehrere Gründe

  • Er hat jahrzehntelange Erfahrung und finanziert seinen Lebensunterhalt mit diesen Dienstleistungen seit Jahrzehnten. Der Markt gibt ihm also ganz offensichtlich Recht.
  • Er publiziert seit Jahrzehnten seine „Karriereberatung“ in den VDI-Nachrichten, in denen er in meinen Augen die „Spielregeln“ des Berufslebens äußerst zutreffend beschreibt. Ich kenne sehr viele Leute die das genau so sehen. Ich kenne niemanden der das nicht so sieht. Ja, du wirst jetzt wieder einwenden dass das ja alles nur nur Fach- und Führungskräfte sind…
  • Besagte Spielregeln erläutert er auch in mehreren Büchern, die mittlerweile teilweise in der 4. Auflage verlegt werden. Also auch hier gibt der Markt ihm ganz offensichtlich Recht.

Daniel

Egal ob Referenzen oder nicht und ob der nun besser/schlechter/gleich gut ist wie andere: der UP wollte überhaupt kein Geld ausgeben :grinning:, am besten noch die Anwaltskosten dem AG aufdrücken…

Ich bin in keiner Gewerkschaft und als Vertriebsassistentin tätig. In der Firma bin ich seit 2 1/2 Jahren. Ich hatte allgemeine administrative Aufgaben, war für Ausschreibungen zuständig, habe Produktbeschreibungen erstellt, den Versand abgewickelt und war QMB (aufgrund der Firmengröße also so eine Art eierlegende Wollmilchsau :-)).

Ich habe schon ein bißchen mit dem Zeugnis angefangen und werde es hier einstellen sobald ich fertig bin.

Liebe Grüße

Tweetili

Sorry, aber warum soll ich für etwas bezahlen was nicht mein Verschulden ist? Aufgedrückt bekomme lediglich hier etwas, nämlich das machen zu müssen wozu mein Arbeitgeber eigentlich per Gesetz verpflichtet ist.

Nun, eigentlich ist das ein wunderbares Angebot von Deinem AG - spart Euch beiden Mühe und Ärger. Und unter uns Betschwestern: ich würde Dir raten, die Kohle für nen Profi in die Hand zu nehmen. Ein schlechter Rat aus nem anonymen Forum kann Dich nämlich deutlich mehr Geld kosten… Aber, wie Du magst.

ich finde die Generatoren helfen dir sehr gut, um klare Noten zu vergeben. Ich habe ein Zeugnis vom Anwalt schreiben lassen (1000Eur für Zeugnis und drei Briefe).

Im Grunde aber wurde hier auch nicht mehr gemacht.
das spannende ist eigentlich deine Tätigkeitsbeschreibung. Was hast du getan?
Ansonsten vielleicht in der nächsten Bücherei vorbei schauen und in ein Buch schauen.

Noch nicht probiert, aber je nachdem wie es bei dir weitergeht über einen Aktivierungs- Gutschein über das AA einen Weiterbildungsanbieter kontaktieren. Die kennen sich oft auch aus.

Ich habe in meinem Leben fast alle Zeugnisse selber geschrieben.

Weil du ein vernünftiges Arbeitszeugnis haben möchtest und das ein guter Weg wäre? Du kannst es auch sein lassen und es darauf ankommen lassen, aber dann heul nicht rum, weil du dir künftige Karrierechancen durch ein schlecht geschriebenes Zeugnis verbaut hast.

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Vielleicht sollten Leute die nichts wirklich konstruktives beizutragen haben, sondern offenbar einfach nur provozieren wollen sich aus dieser Diskussion raushalten?! Ich werde auf sowas jetzt auch nicht mehr reagieren… Ich habe eine normale Frage gestellt und bin weit entfernt davon rumzuheulen. Aber es stimmt wohl das Internetforen für so eine Frage offenbar nicht wirklich geeignet sind, da im Rahmen der Annonymität einige Leute meinen sich daneben benehmen zu können. Sehr schade…

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Ich fürchte, das hast Du missverstanden. Diese Menschen, die da so heftig auf Dich „einhacken“ (und nein, da nehme ich mich primär gar nicht aus) versuchen Dir verzweifelt, mitzuteilen, dass Du mit „alten Zeugnissen“, „Zeugnisgenerator“, „mögliche Experten in anonymem Forum“ (was weisst Du denn über unsere Qualifikation?) zwar am Ende vermutlich ein wohlklingendes Werk erzeugen kannst. Aber skizzieren wir mal den schlimmsten Fall: wir alle hier übersehen irgendeine blöde Sache (ich hielt mal ein Zeugnis in Händen „intim arbeitete sie gut“ und nein, es war keine Prostituierte, der Autor wollte ihre Teamarbeit lobend erwähnen), dann klappt das mit dem neuen Job nicht, in ein paar Wochen / Monaten bist wieder auf Suche nach nem Job und brauchst das Zeugnis wirklich dringend. Und dann findest keinen Job. Glaubst Du wirklich, das wäre billiger als jetzt mal mit einem Vorentwurf (und da wurde Dir ja bereits Hilfe angeboten) zu einem fachlich spezialisierten Anwalt zu gehen (ja, der kostet Geld und Zeit braucht‘s auch) und das absegnen zu lassen.

Ehrlich, diese Investition lohnt sich. Und zwar für Dich! Denn wäre ich Dein Arbeitgeber, böte Dir sowas wunderbares an und dann wölltest Du von mir die Kohle für Deinen(!) Anwalt, nun, dann würde ich das Zeugnis schreiben. Und mein Wohlwollen wäre etwas reduziert :wink:

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Grundsätzlich stimme ich dir zu. Nur verstehe ich nicht, warum man für so etwas zu einem Anwalt gehen sollte. Meine Überlegungen sind dabei die folgenden:

Es geht hier mehr oder weniger grundsätzlich um die Frage, wie man dafür sorgen kann, dass das Arbeitszeugnis, das man sich selber schreiben darf, möglichst optimal gestaltet wird.

Was heißt dabei „optimal“? Dazu sollte man sich in meinen Augen die Frage stellen, zu welchem Zweck das Arbeitszeugnis primär zum Einsatz kommen soll. So wie ich das sehe ist dieser primäre Zweck die Bewerbung auf eine neue Arbeitsstelle.

Was genau soll das Zeugnis bei dieser Bewerbung dann bewirken? Und vor allem: Bei wem soll es was bewirken? Antwort: Das Zeugnis soll bewirken, dass der Bewerber beim Bewerbungsempfänger einen möglichst guten Eindruck hervorruft.

Wer kann am besten beurteilen, wie und ob ein Zeugnis einen guten Eindruck bei einem Bewerbungsempfänger hervorruft? Jemand, der selber sehr viel sehr breit gestreute Erfahrung darin hat, selber Bewerbungsempfänger zu sein.

Viel Erfahrung haben z.B. langjährige Personalchefs, diese jedoch meist nur aus dem Blickwinkel des Unternehmens, bei dem sie Personalchef sind.

Deutlich besser geeignet wäre jemand, der seit Jahrzehnten von sehr vielen verschiedenen Unternehmen damit beauftragt wird, ein Personalproblem zu lösen. Das gestaltet sich dann ungefähr wie folgt: „Wir suchen jemanden für die Position XYZ. Randbedingungen: diese und jene Ausbildung, ca. so und soviel Jahre Berufserfahrung. Bitte schalten sie Stellenanzeigen, führen Sie die Bewerbungsgespräche und legen uns dann 3 Kanditaten zur Auswahl vor“. So jemand hat schon sehr viel gesehen und gehört und kennt so ziemlich alle Gepflogenheiten und mehr oder weniger geheime Zeugniscodes.

Ein Fachanwalt für Arbeitsrecht kann sicher dafür sorgen, dass das Zeugnis juristisch einwandfrei wird. Aber ich kann mir kaum vorstellen, dass ein Bewerbungsempfänger jemals sagen wird: „Bei der Bewerberauswahl lege ich unter anderem großen Wert darauf, dass der Kandidat ein Zeugnis hat, mit dem er vor dem Arbeitsgericht möglichst wenig zu befürchten hat.“

Danke, DCK. Das entspricht auch meiner bisherigen Überlegung. Ich sehe einen Anwalt auch eher als Möglichkeit konkrete Streitigkeiten wg. des Zeugnisses beizulegen (vielleicht aufgrund missverständlicher Formulierungen, die der Arbeitgeber partout nicht ändern will). Ich denke nicht, dass mein Arbeitgeber einen Groll gegen mich hegt und dass er die von mir vorgeschlagenen Formulierungen so übernehmen wird (hinzu kommt dass mein Chef wirklich null Ahnung von der Materie hat).

Zwischenzeitlich habe ich selbst etwas gegoogelt und bin auf Karriereberater (oder Coaches) gestossen, die wohl auch eine Zeugnisprüfung anbieten. Tatsächlich habe ich jemanden in meiner Nähe gefunden, der sowas offenbar macht. In dem Fall handelt es sich um eine Dame mit juristischem Hintergrund, kann also wahrscheinlich gar nicht so verkehrt sein. Ich frage da einfach mal die Kosten für so eine Überprüfung an. Natürlich stellt sich mir auch immer die Frage nach einem angemessenen Entgelt für so eine Leistung. Deshalb braucht man natürlich einen Vergleich so dass es wohl eher darauf hinauslaufen wird, dass ich bei mehreren Leuten anfragen muss.

Soweit ich weiß ist der Begriff Karriereberater oder Coach ja auch nicht wirklich geschützt. Als Laie da die Spreu vom Weizen zu trennen, ist wahrscheinlich auch nicht einfach.

Wenn ich mal einen Preisüberblick habe, melde ich mich noch mal um ein Feedback zu bekommen was Ihr so für angemessen halten würdet.

Bis dahin schon mal vielen Dank,

Tweetili

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Servus,

man selber findet viel öfter statt als man glaubt.Jeder von uns beiden ist zu über 95 Prozent 08/15 - so what?

Bis in die Gegend einer Zwei kann man Zeugnisgeneratoren durchaus verwenden. Die haben den Vorteil, dass sie immerhin nicht aus Versehen nach hinten losgehen, und Generatorzeugnisse werden beim Lesen ohne weiteres als solche erkannt, d.h. der Leser muss nicht viel spekulieren, sondern weiß sofort, was da drinne steht.

Wenn man so ein Teil noch durch persönliche Erfolge während der fraglichen Station im CV ergänzt, ist das schon eine recht brauchbare Sache. Allemal besser brauchbar als das Zeugs, das mir Amateure in dieser Materie hie und da mitgeben wollten.

Schöne Grüße

MM

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