Arbeitszeugnis - selbst verfasst - ist das so ok?

Hallo!

Ich hatte vor einiger Zeit mein ach-so-schlimmes Zeugnis hier eingestellt und nun möchte ich meinen Ex-Chef drum bitten, mir ein neues auszustellen, das ich bei neuen Bewerbungen auch vorlegen kann, ohne von vorneherein schon schlechte Karten zu haben.

Ich wäre sehr dankbar, wenn einige von euch mal einen Blick drauf werfen und evtl. ein paar Kommentare/Verbesserungsvorschläge geben könnten :smile:
(die „neue Herausforderung“ sind meine beiden Kinder, wegen denen ich halt diese Vollzeitstelle nicht mehr ausführen konnte. Ich hoffe, diese Formulierung kommt recht unverfänglich und positiv an.)

Hier also der Text

Z E U G N I S

Frau …, geboren am … in … war vom 01.03.1998 bis zum 30.03.2000 als kaufmännische Angestellte in unserem Unternehmen tätig.

Ihr Aufgabengebiet umfasste im Einzelnen:

 Korrespondenz
o selbständig und nach Diktat
o englisch und deutsch
 Akkreditivbearbeitung Import und Export
 Auftragsbearbeitung (Buchhaltungs-Software KHK)
 Frachtkostenvergleiche und Frachtrechnungskontrolle
 Zollformalitäten (Ausdruck über PC)
 Intrastatanmeldungen
 Office-Anwendungen MS Office (Word, Excel, Access und Outlook)
 Preiskalkulationen erstellen und pflegen
 Überwachung der Zahlungseingänge und Mahnwesen
 Provisionsabrechnung
 Wareneingangskontrolle und Qualitätsprüfung
 Versand koordinieren (Pakete und Maschinenversand)
 Werbeprospekte entwerfen und anfertigen

Frau … besitzt ein umfassendes und gutes, jederzeit verfügbares Fachwissen, mit dessen Hilfe sie auch schwierige Fragen erfolgreich löste. Sie verband hohe technische Kompetenz mit gutem wirtschaftlichem Sachverstand.

Frau … zeichnete sich durch hohe Arbeitsmotivation aus. Sie zeigte hohe Einsatzbereitschaft, auch über die übliche Arbeitszeit hinaus. Dabei arbeitete sie zuverlässig und selbständig. Sie bearbeitete und erledigte ihre Aufgaben planvoll und systematisch. Auch erhöhtem Arbeitsaufwand und Termindruck war sie gut gewachsen. Die Arbeit von Frau … war von guter Qualität und ihre beruflichen Fähigkeiten überzeugten uns. Ihre Aufgaben erfüllte sie stets zu unserer vollen Zufriedenheit.

Wegen ihrer freundlichen und zuvorkommenden Art wurde sie bei Geschäftspartnern, Vorgesetzten und Kollegen stets hoch geschätzt und respektiert.

Frau . … scheidet im besten gegenseitigen Einvernehmen aus unserem Unternehmen aus, weil sie sich einer neuen Herausforderung stellen will. Wir bedauern es sehr, dass sich Frau … entschlossen hat, unser Unternehmen zu verlassen. Für ihren außerordentlichen Einsatz, ihre wertvolle Mitarbeit und die angenehme Zusammenarbeit danken wir ihr und wünschen Frau … für die Zukunft sowohl beruflich als auch privat weiterhin alles Gute.

…, Geschäftsinhaber

Hallo,

ich bin kein Zeugnis-Experte, aber ich sage einfach mal, was mir einfällt.

Frau …, geboren am … in … war vom 01.03.1998 bis zum
30.03.2000 als kaufmännische Angestellte in unserem
Unternehmen tätig.

Kannst Du Deinen Beruf evtl. genauer benennen?

Ihr Aufgabengebiet umfasste im Einzelnen:

 Korrespondenz
o selbständig und nach Diktat
o englisch und deutsch
 Akkreditivbearbeitung Import und Export
 Auftragsbearbeitung (Buchhaltungs-Software KHK)
 Frachtkostenvergleiche und Frachtrechnungskontrolle
 Zollformalitäten (Ausdruck über PC)
 Intrastatanmeldungen
 Office-Anwendungen MS Office (Word, Excel, Access und
Outlook)
 Preiskalkulationen erstellen und pflegen
 Überwachung der Zahlungseingänge und Mahnwesen
 Provisionsabrechnung
 Wareneingangskontrolle und Qualitätsprüfung
 Versand koordinieren (Pakete und Maschinenversand)
 Werbeprospekte entwerfen und anfertigen

Die wichtigsten Aufgaben sollten immer zuerst genannt werden,Korrespondenz würde ich persönlich weiter nach unten setzen. Gut ist, dass auch Deine Englischkenntnisse erwähnt sind.
Die Angabe „Office-Anwendungen…“ ist keine Aufgabe und gehört so nicht in diese Aufzählung.

Frau … besitzt ein umfassendes und gutes, jederzeit
verfügbares Fachwissen, mit dessen Hilfe sie auch schwierige
Fragen erfolgreich löste. Sie verband hohe technische
Kompetenz mit gutem wirtschaftlichem Sachverstand.

Note 1 bis 2.

Frau … zeichnete sich durch hohe Arbeitsmotivation aus. Sie
zeigte hohe Einsatzbereitschaft, auch über die übliche
Arbeitszeit hinaus. Dabei arbeitete sie zuverlässig und
selbständig. Sie bearbeitete und erledigte ihre Aufgaben
planvoll und systematisch. Auch erhöhtem Arbeitsaufwand und
Termindruck war sie gut gewachsen. Die Arbeit von Frau … war
von guter Qualität und ihre beruflichen Fähigkeiten
überzeugten uns. Ihre Aufgaben erfüllte sie stets zu unserer
vollen Zufriedenheit.

Note 2.

Wegen ihrer freundlichen und zuvorkommenden Art wurde sie bei
Geschäftspartnern, Vorgesetzten und Kollegen stets hoch
geschätzt und respektiert.

Hier fehlen die Kunden! Die sollten unbedingt erwähnt werden, sonst gibt das Punktabzug. Z. B. …wurde sie bei Kunden, Geschäftspartnern, Vorgesetzten…

Frau . … scheidet im besten gegenseitigen Einvernehmen aus
unserem Unternehmen aus, weil sie sich einer neuen
Herausforderung stellen will. Wir bedauern es sehr, dass sich
Frau … entschlossen hat, unser Unternehmen zu verlassen.

Das widerspricht sich. „im gegenseitigen Einvernehmen“ bedeutet, dass beide Seiten, also Du und die Firma, sich auf Deine Entlassung geeinigt haben. Du hast aber selber gekündigt. Besser wäre: „Frau X verlässt unser Unternehmen auf eigenen Wunsch, um sich einer neuen Herausforderung zu stellen…“

Für
ihren außerordentlichen Einsatz, ihre wertvolle Mitarbeit und
die angenehme Zusammenarbeit danken wir ihr und wünschen Frau
… für die Zukunft sowohl beruflich als auch privat weiterhin
alles Gute.

Dass das Unternehmen Bedauern ausdrückt, ist sehr gut.

Gruß

Jeanine

Hallo Jeanine,

vielen Dank für deine Kommentare.

Kannst Du Deinen Beruf evtl. genauer benennen?

Naja, eigentlich nicht, denn als das war ich nun mal eingestellt. Hab extra nochmal im Vertrag gekuckt, da steht erst gar keine Bezeichnung drin. Das passendste wäre noch Groß-und Außenhandelskauffrau, aber da ich Industriekauffrau gelernt habe, kann ich dann reinschreiben, dass ich als G-u-A-kauffrau dort angestellt war? Hmmm.

Die wichtigsten Aufgaben sollten immer zuerst genannt
werden,Korrespondenz würde ich persönlich weiter nach unten
setzen. Gut ist, dass auch Deine Englischkenntnisse erwähnt
sind.

Die Angabe „Office-Anwendungen…“ ist keine Aufgabe und
gehört so nicht in diese Aufzählung.

Ja, das hab ich mir auch schon gedacht. Das werde ich dann noch rausnehmen.

Frau … besitzt ein umfassendes und gutes, jederzeit
verfügbares Fachwissen, mit dessen Hilfe sie auch schwierige
Fragen erfolgreich löste. Sie verband hohe technische
Kompetenz mit gutem wirtschaftlichem Sachverstand.

Note 1 bis 2.

Frau … zeichnete sich durch hohe Arbeitsmotivation aus. Sie
zeigte hohe Einsatzbereitschaft, auch über die übliche
Arbeitszeit hinaus. Dabei arbeitete sie zuverlässig und
selbständig. Sie bearbeitete und erledigte ihre Aufgaben
planvoll und systematisch. Auch erhöhtem Arbeitsaufwand und
Termindruck war sie gut gewachsen. Die Arbeit von Frau … war
von guter Qualität und ihre beruflichen Fähigkeiten
überzeugten uns. Ihre Aufgaben erfüllte sie stets zu unserer
vollen Zufriedenheit.

Note 2.

Wegen ihrer freundlichen und zuvorkommenden Art wurde sie bei
Geschäftspartnern, Vorgesetzten und Kollegen stets hoch
geschätzt und respektiert.

Hier fehlen die Kunden! Die sollten unbedingt erwähnt werden,
sonst gibt das Punktabzug. Z. B. …wurde sie bei Kunden,
Geschäftspartnern, Vorgesetzten…

Auch, wenn ich überhaupt keinen Kundenkontakt hatte? Genau deswegen hab ich das ja weggelassen. Um die Kunden hat sich immer nur der Chef persönlich gekümmert. Ich hab denen dann nur Auftragsbestätigungen geschickt.

Frau . … scheidet im besten gegenseitigen Einvernehmen aus
unserem Unternehmen aus, weil sie sich einer neuen
Herausforderung stellen will. Wir bedauern es sehr, dass sich
Frau … entschlossen hat, unser Unternehmen zu verlassen.

Das widerspricht sich. „im gegenseitigen Einvernehmen“
bedeutet, dass beide Seiten, also Du und die Firma, sich auf
Deine Entlassung geeinigt haben. Du hast aber selber
gekündigt. Besser wäre: „Frau X verlässt unser Unternehmen auf
eigenen Wunsch, um sich einer neuen Herausforderung zu
stellen…“

Nein, eigentlich habe ich nicht selber gekündigt. Ich hatte angeboten, wieder dort zu arbeiten, aber wegen der Kinder eben nur halbtags. Er meinte dann, halbtags würde nicht gehen und dann haben wir uns eben geeinigt, einen Aufhebungsvertrag zu machen.

Wie könnte ich das denn passend formulieren?

Für
ihren außerordentlichen Einsatz, ihre wertvolle Mitarbeit und
die angenehme Zusammenarbeit danken wir ihr und wünschen Frau
… für die Zukunft sowohl beruflich als auch privat weiterhin
alles Gute.

Dass das Unternehmen Bedauern ausdrückt, ist sehr gut.

Gruß

Jeanine

liebe Grüße
Jolina

Hallo Jolina,

Kannst Du Deinen Beruf evtl. genauer benennen?

Naja, eigentlich nicht, denn als das war ich nun mal
eingestellt. Hab extra nochmal im Vertrag gekuckt, da steht
erst gar keine Bezeichnung drin.

Wenn nichts anderes im Vertrag steht, kannst Du natürlich auch nichts anderes in Dein Zeugnis schreiben.

Wegen ihrer freundlichen und zuvorkommenden Art wurde sie bei
Geschäftspartnern, Vorgesetzten und Kollegen stets hoch
geschätzt und respektiert.

Hier fehlen die Kunden! Die sollten unbedingt erwähnt werden,
sonst gibt das Punktabzug. Z. B. …wurde sie bei Kunden,
Geschäftspartnern, Vorgesetzten…

Auch, wenn ich überhaupt keinen Kundenkontakt hatte? Genau
deswegen hab ich das ja weggelassen. Um die Kunden hat sich
immer nur der Chef persönlich gekümmert. Ich hab denen dann
nur Auftragsbestätigungen geschickt.

Hattest Du wirklich überhaupt keinen Kundenkontakt? Hast Du vielleicht mal einen Kunden angerufen? Oder einen Kunden, den Du zufällig im Büro getroffen hast, freundlich gegrüßt? Wenn Du die Kunden im Zeugnis weglässt, macht das keinen guten Eindruck, schließlich sind die Kunden das Wichtigst für ein Unternehmen.

Frau . … scheidet im besten gegenseitigen Einvernehmen aus
unserem Unternehmen aus, weil sie sich einer neuen
Herausforderung stellen will. Wir bedauern es sehr, dass sich
Frau … entschlossen hat, unser Unternehmen zu verlassen.

Das widerspricht sich. „im gegenseitigen Einvernehmen“
bedeutet, dass beide Seiten, also Du und die Firma, sich auf
Deine Entlassung geeinigt haben. Du hast aber selber
gekündigt. Besser wäre: „Frau X verlässt unser Unternehmen auf
eigenen Wunsch, um sich einer neuen Herausforderung zu
stellen…“

Nein, eigentlich habe ich nicht selber gekündigt. Ich hatte
angeboten, wieder dort zu arbeiten, aber wegen der Kinder eben
nur halbtags. Er meinte dann, halbtags würde nicht gehen und
dann haben wir uns eben geeinigt, einen Aufhebungsvertrag zu
machen.

Wie könnte ich das denn passend formulieren?

Schwer zu sagen, vielleicht einfach so:

„Frau X scheidet im besten gegenseitigen Einvernehmen aus
unserem Unternehmen aus, weil sie sich einer neuen
Herausforderung stellen will.“ Den Rest aus diesem Absatz dann weglassen. Allerdings solltest Du das dann in einer Bewerbung genauer erläutern.

Grüße

Jeanine