Arbeitszeugnisse richtig deuten - was stimmt?

Hallo miteinander,

nach einer Diskussion mit meinem Schwager, der derzeit die Meisterschule besucht und dort auch das richtige Verfassen von Arbeitszeugnissen lernt, würde ich gerne Eure Meinung zu folgenden zwei Zeugnissen eines derzeitigen Studenten hören. Ich schreibe absichtlich noch nicht gleich unsere Interpretationen mit in diesen Beitrag, weil ich Eure unvoreingenommene Meinung wissen möchte…


  1. Dienstzeugnis
    Herr Obergefreiter XXX YYY, geboren am XX in YY, verlässt zum TT.MM.JJJJ nach Ablauf seiner neunmonatigen Dienstzeit als grundwehrdienstleistender Soldat die Bundeswehr.

Herr Obergefreiter YYY wurde nach seiner militärischen Grundausbildung (TT.MM.JJJJ - TT.MM.JJJJ) ab dem TT.MM.JJJJ bei der Instandsetzungsstaffel/ Jagdbombergeschwader 32 ECR in der Fachgruppe Flugausrüstung als Fluggerätemechanikersoldat eingesetzt.

Sein Verständnis und Verantwortungsbewusstsein für den Umgang und das Arbeiten am Rettungs- und Sicherheitsgerät war äusserst ausgeprägt. Dadurch hatte Herr Obergefreiter YYY die ihm übertragenen Aufgaben stets zu unserer vollen Zufriedenheit erledigt. Sein natürliches und aufrichtiges Verhalten trug sehr zum guten Arbeitsklima bei.

Das Verhalten gegenüber Vorgesetzten, Kameraden und zivilen Mitarbeitern war stets freundlich und korrekt. Er zeigte Verantwortungsbewusstsein, arbeitete in jeder Hinsicht umsichtig, zuverlässig und brachte mit vorbildlicher Einsatzbereitschaft seine Arbeit stets zu einem erfolgreichen Abschluß.

Seine Führung fand stets unsere volle Anerkennung.

Ich wünsche Herrn Obergefreiten YYY für seinen weiteren beruflichen sowie privaten Lebensweg alles Gute.


  1. Zeugnis
    Herr XXX YYY, geboren am TT.MM.JJJJ, war in der Zeit vom TT.MM.JJJJ bis TT.MM.JJJJ als Teilzeitkraft mit wöchentlich 15-20 Stunden in unserem Unternehmen angestellt.

Die ABC FIRMA XYZ beschäftigt derzeit 400 Mitarbeiter/ innen. Unser Produktprogramm umfasst hochpräzise Einstech-, Längsdreh- und Nut¬fräswerkzeuge aus Hartmetall, sowie CBN- und PKD- bestückte Schneidwerkzeuge für anspruchsvolle Anwendungen in der Metallbearbeitung.

Herr YYY wurde in der Abteilung Technische EDV mit folgenden Aufgaben betraut:
• Datenerfassung TDM und Datenbankpflege Oracle
• Erstellen und aktualisieren der Homepage
• Software-Installationen, überwiegend Microsoft (Windows- und Office-Produkte)

Herr YYY arbeitete sich schnell in die verschiedenen Aufgaben ein und erledigte diese stets zu unserer vollen Zufriedenheit. Er war jederzeit ein motivierter, fleißiger und hilfsbereiter Mitarbeiter.

Sein Verhalten gegenüber Vorgesetzten und Kollegen war stets einwandfrei.

Herr YYY scheidet mit dem heutigen Tag auf eigenen Wunsch aus unserem Unternehmen aus. Wir danken ihm für seine gute Mitarbeit und wünschen ihm für die Zukunft alles Gute und viel Erfolg.


Ich würde mich sehr freuen, wenn Ihr Euch die zwei Zeugnisse kurz durchlesen könntet! Ich hoffe auf eine angeregte Diskussion bei der ein oder anderen - auch nach diversen Zeugnisdeutungsinformationen - zweideutigen Aussagen…

Viele Grüße und einen schönen Abend noch!

Micha

Auch hallo miteinander,

das erste Zeugnis ist mind. gut, mit Tendenz zu sehr gut (wobei ich noch nie ein BW-Zeugnis gelesen habe, aber die Systematik ist wohl dieselbe).

Hier die Passagen, die ich für meine Einschätzung heranziehe (tlw. mit „Vorschlag“, wie es noch besser ginge):

Sein Verständnis … äußerst ausgeprägt.
die ihm übertragenen Aufgaben stets zu unserer vollen Zufriedenheit

(noch besser: vollsten)

trug sehr zum guten Arbeitsklima bei.

…war stets freundlich und korrekt.
Verantwortungsbewusstsein … in jeder Hinsicht umsichtig…
mit vorbildlicher … stets zu einem erfolgreichen Abschluß.
…stets unsere volle Anerkennung.

Ich wünsche Herrn Obergefreiten YYY für seinen weiteren
beruflichen sowie privaten Lebensweg alles Gute.

(besser: wir bedauern und wünschen…)


Das 2. Z ist „mittelmäßig“ mit positiver Tendenz: zum einen sehr kurz (!!!), zum anderen fehlen füllende/verstärkende Zusätze wie „sehr“, „äußerst“ usw.

Hatte der Mitarbeiter Kundenkontakt, evtl auch nur telefonisch? Oder zu Geschäftspartnern? Auch hier steht nichts von Bedauern.

Grüße, M

Nicht beurteilbar
Hi!

Ohne zu wissen, welche genauen Termine da stehen, kann man die Zeugnisse nicht bewerten.

Wobei das erste Zeugnis ein BW-Zeugnis ist - dafür gelten eh andere Regeln…

LG
Guido

Hallo Micha,

da schließe ich mich an, natürlich sind auch die Zeiträume wichtig. Ich habe das bewusst ignoriert, aber vergessen das zu erwähnen.

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Warum machst Du es dann?
Hi

da schließe ich mich an, natürlich sind auch die Zeiträume
wichtig. Ich habe das bewusst ignoriert, aber vergessen das zu
erwähnen.

Warum beurteilst Du dann ein Zeugnis - oder besser:
Stellst den völlig unbrauchbaren Versuch an?

Du sagst, dass Du noch nie ein BW-Zeugnis bewertet hast - schiebst aber dann eine großkotzige Bewertung hinterher.

Du gibst mir Recht, dass ein Zeugnis nicht bewertbar ist, wenn das Datum fehlt - schiebst aber eine ach so tolle Bewertung vor.

Sorry, aber der Zeitraum ist nicht nur „auch wichtig“ - der Zeitraum kann bei diesem Zeugnis der Unterschied zwischen einer 2 und einer 4 sein!

Sei also so nett: Wenn Du nicht weißt, was Du so tust, lass es einfach!

Gruß
Guido

Lieber Guido,

häh, was soll denn das?

Ich habe genügend Zeugnisse in meinem Leben gesehen und geschrieben, dass ich mir eine „Deutung“ zutraue.

Meine Meinung zu den textlichen Passagen habe ich kundgetan, und dazu stehe ich.

Der Beschäftigungszeitraum ist natürlich wichtig, wobei sich der Tenor dadurch m. E. nicht grundsätzlich ändert. Und dass ich den Hinweis vergessen habe, sagte ich ja bereits - mea culpa.

Und Deinen Hinweis auf die „fehlende BW-Zeugnis-Erfahrung“ verstehe ich nun gar nicht. Ich habe auch noch nie Dessous getragen, habe aber trotzdem eine Meinung - schön oder nicht - wenn ich welche sehe.

Es mögen noch andere sich zu Wort melden mit ihrer Meinung, und die mag sich von meiner Unterscheiden - so what? Dafür stellt der Fragende dies doch hier ins Forum.

Grüße, M

Mit Meinungen ist Niemandem geholfen!
Hi!

Ich habe genügend Zeugnisse in meinem Leben gesehen und
geschrieben, dass ich mir eine „Deutung“ zutraue.

Naja

Meine Meinung zu den textlichen Passagen habe ich kundgetan,
und dazu stehe ich.

OK - wenn wir hier dazu da sind, um Meinungen kund zu tun, dann habe ich auch nicht mehr getan, als meine Meinung kund zu tun:
Dass Deine Meinung hier schlicht noch unbrauchbarer ist als die gestellte (weil unvollständige) Frage.

Der Beschäftigungszeitraum ist natürlich wichtig, wobei sich
der Tenor dadurch m. E. nicht grundsätzlich ändert.

Wenn das wirklich Deine Meinung ist, dann disqualifizierst Du Dich als ernstzunehmender Meinungsgeber zum Thema Zeugnisse - sorry.

Reden wir hier von 3 Monaten Beschäftigungsdauer, kann man eine 2 daraus erkennen, geht es hier um mehrere Jahre, ist es bestenfalls eine sehr miese 3-.

Und Deinen Hinweis auf die „fehlende BW-Zeugnis-Erfahrung“
verstehe ich nun gar nicht.

Dienstzeugnisse der Bundeswehr unterliegen anderen Regeln.
Es werden idR keine Erfolge genannt, es gibt keine Erfolgswünsche, echte Schulnoten sind erlaubt, „Geselligkeit“ ist nicht negativ zu werten, etc. pp.

Ich habe auch noch nie Dessous
getragen, habe aber trotzdem eine Meinung - schön oder nicht -
wenn ich welche sehe.

OK - dann schreibe doch in den Titel: Keine Ahnung aber eine Meinung!

Sorry, aber wer Dessous mit Arbeitszeugnissen vergleicht…

Gruß
Guido

Hi Guido,

Deine Meinung - und auch die Deutungshoheit - sei Dir unbenommen. Vielleicht hättest Du meine 1. Antwort auch nur gründlicher lesen sollen… aber Schwamm drüber.

Grüße, M