Liebe Finanzexperten,
hier zuerst die Aufgabenstellung:
Die Bank gibt einen endfälligen Kredit mit einer Laufzeit von BIS zu 6 Jahren, mit einem Effektivzinssatz von 5,50 % p.a.
Eine Anleihe auf ungarische Forint mit Fälligkeit am 5.5.2009 wirft aktuell eine Rendite von 7,40 % p.a.
Eine Anleihe auf Euro ist am 10.12.2012 fällig und rentiert aktuell mit 6,10%.
Frage: Können Sie die oben genannten Finanzinstrumente dazu nutzen Arbitrage-Gewinne zu erzielen?
Meine Antwort:
Arbitrage ist nichts anderes als das Ausnutzen von Preis- bzw. Zinsunterschieden an Märkten.
In diesem Fall ist es NICHT möglich. Warum? Ganz einfach:
Die Forint-Anleihe rentiert zu 7,40% EINMALIG in ZWEI Jahren, unser Kredit wird aber JÄHRLICH verzinst.
Wir müssen also (Achtung jetzt kommt der Punkt an dem ich mir nicht sicher bin) die 5,50% quadrieren zu (5,50)hoch2. Nach Zwei Jahren wäre also der Zins den wir der Bank zu zahlen hätten größer als die 7,40% der Anleihen-Rendite, richtig?
Bei der Euro-Anleihe ist es genau das selbe: sie rentiert mit 6,10% (ich nehme an per anno) unser Kredit verzinst sich jedoch jedes Jahr um die Zinzeszinsen (die Quadrierung der 5,50), was uns später dazu führen wird dass wir der Bank mehr zu geben haben, als wir aus der Anleihe erhalten.
Irgendwie habe ich das Gefühl irgendetwas vergessen (falsch gemacht) zu haben, helft mir bitte.
Hallo Philipp,
hier zuerst die Aufgabenstellung:
Die Bank gibt einen endfälligen Kredit mit einer Laufzeit von
BIS zu 6 Jahren, mit einem Effektivzinssatz von 5,50 % p.a.
Eine Anleihe auf ungarische Forint mit Fälligkeit am 5.5.2009
wirft aktuell eine Rendite von 7,40 % p.a.
Eine Anleihe auf Euro ist am 10.12.2012 fällig und rentiert
aktuell mit 6,10%.
Meine Antwort:
Arbitrage ist nichts anderes als das Ausnutzen von Preis- bzw.
Zinsunterschieden an Märkten.
Also so kann man das zwar auch sagen, aber eigentlich versteht man unter Arbitrage das Prinzip, dass es ohne zusätzliche finanzielle Mittel und ohne zusätzliches Risiko, einzig und allein durch eine Umschichtung von Vermögenspositionen möglich ist, einen Gewinn zu erzielen.
In diesem Fall ist es NICHT möglich. Warum? Ganz einfach:
Die Forint-Anleihe rentiert zu 7,40% EINMALIG in ZWEI Jahren,
unser Kredit wird aber JÄHRLICH verzinst.
Auf den ersten Blick würde ich sagen, dass da schon geht. Man nimmt den Kredit zu 5,5 % auf und kauft dann die Anleihe von bezahlt mit deren Zinsen den Kredit. Da bleibt dann eine positive Differenz.
Allerdings: Du schreibst von einer „einmaligen Zahlung“ bei der Anleihe. Kann es sein das Du Zerobonds mit Anleihen verwechselst ? Eine Anleihe zahlt den Kupon jährlich. Ebenso ist auch die Kreditbedienung (mit Zinsen) jährlich zu vollziehen. Von daher erscheint mir da etwas durcheinander geraten zu sein. Kannst Du die Aufgabe nochmal genauer beschreiben ?
Wir müssen also (Achtung jetzt kommt der Punkt an dem ich mir
nicht sicher bin) die 5,50% quadrieren zu (5,50)hoch2. Nach
Zwei Jahren wäre also der Zins den wir der Bank zu zahlen
hätten größer als die 7,40% der Anleihen-Rendite, richtig?
Meiner Meinung nach nicht. Allerdings scheint mir wie gesagt die Aufgabenstellung bzw. das was Du angegeben hast, nicht ganz korrekt zu sein.
VG
TraderS
Auf den ersten Blick würde ich sagen, dass da schon geht. Man
nimmt den Kredit zu 5,5 % auf und kauft dann die Anleihe von
bezahlt mit deren Zinsen den Kredit. Da bleibt dann eine
positive Differenz.
Allerdings: Du schreibst von einer „einmaligen Zahlung“ bei
der Anleihe. Kann es sein das Du Zerobonds mit Anleihen
verwechselst ? Eine Anleihe zahlt den Kupon jährlich. Ebenso
ist auch die Kreditbedienung (mit Zinsen) jährlich zu
vollziehen.
Hallo TraderS,
vielen Dank für deine Antwort!
Die Aufgabenstellung habe ich abgetippt, „Zerobond“ kann man ja auch „Nullkuponanleihe“ nennen, und so ist es dann dazu gekommen, dass man in der Aufgabe einfach von „Anleihe“ spricht. Ich verstehe dich aber ganz genau, es wäre besser gewesen wenn sie wenigstens von Nullkupon gesprochen hätten um Missverständnisse zu verhindern.
Ich dachte gestern eigentlich dass es nicht möglich ist, weil der Kredit der Bank jährlich verzinst wird zu 5,5 %, und ich ja nur einmal eine Auszahlung von mehr als 5,5% erhalten würde, die jedoch erst nach dem ersten Jahr erfolgt (wo es sich ja noch lohnen würde).
Hier zum rechnerischen Aspekt:
Und weil es länger als ein Jahr dauert bis ich den Kredit zurückzahlen kann, wird der Betrag x den ich ausleihe mehrfach verzinst, also nach dem ersten Jahr: x. 5,5/x
und nach dem zweiten Jahr: x. (5,5/x)hoch2
Zur Arbitrage-Möglichkeit:
Bei der Forint-Anleihe ist Arbitrage nicht möglich, weil der Wechselkurs Forint/Euro am Auszahlungstag bedeutend schlechter sein könnte als am Tag der Anlage, und Arbitrage ist doch per Definition immer ein sicheres Ding, richtig?
Was meinst du?
Viele Grüße
Philipp