Argumentation und Inhalt

Es ist mir schon öfter vor allem bei
Diskussionen über emotionale Themen
aufgefallen, dass manche Menschen
nicht in der Lage zu sein scheinen
zwischen Kritik an der Logik der Argumenation
und Kritik am Inhalt zu unterscheiden.

Wenn man z.B. jemandes Aussage unterstützt,
aber logische Fehler herausstreicht,
kommt manchmal nur „Kritik“ oder „Dagegen“ an.

Ist das ein psychologischer Abwehrmechanismus,
oder gibt es Menschen, die nicht zwischen
Kritik an Logik und Kritik an Inhalt
unterscheiden können?

Vor allem würde mich interessieren, falls
es ein Abwehrmechanismus ist, wie kann man
den durchbrechen?

Denn eine lückenlose Argumentation liegt
ja auch im Interesse des Kritisierten.

Gruss, Marco

nicht in der Lage zu sein scheinen
zwischen Kritik an der Logik der Argumenation
und Kritik am Inhalt zu unterscheiden.

Hallo, Marco,
das geht sogar noch weiter, denn oft wird Kritik an der Sache oder sogar an Details als Herabwürdigung der Person aufgefaßt.

Nach meiner Beobachtung liegt das ganz einfach daran, dass jeder Mensch lieber gelobt/geliebt wird als auf einen Mangel oder Fehler hingewiesen.

Natürlich ist der Ton, in dem die Kritk vorgebracht wird und die Empfindsamkeit des Kritisierten dabei von großer Bedeutung. Und die Empfindlichkeit gegenüber jeglicher Kritik steigt mit der persönlichen Unsicherheit.

Die Kunst ist es, alle Antennen für die Befindlichkeit des Gegenübers auszufahren und Kritik ggf. nur in homöopathischer Dosierung vorzubringen oder zumindest mit einer dicken Glasur aus Lob zu überziehen :smile:

Besten Gruß
Eckard.

Hallo Marco;
Kritik kann man unter zwei Gesichtspunkten betrachten. konstruktiv oder destruktiv.
Konstruktive Kritik an einer Sache die ich gerade mache hat die Zielsetzung die Sache was immer es auch ist zu optimieren. Um das festzustellen muss ich erst meinen Gegenüber einschätzen welchen Nutzen er von der Kritik hat wenn ich sie umsetzen würde. Sehe ich keinen Vorteil bei ihm geht es ihm tatsächlich nur um die Sache als solche. Destrukive Kritik ist immer auf die Zerstörung ausgerichtet. Sei es der Sache wegen oder der Person. Das ist eine Form der Agression. Wobei nicht festgestellt ist das es sich um eine reale Gefahr handelt die von meiner Person ausgeht. Wenn man bedenkt das 98 % der Menschen neurotisch veranlagt sind bewegen wir uns im Bereich der Psychologie. Dann wird der Gegenstand der Kritik von Emotionen überlagert. Die allerdings nur subjektiv sein können.
Sehr viele Menschen haben eine narzistischen Neurotischen Charakter da ist Kritik nicht rational sondern es kommt einer Majestätsbeleidigung gleich. Oft habe ich gehört das jemand hinter meinen Rücken sagt " Was bildet der sich ein wer er ist?"
Laut Sigmund Freud besitzt der Mensch zwei Motivationen die sich in der Phallischen Phase bilden den Eros oder die Aggression. Wir haben diese Form der Emotionalität auch im Tierreich. Es gibt eine Affenart die, sobald es Stress in der Gruppe gibt, sich sofort anfängt zu Paaren eine andere Gruppe der gleichen Art Affen beginnt direkt mit einem Angriff. Wenn wir nun zu Grunde halten das der Mensch sich gegenüber den anderen Säugetieren laut der DNA nur mit 2% Unterscheidet ist Deine eben beschriebene Weise mit der unterschiedlichen Form von Kritik umzugehen eine anerzogenen Verhaltensform. Uns Menschen unterscheidet gegenüber dem Tier das wir in allen Situationen noch unseren Verstand haben. Und der ist es der uns leiten sollte. Ich selber kenne genug Erwachsene die sich auch in hohem Alter noch sehr Infantil verhalten.
Als Rat kann ich Dir nur mitgeben wenn Du mit solchen Menschen wie du sie mir oben beschrieben hast versuchst umzugehen verbrauchst Du Dich nur. Ich meide es mit sochen Menschen zu diskutieren. Denn Kritik als solche ist nicht negative.

viele Grüße

Klaus

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Hi Marco,
mir fällt viel häufiger auf, dass es in vielen, genauer: den meisten Diskussionen darum zu gehen scheint, wer „Recht“ hat… Und dabei geht der eigentlich interessanteste Ansatzpunkt unter, dass es eben eine völlig verschiedene Sichtweise der Dinge (Theorien, Wissen, Emotionen etc.) gibt, die per se (d.h. in ihrer Unterschiedlichkeit) Bereicherung in sich birgt und wo das „Rechthaben“ im Sinne von „Besserwissen“ oder „Überlegenheit“ gar nicht mehr zum Tragen kommt…
Anja

Konstruktive Kritik mit einem gewissen Taktgefühl finde ich gut, und dagegen wird auch der kritisierte nix haben. Oft lassen hier aber die Leute einfach nur ihren Frust ab, weniger mit dem Ziel dem anderen zu helfen, als ihn zum Deppen abzustempeln. Oder weil sie einfach beweisen müssen, wie schlau sie selber sind (minderwertigkeitskomplexe?). Ich hab erst vorhin in irgendeinem Computerbrett (sicherheit oder so) so eine Diskussion gelesen. Dort hat jemand genau darauf hingewiesen, und man braucht sich nur mal die Antworten lesen, dann weiß man daß es hier ne Menge arrogante Klugsch… gibt, leider.

Ansonsten …
Hallo,
emotionale Themen und lückenlose Argumentation beißt sich. Gerade hier wird in einer Form diskutiert, wo Wissen, Annahmen und eigene Werte in undurchsichtiger Weise durchmischt werden. Bei diesem Mix unklarer Begriffsbildungen, ist es geradezu prädestiniert, daß Mißverständnisse entstehen - treffen zudem zwei Choleriker aufeinander geht halt die Post ab (resp. die Postings).

zwischen Kritik an der Logik der Argumenation
und Kritik am Inhalt zu unterscheiden.

hier frage ich mich, was der „Inhalt“ gegenüber der „Logik“ ist. Doch eigentlich nur die gemachten Annahmen, um zu schließen oder sehe ich das zu einfach ? Und warum sollte Kritik an der Logik mehr oder weniger angreifend wirken, als die am Inhalt ?

Wenn man z.B. jemandes Aussage unterstützt,
aber logische Fehler herausstreicht,
kommt manchmal nur „Kritik“ oder „Dagegen“ an.

Das dürfte auf die oben erwähnten Mißverständnisse zurückzuführen sein.

Vor allem würde mich interessieren, falls
es ein Abwehrmechanismus ist, wie kann man den durchbrechen?

Indem man sachlich bleibt, die Person nicht herabwürdigt und ihr eine Rückzugsmöglichkeit offen läßt. Sinnvoll ist das aber nur dann, wenn zu erwarten ist, daß ein gemeinsamer Konsens erreicht werden kann. Ansonsten finde ich es nicht verkehrt, wenn das Resultat einer Diskussion klarer definierte Fronten sind.

Gruss
Enno

Und warum sollte

Kritik an der Logik mehr oder weniger angreifend wirken, als
die am Inhalt ?

Weil man im Grunde ja übereinstimmt.

Die Kritik wendet sich nicht gegen das Ergebnis
der Argumentation, sondern gegen kleine
Teilschritte.

Klar, wenn der „angegriffene“ das natürlich
im Eifer des Gefechts übersieht, ist es
schwierig.

Gruss, Marco

Hi,

ohne die anderen Antworten gelesen zu haben:
Zuerst dem Gegenüber den Eindruck vermitteln, dass du sein Problem verstanden hast.
Danach wird Kritik leichter akzeptiert.
In halbem Fachchinesich kann man es auch so formulieren:
Zuerst auf der Gefühlsebene in Einklang kommen, dann auf die fachliche Ebene überschwenken.

Gruss,

aha
hier holst du dir also Tipps für unsere Diskussion im Nachrichtenbrett :wink:

Wenn man z.B. jemandes Aussage unterstützt,
aber logische Fehler herausstreicht,
kommt manchmal nur „Kritik“ oder „Dagegen“ an.

das trifft hier aber meiner Ansicht nach nicht zu. Bei dir habe ich lediglich das Gefühl, dass du eine vorgefertigte eingefahrene Meinung hast z.T. auch immense und unhaltbare Vorurteile und davon nicht abweichen willst.

Vor allem würde mich interessieren, falls
es ein Abwehrmechanismus ist, wie kann man
den durchbrechen?

das habe ich mir, auf dich bezogen, auch schon überlegt.

jima

hier frage ich mich, was der „Inhalt“ gegenüber der „Logik“
ist.

„Immer wenn bubu eintritt, dann passiert huxdibu.
bubu ist also die Ursache für huxdibu.“

Dieses Argument ist fehlerhaft, weil zeitliches Aufeinanderfolgen mit Ursache verwechselt wird. Dieser Fehler wird mit Post Hoc bezeichnet.

Der Inhalt dagegen wäre bubu und huxdibu und ist bei dieser Kritik irrelevant. Wenn man so kritisiert, braucht man sich mit dem Inhalt erst gar nicht auseinanderzusetzen. Oft wird diese Art der Kritik mit inhaltlicher Zustimmung verwechselt.

Und warum sollte
Kritik an der Logik mehr oder weniger angreifend wirken, als
die am Inhalt ?

Sie ist mehr angreifend, weil sie Gegner als Vollidioten dastehen läßt, der von Logik keine Ahnung hat. Man kann auch ein Philosophielexikon aufschlagen und nachgucken wie der jeweilige Fehler auf Latein heißt und sich dann toll vorkommen :smile:

Gruß
datafox

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Hallo,
im Prinzip klar aber … *g*

„Immer wenn bubu eintritt, dann passiert huxdibu.
bubu ist also die Ursache für huxdibu.“

Dieses Argument ist fehlerhaft, weil zeitliches
Aufeinanderfolgen mit Ursache verwechselt wird. Dieser Fehler
wird mit Post Hoc bezeichnet.

sofern man halt nicht mehr weiß, was eine Kausalitätsannahme rechtfertigen würde. Das Problem, was ich mit „Logik“ im umgangssprachlichen habe, ist, daß die Schlüsse stark „kontextabhängig“ sind, also z.B. von dem, was die Person als selbstverständlich vorraussetzt und nicht mehr mehr explizit hinpinselt. Das zeigt sich auch in den gelinde gesagt zahlreichen Ansätzen formale Modelle in der Linguistik zu finden.

Sie ist mehr angreifend, weil sie Gegner als Vollidioten
dastehen läßt, der von Logik keine Ahnung hat.

Vermutlich - zumindest, wenn er allzu sehr neben den üblichen Schlußregeln danebenliegt. Kleinere Abweichungen, kann man ja noch als persönliche Note werten *g*.

Gruss
Enno

Hallo Anya;

Ich stimme Dir in diesem Punkt zu. Recht ist immer eine Sache der Auslegung. Ich habe vor wenn ich mein Rentenalter erreicht habe mit einem guten Freund ein Buch zu schreiben. Das heisst mit mehreren Leuten. Es soll die Evolution behandeln und die noch heute zu sehenden
Auswirkungen und wo sie uns heute noch begegnet. Dieses Buch soll von vier Menschen geschrieben werden.
1.) Einem Biologen
2.) Einem Theologen
3.) Einem Physiker
3.) Einem Philosophen
Ich denke wir werden vier verschiedene Ansichten haben die sich sicherlich die daseinsberechtigung haben. Aber Du siehst wie viefältig das Recht sein kann.

Grüße
Klaus

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Hallo,
wenn man mal die Begrifflichkeiten außen vor läßt („Logik“ und „Inhalt“ sind bei anders vorbelegt), geht es doch darum, ob ich die Argumentationskette meines Diskussionspartners komplett „kippe“ oder sie nur in kleinen Teilen korrigiere resp. korrigieren will aber die prinzipielle Struktur beibehalte. Nun können kleine „inhaltliche“ Änderungen, die aus meiner Sicht keine Änderung der Argumentskette erfordern, aus Sicht des Diskussionspartners eine komplette Neustrukturierung erfordern - einfach deshalb, weil die unscharf definierten Begrifflichkeiten bei uns beiden eine gänzlich andere Bedeutung haben. Das alleine könnte solche Irrationen erklären.

Gruss
Enno

hier holst du dir also Tipps für unsere Diskussion im
Nachrichtenbrett :wink:

Es ging mir *hier* um die Kritik an kleinen Fehlern
in der Argumentation, nicht um entegegngesetzte
Weltanschauungen.

Übrigens, da wir ja hier in einem Psychologie-
brett sind: Die Krankheit, bei der der Psychopath
immer absolut unzusammenhängende Dinge als
Angriff auf sich selbst missversteht, nennt
man Verfolgungswahn bzw. Paranoia.

Gruss, Marco

Übrigens, da wir ja hier in einem Psychologie-
brett sind: Die Krankheit, bei der der Psychopath
immer absolut unzusammenhängende Dinge als
Angriff auf sich selbst missversteht, nennt
man Verfolgungswahn bzw. Paranoia.

Du, ich hab echt keine Lust auf so einen infantilen Kleinkrieg. Und bin auch sicher kein Psychopath. Eine ungeheuerliche Unterstellung deinerseits, nebenbei bemerkt, und total unsachlich.

*seufz*
jima

1 „Gefällt mir“

Du, ich hab echt keine Lust auf so einen infantilen
Kleinkrieg.

Tatsächlich? Wer hat denn hier angefangen?

Gruss, Marco

[Mod] Hallo Ihr beiden
Hi Marco und Jima,

ich weiß nicht, wer angefangen hat, ich hatte Jimas Ausgangsposting nicht als beleidigend eingestuft, aber das war vielleicht ein Insider zwischen Euch beiden.

Auf jeden Fall gehört Euer Privatstreit nicht hier her und trägt auch nichts zur Klärung der Ausgangsfrage bei. Ich möchte Euch also bitten, Ihn zu beenden oder per Mail weiter zu führen.

Liebe Grüße,
Nike

Auf jeden Fall gehört Euer Privatstreit nicht hier her und
trägt auch nichts zur Klärung der Ausgangsfrage bei.

Hallo, Nike, Jima und Merco
so kann man das sehen, andererseits ist genau dieser kurze Dialog zwischen den beiden ein ausgezeichnetets Fallbeispiel für das, was in diesem Thread behandelt werden sollte.

Aus einer zwar spitzen, aber relativ harmlosen Bemerkung, die sogar als humorig (Smiley) gekennzeichnet ist, nimmt sich der Angesprochene genau diese Bemerkung heraus und antwortet darauf mit einer leichten, gerade noch hinnehmbaren Verschärfung des Tones. Der andere verbittet sich dies und schon ist der schönste „flaming war“ im Gange.

Das meinte ich, als ich unten schrieb: Die Kunst ist es, alle Antennen für die Befindlichkeit des Gegenübers auszufahren.
Abwiegeln statt Eskalation ist angesagt. Hätte Marco Jimas Bemerkung unbeantwortet gelassen - alles wäre gut geblieben. Jimas Streitlust (nicht böse gemeint, aber ich habe ja schon etliche Postings von Dir gelesen *zwinker*) wäre nicht weiter angestachelt worden, Marco hätte sich als „der Überlegene“ fühlen können.

Natürlich muß man sich gelegentlich streiten! Aber doch nur, wenn es sich wirklich lohnt. Persönliche Eitelkeit, meist die Ursache für solche Zänkereien ist ein Luxus, den man sich im Interesse des eigenen Seelenfriedens möglichst nicht leisten sollte.

Liebe Grüße Euch beiden
Eckard.

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Hallo Eckard :smile:

so kann man das sehen, andererseits ist genau dieser kurze
Dialog zwischen den beiden ein ausgezeichnetets Fallbeispiel
für das, was in diesem Thread behandelt werden sollte.

*hihi* also doch was zum Thema beigetragen.

Abwiegeln statt Eskalation ist angesagt. Hätte Marco Jimas
Bemerkung unbeantwortet gelassen - alles wäre gut geblieben.

ach, ist doch alles super :smile:)

Jimas Streitlust (nicht böse gemeint, aber ich habe ja schon
etliche Postings von Dir gelesen *zwinker*) wäre nicht weiter
angestachelt worden,

wer weiss, vielleicht wäre es durch meinen psychopathischen Geist doch noch mal über mich gekommen *gg*

Natürlich muß man sich gelegentlich streiten! Aber doch nur,
wenn es sich wirklich lohnt.

genau. Und weil es sich jetzt wirklich nicht mehr lohnt halte ich meinen Mund bzw verknote mir die Finger…versprochen MOD.

lg jima

Tatsächlich? Wer hat denn hier angefangen?

*fg*

Und das Losgehen auf den Diskussionspartner anstelle seines Argumentes nennt man argumentum ad hominem. :smile:

(Das Angeben mit Fremdwörtern nennt man übrigens: Ich-kann-Google-Benutzen-gebsabernichtzu-Syndrom *g*)

Gruß
datafox

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