Argumentationshilfe

Hallo,

ich habe hier im Moment etwas Stress wegen einer Pflichtveranstaltung und hoffe, dass ihr mir ein paar Argumentationsmöglichkeiten aufzeigen könnt.

Wir hatten in diesem Semester ein unbewertetes Seminar zum Wissenschaftlichen Englisch. Um einen Schein zu bekommen, mussten wir 7 summaries von Laborversuchen des parallel durchgeführten Mikrobiologiepraktikums in Englisch verfassen sowie einmal einen solchen Versuch vor der Gruppe präsentieren. Außerdem mussten wir bei 7 von 8 Terminen anwesend sein.

Ich habe alle 7 Essays abgegeben, habe zwischendurch einmal gefehlt, weil ich zu einem Seminar in einer anderen Stadt musste (nicht von der Uni aus). Zur Präsentation wurde ich die ganze Zeit über nicht aufgerufen (der Dozent hat nach seiner Liste die Studenten für die Präsentation aufgerufen). Am Tag des letzten Termins bin ich aufgestanden und mir ging es gesundheitlich wirklich sehr schlecht, ich traute mich eine Zeitlang noch nicht mal, von meinem Stuhl, auf dem ich saß, aufzustehen, weil ich dachte, ich kippe gleich um, geschweige denn, zur Uni zu fahren. Ich bin gesundheitlich vorbelastet, weiß aber nicht, ob es damit im Zusammenhang stand oder irgendwas anderes war.

Ich habe eine Freundin angerufen und sie gebeten, mit dem Dozenten vor dem Seminar zu sprechen. Wenn er darauf besteht, dass ich, um den Schein zu bekommen, erscheinen und die Präsentation halten muss, dann würde ich, wenn es mir bis dahin wenigstens ein Stück besser geht, zur zweiten Stunde (es war eine Doppelstunde) erscheinen. Sie hat mit dem Dozenten gesprochen und er meinte, es sei kein Problem, ich solle ihm nur eine Email schreiben (weil ich bis dahin noch nicht alle Essays abgegeben hatte - sie waren ja auch eigentlich zu diesem Termin fällig).

Daraufhin habe ich den Dozenten angeschrieben und er hat mir eine Frist gesetzt, bis wann ich die summaries beim Studentensekretariat nachreichen muss. Ich war übrigens nicht die einzige, die noch summaries nachreichen musste, es waren noch mehrere Leute aus meinem Semester. Jedenfalls habe ich sie fristgerecht nachgereicht.

Nun hat der Dozent die summaries korrigiert und zurückgegeben und ich sollte mich mit ihm in Verbindung setzen. Ich habe ihm eine Email geschrieben und als Antwort eine recht offiziell gehaltene Email erhalten, dass nach seiner Beurteilung anhand meiner 7 summaries und der Präsentation (???) mein Englisch nicht gut genug für den Bachelor an dieser Uni sei und ich das Seminar nächstes Jahr, kurz vor meinem TOEFL Test (???) wiederholen, bis dahin etwas für mein Englisch tun solle.

Der TOEFL Test ist im Übrigen nur fürs Masterstudium an dieser Universität erforderlich, deshalb weiß ich nicht, wie er darauf kommt, dass ich ihn überhaupt ablegen will. Davon abgesehen, wie gesagt, frage ich mich, wie er mein mündliches Englisch beurteilt haben will, wenn ich gar keine Präsentation gehalten hatte.

Was die summaries angeht: Ok, ich gebe zu, ich habe sie ziemlich schlampig geschrieben, aber ich bin mir zu 100% sicher, dass sie gut verständlich geschrieben waren und dass mein Englisch zwar mittelmäßig, aber nicht schlecht ist. Nur, perfekte Englischkenntnisse hat ja auch niemand verlangt. Ich kann mich mühelos in Englisch verständigen und kaufe mittlerweile nur noch englische Fachbücher, weil ich sie meist besser finde und überhaupt keine Mühe habe, sie zu verstehen. Insofern teile ich seine Einschätzung überhaupt nicht.

So, und nun feile ich an einer Antwort. Meine Argumente und Alternativvorschläge:

  • Mein mündliches Englisch hat er gar nicht beurteilen können, hat aber selbst gesagt, das sei kein Problem, dass ich an diesem einen Tag nicht komme.

  • Seine Einschätzung bezüglich meines schriftlichen Englisch teile ich nicht. Alternativ würde ich vorschlagen, dass ich mich über die Weihnachtsferien etwas mit der englischen Sprache auseinandersetze und an ein paar wissenschaftlichen Aufsätzen feile, die ich ihm dann abgebe, sodass er sie in seine Bewertung mit einbezieht.

  • Ich bin mir gar nicht sicher, ob ich nächstes Semester überhaupt hier bin oder mich doch noch für ein Auslandssemester entscheide. Wie dem auch sei, das Laborpraktikum hatten wir dieses Jahr, das Seminar war in unseren Stundenplan integriert und die summaries waren mit dem Praktikumsleiter abgestimmt. Nächstes Jahr habe ich vermutlich (wenn ich nach dem Stundenplan des Semesters urteile, das ein Jahr über mir ist) zu den Seminarzeiten andere Vorlesungen/Seminare/Praktika und habe dieses Praktikum ja auch nicht.

  • Wenn ihm eine mündliche Präsentation fehlt, bin ich ebenfalls gern bereit, alternativ einen englischen Vortrag vor keine-Ahnung-wem (nur vor ihm wäre ein bissel blöd *g*, aber vielleicht vor ihm und noch einem „Gutachter“) zu halten.

Das sind so die ersten Gedanken, die mir jetzt durch den Kopf gegangen sind, sozusagen eine absolute Rohfassung. Habt ihr dazu Anmerkungen, Argumentationshilfen, weitere Alternativvorschläge o.ä.? Wie würdet ihr die (schriftliche) Argumentation logisch aufbauen, was würdet ihr lieber weglassen etc.?

Für eure Hilfe bin ich euch jetzt schon dankbar.

Liebe Grüße,
Anja

PS: Und wenn sich jemand finden würde, der sich meine Antwortmail bezüglich der englischen Sprache kurz ansehen könnte, würde ich mich auch freuen.

Hallo Anja,

ein persönliches Gespräch klärt oft viel mehr als tausend eMails. Sprich doch mal mit dem Dozenten. Wenn Deine Arbeiten nicht dolle waren, solltest Du das ansprechen. (Wird natürlich nicht den Besten Eindruck machen)

Zu faul zum Lernen, keine Zeit, dacht das reicht sind eher schlechte Argumente. Versuchs lieber mal mit elend gefühlt, aber trotzdem gemacht, mündlich viel besser…
Mach einen Termin für eine mündliche Prüfung aus. (Vorsicht: könnte sein, dass der Termin SOFORT heißt.)

Du solltest schon anstreben zumindest für den Master zugelassen zu werden. (Das ist sonst so, wie das Ziel ich will einfach nur durchkommen.)
Also mach den TOEFL.

Gruß

Peter

Hallo Peter,

ein persönliches Gespräch klärt oft viel mehr als tausend
eMails. Sprich doch mal mit dem Dozenten. Wenn Deine Arbeiten
nicht dolle waren, solltest Du das ansprechen. (Wird natürlich
nicht den Besten Eindruck machen)

hm, vielleicht hast du Recht. Ich bin bloß immer so unsicher, was persönliche Gespräche angeht. Bei einer Email habe ich Zeit, mir zu überlegen, wie ich argumentiere und was ich sage. Das ist im Gespräch nicht so, da lasse ich mich recht schnell aus dem Konzept bringen und in die Ecke drängen, zumal der Dozent ziemlich Respekt einflößend auftritt.

Zu faul zum Lernen, keine Zeit, dacht das reicht sind eher
schlechte Argumente.

Das hatte ich ganz sicher nicht vor zu erzählen. :wink:

Versuchs lieber mal mit elend gefühlt,
aber trotzdem gemacht, mündlich viel besser…
Mach einen Termin für eine mündliche Prüfung aus. (Vorsicht:
könnte sein, dass der Termin SOFORT heißt.)

Ok, danke für den Tipp.

Du solltest schon anstreben zumindest für den Master
zugelassen zu werden. (Das ist sonst so, wie das Ziel ich will
einfach nur durchkommen.)
Also mach den TOEFL.

Ja, ich habe durchaus vor, den TOEFL zu machen und habe auch vor, dafür entweder autodidaktisch anhand entsprechender Lernmaterialien meine Kenntnisse aufzufrischen oder einen Englisch-Kurs zu besuchen.

Was ich meinte ist allerdings, dass
a) nicht jeder den Master machen will und
b) an anderen Universitäten für den Master nicht unbedingt der TOEFL verlangt wird und der Bachelor per Gesetz vom Master entkoppelt ist, d.h. theoretisch ist es absolut egal, ob ich den Master hier oder woanders mache. Evtl. würde ich dies sogar im Ausland (z.B. in England :smile:) machen.

Dennoch ist dies bestimmt ebenfalls keine gute Argumentationsgrundlage :smile:, es war nur eine Anmerkung zu einer Textstelle in seiner Email, die mich verwundert hat. Ich habe insgesamt den Eindruck, das sei eine Standardmail gewesen, die nicht nur ich bekommen habe.

Grüße,
Anja

Hallo Anja,

nein, ein persönliches Gespräch ist sicher besser. (Da sagt man eher mal: meinetwegen) Bei einer schriftlichen Antwort stehen die Formalien im Wege. Da ist es einfacher, nein zu sagen.

(Ich weiß ja, wie ich reagiere)

Was den Master angeht: ich finde halt, jeder sollte so viel Lernen, wie er schafft. (Vielleicht eine Berufskrankheit) Ich finde es immer schade, wenn man seine Ziele niedriger steckt, als man sie erreichen kann. (Meine Studenten sind allerdings in der Regel auch schon mit dem Bachelor fertig. Die wollen aber von Anfang an in eine Firma.)

Gruß

Peter

Hallo Peter,

nein, ein persönliches Gespräch ist sicher besser. (Da sagt
man eher mal: meinetwegen) Bei einer schriftlichen Antwort
stehen die Formalien im Wege. Da ist es einfacher, nein zu
sagen.

(Ich weiß ja, wie ich reagiere)

danke dafür, dass du hier aus dem Nähkästchen plauderst. :wink:

Was den Master angeht: ich finde halt, jeder sollte so viel
Lernen, wie er schafft. (Vielleicht eine Berufskrankheit) Ich
finde es immer schade, wenn man seine Ziele niedriger steckt,
als man sie erreichen kann. (Meine Studenten sind allerdings
in der Regel auch schon mit dem Bachelor fertig. Die wollen
aber von Anfang an in eine Firma.)

Nee, da musst du mich falsch verstanden haben. Ich möchte auf jeden Fall den Master machen, aber nicht unbedingt an dieser Universität. Und es ist so, dass der TOEFL an DIESER Uni Voraussetzung für den Master ist, aber nicht unbedingt an den anderen Unis.

Unabhängig davon würde ich durchaus gern mein Englisch verbessern und werde mich entsprechend dafür bemühen. Aber ich möchte halt ohne Altlasten ins nächste Jahr (Bachelor-)Jahr starten.

Auf jeden Fall habe ich den Dozenten jetzt angeschrieben und ihn um einen Gesprächstermin zur Klärung der Angelegenheit gebeten. Mal sehen, was nun draus wird.

Liebe Grüße,
Anja