Argumentationshilfen

Hallo,

ich bräuchte mal ein paar Argumentationshilfen, die für einen Wildrasen sprechen.

Hintergrund: Ich will einen großen Teil unseres Grundstücks eigentlich recht „wild“ lassen, dort soll eher Wildrasen wachsen. Ich mag den kaum gemähten Rasen, wenn er im Laufe des Jahres ständig neue Farben bekommt und sich dort alle möglichen Insekten tummeln.

Welche Argumente könnte man noch für den Wildrasen und gegen den Golfrasen anführen (außer dass er wesentlich pflegeleichter ist als normaler Rasen)?

Gruss

Iru

Ein weiteres Argument hast du ja ansatzweise schon beschrieben: eine wilde Wiese ist ökologisch wertvoller, weil sie Lebensraum für zahlreiche Arten bietet (nicht nur Insekten, sondern auch Wildkräuter usw.)

Hallo florestino,

eine wilde Wiese ist ökologisch wertvoller, weil sie Lebensraum für zahlreiche Arten bietet

das ist mir schon klar. Nur komme mal gegen „…das sieht aber so viel schöner aus…“ an. :frowning:

Gruss

Iru

Hallo!

die Frage ist, gegen wen Du Dich durchsetzen willst/musst?

  • Nachbar: kann Dir doch wurschd sein
  • Erbtante: da spielt die Musik woanders :smile:
  • Frau/Freundin/Geliebte: je nach Enge kannst den (nachgebenden) Gentleman
      oder den störrischen Faulpelz rauskehren :smile:)
  • latürnich auch der umgekehrte Fall (Du bist Frau/Freundin/Geliebte)
  • Eltern: als fauler Sohn muss man andere Argumente haben als „schön“ :smile:

ne im Ernst gegen „schön“ kann man nur „mir gefällt aber das andere“ setzen (über Geschmack kann man streiten - sollte man aber nicht…)

-> da wäre evtl. eher ein Kompromiss anzustreben? (rund um die Terasse Rasen als Spiel- und Liegewiese und zu den Grenzen hin immer mehr Wild-/Blumen-/Bienen-/Igel-/Faulpelzer-/Sichtschutz-/sonstwas-Wiese?)

cu kai

Hallo,

Es ist oft schwierig jemanden zu „bekehren“!

Vielleicht zu " sieht so schöner aus"!!
Eine Wildwiese ist natürlicher - ein „Golfrasen“ künstlich!
Im Garten, Gärtnerei gewachsene Blumen sind natürlicher - Plastikblumen künstlich… was ist nun schöner?

Bei unserer Wildwiese tummeln sich viele schöne bunte Schmetterlinge - vielleicht auch ein Argument!

Was ist schöner: Vielfalt an Blumen oder eintöniges Grün?

Liebe Grüße
Annemarie

Hallo Iru,

(außer dass er wesentlich pflegeleichter ist als normaler Rasen)?

Je nachdem, wer bei euch zuhause für die Rasenpflege verantwortlich ist, ist aber genau DAS das schlagkräftigste Argument. Golfclubs beschäftigen eigens Greenkeeper, um den Golfrasen zu dem zu machen, was er sein soll.

Abgesehen davon, dass schon die Bodenverhältnisse allein dafür sorgen können, dass der Golfrasen nicht so aussieht, wie erwünscht, erfordert seine Pflege einen enormen Aufwand.

Je nachdem, woher ihr euer Gießwasser bezieht, spielt da im Sommer der Kostenfaktor u.U. eine echte Rolle.

Natürlich wächst er auch mit weniger Fürsorge - ein richtig schöner Golfrasen wird er dann aber nicht.

Schöne Grüße,
Jule

Ein Spaziergang mit offenen Augen
Hi!

Ich rate zu einem Spaziergang in einer Region mit z.B. blühendem Magerrasen (so im Mai, Juni z.B. die Trockentäler der fränkischen Schweiz). Eine Picknickdecke mitnehmen, mitten rein setzen und das Summen und Sirren hören, den Duft riechen, genau hinsehen…

Das sollte eigentlich völlig reichen so ziemlich jeden zu überzeugen…

Auf der BUGA (Elbauenpark) in Magdeburg gab (verm. immer noch) es Flächen mit Ruderalfluren (Hochstauden) auf Trümmerresten. Unglaublich schön und farbenfroh und Insektenreich.

Ich spreche nicht von den überdüngten Kleeäckern oder Löwenzahnwiesen, die sind recht langweilig.

Grüße
kernig

Hallo,

na, gegen meine Frau möchte ich mich durchsetzen, ich will sie aber lieber bekehren statt streiten. Sie ist eigentlich für die Rasenpflege verantwortlich und ich hoffe, dass ihr das Mähen irgendwann zuviel wird. Mir reichen ein paar tausend m2 an gepflegtem Rasen, auf dem Rest kann als Wiese wachsen und sprießen was es will. Vielleicht sähe ich auch noch ein paar Wildblumen. Blumenpeders Rat folgend, habe ich mir mittlerweile eine gute Sense zugelegt, mit der ich die (hoffentlich wieder entstehende) Wildwiese auch mal mähen kann (mit dem Traktor geht das nicht so gut).

Gruss

Iru

Erinnerung an die Marie A.
Servus,

wenn es vom Standort her gelingt, etwas in Richtung Magerrasen mitsamt Quendel, Dost und anderen Düften zu ziehen, oder etwas in Richtung Wiese mit Ruchgras, Storchschnabel, Margeriten etc., schafft man damit einen Ort, an dem zu sitzen oder zu liegen, den Himmel anzuschauen und dem Getier zuzuhören, das darin wohnt, zu den großen diesseitigen Genüssen gehört.

Nicht zu vergessen, dass ein solcher Platz - falls nicht von gar zu vielen Ameisen bewohnt - eine sehr erotisierende Wirkung haben kann.

Das halte ich für zwei ziemlich bedeutende Argumente.

Schöne Grüße - auch vom Hl. Brechtbertus

Dä Blumepeder

Hallo,

das ist mir schon klar. Nur komme mal gegen „…das sieht aber
so viel schöner aus…“ an. :frowning:

Spätestens hier und mit der Information, daß sie für die Rasenpfelge zuständig ist, kannst Du nur noch der „gute Verlierer“ sein.
Eine vorgetragene Meinung verstärkt durch „aber“ duldet keinen Widerspruch. Egal wie gut die Gegenargumente sind.

Weitere Diskussionen sollten im Psychologiebrett und nicht mehr unter „Garten & Pflanzen“ geführt werden.

Einzige Möglichkeit: Sie möchte es nicht mehr, vielleicht weil ihr die Arbeit zuviel ist.
Du kannst Dich nur noch schützen, indem Du im Vorfeld klärst, daß sie einzig und allein die Arbeit macht und Dich nie um Hilfe bitten wird. (Sonst hast Du irgendwann doch noch die Pflege des nicht gewünschten Golfrasens an der Backe.)

Gruß
Jörg Zabel

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Hallo Iru!

wie bitte „Mir reichen ein paar tausend m2 an gepflegtem Rasen, auf dem Rest kann als Wiese wachsen und sprießen was es will“???

sag mal lädst Du uns mal auf Dein Schloss bzw. in Deinen Privatstaat ein? :smile:)

bei DER Größe hätt ich kein Problem, mir einen Gärtner für das anzustellen, den kann die Frau dann rumkommandieren :smile:)
[je nach Konstellation wäre aber zu nem hässlichen Gärtner oder ner Gärtnerin zu raten :smile:)]

Traktor: bei o.g. Szenerie verstehe ich unter Traktor aber nicht so draufhock-Rasenmäher sondern schon was richtiges, mit Balkenmähwerk, hat doch Stil :smile:

gibts auch von Porsche: ein knallrotes Cabrio - DIESEL :smile:)

cu kai

Hallo,

wie bitte „Mir reichen ein paar tausend m2 an gepflegtem
Rasen, auf dem Rest kann als Wiese wachsen und sprießen was es
will“???

na ja… gerade klein ist es nicht. Eingezäunt haben wir ca. 13.000 m2. Und ich möchte einfach nicht einen knappen Hektar sauber gemähten Rasen , sondern allenfalls einen kleinen Teil davon, den Rest will ich lieber naturbelassen.

sag mal lädst Du uns mal auf Dein Schloss bzw. in Deinen
Privatstaat ein? :smile:)

Gerne, du wärest herzlich willkommen.

bei DER Größe hätt ich kein Problem, mir einen Gärtner für das anzustellen, den kann die Frau dann rumkommandieren :smile:)

ich auch nicht, alleine, wer bezahlt ihn :frowning:

Traktor: bei o.g. Szenerie verstehe ich unter Traktor aber
nicht so draufhock-Rasenmäher sondern schon was richtiges, mit
Balkenmähwerk, hat doch Stil :smile:
gibts auch von Porsche: ein knallrotes Cabrio - DIESEL :smile:)

Lamborghini wäre mir noch lieber gewesen, es hat aber nur für einen mittelprächtigen Iseki gereicht.

Gruss

Iru

Hallo Iru!

Danke für die Einladung - wo ist das denn? :smile:)

Nein, zurück zum Thema: und Frauchen ist nicht kompromissbereit?

-> da wäre evtl. wirklich mal ein Augenscheintermin für Euch zwei zu bedenken: englische Gärten in natura oder Bilderbuchband angucken = die haben i.d.R. offene Rasenflächen, die von Gehölzen samt Staudensaum etc. eingefasst werden

= nur durch den entsprechenden (wilden) Hintergrund wirkt die Rasenfläche wirklich gut - am besten wenn sie auch nicht eckig sondern „amöboid“ geformt ist…

auch Golfplätze sind so gestaltet (mit „ruff“ und „bunker“ und Wald…) -> sonst kannste ja gleich ein Fussballstadion einrichten, will se das?? :smile:)

Also Kurzfassung: Argumentationshilfen = „Rasen braucht einen Hintergrund“ = dann isses „noch schöner“…

cu kai

Die Dame des Hauses gibt spätestens auf, wenn man(n) mal ausgiebig den Rasen düngt und wöchentliches Mähen ansteht. Denn nur ein gut gedüngter Rasen sieht wirklich schön gleichmäßig aus. ;o)

Wir haben das Problem so gelöst, daß wir ab Frühjahr Gehwege in den Rasen mähen, um von A nach B zu gelangen, ohne uns mit der Machete durchzukämpfen. Das hat ein ganz besonderes Flair, wenn man auf geschorenen Graswegen durch eine hohe Wiese gehen kann. Wenn es nicht gefällt, kann man im darauffolgenden Jahr alles wieder kurz scheren.

Hallo,

Wir haben das Problem so gelöst, daß wir ab Frühjahr Gehwege in den Rasen mähen, um von A nach B zu gelangen, ohne uns mit der Machete durchzukämpfen

Genau so war es bisher, nun ist aber alles regelmäßig und kurz gemäht worden und soll - leider - so bleiben.

Gruss

Iru

Hm, dann ist´s schwer.
Mäht deine Frau selber? Wenn nicht, sollte sie das übernehmen, denn wer geschorenen Rasen möchte… ;o)
Sorry, aber bei uns gibt´s echt mehr zu tun als den Rasen zu mähen. Dazu wäre mir die Zeit zu schade.
Im Bereich von Obstbäumen sehe ich es ja ein, aber Freiflächen, die ungenutzt sind, kann man auch der Natur überlassen. In den Wildgräsern leben seltene Schmetterlingsarten wie z.B. Bläulinge, die sich ausschließlich von Gräsern ernähren. Der geschorene Rasen ist dagegen eher wie eine grüne Wüste. Alternativ kann man auch betonieren und grün anstreichen.

Wobei die Anlage einer echten Wildwiese auch nicht so einfach ist, wie man immer denkt. Der übermäßige jahrelange Düngereintrag ist für Wildkräuter meist nicht so gut und es setzen sich unerwünschte Arten durch, die die selteneren Pflanzen unterdrücken.

In Frage kämen auch noch Leihschafe, die im Wechsel einzelne Wiesenteile abgrasen könnten. Das wird bei uns häufig gemacht.

  • Nachbar: kann Dir doch wurschd sein

Hallo!
Wir ziehen z. Zt. um in ein eigenes Häuschen mit sehr großem Garten, unmittelbar links, rechts und unten anschließend die Gärten der Nachbarn. Ich hätte auch gern einen etwas wilderen Garten, aber dann wäre das Nachbarschaftsdverhältnis nachhaltig getrübt und es ist nicht schön, wenn über die Hecken feindseliges Schweigen weht, wie die Samen der von mir schuldhaft nicht abgemähten/gejäteten Löwenzähne und Wildkräuter.

Ich versuche damit zu argumentieren, dass der goldene Löwenzahn schön aussieht - was hat man sich als Kind drüber gefreut und jetzt wird er mit mörderischem Eifer verfolgt -, dass Brennnesseln gut sind für Schmetterlinge und wenn man die niedlichen Vögelchen im Garten haben will, muss man ihnen was bieten = Gehölze, alte Bäume, Gräser & Blüten. Mal sehen, was es bringt.

Gruß,
Eva

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Mißmut überm Zaun
Hi Eva,

so hübsch sie in geeigneter Umgebung auch sind: Bei Löwenzahn und Disteln jeder Art mache ich Zugeständnisse an die Nachbarn, weil die sich schon massenhaft und über ziemliche Entfernungen ausbreiten. Und Löwenzahn ist halt eine von wenigen Pflanzen, die auch in Rasen ganz gut keimt, wo sonst fast nichts mehr wachsen mag.

Die Distelfinken kommen mich übrigens trotzdem noch besuchen, sie mögen auch die Wilde Karde recht gerne.

Schöne Grüße

Dä Blumepeder