Ich hatte gerade (wieder mal) eine höchst theoretische, aber
umso intensivere Diskussion im kleinen Kreis um das Thema
Kindertagesstätte. Fundierte Argumente
gab es dabei leider weniger - warum ein Kind eine Kita
besuchen sollte, oder das eben nicht tun sollte…
Bevor ich alle Artikel lese, ein Argument von mir FÜR die KiTa’s:
Wenn ein Kind im KiGa ein bißchen Fieber bekommt, (zB eine Infektion), sind bald mehr davon ebenfalls betroffen. Nach ein paar Tage ist alles wieder im Lot und alles läuft wie vor der Infektion weiter. Nur das stärkt das Immunsystem der betroffenen Kindern ungemein und hilft dem Körper stärker gegen Infekte zu kämpfen: Eine lebenswichtige Funktion eines Menschen!
Wenn das Kind, besonders wenn es jünger
ist (Bezugsperson vor-
findet, der es vertrauen will, wird die
ganze Sache höchstwahrscheinlich scheitern
Das ist imho das A und O.
Das meine ich auch. - Erzieherinnen können Urlaub haben, krank sein, schwanger werden, kündigen - meiner Meinung nach ist in einer Kita oder einer Kinderkrippe eine konstante Bezugsperson, auf deren Anwesenheit man sich verlassen kann, im Normalfall nicht gegeben.
Dabei sollten bei unter 5-jährigen nicht
viel mehr als 5 Kinder auf eine wirklich
verfügbare Erzieherin kommen.
(laut Largo, ISBN: 3492041108 Buch anschauen)
Meine ich auch.
Anregung des Lernens von Kulturtechniken
(da sich die Peers daran versuchen);
Irgendwie hatte ich das Gefühl, dass bei so kleinen Kindern eher die Eltern als Peers betrachtet werden.
gute Bewegungsentwicklung durch Sportprogramme
und normales toben unter den Kindern.;
Wirklich? Ich habe Kindergärten immer so erlebt, dass die Kinder da gebremst wurden in ihrem Bewegungsdrang.
Diese Studie kann sich aber doch nur auf berufstätige Mütter
beziehen, die eine Haushälterin haben.
Warum??
Unter anderem steht ja dies in dem verlinkten Beitrag über die Studie:
„Die arbeitenden Mütter kompensieren ihre geringere Präsenz mit einer intensiveren Betreuung und Fürsorge,
an Wochenenden mehr Aufmerksamkeit, außerdem Einschränkungen bei anderen Aktivitäten wie Hausarbeit, Sport oder Reisen.“
Ich weiß nicht, wie man das machen soll. Na ja, vielleicht liegt weniger Hausarbeit an, wenn die Kinder und auch die Eltern die ganze Zeit außer Haus sind, aber Wäsche fällt ja dann eher mehr an, und auch andere Dinge müssen gemacht werden.
Wann macht die berufstätige Mutter das denn? - Ich muss allerdings dazu sagen, dass ich davon ausgehe, dass die nicht berufstätige Mutter einen großen Teil der Hausarbeit erledigt, während die Kinder im Kindergarten sind, so dass sie nachmittags nicht mehr so viel hat und sich dann intensiv um die Kinder kümmern kann, wenn sie der Typ dafür ist.
Ich finde es seltsam anzunehmen, dass eine Frau nach einem 8-Stundentag noch besondere Lust hat, mit dem Kind zu spielen, wenn sie da noch die Bügelwäsche sich auftürmen und den verstaubten krümeligen Fußboden sieht. Na gut, vielleicht bügelt sie dann einfach nicht, aber es gibt auch so noch genug zu tun, was man auch nicht einfach sein lassen kann, da man dann andernfalls verdreckt.
Oder soll man von dem unwahrscheinlichen Fall ausgehen, dass der Mann diese Arbeiten erledigt?
Ich weiß nicht, welche Frauen bei dieser Studie gefragt worden sind, aber einen sehr anstrengenden Job und viel Hausarbeit können die imho nicht gehabt haben, wenn die Studie zu solchen Ergebnissen kommt.
Ich weiß nicht, wie man das machen soll. Na ja, vielleicht
liegt weniger Hausarbeit an, wenn die Kinder und auch die
Eltern die ganze Zeit außer Haus sind, aber Wäsche fällt ja
dann eher mehr an, und auch andere Dinge müssen gemacht
werden.
Wann macht die berufstätige Mutter das denn? - Ich muss
allerdings dazu sagen, dass ich davon ausgehe, dass die nicht
berufstätige Mutter einen großen Teil der Hausarbeit erledigt,
während die Kinder im Kindergarten sind, so dass sie
nachmittags nicht mehr so viel hat und sich dann intensiv um
die Kinder kümmern kann, wenn sie der Typ dafür ist.
Ich finde es seltsam anzunehmen, dass eine Frau nach einem
8-Stundentag noch besondere Lust hat, mit dem Kind zu spielen,
wenn sie da noch die Bügelwäsche sich auftürmen und den
verstaubten krümeligen Fußboden sieht. Na gut, vielleicht
bügelt sie dann einfach nicht, aber es gibt auch so noch genug
zu tun, was man auch nicht einfach sein lassen kann, da man
dann andernfalls verdreckt.
Oder soll man von dem unwahrscheinlichen Fall ausgehen, dass
der Mann diese Arbeiten erledigt?
Also, es soll tatsächlich Männer geben, die ihren Teil der Hausarbeit erledigen. In der Kita in der ich arbeite, sieht die Arbeitsteilung oft so aus, das die väter die Kinder bringen, die Mutter schon bei der Arbeit ist und daher früher frei hat und bevor sie das Kind wieder abholt noch Hausarbeit erledigt. Einige Mütter arbeiten auch ncith voll, also nur halbtags oder irgendwas zwischen 20 und 30 Stunden, dann bleibt neben der ARbeit noch Zeit die Hausarbeit während der Kitaöffnungszeit zu erledigen (wir haben von 8-17 Uhr geöffnet)
Ich weiß nicht, welche Frauen bei dieser Studie gefragt worden
sind, aber einen sehr anstrengenden Job und viel Hausarbeit
können die imho nicht gehabt haben, wenn die Studie zu solchen
Ergebnissen kommt.
Wie gesagt, ich glaube, dass ist nur eine Frage des Managements. Außerdem kann man auch noch Hausarbeit erledigen, wenn die Kinder schlafen… Und die Zeit zwischen Kita und Schlafengehen mit qualitativ guten Zusammensein zwischen Kind und Eltern gestalten.
Wie gesagt, ich glaube, dass ist nur eine Frage des
Managements. Außerdem kann man auch noch Hausarbeit erledigen,
wenn die Kinder schlafen… Und die Zeit zwischen Kita und
Schlafengehen mit qualitativ guten Zusammensein zwischen Kind
und Eltern gestalten.
*rotfl*
Da bleibt nur das Totschlagargument:
Wenn du erstmal eigene Kinder hast…
Ne, mal ehrlich, Diplompaedagogin hin oder her,
es IST wirklich anders, wenn man Kinder 24h Stunden
hat.
…und außerdem muss man sich als berufstätige Mutter von dem Gedanken verabschieden, vom Boden essen zu können, sagte eine Bekannte zu mir:smile:…
meine mutter hat immer zumindest halbtags gearbeitet und ja, bei usn war es nicht so sauber und ordentlich wie bei vollhausfrauen, ich musste mir meine pausenbrote selbst schmieren und mein papa hat einen teil des haushaltes mitmachen müssen. so what?
grüßlis,
barbara
*die sicher seit 3 jahren nicht gebügelt hat, weil das ihr mann lieber macht und auch besser kann**. ätsch:wink:))
meine Eltern haben IMMER beide ganztags gearbeitet (in einem verantwortungsvollen Job: beide als Ingenieure in Umspannwerken!) und haben dann nach der Arbeit tatsächlich noch mit mir gespielt und gelernt (immerhin konnte ich dank meinem Vater schon mit 3 lesen, das hat er mir IM SPIEL beigebracht, also kannst du dir vorstellen, wieviel er mit mir gespielt hat; später in der Schulzeit habe ich aus bestimmten Gründen ein Schuljahr nicht mitgemacht und damit ich das Jahr nicht verliere, hat mein Vater in den Sommerferien mit mir den gesamten Mathestoff für die Aufnahmeprüfung der mathematischen Schule durchgeackert) und nebenbei irgendwie noch die Hausarbeit hinbekommen - unter der Voraussetzung, dass es damals weder Wasch- noch Spülmaschinen gab, dann noch die berühmt-berüchtigten stundenlangen Schlangen vor den Geschäften in sozialistischen Ländern. Das heißt, meine Mutter hat die Wäsche sogar noch selbst gewaschen und den Einkauf nicht so nebenbei im Supermarkt gemacht, wie das heute geht. Klar, es war nicht so perfekt sauber, wie man
Ok, meine Oma hat da etwas mitgeholfen, indem sie mich dann z.B. zur Schule gebracht hat (die ca. eine Stunde Fahrt mit dem ÖPNV entfernt lag), etwas im Haushalt mithalf oder auch mal mit mir auf den Spielplatz rausgegangen ist. Aber, wie gesagt, dafür fiel auch wesentlich mehr Arbeit an! Und irgendwie haben sie es geschafft, alles unter einen Hut zu bringen.
Insofern muss ich sagen - wo ein Wille ist, ist auch ein Weg!
meine Eltern haben IMMER beide ganztags gearbeitet (in einem
verantwortungsvollen Job: beide als Ingenieure in
Umspannwerken!)
Das sagt mir jetzt nichts. Ein Job ist nicht dadurch besonders stressig, dass er verantwortungsvoll ist, eher im Gegenteil. Es kommt darauf an, wie locker der Zeitplan ist, aufs Betriebsklima, die eigene Stellung im Betrieb (untergeordnete Stellungen sind trotz meist gegenteiliger Behauptungen stressiger als übergeordnete), ob die Arbeit selbst irgendwie belastend ist usw.
Ich hatte eigentlich eine Kassiererin vom LIDL vor Augen, o. ä.
und haben dann nach der Arbeit tatsächlich
noch mit mir gespielt und gelernt (immerhin konnte ich dank
meinem Vater schon mit 3 lesen, das hat er mir IM SPIEL
beigebracht, also kannst du dir vorstellen, wieviel er mit mir
gespielt hat; später in der Schulzeit habe ich aus bestimmten
Gründen ein Schuljahr nicht mitgemacht und damit ich das Jahr
nicht verliere, hat mein Vater in den Sommerferien mit mir den
gesamten Mathestoff für die Aufnahmeprüfung der mathematischen
Schule durchgeackert) und nebenbei irgendwie noch die
Hausarbeit hinbekommen - unter der Voraussetzung, dass es
damals weder Wasch- noch Spülmaschinen gab, dann noch die
berühmt-berüchtigten stundenlangen Schlangen vor den
Geschäften in sozialistischen Ländern. Das heißt, meine Mutter
hat die Wäsche sogar noch selbst gewaschen und den Einkauf
nicht so nebenbei im Supermarkt gemacht, wie das heute geht.
Klar, es war nicht so perfekt sauber, wie man
Ok, meine Oma hat da etwas mitgeholfen, indem sie mich dann
z.B. zur Schule gebracht hat (die ca. eine Stunde Fahrt mit
dem ÖPNV entfernt lag), etwas im Haushalt mithalf oder auch
mal mit mir auf den Spielplatz rausgegangen ist.
So, wie du das hier schilderst, klingt es so, als hätten sich hier drei Erwachsene um ein Kind (dich) gekümmert. Das war ja immerhin eine Arbeitsteilung.
Ich hatte eher eine Mutter mit mehr als einem Kind vor Augen, die das alles mehr oder weniger alleine hinkriegen muss.
Aber, wie
gesagt, dafür fiel auch wesentlich mehr Arbeit an! Und
irgendwie haben sie es geschafft, alles unter einen Hut zu
bringen.
Insofern muss ich sagen - wo ein Wille ist, ist auch ein Weg!
Bei ein bisschen Solidarität untereinander muss ich dir Recht geben. Davon kann ich aber nicht allzu viel feststellen in unserem prima Kapitalismus hier.
Das sagt mir jetzt nichts. Ein Job ist nicht dadurch besonders
stressig, dass er verantwortungsvoll ist, eher im Gegenteil.
na ja, wenn man weiß, dass man mit Fehlern sowohl sein eigenes als auch das Leben anderer Menschen gefährdet und wenn dann ab und zu tatsächlich ein Betriebsunfall geschieht, dann ist es psychologisch schon sehr anstrengend. Damals war es aber auch ein physisch anstrengender Job (die Arbeitsbedingungen kann man mit heute überhaupt nicht vergleichen, da musste man schon irgendwelche schweren Gerätschaften schleppen, bis zu 7 Stunden auf einer Leiter stehen und Reparaturarbeiten durchführen etc.), weshalb dort z.B. sehr wenig Frauen gearbeitet haben.
So, wie du das hier schilderst, klingt es so, als hätten sich
hier drei Erwachsene um ein Kind (dich) gekümmert. Das war ja
immerhin eine Arbeitsteilung.
Nee, ich hatte noch einen älteren Bruder, der damals mit viel Schwänzen und einem, nun ja, nicht sehr vorzeigbaren Zeugnis den Eltern auch viel Arbeit gemacht hat.
Bei ein bisschen Solidarität untereinander muss ich dir Recht
geben. Davon kann ich aber nicht allzu viel feststellen in
unserem prima Kapitalismus hier.
Na ja, gut, in dem Fall geht es ja nur um Solidarität in der Familiengemeinschaft, und nicht um die Solidarität der ganzen Gesellschaft.
Da bleibt nur das Totschlagargument:
Wenn du erstmal eigene Kinder hast…
Ne, mal ehrlich, Diplompaedagogin hin oder her,
es IST wirklich anders, wenn man Kinder 24h Stunden
hat.
Ich gebe zu, keine eigenen Kinder zu haben, aber es ist tatsächlich so, dass wir in unserer Kita Mütter haben, die das sehr gut auf die Reihe bekommen und zum Teil besser über ihre Kinder bescheid wissen, als die „nur“ Hausfrauen und die (berufstätigen Mütter) haben auch keine Haushälterin.
Eins möchte ich noch klar stellen: ich finde es in Ordnung, wenn sich eine Mutter drei Jahre oder mehr nicht erwerbstätig ist und ihr Kind selbst betreut. Aber ich sehe bei der Arbeit immer wieder, wie gut es auch den ganz Kleinen (
Hallo,
die von maxet erwähnte Studie ist die einzig mir bekannte, die sich dem Problem der Kinderbetreuung unter 3 Jahren widmet. Und als Ergebnis kommt heraus - es ist egal, ob Kinder unter 3 Jahren zu Hause sind oder in einer außerhäusigen Kinderbetreuung - auf die Qualität der Betreuung kommt es an. So ist eine „schlechte“ Kindereinrichtung genauso abzulehnen wie eine „schlechte“ Betreuung der Mutter.
Wenn ein Kind bereits ab dem Babyalter vor dem Fernseher geparkt wird, weil die Mutter nichts mit ihm anzufangen weiß, nicht mit ihm redet, nicht mit ihm spielt - dann wäre für dieses Kind ganz sicher ein Platz in einer Kita besser…
Wenn aber die Mutter das Muttersein als volle Erfüllung empfindet, viel mit dem Kind unternimmt, spielt, singt, redet usw., dann ist der Platz zu Hause genauso ok.
Beatrix,
als bekennende Teilzeitmutter (ich brauche meinen Job)