Laut einer Wahlanalyse über Wählerwanderungen hat die SPD bei den Arbeitern 5 Prozent verloren, bei Arbeitslosen 3 Prozent. Bei den Angestellten verlor die SPD aber lediglich 1 Prozent, und - fast schon unglaublich - auch bei den Selbständigen büsste sie nur 1 Prozent ein.
Wie geht das mit dem Gejammer des Mittelstandes zusammen? Man hätte annehmen müssen, dass Schröder bei den Selbständigen erdrutschartig verliert. Die vehemente Kritik durch Vertreter der Wirtschaft und des Mittelstandes an der rotgrünen Regierungsarbeit gibt offensichtlich nicht das Stimmungsbild derer wieder, die sie zu vertreten vorgeben. Dies legt den Verdacht nahe, dass die Wirtschaftsverbände incl. IHK und HWK politisch ziemlich eingerostet und festgefahren sind und sich hierin kaum von den Gewerkschaften auf der anderen Seite unterscheiden. Beide Seiten scheinen kein echtes Gespür mehr für die Bedürfnisse ihre Basis zu haben.
Mittelständler wählen Grüne, und Arbeiter wählen CDU - eine Entwicklung, die offensichtlich bei den Damen und Herren „Multiplikatoren“ noch nicht bemerkt wurde. Aufwachen, Leute!