Arten der Studienfinanzierung

Hallo

Ich bin 26 Jahre alt und habe nach dem Abitur 6 Semester Soziologie studiert. Das habe ich dann abgebrochen um Psychologie in Maastricht zu studieren. Ich wohne aber in Aachen. Bafög habe ich bei meinem ersten Studiengang nicht bekommen weil mein Vater zu viel verdient. Jetzt bekomme ich keins mehr weil ich das Soziologiestudium abgebrochen habe. Ich habe einen 400 € Job und bekomme zusätzlich je 100 € von meinem Vater und meinen Großeltern. Alles andere finanziere ich selber.
Mittlerweile komme ich mit diesen 600 € im Monat aber vorne und hinten nicht mehr aus. Nebenkostennachzahlung, Mieterhöhung, Spritpreise…ect.
Die meisten Studienkredite sind nur für Studenten die auch in Deutschland studieren, beim Rest falle ich durch die Bedingungen (Erststudium, Höchstalter…). Habe mir auf der Seite von Stiftung Warentest die Banken angeschaut.

Ich weiß wirklich nicht mehr weiter… in 3 Monaten ist die Semestergebühr von 1.500 € fürs Jahr wieder fällig. Ich brauche schnellstmöglich eine Alternative. Ich weiß gar nicht wirklich was ich als Student noch für Möglichkeiten hab, außer Bafög. Auf meiner Suche durchs Netz bin ich nicht wirklich schlau geworden.

Ich hoffe jemand kann mir weiterhelfen. Danke. Bianka

Hallo Bianka,

als mein Bafög ausgelaufen ist (weniger intensiv schon während dieser Zeit), hab ich gejobbt. In Kneipen den Zapfhahn bedient, in Krankenhauslaboren Vertretungen gemacht, als Ausbilder für Sofortmaßnahmen am Unfallort und was so gerade anfiel.
Dankenswerterweise kriegte ich auch mal einen Job als Praktikumsbetreuer an der Hochschule; ich war also gar nicht großartig wählerisch.

Gandalf

Hallo kokos82,

ich kenne das Gefühl (das habe ich glaube ich heute schon im Brett „Ämter und Behörden“ geschrieben).

Als Student hast du mit deinen Vorraussetzungen schlechte Möglichkeiten an Geld zu kommen. Vielleicht ist deswegen die umgekehrte Herangehensweise „wo kann ich sparen“ am sinnvollsten. Ich weiß, man gibt ungerne seinen Lebensstandart auf, aber manchmal geht es nicht anders. Das habe ich am eigenen Leib erfahren.

Das lässt mich zu der Frage kommen ob du noch zu hause wohnst oder schon eine eigene Wohnung hast?

Gruß

Samira

Hallo

Hi
Klar jobbe ich auch nebenher. Das Studium in Holland ist nur was anders aufgebaut als in Deutschland. Da ist das eher so wie unser Schulsystem. Man hat vorgeschriebene Stundenpläne und darf innerhalb von 2 Monaten nur 2x fehlen. Darum ist es auch kompliziert noch mehr zu machen als den Job den ich schon habe.

Ich wohne nicht mehr zu Hause. Komme eigentlich aus Frankfurt und wohne jetzt in einer kleinen Einzimmerwohnung in Aachen die auch recht günstig ist. Natürlich gäbe es noch die Möglichkeit WG, aber da meine Wohnung mit 260€ warm wirklich sehr preiswert ist, habe ich auch noch nix günstigeres auf dem WG Markt gefunden (wenn man mal von 10qm Zimmern absieht).
Ich hab auch schon versucht meine Lebensweise einzuschränken, geht ja nicht anders. Weiß nur im Moment echt nicht mehr wo ich noch sparen soll. Bin im Moment sogar dabei Dinge die mir eigentlich lieb sind bei Ebay zu versteigern. Irgendwoher muss ja bissl was extra kommen. Aber auf Dauer wird das so nicht funktionieren. Ich hab jetzt noch 2 Jahre Studium vor mir.

Die ganzen Studienkredite hab ich durch… auch den von der KfW-Förderbank (den bekomme ich nicht weil vor dem Studium in NL schon 6 Semester was anderes studiert hatte).

Wo kann man sich in so einem Fall den richtig und gut beraten lassen? Beim Bafög-Amt war ich schon, aber die konnten mir auch nicht mehr sagen als dass ich keins mehr bekomme.

Lg Bianka

Arbeit…
Hallo!

Also ich habe mein Studium recht klassisch und naheliegend über Jobs finanziert.
Zuerst habe ich Autos an die Iranische Grenze von München in die Türkei überführt, danach war ich Barkeeper in einer Biker-Bar. Die Praktikumssemester habe ich jeweils um die davor und danch liegenden Semesterferien erweitert (o.k., manchmal war ich auch in der Welt unterwegs…). Bezahlte Praktika findet man sicherlich auch heute noch.

In den Semesterferien habe ich dann auch mal in den früheren Praktikumsbetrieben fachrelevant gearbeitet. Habe BWL studiert, da gibt´s ja meistens Bedarf in KMUs. Evtl. kommt so auch gleich noch an ein Jobangebot für die harte Zeit zwischen Studium und Rente dabei heraus…

Bafög hatte ich nicht, Geld von den Eltern kaum. Ich hatte ein ordentliches Auto, eine vernünftige Wohnung und war sehr oft abends ordentlich unterwegs. Geht alles.

Gruß,
M.

Hallo kokos,

du hast also eine eigene Wohnung und fährst zusätzlich noch jeden Tag die Strecke Aachen-Maastricht und zurück (wahrscheinlich so um die 70 km pro Tag).

Gibt es nicht die Möglichkeit, dass du nach Maastricht oder in die unmittelbare Nähe ziehst? Hast du dir schonmal durchgerecht ob deine jetzige Situation mit Wohnung und hohen Benzinkosten günstiger oder teurer ist als eine Wohnung in Holland mit niedrigeren Benzinkosten?

Mal schauen wo du sonst noch sparen kannst:

  • Hast du ein Handy? Falls ja, Handy muss nicht sein, das ist Luxus.
  • Welchen Telefon- und Internetanschluss hast du? Falls du eine teure Flatrate hast mit rundum sorglos Paket kannst du dir überlegen ob das nicht billiger geht.
  • Wie und was kaufst du ein? (Essen usw.)
  • rauchst du?
  • Wie ist dein Auto versichert. Geht das günstiger?
  • Was für ein Auto hast du? Ist vielleicht ein günstigeres und sparsameres besser?
  • usw. usw.

Diese Frage musst du hier nicht beantworten. Du solltest sie für dich selber durchgehen und wirst bestimmt feststellen, dass an der ein oder anderen Stelle etwas drin ist. Das ist immer so, denn es fällt uns schwer auf die angenehmen Dinge zu verzichten.

Gruß

Samira

Sehr loeblich. Und wovon hast du die Gebuehren bezahlt? Damals…

@poster: gibt es in den Benelux keine Studienkredite, auch fuer Leute mit Wohnsitz im Ausland? Evtl. an dt. Uni wechseln? Freisemester nehmen und wie bekloppt arbeiten, um danach wieder einzusteigen?

Amen. Ich sehe ja auch, dass man evtl. steigende Benzinpreise woanders, z.b. wie bereits erwaehnt bei handy o.ae. wieder rausholen kann. Aber habt ihr alle diese Semestergebuehr ueberlesen? Ich glaube das ist der Knackpunkt. wenn ich die 1,500 durch 6 monate rechne, muesste man monatlich etwa 250 irgendwo sparen, was natuerlich schwer wird, wenn man das, was man erarbeitet, sowieso zum leben braucht, naemlich 400euro, die etwa 60% des „gesamteinkommens“ ausmachen.

Mahlzeit,

natürlich hab ich die Gebühren gesehen und auch bedacht.

Glaubst Du, mir wurde damals was geschenkt?
Gut, ich mußte keine Studiengebühren zahlen, aber wenn, dann hätte ich wahrscheinlich beim Arbeiten noch was drauflegen müssen, oder meine Ansprüche an anderer Stelle herunterfahren.
Ich hab damals von rund 600 - 800,- DM / Monat gelebt, hatte kein Auto (OK; ist hier nötig) kein Telephon und auch andere, heute selbstverständliche Sachen konnte ich mir nicht leisten. Punkt.

Gandalf

Und was willst du damit jetzt sagen? Ob waehrend des semesters noch mehr arbeiten geht, kann ich nicht beurteilen, wurde aber meines wissens vom poster als zweifelhaft bezeichnet, da das studium verschult ist.

willst du damit sagen, dass der poster auf mehr verzichten soll, um die 1,500 zusammenzukratzen? 600euro sind nicht viel, ich meine die liegen genau im schnitt und ich bezweifle, dass man sich damit noch gross einschraenken kann. evtl. sind 50eus drin, aber keine 200.

und was du damals zum leben gebraucht hast, ist zwar schoen und gut, gehoert hier aber nicht hin, da realitaetsfern. ich habe vor 15 jahren 50pfenning/woche taschengeld bekommen, mir ist vollkommen schleierhaft, wieso viele jugendliche heute nicht mit 25cent/woche auskommen.

nach irgendeiner selbstweihraeucherung war hier nicht gefragt.

Tach.

und was du damals zum leben gebraucht hast, ist zwar schoen
und gut, gehoert hier aber nicht hin, da realitaetsfern.

warum?!

nach irgendeiner selbstweihraeucherung war hier nicht gefragt.

Wer hören will, was er/sie hören will …

Hallo auch,
was Luxus ist und was man braucht, muss ja jeder für sich entscheiden. Aber es sollte auch jeder, dessen Geld knapp ist, sich gründlich überlegen, ob dass, was er/sie als „Muss“ sieht, nicht doch Luxus ist.

Ich hab vor rund 27 Jahren studiert, hatte damals 570 Mark BAFöG im Monat, ohne elterliche Zugaben. Okay, Studiengebühren und Handy gab es nicht. Aber Auto??? Ne… war nich drin! Billige Bude am Studienort (Ofenheizung, Außenklo - wisst Ihr überhaupt, was das ist??) und dann mit Fahrrad oder ÖPNV unterwegs. Oder auch mal ne halbe Stunde Fußweg! Zum Besipiel mit einem prall vollen Rucksack zum Waschsalon…

Eingerichtet war ich übrigens mit Möbeln vom Sperrmüll. Das erste Jahr hatte ich nicht mal fließend Wasser in meiner Bude, sondern nur draußen im Treppenhaus. Da war die zweite Wohnung schon luxuriös, mit Badeofen, wo ich das Wasser mit Briketts oder gerollten Zeitungen warm machen konnte.

Nene, das war nicht 1940, das war 1980. Noch gar nicht sooo lange her!
Mir ist klar, dass die Ansprüche heute höher sind. Aber vielleicht sind sie auch ein bisschen zu hoch???

Für alle Extras, also Luxus wie Verreisen, Führerschein machen (den gab es nicht von den Eltern geschenkt) oder meine erste Nähmaschine habe ich in den Semesterferien in der Fabrik am Fließband gearbeitet.

Trotz aller Einschränkungen war es eine schöne Zeit!
Jette

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Hallo Jette,

schön geschrieben, aber ich fürchte, das wollen einige andere hier nicht lesen :wink:
Wir sind so grob eine Altersklasse und auch ich hab damals ganz schön knapp gelebt. War aber positiv prägend wie ich finde.

Trotz aller Einschränkungen war es eine schöne Zeit!

Ein uneingeschränktes ‚Schtümmt!‘

Gandalf

Hallo Jette,

schön geschrieben, aber ich fürchte, das wollen einige andere
hier nicht lesen :wink:

Muss ja keiner lesen :smile:

Wir sind so grob eine Altersklasse und auch ich hab damals
ganz schön knapp gelebt. War aber positiv prägend wie ich
finde.

Ja, das mein ich auch. Und Bescheidenheit zu üben und dann aufzubauen ist immer besser als anders herum!
Ich bedauer ja die Kids, die heute schon mit 12 ALLES haben, die müssen ja schon sehr früh irrsinnig viel Geld verdienen um ihr hohes Level an gewohntem Luxus halten zu können.

Trotz aller Einschränkungen war es eine schöne Zeit!

Ein uneingeschränktes ‚Schtümmt!‘

Danke!
Jette