Guten Tag,
Ich möchte gerne ein Pferd vom Schlachter retten. Das Pferd hat aber Arthrose. Was ist das? Was sind die Unkosten im Monat? Ist es heilbar? Oder sollte ich es doch erlösen?
Lg
Guten Tag,
Ich möchte gerne ein Pferd vom Schlachter retten. Das Pferd hat aber Arthrose. Was ist das? Was sind die Unkosten im Monat? Ist es heilbar? Oder sollte ich es doch erlösen?
Lg
Hallo,
aus der Fragestellung heraus lese ich, daß Sie keine oder nur wenig Erfahrung mit Pferden haben, stimmt das?
Arthrose bei Menschen müßte ja bekannt sein?! und Pferde bekommen diese „Verschleißerkrankung“, ob nun alters- oder unfallbedingt, auch.
Heilbar ist Arthrose nie, dazu würde ich einfach mal als Info ein Googeln empfehlen !!!
Wenn das Tier schlimm unter Arthrose leidet, dann ist das Schlachten sicherlich eine Erlösung.
Die Schwere kann aber nur ein Pferdefachmann oder Tierarzt erkennen.
Ich wäre da an Ihrer Stelle mit dem „Retten“ sehr vorsichtig.
Schmerzstillende Medikamente haben schlimme Nebenwirkungen, wenn sie dauerhaft verabreicht werden müssen, Blutegel können helfen, aber aus der Ferne kann man das nicht pauschal beantworten.
Die Höhe der Kosten hängt natürlich von der Schwere der Erkrankung ab. Das Pferd sollte auf keinen Fall auf steilen Weiden gehalten werden, soll aber viel Bewegung haben, allerdings nicht unbedingt von Weidekollegen „geärgert“ werden.
Es ist also garnicht so einfach ein Pferd mit dieser Erkrankung zu halten. Ich denke dazu sollten auf alle Fälle profunde Kenntnisse der Pferdehaltung vorhanden sein, sonst tut mensch Tier auch keinen Gefallen.
Nähere Infos hierzu bietet das I-net in Hülle und Fülle.
Lieben Gruß
Barbara Debreceni
Hallo extraordinary,
Arthrose ist eine sog. degenerative Gelenkserkrankung. Das heißt sie ist nicht heilbar. Ist die Arthrose einmal da, kann man sie nur stoppen, aber nicht rückgängig machen. Meistens tritt die Arthrose (auch Spat ist Arthrose) bei älteren Pferden auf. Das betroffene Gelenk verknorpelt und von Zeit zu Zeit treten Arthroseschübe, in Form von schmerzhaften Entzündungen dabei auf. Besonders dann lahmt das Pferd natürlich.
Arthrose macht sich besonders bei kaltem und feuchtem Wetter bemerkbar. Es kann bei leichter Arthrose sogar sein, dass das Pferd im Sommer quasi beschwerdefrei ist. Im Winter jedoch verstärken sich die Schmerzen. Ich kenne allerdings auch Pferde denen schwül feuchtes Wetter starke Probleme verursacht.
Wichtig ist, daß das Pferd eine regelmäßige Grundbewegung bekommt. Stehen verschlimmert die Arthrose, weil das Gelenk nicht bewegt wird und damit „rostet“. Wie genau diese Bewegung aussehen muß, ist von Pferd zu Pferd und vom Grad der Krankheit abhängig. Nur ein Tierarzt kann entscheiden ob das Pferd noch reitbar ist oder nicht, das kann ich mit einer Ferndiagnose ohne das Tier zu sehen leider nicht beurteilen.
Wie behandelt man nun die Arthrose beim Pferd am besten? Das kann man allgemein natürlich nicht beantworten, dazu gibt es zu viele verschiedene Erkrankungsmöglichkeiten. Grundsätzlich sollte natürlich erst einmal der Tierarzt zum Röntgen kommen. Der wird dann auch die entsprechende Behandlung einleiten. Im Anfangsstadium, oder auch bei Arthroseschüben können Gelenkspritzen (Cortison) hilfreich sein, die die Entzündung lindern. Auf Dauer, kann es allerdings zu Unverträglichkeitsreaktionen auf Cortison kommen(Fellverlust, Hautrötungen). Es gibt auch verschiedene Medikamente, Kräuter (z.b. Muschelextrakt) oder Gelatinepräperate, die zugefüttert werden können, sowohl in einem akuten Fall als auch als dauerhafte Behandlung. Sehr gute Behandlungserfolge gibt es mit der Homöophatie (z.b mit Traumeel). Einen guten Homöopath zu finden ist natürlich schwer, aber die Suche lohnt sich. (Wenn Interesse besteht kann ich auch einen empfehlen)
Bei Arthrosen im Beinbereich kann schon ein spezieller Hufbeschlag sehr viel helfen. Durch die andere Stellung wird das Bein und das betroffene Gelenk entlastet. Tierarzt und Hufschmied werden dann anhand der Röntgenbilder den besten Beschlag ermitteln.
Alles in allem musst du dir im klaren darüber sein, das es ein krankes Tier ist, dass egal wie das Krankheitsbild letztendlich aussieht, immer ein erhöhter Betreuungsaufwand nötig sein wird der auch (dauerhafte) kosten bedeutet. Unter anderem für Tierarzt, Hufschmied, Medikamente, eventl. Pferdedecken…
Auch die Haltungsbedingungen sind wichtig. Mit einfach auf die Weide stellen ist es nicht getan. Für manche Pferde ist die Offenstallhaltung optimal, für andere ist eine Paddockbox mit geregelter Bewegung (20-30min Schritt reiten am Tag) die bessere alternative (Krankheitsbildabhängig).
Ich hoffe ich konnte dir damit helfen die Sache ein wenig objektiver zu sehen. Ein Tier vor dem Schlachter zu retten ist ein löblicher Gedanke, aber nicht immer die beste / einfachste Lösung. Wenn das Pferd eine gute Chance hat einigermaßen Beschwerdefrei zu werden, dann versuche es, wenn die Diagnose lautet Hoffnungslos, dann lass (so schwer es einem auch fallen mag) die Finger weg. Manchmal ist dann ein Ende mit Schrecken, besser als Schrecken ohne Ende.
Liebe Grüße
Escobar